Blick von außen: Im ehemaligen Autohaus an der Alten Miesbacher Straße 11 in Hausham hat der Landkreis sein Impfzentrum eingerichtet. Ein Bus hält vor der Tür an einer eigens eingerichteten Haltestelle.
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Blick von außen: Im ehemaligen Autohaus an der Alten Miesbacher Straße 11 in Hausham hat der Landkreis sein Impfzentrum eingerichtet. Ein Bus hält vor der Tür an einer eigens eingerichteten Haltestelle.

Alle infos auf einen Blick

Corona-Impfung im Landkreis Miesbach: Alle Infos zu Anfahrt, Ablauf und Voraussetzungen

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Alles zur Corona-Impfung im Landkreis Miesbach: Wie läuft die Impfung im Impfzentrum? Was ist mit Hochrisikopatienten, die bereits eine Infektion überstanden haben? Und was muss jeder zum Termin mitbringen? Wir beantworten alle wichtigen Fragen.

Landkreis – Noch ist das Impfzentrum des Landkreises wegen Impfstoffmangel geschlossen. Doch Ärzte und Landratsamt haben Kabinen, Spritzen und Warteräume schon vorbereitet. Sobald ausreichend Vakzin eintrifft, sollen die Impfungen sofort beginnen. Die Heimatzeitung hat daher alle wichtigen Informationen um die Impfungen zusammengefasst.

Alle Infos zum Corona-Virus im Landkreis Miesbach finden Sie in unserem Live-Ticker

Wie kann ich mich zur Impfung anmelden?

Die Anmeldung ist telefonisch unter 0 80 25 / 7 04 77 77 möglich. Registrieren sich Nutzer im bayerischen Online-Portal https://impfzentren.bayern, erstellt dieses automatisch einen Termin im Zentrum in Hausham, wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Die Nutzer werden automatisch benachrichtigt. Terminvereinbarungen sind nur für die am höchsten priorisierte Gruppe möglich. Personen über 80 Jahren wurde bereits per Post mitgeteilt, dass sie einen Impftermin ausmachen können.

Hinweis: Die Terminvergabe hängt von der gelieferten Menge an Impfstoff ab. Das Landratsamt bittet daher um Geduld.

Hoffen auf Impfstofflieferungen: (v.l.) Landrat Olaf von Löwis, Dr. Thomas Straßmüller (Medizinischer Leiter) sowie Beate Faus (Organisatorische Leiterin des Impfzentrums).

Wo kann ich mich impfen lassen?

Wer einen Termin hat, kann ins Impfzentrum des Landkreises nach Hausham kommen. Die stationären Pflegeeinrichtungen wurden bereits von mobilen Teams besucht. Wenn in Zukunft ein transportfähiger Impfstoff zur Verfügung steht, sollen mobile Teams auch Privathaushalte besuchen.

Wo finde ich das Impfzentrum?

Das Impfzentrum des Landkreises liegt an der Alten Miesbacher Straße 11 in Hausham. Parkplätze gibt es vor dem Haus. Das Zentrum ist komplett barrierefrei.

Das Impfzentrum ist auch an den ÖPNV angebunden. Die extra eingerichtete provisorische Haltestelle „Hausham Miesbacher Straße“ der Bus-Linien 9552, 9558 und 9561 liegt an der Abzweigung der Alten Miesbacher Straße von der Miesbacher Straße (B 307). Ein Anruf-Sammel-Taxi (AST) hält an der Haltestelle 775 (Sonnenstraße/Schmiedweg), rund 350 Meter vom Impfzentrum.

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Wer impft mich?

Die mobilen Impfteams und das Team des Impfzentrums bestehen aus Ärzten aus dem Landkreis Miesbach, die sich freiwillig gemeldet haben, und Mitarbeitern des BRK-Kreisverbands Miesbach. Die Impfung ist bisher nur im Impfzentrum möglich. Jedoch ist in den kommenden Monaten geplant, dass sich Bürger auch beim Hausarzt oder von einem mobilen Team impfen lassen können.

Wie läuft die Impfung im Impfzentrum ab?

Blick ins Innere: In diesen Kabinen – insgesamt gibt es fünf – werden die Impfspritzen gesetzt. Vorher klären Ärzte die Patienten über Nutzen und Risiken auf.
  • Eingangsbereich: Zuerst wird im Eingangsbereich Fieber gemessen und die Zugehörigkeit zur priorisierten Gruppe überprüft. Wer an Corona-Symptomen leidet, sollte generell nicht ins Impfzentrum kommen. Wie in einer Arztpraxis meldet man sich dann am Empfang an. Das Besondere in diesen Räumen ist das Einbahnstraßensystem, um Kontakte zu vermeiden.
  • Wartebereich: Im Wartebereich nimmt man Platz, bis ein Arzt zum Aufklärungsgespräch bittet.
  • Aufklärungsraum: Im Aufklärungsraum setzt ein Arzt den Patienten über die Risiken und den Nutzen der Impfung ins Bild. Er hat ein offenes Ohr für Fragen.
  • Impfkabine: Wer sich impfen lassen möchte, kann nun eine der Impfkabinen betreten und bekommt dort die Spritze in den Oberarm.
  • Beobachtungsraum: Letzte Station ist der Beobachtungsraum. Mindestens 15 bis 30 Minuten bleiben die Geimpften hier, bevor sie das Impfzentrum verlassen. Erste-Hilfe-Ausstattung und Fachpersonal für den Notfall stehen immer bereit.

Was muss ich zur Impfung mitbringen?

Lichtbildausweis, Terminbestätigung, Impfpass (falls vorhanden) sowie wichtige medizinische Unterlagen (zum Beispiel Herzpass, Diabetikerausweis, Medikamentenliste). Außerdem Aufklärungsblatt, Anamnese-Bogen und Datenschutzerklärung, die aus Gründen der Zeitersparnis vorab auch unter www.landkreis-miesbach.de/impfzentrum heruntergeladen und ausgefüllt werden können. So bleibt für das persönliche Gespräch mit dem Arzt mehr Zeit.

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Wann werden pflegende Angehörige geimpft?

Wer einen Angehörigen zuhause pflegt, gehört zur Gruppe der Menschen mit hoher Priorität – also zur Gruppe, die bei den Impfungen als zweites an der Reihe ist. Dies gilt aber nur, wenn auch die jeweils gepflegte Person einen Anspruch mit hoher oder höchster Priorität auf die Impfung hat.

Pflegende Angehörige werden also nicht so hoch eingestuft wie Pflegekräfte, die in Einrichtungen oder in der ambulanten Pflege arbeiten und die im Rahmen dieser Arbeit eine höhere Kontaktzahl zu Risikopatienten haben.

Wann werden Kinder geimpft?

Zunächst werden die Impfstoffe nur für Personen ab 16 Jahren verwendet, da sie bei Kindern und Jugendlichen noch nicht genügend auf Wirksamkeit und Sicherheit untersucht werden konnten. Der Fokus liegt zunächst auf den Schutz der Personengruppen, bei denen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein schwerer Krankheitsverlauf zu erwarten ist. Das sind insbesondere ältere Menschen und/oder Menschen mit Vorerkrankungen. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass mit wirksamen Impfstoffen gegen COVID-19 für Erwachsene, die im Laufe der Zeit in ausreichender Menge vorhanden sein werden, das Infektionsgeschehen insgesamt zurückgedrängt und so auch Kinder geschützt werden können.

Können Schwangere geimpft werden?

Schwangere Frauen waren von den Impfstudien ausgeschlossen. Deswegen ist nichts zu ihren Reaktionen auf das Vakzin bekannt. Studien, die das untersuchen, sind in Planung. Im Beipackzettel des Biontech-Impfstoffs heißt es: „Die Verabreichung in der Schwangerschaft sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn der potenzielle Nutzen die möglichen Risiken für Mutter und Fötus überwiegt.“ In einer früheren Version des Beipackzettels wird auch hierauf verwiesen: „Darüber hinaus sollte Frauen im gebärfähigen Alter empfohlen werden, eine Schwangerschaft für mindestens zwei Monate nach der zweiten Dosis zu vermeiden.“ Vor einer Impfung sollte also unbedingt geklärt werden, ob eine Schwangerschaft vorliegt.

Was ist mit Menschen, die schon Corona hatten?

Wer bereits eine labordiagnostisch bestätigte Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht hat, sollte nach Expertenmeinungen vorerst nicht geimpft werden. Grund dafür ist, dass der begrenzte Impfstoff für Personen verwendet werden soll, denen eine Infektion möglicherweise noch bevorsteht. Beim Impftermin ist aber kein Nachweis darüber erforderlich, dass man noch nicht erkrankt war.

Welche Nebenwirkungen hat die Impfung?

Wie bei jeder Impfung können auch nach der COVID-19-Impfung Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten. Impfreaktionen treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten wenige Tage an. Es können auftreten (Kurzzusammenfassung): Schmerzen an der Einstichstelle, Rötungen oder eine Schwellung an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen sowie Muskelschmerzen.

Was ist ein mRNA-Impfstoff?

mRNA-Impfstoffe enthalten Genabschnitte des SARS-CoV-2-Virus in Form von messenger-RNA (kurz mRNA oder Boten-Ribonukleinsäure). Die mRNA ist der „Bauplan“ für Antikörper gegen ein bestimmtes Virusmerkmal. Anhand dieser Informationen produziert die Zelle Antikörper zur Abwehr gegen das Virus. Wenn der Körper später mit dem Virus in Kontakt kommt, erkennt das Immunsystem das Antigen und kann somit die Infektion schnell und gezielt bekämpfen. mRNA-Impfstoffe haben den Vorteil, dass eine große Anzahl Impfdosen innerhalb weniger Wochen hergestellt werden kann. Sie haben nach einhelliger wissenschaftlicher Meinung keinerlei Einfluss auf die menschliche DNA.

Gelten nach der Impfung die Infektionsschutzmaßnahmen weiter?

Ja. Die Mediziner wissen noch nicht sicher, ob geimpfte Personen das Virus übertragen können. Die Regelungen der aktuell geltenden Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BayIfSMV) sehen keinerlei Ausnahmen für geimpfte Personen vor. Neben Impfungen sind ergänzende Hygienemaßnahmen ein wichtiger Baustein des persönlichen Infektionsschutzes. Geimpfte sind frühestens sieben Tage nach der zweiten Impfung geschützt.

Warum kommen Impfteams noch nicht nach Hause?

Mit dem aktuellen Impfstoff ist das nach bisherigem Forschungsstand unmöglich. Der Impfstoff wird in konzentrierter Form geliefert und muss angereichert werden. Sobald dies geschehen ist, darf er nicht mehr transportiert werden. Würden die Ärzte einzelne Impfdosen aus einer Ampulle entnehmen, um einen Menschen zuhause zu impfen, müssten sie die restlichen Impfdosen der Ampulle entsorgen. Dadurch könnten viel weniger Menschen geimpft werden.

Es wird in Zukunft Impfstoffe geben, die die Impfteams einfach und sicher zu Menschen in die Wohnung mitnehmen können. Dann werden die Teams einzelne, nicht mobile Personen auch zuhause impfen.

Gut zu wissen

Alles Wissenswerte zur Corona-Impfung gibt es auf der Info-Seite des Landratsamts: www.landkreis-miesbach.de/impfzentrum.

Prioritätenliste: So wird geimpft

Höchste Priorität

  • Über 80-Jährige
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen tätig sind
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen wie Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, SARS-CoV-2-Impfzentren und in Bereichen mit infektionsrelevanten Tätigkeiten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen, die Menschen mit hohem Risiko behandeln, betreuen oder pflegen (vor allem Hämato-Onkologie und Transplantationsmedizin)

Hohe Priorität

  • Über 70-Jährige
  • Personen mit Trisomie 21, mit Demenz oder geistiger Behinderung, nach einer Organtransplantation
  • Enge Kontaktpersonen Pflegebedürftiger
  • Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Personen, die in stationären Einrichtungen oder ambulanten Pflegediensten für geistig behinderter Menschen tätig sind
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko tätig sind, sowie Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in Corona-Testzentren
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in relevanten Positionen der Klinikinfrastruktur; Personen in Flüchtlings- und Obdachlosenheimen

Erhöhte Priorität

  • Über 60-Jährige
  • Personen mit folgenden Krankheiten: Adipositas, chronische Nierenerkrankung, chronische Lebererkrankung, Immundefizienz, HIV-Infektion, Diabetes mellitus, Herzerkrankungen, COPD, Asthma, Autoimmunerkrankungen, Rheuma, Krebs, Schlaganfall
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit niedrigem Expositionsrisiko (Labore) und ohne Betreuung von Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten
  • Personen in relevanter Position in Regierungen, Verwaltungen und den Verfassungsorganen, in Streitkräften, bei der Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, THW, Justiz
  • Personen in relevanter Position in Unternehmen der kritischen Infrastruktur, Apotheken und Pharmawirtschaft, öffentliche Versorgung und Entsorgung, Ernährungswirtschaft, Transportwesen, Informationstechnik und Telekommunikation
  • Erzieher und Lehrer
  • Personen mit prekären Arbeits-/ Lebensbedingungen

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