Leere Bierflaschen in einem Park in Holzkirchen.
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Liegt es an privaten Feiern im öffentlichen Raum? Jedenfalls will Landrat von Löwis die Inzidenz senken, und deshalb prüft das Landratsamt ein Alkoholverbot an stark frequentierten öffentlichen Plätzen (Symbolbild/Archiv).

Inzidenz weiterhin zu hoch

Corona-Hotspot Landkreis Miesbach: Privat-Partys ein Problem - jetzt soll ein neues Verbot kommen

Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Miesbach muss runter - unbedingt. Landrat Olaf von Löwis lässt seine Behörde daher weitere Einschränkungen prüfen.

Landkreis - So die gestern vom Landratsamt gemeldeten Zahlen unverändert beim Robert-Koch-Institut landen – das ist nicht immer sicher – müsste für den Landkreis am Freitag eine 7-Tage-Inzidenz von unter 100 gemeldet werden. Ein sehr knapper und fragiler Zustand, denn die Zahl der weiteren Neuinfektionen darf die der Vorwochen-Tage nicht überschreiten – am Freitag waren es elf und am Samstag sieben –, sonst geht es ruckzuck wieder über die 100. Und dann beginnt die Zählung der fünf Tage, an denen eine zweistellige Inzidenz festgestellt wird, von neuem und damit verzögern sich auch weitere Lockerungen für Gastronomie und Hotellerie. Landrat Olaf von Löwis appellierte am Donnerstag: „Oberstes Ziel muss es sein die Inzidenz so schnell wie möglich konstant unter 100 zu bekommen. Jeder Einzelne muss mithelfen und sein Handeln hinterfragen.“ Und er wird noch deutlicher: „Geschehnisse wie in der Gemeinderatssitzung und auch illegale private Feiern sowie partyähnliche Versammlungen an öffentlichen Plätzen können nicht hingenommen werden.“

Sitzung in Gmund: Cluster nun doch größer als bisher ermittelt

Die Sitzung in Gmund hat – viele hatten es gemutmaßt – doch mehr Infektionen nach sich gezogen, als dem Landratsamt zunächst bekannt geworden waren. Die Behörde schreibt in ihrem Update, das inzwischen „mindestens 42 Infizierte direkt auf das Cluster zurückzuführen sind. Konkret bedeutet dies, zwölf infizierte Sitzungsteilnehmer und 30 Folgeinfektionen.“ Dies hätte die aufwendige und akribische Arbeit des Contact Tracing Teams ergeben. Löwis: „Die Entwicklungen machen mich weiterhin tief betroffen. Über die ministeriellen Vorgaben hinaus erwarte ich von jedem Landkreisbürgermeister vollen Einsatz bei den Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. So etwas hätte nicht passieren müssen.“

Corona: Weitere Gemeinden mit vergleichsweise hohen Infektionszahlen

Damit meint der Landrat aber nicht nur Gmund, das für die Inzidenz von über 100 nicht die Alleinverantwortung trägt, zumal einige der Sitzungsteilnehmer und mittelbar Betroffenen wieder aus der Inzidenz-Berechnung gefallen sind. Vergleichsweise hohe Zahlen fänden sich auch in Weyarn, Fischbachau, Irschenberg sowie Waakirchen und Bayrischzell, schreibt das Landratsamt. In den vergangenen fünf Tagen seien allein dort 29 Neuinfektionen bekannt geworden. „Clustergeschehen sind dem Gesundheitsamt offiziell keine bekannt. Das CTT arbeitet intensiv an der Ermittlung der Kontaktpersonen.“ Man meint den Verdruss über heimliche private Treffen aus diesen Sätzen herauslesen zu können.

Zahlen müssen runter: Landrat lässt Alkoholverbot im Kreis Miesbach prüfen

Wohl auch im Lichte dessen hat der Landrat in Auftrag gegeben, weitere Verschärfungen für den Landkreis zu prüfen. So könnte es bald zu Alkoholverboten an stark frequentierten Plätzen kommen. „Wir werden uns genau ansehen, ob und gegebenenfalls wie Alkoholkonsum in öffentlichen Bereichen zum Infektionsgeschehen beiträgt und wenn nötig auch Schritte einleiten“, sagt von Löwis. Die strengen Vorgaben von Bund und Land zum Infektionsschutz würden keinerlei Handlungsspielraum für die von der Öffentlichkeit geforderten außerordentlichen Lockerungen zulassen, heißt es weiter. Nochmal Löwis: „Es ist nicht an der Zeit über Sonderwege zu diskutieren. Neue Infektionen müssen unterbunden werden. Da kommt es auf jeden Einzelnen an. Egal ob Politiker, Privatperson, Tagestourist oder Gewerbetreibender.“

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