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Corona-Kontrollen bringen der Landkreis-Kasse eine Viertelmillion Euro ein - Top beim Boostern

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Von: Dieter Dorby

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Kein Termin? Im Kreis Miesbach normal. Das Impfzentrum in Hausham setzt weiterhin auf „niederschwellige Angebote“. Wegen der Kälte und der oft langen Wartezeiten gefällt das nicht allen.
Bei den Booster-Impfungen liegt der Landkreis Miesbach derzeit über dem Schnitt von Bund und Freistaat. © Thomas Plettenberg

Es tut sich einiges bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie – so viel, dass es für Außenstehende schwierig ist, den Überblick zu behalten. Deshalb nutzte Severin Eichenseher, Leiter der Abteilung Soziales, Jugend und Gesundheit am Landratsamt, die Gelegenheit.

In der Sitzung im Seeforum in Rottach-Egern gab er einen Corona-Bericht ab, um die Mitglieder des Kreistags mit einem Überblick auf dem Laufenden zu halten.

 Todesopfer

Seit Beginn der Pandemie sind im Landkreis 126 Menschen mit oder durch Corona verstorben. Die Altersgruppe der 80- bis 90-Jährigen ist laut Eichenseher mit 52 Personen zwar am meisten betroffen, aber über die Hälfte der Opfer sei in den jüngeren Gruppen zu finden. Allein in diesem November seien durch die vierte Welle 26 Todesfälle hinzugekommen.

 Krankenhaus

Während sich im Krankenhaus Agatharied die Situation auf den normalen Stationen entspannt habe, sei bei der Intensivstation und dem abgestuften Bereich Intermediate Care (IMC) noch keine Entlastung zu verzeichnen. „Die Belastung für das Klinikpersonal ist immer noch sehr, sehr hoch“, betont Eichenseher. Auch hier werde man von Soldaten unterstützt. Der OP-Bereich werde nur eingeschränkt genutzt. Das heißt: Operationen, die sich verschieben lassen, werden auch verschoben.

 Pflegeeinrichtungen

Die Pflegeeinrichtungen im Landkreis Miesbach seien von der vierten Welle kaum betroffen. Eichenseher führt dies auf das Boostern und auf ein engmaschiges Betreuen zurück.

 Schulen

Die Schulen sind aktuell kein Problempunkt. „Sie sind keine Infektionstreiber“, erklärt Eichenseher. Die Ansteckungen fänden bei genauer Recherche im privaten Bereich statt. Bei den Kindertagesstätten habe man Pool-Testungen befürwortet, doch dies sei nicht zustande gekommen, weil viele Eltern nicht mitmachen wollten.

 Impfquoten

Bei den Quoten liegt der Landkreis mit 69 Prozent bei der ersten Impfung und 67,6 Prozent bei der zweiten unter dem Landes- (70,3, 68,1%) und dem Bundesschnitt (72,7, 69,7%). Dagegen liege der Landkreis beim Boostern mit 30,1 Prozent deutlich vorne, denn Freistaat (25,3%) und Bund (24,7%) lägen klar darunter.

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Auch beim Testen sei der Landkreis mit seinem eigenen Portal reihentestung.de, das verschiedenen Stellen Zugriff gewährt, sehr effektiv ausgestattet. „Das ist ein gutes Tool“, stellt Eichenseher fest. „Andere Landkreise haben das nicht.“ Positiv sei auch, dass sogar PCR-Tests innerhalb von durchschnittlich sechs Stunden ausgewertet werden können. „Quasi ein PCR-Schnelltest.“

 Kontrollen

Ein heißes, weil heftig umstrittenes Thema sind die Kontrollen. Laut Eichenseher seien „Tausende Anzeigen“ eingegangen – oft offenbar berechtigt. Was auch die Einnahmenseite des Landkreises zeigt: Eine Viertelmillion Euro habe man im Zuge der Pandemie an Bußgeldern eingenommen. Das hat in der Praxis zu einer verstärkten Beachtung der Vorschriften geführt. „Wir haben die Gastronomie im November verstärkt kontrolliert, aber nur verhältnismäßig wenig Verstöße festgestellt“, sagt der Abteilungsleiter. „Viele halten sich an die Regeln.“ Dabei sei man sich im Landratsamt durchaus bewusst, dass sich die Änderungen der Vorschriften teils so schnell vollziehen, dass es nicht jeder sofort mitbekommen und umsetzen könne. „Deshalb sind wir da maßvoll.“

 Ausblick

Ziel bleibe es, „vor die Lage“ zu kommen. „Das ist aber superschwer“, erklärt Eichenseher. Insgesamt sei man aber professioneller geworden und habe die Abläufe verbessert. „Wir wollen unseren bürgerorientierten Service weiterhin aufrechterhalten und nicht einfach nur auf Hotlines verweisen.“

ddy

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