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Trotz Corona-Lockerungen: Gastronomen in Miesbach und Schliersee weiter in Sorge

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Von: Sebastian Grauvogl

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Café Mesner, Schliersee
Versteht die Zurückhaltung seiner Gäste: Florian Guggenbichler im Café Mesner in Schliersee. © Andreas Leder

Sie dürfen wieder Gäste ins Haus lassen. Doch die Gastronomen in Miesbach und Schliersee sind nicht glücklich mit der aktuellen Lage. Nicht nur wegen des fehlenden Geschäfts.

Miesbach/Schliersee - Es geht eben doch nicht nur um das, was auf den Teller kommt. „Das Ambiente ist einfach nicht so, wie man sich das als Gast wünscht“, sagt Florian Guggenbichler (Foto r.), Inhaber des Café Mesner in Schliersee. Weniger Sitzplätze, keine Tischdecken: „Es schaut irgendwie nackt aus“, sagt Guggenbichler. Und das spürt der Konditor im täglichen Geschäft. Obwohl er seit einer Woche seinen Innenbereich dank gelockerter Corona-Auflagen wieder öffnen darf, bleiben die meisten Gäste lieber auf der Terrasse sitzen – natürlich nur bei schönem Wetter. „Du bringst die Leute einfach nicht in den Laden.“ 

Er habe vollstes Verständnis für die Zurückhaltung, betont Guggenbichler. Erschwerend hinzu komme, dass sich die Gäste ans To-Go-Geschäft gewöhnt oder das gemeinsame Kochen in der Familie wieder mehr für sich entdeckt hätten. „Wir erleben gerade einen Systemwechsel in der Gastronomie“, sagt der Konditor. Als Privatmann sieht er auch die positiven Seiten, als Geschäftsinhaber hofft Guggenbichler aber schon, dass bald wieder mehr Normalität in sein Café einzieht. Und noch mehr betet er, dass es keinen erneuten Corona-Shutdown gibt. „Das würden viele Lokale nicht überleben“, ist Guggenbichler überzeugt.

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Manuelis, Miesbach
Würden ihren Gästen gern mehr Freiheiten bieten: Manuel (hinten r.) und Eli (hinten l.) Greindl. © Andreas Leder

Eine Einschätzung, die auch Manuel Greindl (Foto l., hinten r.) unterschreibt. Er und seine Frau Eli (Foto l., hinten l.) betreiben das Manuelis in Miesbach. Auch wenn sie mit ihren Menüabenden eine andere Zielgruppe ansprechen als das Café Mesner: Die Folgen der Corona-Regeln treffen sie genauso hart. Wegen der Abstandspflicht darf Greindl nur 20 bis 25 seiner 40 Plätze im Innenbereich belegen. Und auch das nur, weil er Plexiglasscheiben zwischen den Tischen aufgehängt hat. Atmosphäre komme so allenfalls in begrenztem Maß auf, vor allem wegen der vorgeschriebenen Schließzeit um 22 Uhr.

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„Um 21.45 Uhr kriegen wir schon Schweißtropfen auf der Stirn“, sagt Greindl. Aus Sorge vor Repressalien, aber auch wegen des unguten Gefühls, seine Gäste quasi hinausbitten zu müssen. „Das ist für uns als Gastgeber richtig schlimm. Wir wollen den Leuten doch einen schönen Abend bieten.“ Jetzt müsse man Regelungen erklären und bisweilen auch rechtfertigen, die man selber gar nicht verursacht habe. Genauso schwer tut sich Greindl mit der Planung. Er könne heute nicht sagen, ob er im August eine Feier mit 30 Gästen ausrichten darf. Seine Prognose ist ernst: „Wenn die Maßnahmen nicht bald weiter gelockert werden, schaut es schlecht aus.“ 

So sieht die Situation am Tegernsee aus.

Das sagen die Gastronomen im Raum Holzkirchen.

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