Die Corona-Zahlen im Landkreis Miesbach vom 15. April
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Die Corona-Zahlen im Landkreis Miesbach vom 15. April.

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Corona im Landkreis Miesbach: Seit zwei Monaten keine Toten mehr in Pflegeheimen

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  • Stephen Hank
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  • Christian Masengarb
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Von Lockerungen bis Mutationen: Die neuesten Entwicklungen rund um die Corona-Krise im Landkreis Miesbach fassen wie hier im Ticker zusammen.

  • Seit Mittwoch, 16. Dezember, gilt auch im Landkreis Miesbach der harte Lockdown.
  • Hier lesen Sie alle News und Entwicklungen rund um die Corona-Krise und die Infektionszahlen im Landkreis Miesbach.
  • Was geschlossen hat und was offen sowie was erlaubt ist und was nicht, lesen Sie in unserer großen Lockdown-Bayern-Übersicht. Die aktuelle Inzidenz-Entwicklung in ganz Bayern entnehmen Sie unserer interaktiven Corona-Karte.
  • Die bisherigen Entwicklungen lesen Sie in unserem alten Corona-News-Ticker.
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Donnerstag, 15. April: Seit zwei Monaten keine Corona-Toten in Pflegeeinrichtungen

Landkreis – Mit den Pflegeheimen ist das Landratsamt seit gut zwei Monaten durch, und das Impfen scheint zu wirken. Jedenfalls ist seit Mitte Februar kein Bewohner einer solchen Einrichtung mehr mit oder am Coronavirus gestorben. Das teilt die Behörde in ihrem jüngsten Update mit. Überhaupt ist die Zahl der monatlich Verstorbenen zuletzt gesunken. Waren es im Dezember und Januar noch 15 beziehungsweise 22, fiel der Wert auf zehn im Februar und drei im März. Im April kamen bis gestern vier hinzu.

Insgesamt haben 64 Menschen mit Wohnsitz im Landkreis ihre Corona-Infektion nicht überlebt. Über die Hälfte davon wurde stationär gepflegt. Dass aus diesem Personenkreis zuletzt kein weiterer Todesfall zu beklagen war, lasse „vorsichtig hoffen, dass die Impfungen einen wesentlichen Teil zur Entspannung der Lage in den Pflegeeinrichtungen beitragen“, heißt es. Bis Mitte Februar waren – von wenigen Nachzüglern abgesehen – alle impfwilligen Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtungen zweimal geimpft. „In den Einrichtungen entschieden sich teilweise bis zu 90 Prozent aller Bewohner für eine Impfung“, meldet das Landratsamt.

Die Corona-Zahlen im Landkreis Miesbach vom 15. April.
Die Corona-Zahlen im Landkreis Miesbach vom 15. April nach Gemeinden sortiert.
Die Corona-Zahlen im Landkreis Miesbach vom 15. April.

Die meisten Verstorbenen fallen in die Altersgruppen 81 bis 90 Jahre (24 Fälle) und 91 bis 100 Jahre (19). Nur drei waren jünger als 70. Die Struktur decke sich im Wesentlichen mit den bundesweit gültigen Werten des Robert-Koch-Instituts (RKI). Gleiches gilt für die Tatsache, dass im Landkreis mehr Frauen (35) als Männer (29) gestorben sind. Mit weiteren Informationen hält sich die Behörde aus datenschutzrechtlichen Gründen zurück. Das Landratsamt könne nicht soweit gehen, dass Rückschlüsse auf die Identität der Toten möglich sind, auch wenn dies regelmäßig von besorgten Bürgern gefordert werde. Wer nach einer überstandenen Infektion stirbt, also nicht mehr als „aktiver Fall“ gilt, wird übrigens nicht in der Corona-Sterbezahl-Statistik geführt.

Am Donnerstag wurden 19 weitere Neuinfektionen im Landkreis bekannt. Sollte es bei dieser Zahl bleiben, würde die 7-Tages-Inzidenz, die das Robert-Koch-Institut gestern mit 145 angab, wieder etwas sinken, weil die 35 Neuinfektionen vom 8. April aus der Berechnung fallen. Am heutigen Freitag stellt das Landratsamt auch die für den Schul- und Kindergartenbetrieb in der nächsten Woche maßgebliche 7-Tage-Inzidenz fest.

Mittwoch, 14. April: Inzidenz steigt weiter: Höchster Wert seit Mitte Januar – Impfungen kommen schneller voran – Landkreis sucht Teststationen

Corona breitet sich im Landkreis aus: Nachdem die 7-Tage-Inzidenz laut RKI am Mittwoch auf 130 gestiegen ist (Dienstag: 123), wird sich der Anstieg wohl am Donnerstag fortsetzen. Das Landratsamt meldete heute bis 13 Uhr 33 Neuinfektionen. Diese werden die Inzidenz morgen auf um 145 treiben. Das ist der höchste Wert seit Mitte Januar und ein Anstieg von über 50 Prozent in einer Woche. Die dritte Welle scheint im Landkreis angekommen zu sein.

Infektionslage

Damit hat sich die Corona-Lage im Landkreis innerhalb weniger Tage gedreht: Die zusätzlichen Einschränkungen durch das Überschreiten der 100er-Grenze gelten erst seit heute. Trotzdem ist der Rückfall unter diese Marke bereits in weite Ferne gerückt. Der Trend zeigt deutlich in die Gegenrichtung. Die Notbremse wird wohl einige Zeit bleiben.

Ebenfalls auffällig ist die weiter ungleichmäßige Verteilung der aktiven Fälle im Landkreis: Während in der Süd-Ost-Achse von Bayrischzell über Fischbachau bis Irschenberg und Miesbach anteilig an der Bevölkerung viele Menschen mit Corona infiziert sind, sind es im übrigen Landkreis meist deutlich weniger. Einzige Ausnahme ist Waakirchen im Westen: Hier gibt es fast so viele Fälle wie im größeren Holzkirchen.

Schnelltest

Um trotz der hohen Inzidenz im Landkreis den Einzelhandel zu unterstützen, will das Landratsamt sein QR-Schnelltestsystem (www.reihentestung.de) ausweiten. Bislang beteiligen sich daran 23 Teststationen. Das Landratsamt wünscht sich mehr: Wer ebenfalls Tests anbieten möchte, kann sich beim Gesundheitsamt melden.

Wie berichtet, soll das Testsystem die Buchung von Corona-Abstrichen vereinfachen sowie deren Ergebnisse schneller vorzeigbar machen. Da bei einer Inzidenz von 100 bis 200 das sogenannte Click & Meet – also Einkaufen mit Anmeldung – in Geschäften abseits des täglichen Bedarfs nur mit negativem Test erlaubt ist, unterstütze ein engmaschiges Testangebot den Einzelhandel, argumentiert das Landratsamt.

Impfungen

Ein Mittel gegen die steigende Inzidenz könnten Impfungen sein. Diese kommen im Landkreis offenbar deutlich zügiger voran als noch vor einigen Wochen: Am Mittwoch hatten laut Impfzentrum Hausham rund 18 000 Landkreis-Bürger mindestens eine Spritze gegen Corona bekommen. Das sind rund 1100 mehr als nach den Daten vom Montag.

Die Impfquote steigt damit auf rund 18 Prozent. Vor einer Woche hatte sie noch bei 13 Prozent gelegen. Innerhalb von sieben Tagen haben also 5 Prozent der Landkreis-Bewohner eine Spritze bekommen. Das sind fast so viele wie im gesamten Monat zuvor – eine deutliche Beschleunigung.

Gelten ab Mittwoch, 14. April 2021 im Landkreis Miesbach: Die zusätzlichen Einschränkungen der Corona-Notbremse.
Corona im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 14. April 2021
Corona im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 14. April 2021

Dienstag, 13. April: Inzidenz stagniert nur kurz - Astrazeneca-Sonderaktionen denkbar, aber vorerst nicht geplant

Landkreis – Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis ist am Dienstag nur minimal gestiegen: Nach einem Wert von 122 am Montag meldete das RKI gestern 123 Fälle. Damit hat sich der Anstieg der vergangenen Woche vorübergehend abgeschwächt. Das dürfte sich aber bereits heute ändern: Am Dienstag zählte das Landratsamt 16 Neuinfektionen. Damit wird die Inzidenz heute Richtung 130 steigen.

Im Gegensatz zu einigen Gegenden Bayerns verimpft der Landkreis Astrazeneca derzeit nur gemäß der Priorisierung des Bundes. Sonderaktionen, wie etwa am Wochenende in Passau, sind aber nicht ausgeschlossen.

In Passau spritzen Ärzte den Impfstoff an Impfwillige über 60 Jahren. Hintergrund war, dass einige Astrazeneca-Empfänger ihre Termine abgesagt hatten. Da der Impfstoff in Impfzentren nur noch bis Ende der Woche eingesetzt wird – danach geht er an Hausärzte – bauten die Zentren ihre Restbestände unbürokratisch ab.

Die Ausgangslage ist im Landkreis ähnlich: Auch hier sagen laut Landratsamt einige Empfänger Astrazeneca-Termine ab. Gleichzeitig erhalte das Impfzentrum viele Anfragen von Impfwilligen, die nicht an der Reihe sind, den Impfstoff aber gerne bekommen würden.

Noch verhindere die Terminsoftware des Freistaats, dass Freiwillige vorgezogen werden. Dort könnten weiter nur Termine an Menschen mit ausreichender Priorität vergeben werden. Im Landkreis sind derzeit die rund 75-Jährigen aus Gruppe 2 an der Reihe. Freiwillige akzeptiert die Software nicht. Allerdings musste bisher auch kein Vakzin weggeworfen werden.

Impfzentrums-Leiterin Beate Faus klärt derzeit mit der Regierung von Oberbayern, wie Impfungen für Freiwillige ab 60 Jahren außerhalb der Priorisierung möglich sind. Das Landratsamt versichert, Fortschritte umgehend bekannt zu geben und bittet, nicht deswegen im Impfzentrum anzurufen. Das überlaste die Mitarbeiter sonst. Außerdem appelliert das Landratsamt an Menschen, die nicht mit Astrazeneca geimpft werden wollen, Termine mit diesem Impfstoff gar nicht erst anzunehmen. Dann müssten sie diese nicht absagen und das Impfzentrum nicht umplanen.

Corona im Landkreis Miesbach: Dienstag, 13. April 2021
Corona im Landkreis Miesbach: Dienstag, 13. April 2021
Corona im Landkreis Miesbach: Dienstag, 13. April 2021

Montag, 12. April: Ab Mittwoch zusätzliche Einschränkungen - 3000 Impfdosen diese Woche

Landkreis – Der Montag hat bestätigt, was das Wochenende angedeutet hat: Im Landkreis werden ab Mittwoch strengere Corona-Regeln gelten (siehe Grafik). Nachdem die Inzidenz am Samstag erstmals die 100er-Marke überschritten hatte und auch Sonntag bei 115 lag, stieg sie am Montag nochmals auf 122. Damit übetraf der Landkreis gestern den dritten Tag in Folge den Schwellenwert von 100. Gemäß der 12. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung hat das Landratsamt daher zusätzliche Einschränkungen angeordnet. Diese treten am fünften Tag nach der erstmaligen Überschreitung der 100er-Inzidenz in Kraft – also am Mittwochmorgen, 0 Uhr. Sie gelten, bis die Inzidenz wieder drei Tage in Folge unter 100 liegt.

Für Schulen und Kitas ändert sich dadurch diese Woche nichts: Ihre Regeln legt das Landratsamt immer freitags für die gesamte kommende Woche fest. Wie es für sie weitergeht, entscheidet sich also erst Ende der Woche.

QR-Schnelltests

Die schärferen Regeln ab Mittwoch rücken das QR-Schnellest-System des Landkreises in den Fokus. Dieses könnte helfen, eine Einschränkung zu mildern: Einzelhandelsgeschäfte jenseits des täglichen Bedarfs dürfen nur noch Click & Collect anbieten – es sei denn, Kunden legen einen aktuellen, negativen Schnelltest vor. Dann ist Click & Meet erlaubt.

Diese Schnelltests erleichtert das QR-System – seit dieser Woche flächendeckender. Inzwischen listen die zugehörigen App und Internetseite 18 teilnehmende Teststationen aus Bad Wiessee, Gmund, Holzkirchen, Irschenberg, Miesbach, Schliersee, Otterfing, Tegernsee und Rottach-Egern. Rund 3000 angemeldete Nutzer haben mit dem System bislang rund 1000 Tests durchgeführt.

Infektionsgeschehen

In der vergangenen Woche Woche sind die Neuinfektionen in Größenordnungen geschnellt, die der Landkreis während der Hochphase der zweiten Corona-Welle gesehen hatte. Spitzenreiter war der vergangene Donnerstag mit 35 Fällen. So viele Fälle an einem Tag gab es zuletzt Mitte Januar.

Ob die Inzidenz weiter steigt ist unklar. Über Ostern lagen die Infektionszahlen wohl niedrig, weil viele Praxen geschlossen blieben und weniger Tests durchgeführt wurden. Den Anstieg der vergangenen Woche könnten also die Nachzügler ausgelöst haben, die sich nach den Feiertagen abstreichen ließen. Zumindest dieser Einfluss dürfte nun vorbei sein.

Dafür spricht: Von Samstag bis Montag meldete das Landratsamt ähnlich viele Neuinfektionen wie in der Woche vor Ostern. Am Montag waren es acht. Heute dürfte die Inzidenz daher nur minimal steigen. Weil auch am Wochenende viele Ärzte geschlossen hatten, zeigen aber erst die nächsten Tage, wie sich die Inzidenz entwickelt.

Das Landratsamt kann noch keine Entspannung erkennen. Das Infektionsgeschehen sei weiter diffus. Größere Infektionsherde gebe es nicht.

Modellregion

Lockerungen im Modellregion-Verfahren wird es im Landkreis nicht geben. Zwar hätte das Landratsamt laut eigener Aussage gerne eine Vorreiterrolle in dem Projekt eingenommen. Allerdings dürften sich nur kreisfreie Städte und Große Kreisstädte dafür bewerben. Das trifft weder auf den Landkreis, noch auf eine Kommune im Landkreis zu. „Das ist wirklich sehr schade, insbesondere, weil wir in den Startlöchern stehen würden“, schreibt das Landratsamt auf Nachfrage.

Impfungen

Diese Woche erwartet das Impfzentrum rund 3100 Impfdosen: 1824 Dosen Biontech, 400 Dosen Moderna und 880 Dosen Astrazeneca. Das entspricht etwa der Gesamtzahl Impfdose der Vorwoche.

Sport

Seit gut einem Monat durften zumindest Kinder unter 14 Jahren wieder gemeinsam Sport treiben im Landkreis. Zwar ohne Kontakt und in Gruppen von maximal 20 Kindern, aber immerhin gemeinsam. Doch darauf müssen sie vorerst erneut verzichten, denn ab Mittwoch gelten wieder strengere Corona-Regeln, nachdem die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis drei Tage hintereinander über dem Wert von 100 lag.

Erlaubt ist nurmehr kontaktfreier Individualsport im Freien mit dem eigenen Hausstand oder maximal einer Person, teilt das Landratsamt Miesbach mit. „Das heißt, wir werden wahrscheinlich auch die Schulsportanlagen wieder für die Vereinssportler schließen, da Beachen oder Basketball zu zweit nicht viel Sinn macht“, schreibt Sprecherin Sophie Stadler. Vereinsanlagen dürfen aber aufbleiben, es gelten aber die entsprechenden Kontaktregeln. Konkret bedeutet das, dass Golf und Tennis-Einzel weiterhin erlaubt sind. Auch ein Fußballtrainer darf mit seinen Kindern zum Kicken und Dribbeln auf die Anlage des Vereins.

Darüber hinaus gibt es weiterhin eine Ausnahmeregelung für Berufssportler und Kaderangehörige. Da Sport aktuell nur unter freiem Himmel erlaubt ist, darf der Landkreis auf Anordnung der Staatsregierung die Hallen nicht öffnen, teilt Stadler weiter mit. Einzige Trainingsmöglichkeit für Kaderathleten der Sportarten Turnen, Skifahren, Judo und Leichtathletik ist die Halle des Förderschulzentrums in Hausham. Dort trainieren die Kaderangehörigen gemäß Belegungsplan.

Corona im Landkreis Miesbach: 12. April 2021
Corona im Landkreis Miesbach: 12. April 2021

Sonntag, 11. April:

Die vom Robert-Koch-Institut festgestellte 7-Tage-Inzidenz im Kreis Miesbach hat am Samstag erwartungsgemäß den Wert 100 überschritten und lag am Sonntag bei 115. Gemäß den Zahlen des Gesundheitsamts ist davon auszugehen, dass der Wert auch heute nicht unter 100 fallen wird. Er hat dann an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Schwellenwert überschritten, womit das Landratsamt zum Handeln aufgefordert wäre. Nach einer amtlichen Bekanntmachung am Dienstag würden ab dem Mittwoch schärfere Einschränkungen gelten, unter anderem diese: Ein Hausstand darf sich lediglich mit einer weiteren Person treffen, Kinder unter 14 Jahren aus diesen Hausständen werden nicht mitgezählt. Mannschaftssport ist auch für Kindergruppen nicht mehr erlaubt. Der Einzelhandel außerhalb der Lebensmittelbranche darf „Click & meet“ nur für Personen anbieten, die einen höchstens 24 Stunden alten negativen Corona-Schnelltest oder einen maximal 48 Stunden alten negativen PCR-Test vorweisen können. Für Schulen ändert sich diese Woche derweil noch nichts, da hierfür der Freitagswert maßgeblich ist. 

Freitag, 9. April:

Gute Nachrichten für Schüler und Eltern zum Schulstart nach den Osterferien: Alle Jahrgangsstufen an allen Schulen können ab Montag in den Präsenz- beziehungsweise Wechselunterricht gehen – abhängig davon, ob in den Schulen der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Das Landratsamt legt unter Berufung auf das Robert-Koch-Institut einen Inzidenzwert von 95 fest. Die Regeln für den Schul- und Kitabetrieb gelten bis einschließlich Sonntag, 18. April, selbst wenn im Lauf der Woche die Inzidenz steigen sollte.

Testpflicht an Schulen

Insgesamt 124.790 Schnelltests haben die Schulen im Landkreis bisher bekommen. „Für die kommenden Wochen sind wir gut mit Tests versorgt, sie reichen voraussichtlich bis Ende April“, teilte Schulamtsleiter Jürgen Heiß auf Nachfrage mit. Wie berichtet dürfen Schüler ab Montag nur mit einem negativen Testnachweis am Präsenzunterricht teilnehmen. Zugelassen sind neben dem Schnelltest an der Schule auch aktuelle PCR- oder POC-Antigenschnelltests, die durch medizinisch geschultes Personal durchgeführt werden. Schnelltests können zum Beispiel im Testzentrum Miesbach, bei Ärzten oder Apotheken im Landkreis durchgeführt werden.  Zuhause durchgeführte Laientests sind nicht gültig.

Die Selbsttests sind einfach, ohne Risiko und ohne Schmerzen durchzuführen, betont das Landratsamt. Die Tests werden von den Kindern beziehungsweise Jugendlichen durch Abstriche im vorderen Nasenbereich selbst durchgeführt (ca. 2cm tief). Die Beteiligung der Lehrkräfte beschränkt sich auf die Aufsicht und gegebenenfalls auf das verbale Anleiten der Kinder und Jugendlichen, beispielsweise durch altersangemessene Hinweise und Erläuterungen zur Durchführung der Selbsttests.

Infektionsgeschehen

Das Infektionsgeschehen im Landkreis ist weiterhin diffus.

Am 9. April wurden 22 Neuinfektionen gemeldet. Die Gesamtzahl der Fälle liegt bei 3639. Außerdem zählt das Landratsamt 3312 Genesene. Seit Beginn der Pandemie sind 63 Personen verstorben. Die 7-Tage-Inzidenz laut RKI liegt bei 95.

Impfen

Das Landratsamt betont, dass Impfwillige in den Impfzentren unbedingt einen Nachweis für ihre Priorisierung brauchen – ohne können sie am vereinbarten Termin nicht geimpft werden. Wer etwa als pflegender Angehöriger geimpft werden will, kann das zum Beispiel mit der Kopie eines Schreibens der Pflegekasse nachweisen. Wer als Angehöriger einer Schwangeren eine Impfung beanspruchen will, kann das durch Vorlage des Mutterpasses und einer ergänzenden Erklärung der Schwangeren belegen. Ein Formblatt zum Nachweis der Priorisierung gibt es nicht.

Einzelhandel

Ab sofort gilt, dass ab einer Inzidenz von über 100 Terminshopping im Einzelhandel nur nach Vorlage eines negativen Testergebnisses möglich ist. Bürger können sich im Testzentrum Miesbach, bei Ärzten und Apotheken im Landkreis sowie – ganz neu – im Fitnesszentrum Medius in Tegernsee und im Bad Wiesseer BRK-Zentrum testen lassen. Dabei ist ein PCR-Test 48 Stunden gültig, ein Schnelltest aus dem Testzentrum oder der Apotheke 24 Stunden lang. Laientests für zuhause gelten nicht. Woran der Einzelhändler erkennen kann, ob der ihm vorgelegte Nachweis gültig ist oder gar gefälscht? „Das ist noch unklar“, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministerium auf Nachfrage. Das Ministerium warte in dieser Frage auf die Vorgaben des Gesundheitsressorts.

QR-Schnelltests

Wie berichtet arbeitet der Kreis Miesbach an QR-Schnelltests. Bisher beschleunigen diese aber nur den Ablauf im Testzentrum: Die Tester erfahren per Scan des QR-Codes die Daten, die Testwillige zuvor auf www.reihentestung.de eingegeben haben. Das Testergebnis wird dann via E-Mail mitgeteilt. Ein im QR-Code hinterlegtes Ergebnis, das Einzelhändler per Scan abrufen können, gibt es (noch) nicht.

Die Corona-Inzidenz im Landkreis Miesbach am 9. April 2021.

Donnerstag, 8. April: Zahl der Neuinfektionen steigt deutlich an

Es ist eine Entwicklung, die das Landratsamt nach eigenen Worten nicht überrascht: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist nach den Osterfeiertagen deutlich angestiegen. Über die Osterfeiertage wurde weniger getestet, weil viele Praxen und Apotheken geschlossen waren. „Der deutliche Anstieg von 35 Neuinfektionen am Donnerstag überrascht also nicht“, heißt es seitens der Behörde. Das Contact Tracing Team ist gerade dabei, die Kontakte nachzuvollziehen. Bisher liegen keine Erkenntnisse vor, dass eine größere Einrichtung betroffen wäre. Es scheint sich wie bisher um ein diffuses Infektionsgeschehen mit Einzelfällen und kleineren Clustern zu handeln, die sich im privaten oder beruflichen Umfeld angesteckt haben. Die 7-Tages-Inzidenz wird dadurch deutlich steigen und am Freitag wieder knapp unter 100 liegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach am 8. April 2021.

Mittwoch. 7. April: Neuinfektionen schnellen nach Ostern hoch - Mehr Teststationen, erste Lockerungen für QR-Schnelltests

Nachdem die Corona-Neuinfektionen im Landkreis über Ostern deutlich unter den Werten der Vorwochen geblieben waren, scheint der Mittwoch zu bestätigen, was viel befürchtet hatten: Mit 18 neuen Fällen in 24 Stunden brachte er den Landkreis zurück auf Vor-Oster-Niveau. Experten hatten deutschlandweit steigende Zahlen vorausgesagt, da über Ostern weniger getestet wurde, nun aber wieder mehr. Spannend bleibt, wie sich die Entwicklung in den nächsten Tagen fortsetzt.

Schnelltests

Das Schnelltest-System des Landkreises hat nach den gestrigen Äußerungen von Markus Söder (CSU) Bedeutung gewonnen. Der Ministerpräsident will einige Beschränkungen künftig an Schnelltests binden. Beispielsweise sollen Click & Meet-Termine in Geschäften abseits des täglichen Bedarfs bei einer Landkreis-Inzidenz von 100 bis 200 mit aktuellem negativen Abstrich erlaubt sein. Verglichen mit der derzeitigen Regel – ab Inzidenz 100 ist nur Click & Collect erlaubt – ist das eine Mini-Lockerung, aber die erste der Art, wie sie der Landkreis mit seinem vor Ostern vorgestellen QR-Code-System ermöglichen will.

Wie berichtet, können Nutzer des Systems Tests in teilnehmenden Apotheken und Praxen buchen. Das Ergebnis können sie mittels QR-Code auf dem Handy einfach vorzeigen; Geschäfte können ihn schnell einlesen.

„Wir müssen die Unternehmen jetzt unterstützen und die Grundlagen für Öffnungen schaffen“, sagt der stellvertretende Landrat Jens Zangenfeind (FWG). „Die Firmen haben ihre Hausaufgaben gemacht, Hygienekonzepte erstellt und investiert, jetzt sind wir dran.“

Derweil steigt die Zahl der teilnehmenden Teststationen. Derzeit sind es neun – aus Miesbach, Holzkirchen, Gmund, Rottach-Egern, Tegernsee und Bad Wiessee. Das Landratsamt ist zuversichtlich, bald flächendeckend Tests anzubieten. Bei einer digitalen Info-Veranstaltung für Ärzte und Apotheker im Landkreis sei das Interesse groß gewesen.

Impf-Priorisierung

Hausärzte dürfen, entgegen unseres gestrigen Berichts, Impftermine nicht völlig frei an Patienten vergeben: Sie müssen die Priorisierungsgruppen des Bundes beachten. „Auch die Hausärzte sind an die Bundesimpfverordnung gebunden“, stellt Thomas Straßmüller, Leiter des Ärztlichen Kreisverbands klar.

Astrazeneca

Wie berichtet, wird das Impfzentrum Hausham gemäß den neuen Vorgaben der Landesregierung bald keinen Impfstoff von Astrazeneca mehr spritzen. Gestern wurde der Hintergrund dieser neuen Regel klar: Astrazeneca soll künftig nur noch an Hausärzte vergeben werden. Diese können den Impfstoff nach Absprache auch an Patienten unter 60 Jahren verabreichen, wenn diese gemäß Impfpriorisierung an der Reihe sind. Da die Ärzte des Landkreises lückenlos mit Astrazeneca weiterimpfen, verzögert die neue Regel die Impfkampagne im Landkreis nicht.

Das Impfzentrum hat derweil nach wie vor Kapazitäten frei: Dank 3000 gelieferter Dosen diese Woche lastet es seine Möglichkeiten zwar mehr aus als zuletzt, von seiner Kapazitätsgrenze ist es aber weit entfernt: Laut Landratsamt können die Ärzte mindestens 800 Spitzen täglich setzen. Das wären 5600 pro Woche – rund doppelt so viel wie derzeit.

Bislang sind 13,2 Prozent der Landkreisbevölkerung mindestens einmal gegen Corona geimpft. Das Landratsamt hat daher alle Bewohner aufgerufen, sich unabhängig von ihrer Priorisierungsgruppe im Impfportal des Freistaats zu registrieren. mas

Corona im Landkreis Miesbach: 7. April 2021

Dienstag, 6. April: QR-Schnelltests bestehen Probelauf - deutlich mehr Impfstoff – Inzidenz bleibt unter 100

Nach dem Probelauf des neuen Corona-Schnelltest-Systems im Miesbacher Testzentrum zieht das Landratsamt ein positives Fazit. 350 Landkreisbürger hätten das Angebot über Ostern genutzt, Spitzenreiter sei der Ostersonntag mit 113 Abstrichen gewesen. Die Behörde spricht von einem „vollen Erfolg“.

Wie berichtet, will das Landratsamt mit einem QR-Code-System ähnlich dem Tübinger-Modell die Grundlage für Lockerungen im Landkreis schaffen. Bewohner Bayerns können sich unter www.reihentestung.de anmelden, teilnehmende Teststationen im Landkreis einsehen und dann sich in einer abstreichen lassen. Das Ergebnis erhalten sie auf ihr Handy. Dank QR-Code können sie es leicht vorzeigen, Cafés und andere Teilnehmer können es einfach einlesen.

Noch vereinfacht das System nur den Ablauf: einmal anmelden, statt bei jedem Test Zettel ausfüllen. Irgendwann, so die Hoffnung, könnte ein negativer Test die Eintrittskarte für Restaurants, Kinos und Geschäfte werden. Die Grundlage dafür müsste aber der Freistaat schaffen.

Seit heute dehnt das Landratsamt das System auf den gesamten Landkreis aus. In den kommenden Wochen sollen sich Ärzte und Apotheken anschließen, bis Schnelltest flächendeckend verfügbar sind.

In das Computerprogramm hinter dem System haben der Landkreis, das Krankenhaus Agatharied, die Stiftung „Corona – Mia helfn zam für den Landkreis“ der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, der Ärztliche Kreisverband, der Bayerische Apothekerverband und die Gemeinde Hausham investiert.

Impfstoff/Astrazeneca

Diese Woche bekommt der Landkreis über 3000 Dosen Corona-Impfstoff: 2016 Dosen Biontech, 400 Dosen Moderna und 700 Dosen Astrazeneca. Das ist dreimal mehr als vergangene Woche: Damals bekam der Landkreis nur rund 1000 Dosen. Damit ist das Impfzentrum Hausham deutlich besser ausgelastet als zuletzt.

Zumindest die Versorgung mit Astrazeneca dürfte in Hausham aber bald enden: Ab dem 19. April will der Freistaat in Impfzentren wohl keine Erstimpfungen mit dem Impfstoff mehr durchführen. Welche Auswirkungen das auf die Auslastung des Impfzentrums Hausham hat, ist noch offen.

Corona im Landkreis Miesbach: 6. April 2021

Hausärzte

Die Menschen im Landkreis können sich nun auch bei ihren Hausärzten gegen Corona impfen lassen. Laut Thomas Straßmüller, Leiter des Ärztlichen Kreisverbands Miesbach und des Impfzentrums Hausham, spritzen alle Praxen, die gegen die Grippe impfen, auch Vakzine gegen Corona. Diese Woche werde das Biontech sein.

Jede Praxis kann zwischen 18 und 48 Dosen wöchentlich bestellen, teilt die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) auf Nachfrage mit. Die ersten Lieferungen sollten gestern Nachmittag eintreffen, die letzten heute. Sobald die Praxen den Impfstoff haben, dürfen sie ihn spritzen.

Ein wesentlicher Unterschied zum Impfzentrum ist, dass die Hausärzte selbst entscheiden, welche Patienten sie zuerst impfen. Sie sind völlig frei von Prioritätsgruppen und anderen Vorgaben, bestätigt die KVB.

Inzidenz

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis ist über Ostern knapp unter der 100er-Marke geblieben. Verantwortlich dafür waren Feiertage mit wenig Fällen: Nachdem der 1. April 24 Infektionen gebracht hatte sowie die knapp zwei Woche zuvor meist zwischen 13 und 19, testeten von Karfreitag bis Ostersonntag täglich nur neun Personen positiv. Montag waren es sieben.

Ob sich dieser Trend nach den Feiertagen fortsetzt, ist unsicher. Am Dienstag war es aber so: Das Landratsamt meldete neun neue Fälle. Die Inzidenz dürfte daher heute Richtung 82 sinken.

Corona im Landkreis Miesbach: 6. April 2021
Corona im Landkreis Miesbach: 6. April 2021
Corona im Landkreis Miesbach: 6. April 2021

Montag, 5. April: Inzidenz weiter knapp unter 100

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis bleibt weiter knapp unter der 100er-Marke. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) lag die Zahl am Ostermontag bei 95. Die Angaben sind laut RKI aber mit Vorsicht zu genießen. Zum einen erfolgen an Feiertagen weniger Corona-Tests, zum anderen kann es zu verzögerten Meldungen ans RKI kommen.

Mittwoch, 31. März: Schärfere Einschränkungen nicht vor Ostermontag möglich

Landkreis – Nachdem die Gesundheitsministerkonferenz am Dienstag beschlossen hat, Astrazeneca nur noch für Person über 60 Jahren einzusetzen, hat das Impfzentrum Hausham seine Strategie angepasst. Bereits vereinbarte Termine mit dem Impfstoff für Menschen, die das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, hat das Impfzentrum abgesagt. Am Mittwoch entfielen dadurch 39 der 165 geplanten Astrazeneca-Impfungen.

Damit kein Impfstoff verfällt, spritze das Landratsamt sechs registrierten Impfwilligen über 60 Jahren die verbleibenden Dosen der letzten geöffneten Ampulle. Bekanntlich können aus einer Ampulle bis zu sieben Impfdosen gewonnen werden. Die nicht genutzten Ampullen sollen kommende Woche eingesetzt werden.

Die neue Impfregel scheint dem Landkreis keine Probleme zu bereiten. Die Gruppe der priorisierten über 60-Jährigen übersteige die Liefermengen von Astrazenca „bei Weitem“, sagte das Landratsamt am Mittwoch. Es sei nicht zu befürchten, dass der Impfstoff keinen Abnehmer mehr findet.

Ab etwa Mitte April erhält das Impfzentrum Astrazeneca ohnehin nur noch für Zweitimpfungen. Erstimpfungen mit Astrazeneca werden dann nur noch durch niedergelassene Ärzte durchgeführt, die seit heute in die Impfstrategie des Freistaats eingebunden werden.

Unter-60-Jährige, die die Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, können derweil zusammen mit ihrem Hausarzt entscheiden, ob sie die Zweitimpfung mit Astrazeneca bekommen wollen. Künftig könnte es auch möglich sein, die Zweitimpfung mit einem anderen Impfstoff durchzuführen. Noch wartet das Landratsamt aber auf offizielle Anweisungen. In der Impfsoftware des Freistaats ist diese Möglichkeit ebenfalls noch nicht vorgesehen.

Inzidenz

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis ist am Mittwoch auf 92 gefallen (Dienstag: 98). Dieser Trend dürfte sich fortsetzen: Da das Landratsamt am Mittwoch bis 14 Uhr 15 neue Infektionen gezählt hat, wird der Wert am Donnerstag wohl auf 91 fallen.

Das bedeutet gute Nachrichten für die Osterfeiertage: Bis einschließlich Ostermontag wird es keine zusätzlichen Einschränkungen im Landkreis geben. Wie berichtet, werden diese nötig, wenn ein Landkreis drei Tage in Folge die 100er-Inzidenz überspringt, gelten aber erst am fünften Tag nach dem erstmaligen Überqueren der 100er-Marke. Da der Landkreis auch am Donnerstag darunter liegen wird, ist dieses Szenario momentan nicht in Sicht. Nachdem die Inzidenz in der vergangenen Woche stetig Richtung 100 gestiegen war, hat sie rechtzeitig die Notbremse eingelegt.

Infektionsschwerpunkt ist derweil weiter Fischbachau: Hier gibt es inzwischen mehr aktive Corona-Fälle als in jeder anderen Landkreis-Gemeinde – die deutlich größeren Holzkirchen und Miesbach eingeschlossen. mas

Hier die aktuellen Zahlen:

Die Corona-Zahlen im Kreis Miesbach am 31. März 2021.
Die Corona-Zahlen im Kreis Miesbach am 31. März 2021.
Die Corona-Zahlen im Kreis Miesbach am 31. März 2021.

Dienstag, 30. März: Impfstoff weiterhin Mangelware - Landkreis schrammt knapp an 100er-Marke vorbei

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach ist am Dienstag wie erwartet in die Nähe der 100er-Marke gesprungen: Das RKI meldete einen Wert von 98 Fällen. Die gute Nachricht: Für Dienstag berichtete das Landratsamt bis 14 Uhr 13 Neuinfektionen. Diese zählen Mittwoch in die Statistik des RKI, während die 19 Fälle vom vergangenen Dienstag herausfallen. Die Inzidenz dürfte dadurch morgen wieder sinken – wohl auf 93.

Damit distanziert sich der Landkreis wieder etwas von der 100er-Marke, ab der neue Einschränkungen für Kontakte, Schulen und Shopping drohen. Ebenfalls positiv: Da übermorgen erneut ein Tag mit 19 Infektionen aus der Statistik fällt, könnte die Inzidenz weiter sinken, sollten erneut weniger Fälle auftreten. Das ist wahrscheinlich: Mehr als 19 Infektionen in 24 Stunden gab es im Landkreis seit Wochen nicht.

Impfungen

Inzwischen sind laut Landratsamt 12 250 Landkreisbürger mindestens einmal gegen Corona geimpft worden. Die Impfquote des Landkreises liegt mit rund 12,3 Prozent damit weiter über dem deutschlandweiten und bayernweiten Schnitt: Beide betragen 11,4 Prozent.

Unter den Geimpften sind 5280 Menschen über 80 Jahren – das entspricht rund 70 Prozent aller Personen dieser Gruppe. Außerdem überwiegt weiterhin der Anteil der Frauen gegenüber den Männern: Rund 7300 Damen haben bereits mindesten eine Spritze bekommen – das sind rund 60 Prozent aller Geimpften.

Impfstoffmangel

Impfstoffmangel bremst allerdings weiter die Arbeit des Impfzentrums Hausham. Diese Woche erwartet dieses 528 Dosen Biontech, 200 Dosen Moderna und 200 Dosen Astrazeneca. Über Ostern wird gar kein Impfstoff eintreffen. Damit ist die Kapazität des Impfzentrums bei Weitem nicht ausgelastet.

Gemäß den Ankündigungen des Gesundheitsministeriums dürfen ab 1. April niedergelassene Ärzte ebenfalls gegen Corona impfen. Diese Impfungen laufen unabhängig von Impfzentrun und Landratsamt. Organisation und Information der Ärzte übernimmt die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB). Das Landratsamt erwartet aber auch für Ärzte anfänglich „nur sehr wenige Dosen“. Bei Fragen helfen die Hausärzte.

Corona im Landkreis Miesbach: Dienstag, 30. März
Corona im Landkreis Miesbach: Dienstag, 30. März

Montag, 29. März: Kurze Verschnaufpause, doch 100er-Inzidenz rückt näher

Landkreis – Der Landkreis hat am Montag eine kurze Corona-Verschnaufpause eingelegt, die bereits heute vorbei sein dürfte. Dank null Neuinfektionen am Sonntag sank die Inzidenz gestern laut Robert-Koch-Institut (RKI) auf 82 – der erste Rückgang seit sechs Tagen. Zuvor war die Inzidenz stetig vom Bereich um die 50 in die Nähe der 100er-Marke geklettert.

Infektionsgeschehen

Trotzdem dürften die Zahlen heute wieder steigen: Für Montag meldete das Landratsamt 16 neue Fälle. Da diese seit Mitternacht mit in die Inzidenz des RKI zählen, gleichzeitig aber ein Tag mit null neuen Fällen aus der Statistik herausfällt, dürfte die Inzidenz heute knapp unter 100 liegen – wahrscheinlich bei 98. Auch wenn die Inzidenz im deutschlandweiten Vergleich recht niedrig ist, scheint die dritte Welle auch den Landkreis langsam zu erreichen.

Dafür spricht auch: Im Landkreis sind derzeit viel mehr Viren unterwegs als noch vor einigen Wochen. Gleichzeitig zur Inzidenz ist die Zahl der aktiven Fälle deutlich gestiegen. Derzeit haben 233 Menschen im Landkreis eine Corona-Infektion. Das sind rund doppelt so viele wie vor einem Monat und ein Wert, der sich der Hochphase der zweiten Welle im Januar nähert: Damals bewegte sich die Zahl der aktiven Fälle zwischen 270 und 350.

Unter den Viren sind weiter viele Corona-Mutationen. In der vergangenen Woche machten sie laut Landratsamt 26 neue Fälle und damit rund ein Drittel aller Infektionen aus. Seit Ende Januar traten 128 Mutanten auf.

Fragwürdige Angaben

Das Landratsamt lässt durchblicken, dass es an eine Verbindung zwischen mehreren Familienclustern glaubt, diese aber wegen fragwürdiger Aussagen der Betroffenen nicht nachweisen kann. Das Contract-Tracing-Team bemühe sich, die Infektionsketten nachzuvollziehen und zu unterbrechen, erklärt die Behörde. Dafür sei es aber auf „wahrheitsgemäße Aussagen der Infizierten“ angewiesen. Das sei bei einigen derzeitigen Angaben unmöglich. Scheinbar streiten die Betroffenen Kontakte ab. Das wären laut Behörde „schon große Zufälle“.

Beschränkungen

Sollte der Landkreis die 100er-Inzidenz drei Tage in Folge überschreiten, gelten ab dem fünften Tag nach der ersten Überschreitung verschärfte Corona-Regeln. Dieses Szenario scheint zwar wahrscheinlich, dürfte aber noch einige Tage entfernt liegen: Durchbricht der Landkreis die 100er-Inzidenz beispielsweise am Mittwoch und bleibt anschließend darüber, träten zusätzliche Einschränkungen erst am Ostermontag in Kraft. Zumindest diese Woche bleibt also wohl noch alles beim Alten.

Die aktuellen Zahlen

Sonntag, 28. März: Inzidenz schießt in Nähe der 100er-Marke

Innerhalb einer Woche hat sich die Corona-Lage im Landkreis Miesbach völlig verändert. Nachdem der Landkreis am Montag vergangener Woche mit einer Inzidenz von 49 von Lockerungen träumen durfte, haben ihn fünf infektionsreiche Tage seitdem in die Nähe der 100er-Marke katapultiert: Am Sonntag vermeldete das RKI eine Inzidenz von 92.

Das Infektionsgeschehen der zurückliegenden Woche ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert: Am Montag trat noch kein einziger Fall auf. Danach brachen über den Landkreis Corona-Infektionen bislang unklarer Ursache herein: Bis Samstag zählte das Landratsamt täglich deutlich mehr Fälle als in den Wochen zuvor: Elf und 19 Fälle innerhalb von 24 Stunden statt null oder sechs.

Auf Kindertagesstätten haben diese Regeln keine Auswirkungen: Weil die Inzidenz am Freitag noch deutlich unter der 100er-Marke lag, bleiben sie diese Woche definitiv geöffnet – selbst wenn die Inzidenz über 100 steigen sollte.

Ab einer Inzidenz von 100 gelten aber verschärfte Kontaktregeln: Wird der Wert an drei Tagen in Folge überschritten, sind Treffen nur noch mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie zusätzlich einer weiteren Person erlaubt. Ausgenommen ist das wechselseitige Beaufsichtigen von Kindern zweier Hausstände.

Freitag, 26. März: Fischbachau auffällig - Unveränderte Regeln für Kitas

Bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus sticht Fischbachau heraus. Wie das Landratsamt meldet, entfallen elf der 17 neu registrierten Fälle auf diese Gemeinde. Ein Teil davon gehöre zu einem bereits bekannten Familien-Cluster. Wie es heißt, klärt das Contact Tracing Team gerade, ob und in welchem Verhältnis die vielen Fälle zueinander stehen. Von Fischbachau abgesehen gestaltet sich das Infektionsgeschehen im Landkreis weiterhin diffus. Heißt: Selbst wenn in benachbarte Gemeinden parallel die Zahlen steigen, können die Kontaktverfolger keinen direkten Zusammenhang, etwa einen speziellen Infektionsherd, herstellen. Auffällig sei hingegen, dass die sogenannte britische Mutante weiterhin auf dem Vormarsch ist. In Drittel der Neuinfektionen ist inzwischen der Virus-Mutationen zuzuschreiben.

Am Freitag war die Zahl der wieder gesunden Betroffenen übrigens um drei höher als die der Neuinfektionen. Die 7-Tage-Inzidenz ist derweil auf 77 gestiegen. Dieser Wert des Robert-Koch-Instituts ist maßgeblich für die Regeln, die nächste Woche für Schulen und Kindergärten gelten. Wegen der Osterferien haben die Schulen zwar geschlossen, viele Kitas bleiben aber geöffnet. Für die ändert sich nichts, weil der Wert von 77 zwar im Vergleich zur Vorwoche (59) deutlich höher ist, aber nach wie vor deutlich unter der Grenze von 100 liegt.

Ab Montag gilt daher weiterhin: Die Betreuung aller Kinder erfolgt in festen Gruppen (eingeschränkter Regelbetrieb). Gleiches gilt für organisierten Spielgruppen und Maßnahmen zur Ferientagesbetreuung. Selbst wenn also die Inzidenz in der kommenden Woche über 100 steigen würde, gelten diese Regeln bis einschließlich Ostersonntag.

Hinsichtlich der Testangebote teilt die Behörde mit, dass es im Landkreis genügend Möglichkeiten gibt, sich testen zu lassen. Theoretisch können täglich 1500 Menschen getestet werden. Eine Auflistung der entsprechenden Stellen finden Sie auf Seite 2 („Tipps für den Tag“) dieser Lokalausgabe und auf der Landratsamts- Homepage. Zudem werde gerade die Einrichtung weiterer kommunaler Testzentren geprüft.

Corona-Zahlen Miesbach, 26. März 2021
Corona-Zahlen Miesbach, 26. März 2021
Corona-Zahlen Miesbach, 26. März 2021

Donnerstag, 25. März: Inzidenz steigt auf 75 - Mobile Impfteams im Landkreis unterwegs

Ein umfangreiches Update in Sachen Impfen und Testen hat das Landratsamt Miesbach am Donnerstag, 25. März, veröffentlicht:

„Die impfwilligen und registrierten Landkreisbürger im Alter von 70-80 dürfen sich freuen, denn das System vergibt bereits Termine für diese Altersgruppe. Der Algorithmus hat bereits die ersten Impflinge unter 80 zur Impfung eingeladen.
Das bedeutet aber leider nicht, dass bereits alle Impfwilligen aus der Gruppe der Über-80-Jährigen ein Impfangebot erhalten hätten. Unverständlicherweise „bevorzugt“ die bayernweite Impfsoftware die restlichen Über-80-Jährigen nicht, bevor Menschen aus der nächsten Altersgruppe eingeladen werden. Die registrierten Über-80-Jährigen erscheinen in der Software; ihre Registrierung wurde also nicht vergessen. Jedoch ist es mit der unflexiblen Software unmöglich, die restlichen Über-80-Jährigen herauszufiltern und gezielt einzubuchen. Erst gestern fand eine Videokonferenz mit 36 weiteren Impfzentren statt, die alle vor demselben Problem stehen. Es bleibt sehr zu hoffen, dass der Freistaat diesen dringenden Verbesserungswunsch der Impfzentren sehr bald einarbeiten lässt.  

Weiterhin ist ein mobiles Team im Landkreis unterwegs, welches bettlägerige Impfwillige der aktuellen Priorisierungsgruppen zu Hause impft. Die mobilen Teams konnten ihre Arbeit erst sehr späte im Impfprozess aufnehmen, da die mRNA-Impfstoffe (BioNTech, Moderna) lange keine Freigabe zum Transport hatten. Die Freigabe für BioNTech gibt es erst seit Anfang März, Moderna darf bis heute nicht transportiert werden. AstraZeneca hätte von Anfang an leichter transportiert werden können, allerdings fehlte hier lange Zeit die Zulassung für Impfwillige über 65 Jahren. 

Die Organisation der externen Impftermine ist mit viel Aufwand verbunden. Die Anfahrts- und Abfahrtszeiten müssen in die Tagestour mit eingerechnet werden, der Zeitplan ist straff und lässt keine Fehler zu. Umso unverständlicher und enttäuschender für das Impfteam ist, dass es tatsächlich Menschen gibt, die das mobile Team anfordern, und dann bei Anreise des Teams munter durch die Wohnung oder den Garten laufen. Die Arbeit des mobilen Teams ist für schwerstkranke, behinderte, bettlägerige Menschen äußert wertvoll und vielleicht überlebenswichtig und jeder, der sich aus Bequemlichkeit unberechtigt anmeldet, nimmt denen, die das Angebot dringend benötigen, die Möglichkeit auf eine zeitnahe Impfung.

AstraZeneca wird nach wie vor sehr gut von der Landkreisbevölkerung angenommen. Vereinzelt gibt es nach dem Impfstopp Zurückweisungen, diese werden aber bereits im Vorfeld problemlos aufgeklärt und beeinflussen den Impfablauf nicht. Weiterhin werden im Impfzentrum jede Woche alle zugeteilten Dosen verimpft, es wird kein Impfstoff weggeworfen und es lagert auch nirgends im Landkreis übriger Impfstoff.

Die steigenden Zahlen bestätigten, wie wichtig die Testungen und Impfungen sind. Das Testnetzwerk im Landkreis, bestehend aus dem Testzentrum, den niedergelassenen Ärzten und den Apotheken, ist ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die Pandemie. Eine Liste von Schnelltestangeboten im Landkreis finden Sie als Service auf unserer Website www.landkreis-miesbach.de/coronavirus unter der Rubrik »Schnelltests«.

Das Testzentrum am Zuchtverband in Miesbach bietet die Möglichkeit, Termine für PCR-Testung und PoC-Schnelltests direkt über die Website zu buchen. Eine Terminvereinbarung ist zwingend erforderlich. Termine können maximal drei Tage im Voraus gebucht werden (Beispiel: heute, am 25.03.2021, werden freie Termine bis einschließlich Sonntag angezeigt. Ab Morgen, 26.03.2021, sind Termine für Montag buchbar). Sollten für den Zeitraum von drei Tagen keine Termine mehr angeboten werden, sind diese bereits alle vergeben. Telefonische Nachfragen am Bürgertelefon oder bei Terminland sind dann ohne Erfolg. PoC-Schnelltests/Bürgertests können auch bei niedergelassenen Ärzten oder Apotheken im Landkreis gemacht werden.

54 Neuinfektionen in den letzten drei Tagen lassen die 7-Tage-Inzidenz laut RKI auf 75 steigen. Weiterhin ist das Infektionsgeschehen im Landkreis diffus ohne große Änderungen. Auch wenn die Darstellung auf der Landkreiskarte deutlich steigende Infektionen in benachbarten Städten und Gemeinden zeigt, so ist für das Gesundheitsamt bzw. das Contact Tracing Team dennoch kein flächendeckender Zusammenhang ersichtlich. Auffällig ist, dass die Britische Mutante weiter auf dem Vormarsch ist. Allein in den letzten 7 Tagen kommen auf 78 Neuinfektionen 26 Virus-Mutationen.“

Mittwoch, 24. März: Abermals 19 neue Fälle an einem Tag - allein sieben in Holzkirchen

Wiederum ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Kreis Miesbach kräftig angestiegen. 19 weitere Fälle meldet das Landratsamt. Allein in Holzkirchen sind sieben hinzugekommen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 66 und wird morgen noch einmal höher liegen - sollten bis 0 Uhr keine weiteren Neu-Meldungen beim Robert-Koch-Institut eintreffen bei 77.

Corona-Zahlen im Landkreis Miesach: Mittwoch, 24. März.
Corona-Zahlen im Landkreis Miesach: Mittwoch, 24. März.
Corona-Zahlen im Landkreis Miesach: Mittwoch, 24. März

Dienstag, 23. März: 19 neue Fälle an einem Tag

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach ist am Dienstag laut RKI auf 54 gefallen. Das ist ein Rückgang um sechs Fälle gegenüber Montag, aber nur scheinbar ein Schritt Richtung 50er-Marke: Mit 19 Neuinfektionen meldete das Landratsamt am Dienstag so viele neue Fälle wie seit Wochen nicht mehr. Die Inzidenz dürfte am Mittwoch daher auf um 66 steigen.

Corona im Landkreis Miesach: Dienstag, 23. März
Corona im Landkreis Miesach: Dienstag, 23. März
Corona im Landkreis Miesach: Dienstag, 23. März

Montag, 22. März: Inzidenz springt wieder über 50er-Marke

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis ist wieder deutlich über die Marke von 50 Fällen gesprungen: Nach dem Wert von 49 am Sonntag stieg die Inzidenz zum Montag auf 60. Der Schritt unter die 50er-Marke scheint also tatsächlich ein Ausreißer gewesen zu sein. Auslöser des Anstiegs sind sechs neue Fälle am Samstag und zehn am Sonntag. Der Montag brachte hingegen bis 14 Uhr keine Infektionen. Heute dürfte die Inzidenz daher wieder fallen.

Ebenfalls erfreulich: Die Infektionsherde in größeren Familien, die zuletzt die Inzidenz hochgehalten haben, haben sich laut Landratsamt beruhigt. Neue Fälle treten aber weiter vor allem im privaten Bereich auf. Außerdem betroffen sind die Schulen: Inzwischen hat die Behörde vier Klassen wegen der Infektion je eines Schülers in Quarantäne geschickt.

Impfungen

Nachdem das Impfzentrum Hausham vergangene Woche wegen des Astrazeneca-Stopps nur 500 Menschen gegen Corona geimpft hat, wollen die Ärzte dort ab sofort wieder deutlich mehr Spritzen setzen. Seit gestern dürfen sie dafür auch wieder auf Astrazeneca zurückgreifen. Die Regierung hat – abermals mit Verspätung – die überarbeiteten Aufklärungsdokumente bereitgestellt, die dafür zwingend nötig sind.

Meier kritisiert Spahn

Der Ärztliche Koordinator für Corona im Landkreis, Dr. Florian Meier, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei Facebook den Rücktritt nahegelegt. In einem viel beachteten Beitrag forderte er den CDU-Politiker auf, die Lage der Ärzte und des Pflegepersonals stärker zu bedenken. „Und sollte dies nicht möglich sein, wäre es Zeit, über einen Rücktritt nachzudenken“, schreibt er.

CSU-Videoschalte

Nicht beteiligt war Landrat Olaf von Löwis an einer Videoschalte der CSU Oberbayern, bei der seine Parteikollegen deutliche Kritik an der Corona-Politik von Ministerpräsident Markus Söder geäußert hatten. Wie im überregionalen Teil berichtet, hatten einige CSU-Landräte die Fokussierung auf die Inzidenz bemängelt und fast ein Gegenkonzept des Traunsteiner Landrats Siegfried Walch beschlossen. Dieses will die Impfquoten für Öffnungen heranziehen: Sind 70 Prozent der höchsten Prioritätsgruppe geimpft, sollen demnach Schulen, Einzelhandel und Außenterrassen öffnen dürfen, teils mit Selbsttests.

Löwis, der während der Schalte eine andere Videokonferenz führte, äußerte sich am Montag offen für die Vorschläge Walchs. Unserer Zeitung sagte er, es sei „toll, dass man sich alternative Gedanken macht“. Mit seinem Traunsteiner Kollegen Walch stehe er im regen Austausch und habe auch am Wochenende mehrfach telefoniert. „Wir Landräte kommen aus der Praxis und haben viele Erfahrungen an der Front gesammelt. Daher denke ich, dass wir gute Ideen beisteuern können.“ Ob es am Schluss bei dem Vorschlag mit den Impfquoten bleibt, könne er aber noch nicht beurteilen.

Schnelltests an Schulen

Alle Schulen im Landkreis haben inzwischen Kits für Corona-Selbsttest erhalten. Laut Landratsamt reiche die erste Lieferung dieser Kits der vergangenen Woche noch nicht, damit sich alle Lehrer und Schüler im Präsenzunterricht zweimal wöchentlich freiwillig selbst testen können. Die zweite Lieferung sei für Mitte dieser Woche angekündigt. Nach den Osterferien sollen die Tests für alle reichen. Lehrer kritisieren das derzeitige System (siehe Kasten).

Das Landratsamt will das Schnelltest-System noch nicht bewerten: Es sei erst in der Probephase. Bereits jetzt zeige sich aber: Da die Tests freiwillig sind, schwankt die Nachfrage an den Schulen. Laut Gesundheitsamt hätten vereinzelt Eltern ihre Kinder nicht testen lassen wollen, um einer Quarantäne vor oder in den Osterferien zu entgehen. Das Amt appelliert außerdem an Eltern, Kinder mit Symptomen gar nicht erst in die Schule zu schicken.

Sonntag, 21. März: Inzidenz rutscht leicht unter 50er-Marke

Es ist vermutlich nicht mehr als eine Momentaufnahme: Laut Robert-Koch-Institut liegt die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis derzeit bei 49. Eine ähnlich niedrige Inzidenz, nämlich 40, gab es zuletzt am 25. Februar. Schon einen Tag später lag sie damals aber wieder bei 52. Ähnlich könnte es auch jetzt kommen. Denn am vergangenen Freitag meldete das Landratsamt noch einen Wert von 59. Nicht ausgeschlossen also, dass die Zahl Anfang der Woche wieder sprunghaft ansteigt.

Miesbach ist neben Landsberg am Lech augenblicklich der einzige Landkreis im südlichen Oberbayern, der eine 7-Tage-Inzidenz unter 50 aufweist. Benachbarte Landkreise liegen zum Teil weit darüber, Rosenheim beispielsweise bei 111.

Freitag, 19. März: Impfungen mit Astrazeneca laufen wieder an, Schulen und Kitas weiter offen

Hier das aktuelle Update des Landratsamtes Miesbach:

Am heutigen Freitag, 19. März, stellt das Landratsamt Miesbach den Inzidenzwert von 59 laut Robert-Koch-Institut fest. Damit gelten ab kommenden Montag, 22. März, bis einschließlich Sonntag, 28. März, die Regeln für Schul- und Kitabetrieb der Inzidenzphase zwischen 50 und 100.

Diese Regelungen sind:

Schulen: Präsenzunterricht, dort wo ein Mindestabstand von 1,5 m möglich ist, sonst Wechselunterricht für alle Jahrgangsstufen an allen Schulen. Bei Wechselunterricht findet weiter eine Notbetreuung statt, sofern es die Personal- und Raumsituation zulässt.
Kitas: Betreuung aller Kinder in festen Gruppen (eingeschränkter Regelbetrieb). Gleiches gilt für organisierten Spielgruppen und Maßnahmen zur Ferientagesbetreuung. 

Selbst wenn also die Inzidenz in der kommenden Woche über 100 steigen würde, würden die genannten Regeln bis einschließlich Sonntag gelten. Die nächste amtliche Bekanntmachung mit den für die darauffolgende Kalenderwoche geltenden Regeln erfolgt am Freitag, 26. März.

Heute Morgen erhielt das Impfzentrum die offizielle Meldung der Regierung von Oberbayern, dass ab sofort Impfungen mit AstraZeneca fortgesetzt werden dürfen. „Wir haben das große Glück, die Lieferung mit AstraZeneca bereits erhalten zu haben und organisieren die neuen Schichten derzeit und vergeben die Termine zeitnah“ freut sich Beate Faus, Leiterin des Impfzentrums. Bürgerinnen und Bürger deren Erstimpftermine mit AstraZeneca aufgrund der Unterbrechung abgesagt wurden, erhalten vom System unaufgefordert einen neuen Terminvorschlag. Das Impfzentrum kann keine Aussagen zum Zeitraum treffen. Leider sieht es der Algorithmus der Regierungs-Software nicht vor, exakt die Personen wieder einzuladen, deren Termine abgesagt wurden. Das Team des Impfzentrum geht aufgrund der bestehenden Priorisierung der Registrierten davon aus, dass die ausgefallenen Termine zeitnah durch den Algorithmus berücksichtigt werden.

Um möglichst schnell möglichst viele impfwillige Bürgerinnen und Bürger mit den vorhandenen Impfdosen zu versorgen, werden im Impfzentrum je nach Bedarf und vorhandenem Impfstoff Termine von Montag bis Sonntag von 5 Uhr bis 23 Uhr eingetaktet. 

Donnerstag, 18. März: Gesundheitsministerium verweigert Zustimmung zu weiteren Öffnungen

Zwischen 58 und 74 hat sich die 7-Tage-Inzidenz in den vergangenen 14 Tagen im Landkreis Miesbach eingependelt. Mal ging es ein bisschen rauf, dann wieder runter. Gestern lag der Wert mit 60 gar wieder im unteren Bereich. Einen steilen Anstieg hingegen gab es bei den Hoffnungen von Gastronomen, Kulturschaffenden und Sportlern.

Öffnungen

Sie zählten die Tage bis zum 22. März, ab dem laut dem Plan des Bundes bei einer stabilen Corona-Lage mit einem Inzidenzwert von unter 100 im jeweiligen Landkreis der vierte Öffnungsschritt aus dem Lockdown erfolgen kann: Außengastronomie mit Terminbuchung, Theater-, Konzert-, Opern- und Kinobesuche sowie kontaktfreier Sport im Innen- und Kontaktsport im Außenbereich jeweils mit tagesaktuellem negativen Schnell- oder Selbsttest. Gestern haben sich diese Hoffnungen jäh zerschlagen. Das Bayerische Gesundheitsministerium hat weitere Lockerungen landesweit abgelehnt.

Genau diese habe man am Donnerstag beantragt, teilt die Pressestelle des Landratsamtes Miesbach mit. So könnten weitere Lockerungen laut Infektionsschutzmaßnahmenverordnung nicht allein durch die kreisverwaltungsbehörde beschlossen werden, sondern würden das Einverständnis des Gesundheitsministeriums voraussetzen. Dieses verweigerte dem Antrag des Landkreises jedoch die Zustimmung.

Die Corona-Lage im Landkreis Miesbach am Donnerstag, 18. März.

Begründung: „Aufgrund des landesweiten besorgniserregenden Anstiegs der Infektionen kann bayernweit nicht mehr von einer stabilen Lageausgegangen werden.“ Es sei zu erwarten, dass die 7-Tage-Inzidenz in Bayern in den kommenden Tagen 100 übersteige, schreibt das Ministerium. Bis auf Weiteres werde man weiteren Öffnungsschritten das Einvernehmen nicht erteilen und stattdessen die Ergebnisse der Beratungen der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten am Montag abwarten. Eine Art vorgezogene Notbremse also, die auch den Landkreis Miesbach trotz seiner stabilen Corona-Lage zum Öffnungsstopp zwingt.

Impfungen

Weiter aufs Gas drücken will der Landkreis hingegen bei den Themen Impfen und Testen. 10 708 Bürger seien mittlerweile gegen das Coronavirus geimpft, teilt das Landratsamt mit. Von den registrierten Personen im Alter von über 80 Jahren würden nur noch weniger als 300 auf ihren Termin warten. Trotz des vorübergehenden Ausfalls des Vakzins von Astrazeneca (gestern hat die Europäische Arzneimittelbehörde das Präparat nach eingehender Prüfung als „sicher und effektiv“ bezeichnet) bleibt das Team des Impfzentrums zuversichtlich, zügig weiterzukommen. Für die kommenden sieben Tage sei die Lieferung von 1157 Impfdosen angekündigt.

Selbsttests

Eine andere lang ersehnte Lieferung ist diese Woche mit mehreren Tagen Verspätung im Landkreis angekommen: die Selbsttests für Schulen und Kindertagesstätten. Die Abteilung Katastrophenschutz des Landratsamts und das Kindertagesbetreuungsteam habe umgehend mit der Auslieferung der rund 23 200 Testkits an die Einrichtungen im Landkreis begonnen. „Spätestens nach den Osterferien sollen alle Schüler die Möglichkeit haben, sich maximal zwei Mal pro Woche freiwillig testen zu lassen“, teilt das Landratsamt mit. Nach den Vorgaben des Gesundheitsministeriums müssen die Kinder und Jugendlichen den Abstrich selbst durchführen. Voraussetzung sei eine Einwilligungserklärung der Erziehungsberechtigten.

Schnelltests

Auch in Sachen Schnelltests vermeldet das Landratsamt Fortschritte. Voraussichtlich am Montag will die Behörde eine Liste mit den Anlaufstellen im Landkreis veröffentlichen. Derzeit laufe dazu eine Abfrage bei allen Hausärzten und Apotheken. Geprüft werde ebenso, ob ein zweites Testzentrum dann überhaupt nötig ist.

Mittwoch, 17. März: Weiter viele Mutationen - Derzeit fast nur Familien erkrankt

Die Häufung der Corona-Fälle in der Landkreismitte könnte durch die Ausbreitung der Virusmutationen entstanden sein. Das geht aus einer Antwort des Landratsamt auf eine Anfrage unserer Zeitung hervor. Hintergrund dieser war, dass seit einigen Tagen in der Achse Warngau/Hausham-Miesbach-Irschenberg auf die Einwohnerzahl gerechnet die meisten Menschen an Corona erkrankt sind. Unsere Zeitung wollte wissen, ob dafür ein gemeinsamer Auslöser, etwa eine Feier, verantwortlich sein könnte.

Das Landratsamt verneint das. Wie bei fast allen Infektionen im Landkreis seien die Fälle meist in größeren Familien entstanden. Ein Hausstand habe mehrere andere angesteckt. Zwischen den Familien gebe es aber keinen Zusammenhang.

Dass auch größere Infektionsherde innerhalb einer Familie nicht zwangsläufig durch Feiern entstanden sein müssen, belegt die zeitgleiche Ausbreitung der deutlich ansteckenderen britischen Corona-Mutation im Landkreis. Sie war letzte Woche für mehr als die Hälfte aller Fälle verantwortlich (wir berichteten). Montag und Dienstag zählte das Landratsamt sechs weitere Erkrankungen mit der Virus-Variante, was erneut rund der Hälfte aller Fälle entsprach. Die britische Mutation springt leichter auf Gesprächspartner über, was Infektionen in der Familie auch bei normalen Kontakt erleichtert.

Inzidenz & aktive Fälle

Obwohl die Inzidenz im Landkreis laut RKI seit dem Wochenende etwas gesunken ist (von 74 auf 66), ist die Zahl der aktiven Fälle wie schon in den Tagen zuvor weiter gestiegen. Am Mittwoch meldete das Landratsamt sieben Neuinfektionen und drei Genesene. Das steigerte die aktuellen Erkrankungen um vier auf 158.

Damit leiden derzeit mehr als anderthalb mal so viele Menschen wie vor einem Monat im Landkreis an Corona. Damals trat auch die britische Mutation nur vereinzelt auf. Es gibt also mehr Viren – und ansteckendere. 

Corona im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 17. März
Corona im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 17. März
Corona im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 17. März

Dienstag, 16. März: Astrazeneca-Aussetzung stellt Impf-Zeitplan infrage - 550 Termine fallen aus

Landkreis – Am Tag nach der vorläufigen Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen hat sich der Landkreis so gut es geht auf die neuen Voraussetzungen für seine Impfkampagne eingestellt. Noch bleiben viele Unsicherheiten: Die für diese Woche zugesagten 550 Dosen wird das Impfzentrum Hausham zwar wie geplant erhalten. Unklar ist aber, wann es sie einsetzen darf und ob die Zusagen der kommenden Woche noch gelten. Astrazeneca ist sechs Monate haltbar. Das Landratsamt hofft laut einer Sprecherin auf schnellere Entscheidungen der Behörden. Die Impfkampagne verzögert sich ohnehin.

Zeitplan

Noch kann das Landratsamt nur mutmaßen, wie sich die Astrazeneca-Aussetzung auf den Impfzeitplan auswirkt. Wie berichtet, hatte die Behörde das Ziel ausgegeben, allen Impfwilligen über 80 Jahren bis Ende März Termine anzubieten. Am Dienstag vermied sie eine Prognose, ob sie das noch schaffen kann.

„Die äußeren Faktoren sind für uns derzeit nicht einschätzbar“, sagt eine Sprecherin unserer Zeitung auf Nachfrage. Entscheidend sei, ob die wegfallenden Astrazeneca-Dosen durch andere Impfstoffe ersetzet werden und ob die Behörden Astrazeneca bald wieder freigeben.

Klar sei: Dass Astrazeneca unlängst auch für Menschen über 64 Jahren zugelassen wurde, habe die Impfungen in dieser Altersgruppe beschleunigt. Nun sei nur das Ausmaß der Verzögerung offen.

Termine

Klar ist auch: Wer bereits einen Termin für eine Impfung mit Astrazeneca hatte, sollte in sein E-Mail-Postfach schauen: Dorthin hat das Buchungssystem des Freistaats Betroffenen eine Nachricht geschickt, nachdem es ihre Termine mit Astrazeneca storniert hat.

Das System wird den Menschen auch neue Termine anbieten. Wann das sein wird, kann das Team des Testzentrums aber nicht sagen: Noch ist unklar, ob es Astrazeneca für Zweitimpfungen durch andere Impfstoffe ersetzen darf. Das würde es laut der Sprecherin gerne tun. Mit den bestehenden Dosen sei dies aber unmöglich, da Impfstoff weiter knapp sei. Wer nun eine Absage bekommen hat, muss sich also gedulden.

Das Landratsamt betont auch: Astrazeneca-Impfungen auf eigene Verantwortungen sind unmöglich. Das Vakzin schütze aber auch nach der ersten Impfung gut vor schweren Verläufen.

Hausärzte

Trotz der Astrazeneca-Aussetzung sollen die Impfungen bei Hausärzten im Landkreis wie geplant Anfang April anlaufen. Erst gestern hatte das Landratsamt bekannt gegeben, die Praxen langsam in die Terminvergabe einzubeziehen. Astrazeneca, das leicht transportiert und gelagert werden kann, wäre für diese Impfungen ideal gewesen.

Noch lernt das Landratsamt die Hausärzte aber erst an. Impfstoff sollen sie ohnehin erst im April bekommen. Bis dahin könnten die Behörden Astrazeneca wieder freigegeben haben. Sonst kann sich das Landratsamt vorstellen, Moderna und Biontech an Praxen zu vergeben.

Corona im Landkreis Miesbach: Dienstag, 16. März
Corona im Landkreis Miesbach: Dienstag, 16. März
Corona im Landkreis Miesbach: Dienstag, 16. März

Montag, 15. März: Britische Mutation auf dem Vormarsch - Astrazeneca-Impfungen entfallen ab sofort

Die britische Corona-Mutation hat sich im Landkreis in der vergangenen Woche deutlich schneller ausgebreitet als je zuvor: 41 neue Fälle in sieben Tagen meldet das Landratsamt unserer Zeitung auf Nachfrage. Das sind fast dreimal so viele wie in der Woche zuvor – da waren es 14 Fälle.

Seit das Landratsamt Ende Januar die erste Mutation meldete, ist der Anteil dieser Corona-Variante damit stetig gestiegen. Anfangs trat sie nur vereinzelt auf. In der vergangenen Woche machten sie nun 41 von 69 Fällen aus – fast zwei Drittel. Alle anderen Mutationen haben den Landkreis bislang verschont.

Infektionsgeschehen

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis ist am Montag laut RKI auf 69 gesunken. Dafür verantwortlich ist der Sonntag: Er war der erste Tag ohne Neuinfektion seit Mitte Oktober. Gestern zählte das Landratsamt bis 13 Uhr sechs neue Fälle. Die Inzidenz dürfte daher heute konstant bleiben.

Derzeit gibt es im Landkreis keine größeren Infektionscluster. Einige größere Familienverbände haben sich allerdings gegenseitig angesteckt. Besonders betroffen ist die Achse Hausham-Miesbach-Irschenberg. Das Landratsamt hat am Wochenende außerdem zwei Schulklassen nach je einem positiven Befund eines Schülers in Quarantäne geschickt.

Astrazeneca

Davon, dass Deutschland Impfungen mit Astrazeneca aussetzt (siehe Titel), hat das Impfzentrum laut Landratsamt aus den Medien erfahren. Wegen der Aussetzung entfallen vorerst alle Termine mit Astrazeneca, auch Zweitimpfungen. Gestern machte das keinen Unterschied: Als die Entscheidung fiel, standen ohnehin keine Termine mit Astrazeneca mehr an. Heute entfallen 77 Impfungen.

Noch am Wochenende hat der Landkreis alle Dosen Astrazeneca verimpft. Wie berichtet, hatten rund 15 Prozent der 200 Lehrer und Erzieher, die Samstag und Sonntag eine Spritze bekommen sollten, diese kurzfristig abgesagt. Für sie rückten registrierte Senioren nach. Ersatztermine bekommen die Abgesprungenen nicht angeboten: Sie müssen sich erneute ans Impfzentrum wenden und die Arbeit in Schule oder Kita nachweisen.

Außerhalb der Lehrer und Erzieher war Astrazeneca laut Landratsamt am Wochenende weiter beliebt: Von den übrigen geimpften Personen lehnten nur fünf ihre Dosis ab. Auf jede Absage – Lehrer und Erzieher eingeschlossen – entfielen drei Menschen, die den Impfstoff gerne gehabt hätte, aber noch nicht an der Reihe waren.

Impfungen

Seit dem Wochenende hat im Landkreis mehr als jeder zehnte Einwohner mindestens eine Impfung gegen Corona erhalten: 10 258 Personen, also 10,3 Prozent der Gesamtbevölkerung, haben bereits eine Spritze erhalten. Damit liegt der Landkreis deutlich vor Bayern (8,5 Prozent) und dem Bund (7,8 Prozent). 60 Prozent der Dosen wurden Frauen gespritzt, 4500 Geimpfte sind älter als 80 Jahre. In dieser Gruppe liegt der Anteil der Geimpften bei rund 60 Prozent. 21 560 Landkreisbürger sind für eine Impfung registriert.

Diese Woche erhält das Impfzentrum 1152 Dosen Biontech für Erst- und Zweitimpfungen sowie 400 Dosen Moderna für Zweitimpfungen. Außerdem sollten 550 Dosen Astrazeneca eintreffen sich der Impfstopp darauf auswirkt, ist unklar.

Arztpraxen

Das Impfportal wird seinen Nutzern im Landkreis bald Termine in Arztpraxen anbieten: Der Landkreis bindet die Praxen langsam in die Impfungen ein. So will er einen fließenden Übergang schaffen zur stärkeren Einbindung der Hausärzte, die wohl im April starten soll. Noch gibt es Termine aber nicht direkt beim Hausarzt, sondern nur über das Impfzentrum und die dort verwendete Termin-Software des Freistaats.

Corona im Landkreis Miesbach: Montag, 15. März
Corona im Landkreis Miesbach: Montag, 15. März

Freitag, 12. März

Die Inzidenz im Landkreis stagniert bei 65, und so öffnen die Schulen am Montag nach folgenden Regeln: Wo ein Mindestabstand von eineinhalb Metern gewährleistet ist, findet Präsenzunterricht statt, ansonsten Wechselunterricht – wo dies räumlich möglich ist mit Notbetreuung. In Kitas müssen feste Gruppen gebildet werden. Wie das Landratsamt in seinem Corona-Update mitteilt, gilt dies unabhängig von der Inzidenz-Entwicklung die ganze nächste Woche.

Die aktuelle Entwicklung der Corona-Zahlen.

Nachdem die Gesundheitsministerkonferenz beschlossen hatte, die Gruppe der Kita-Beschäftigten sowie die der Grund- und Förderschullehrer in der Impfpriorität hochzustufen, musste der Landkreis zügig handeln: Am vergangenen und an diesem Wochenende haben laut Beate Faus, Leiterin des Impfzentrums in Hausham, alle Impfwilligen aus diesen Berufsgruppen eine Einladung zum Impfen erhalten. „Das Angebot wurde bisher sehr gut angenommen“, berichtete Faus zunächst. Grob gesagt: Jeweils etwa die Hälfte der priorisierten und impfwilligen Lehrer und Kita-Mitarbeiter ließen sich bisher im Landkreis das schützende Vakzin verabreichen.

Die aktuellen Corona-Zahlen nach Gemeinden

Das war allerdings bevor das Serum von Astrazeneca mit schweren Nebenwirkungen in Verbindung gebracht und die Verabreichung des Impfstoffs in Dänemark und Norwegen vorläufig gestoppt wurde. Die Negativ-Schlagzeilen der vergangenen Tage bewegten offenbar viele Betroffene zum Umdenken. Noch am Freitag musste Landratsamts-Sprecherin Sophie Stadler berichten, dass ein beträchtlicher Teil derjenigen Lehrer und Kita-Mitarbeiter, die für den heutigen Samstag bereits einen Termin im Impfzentrum hatten, kurzfristig abgesprungen ist. Stadler spricht von etwa 20 Prozent. Zu groß sind die Ängste angesichts der neuesten Nachrichten. „Das ist ein Supergau für unsere Organisation“, macht Stadler deutlich. Um das vorhandene Astrazeneca-Serum doch noch verimpfen zu können, müssen nun die Termine über die Registrierungssoftware neu vergeben werden.

Derweil lasse die von der Staatsregierung angekündigte Lieferung von Selbsttests zur Laienanwendung für Schulen und Kitas auf sich warten, so das Landratsamt. Der Termin wurde bereits mehrfach verschoben. Auch die Anzahl der Tests sei weiter unklar. Staatliches Schulamt sowie die Teams Kindertagesbetreuung und Katastrophenschutz würden ihr Möglichstes tun, die Tests so schnell wie möglich zu verteilen, so sie da sind.

Mittwoch, 10. März: Impfzentrum wird zum Beschwerdezentrum

Das Landratsamt hat einige Punkte rund um die Corona-Impfungen aktualisiert.

Tests

Der Bund hat die Testverordnung veröffentlicht, für die Situation vor Ort hat das laut Landratsamt keine direkte Auswirkung. Wie Behördensprecherin Sophie Stadler erklärt, regle die Testverordnung, wer Anspruch auf Testungen hat, wer diese wie oft vornehmen darf und in welcher Höhe sie abrechenbar sind. Auf die Verteilung von Testkits im Landkreis habe die Verordnung keinen Einfluss, da die Leistungsberechtigten – das sind die Ärzte, später sollen auch Apotheken hinzukommen – sich die Testsets selbst auf dem Markt beschaffen sollen. Diese werden dann gemäß Testverordnung vergütet. Bei den Apotheken hat das Landratsamt das Interesse abgefragt. Sobald die Vollzugshinweise vorliegen, soll die Beauftragung starten.

Der Inzidenzverlauf im Landkreis Miesbach bis 10. März.

Impfquote

Im Landkreis wurden laut Landratsamt deutlich mehr Menschen geimpft als im bayerischen und bundesweiten Durchschnitt. 9211 Personen wurden mindestens einmal geimpft, 3985 davon sind älter als 80 Jahre. Damit sind 9,2 Prozent der Landkreisbevölkerung mindestens einmal geimpft – bundesweit sind es 6,4, bayernweit 7 Prozent. Der Astrazeneca-Impfstoff wird auch für Senioren verwendet, bis auf wenige priorisierte Ausnahmen über 80 Jahren.

Impfstoff

In dieser Woche wurde weniger Impfstoff geliefert als zuletzt, nämlich 426 Dosen Biontech, 100 Dosen Moderna und 880 Dosen Astrazeneca. Diese Lieferumfänge reichen bei Weitem nicht aus, um zeitnah einen Großteil der Bevölkerung zu impfen. Das Impfzentrum erhält zweimal pro Woche Lieferungen. Diese werden laut Landratsamt restlos innerhalb von zwei bis drei Tagen verimpft – bislang wurde im Landkreis keine einzige Dosis weggeworfen. Das Impfzentrum in Hausham könnte so etwa ein Drittel mehr Impfungen pro Tag vornehmen. 150 zurückgewiesene Dosen des stark nachgefragten Astrazeneca-Vakzins wurden weitervermittelt.

Schul-/Kita-Personal

Die Impfungen des priorisierten Schulpersonals finden in ausgewählten Arztpraxen statt. Voraussichtlich am kommenden Wochenende sollen alle Impfwilligen dieser Gruppe durchgeimpft sein.

Hausärzte

Laut Gesundheitsministerium werden die Hausärzte wohl ab April eingebunden. Bis dahin sollen die Impfzentren in etwa die bisherige Impfstoffmenge bekommen und Praxen noch einmal dieselbe Menge. Details liegen noch nicht vor.

Gesamtlage

Das Impfzentrum wird laut Stadler zunehmend zum Beschwerdezentrum – in jeder Hinsicht. So melden sich auch Menschen, die Landratsamt, Impfzentrum oder die Bundesrepublik als Teil einer Verschwörung sehen. Vereinzelt werde Verantwortlichen gar Mordabsichten unterstellt. Dabei seien „100 höchst motivierte Mitarbeiter an sieben Tagen pro Woche jeweils zwölf Stunden“ im Einsatz, um allen Impfwilligen schnell und flexibel ihre gewünschte Dosis zukommen zu lassen.

Dienstag, 9. März: Weiter keine Schnelltests – Landratsamt verärgert

Auch am zweiten Tag nach dem geplanten Start der kostenlosen Schnelltests für jedermann haben Landratsamt, Ärzte und Apotheker von den Bundesbehörden keine belastbaren Infos zu deren Umsetzung erhalten. Die vom Bundesgesundheitsministerium für Montag angekündigte Neufassung der Corona-Testverordnung stand auch Dienstag bei Redaktionsschluss noch aus. Wie berichtet, dürfen Mediziner keine kostenlosen Tests für jedermann anbieten, bis die Verordnung im Bundesanzeiger veröffentlicht ist. Wann das passieren wird, ist offen.

Apotheken

Trotz der verspäteten Verordnung gibt es Neues zu den geplanten Tests: Zeichen aus dem bayerischen Gesundheitsministerium deuten darauf hin, dass wohl auch Apotheken kostenlose testen dürfen dürfen. Das war unsicher, weil die ausstehende Verordnung auch den Kreis der Testanbieter festlegt. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) dankte aber den Apotheken bereits für ihre Teilhabe am Testkonzept – ein klares Zeichen.

Inzidenz

Wird die Inzidenz im Landkreis steigen, wenn die kostenlosen Schnelltests anlaufen? Durchaus möglich, sagt Dr. Florian Meier, Leiter des Testzentrums – wohl aber nur kurzzeitig. Langfristig sei der Effekt eher umgekehrt: „Regelmäßiges Testen hilft immer, Cluster zu finden und einzudämmen.“

Die Tests könnten symptomlose Erkrankte aufdecken, bevor sie weitere Menschen anstecken, erklärt Meier. Das bringt zwar vorerst mehr Fälle als ohne Schnelltests. Langfristig drückt es aber die Inzidenz, indem es Infektionsketten früher durchbricht.

Schulen

Die Schulen im Landkreis haben laut Landratsamt noch keine Schnelltests für Lehrer und Schüler erhalten. Das liege an der niedrigen Inzidenz: Gebiete mit vielen Fällen erhalten die Schnelltests bevorzugt. Der Landkreis muss sich im Vergleich zu einigen Hotspots hinten anstellen.

Das könnte sich aber bald ändern: Der Katastrophenschutz rechnet für diese und kommende Woche jeweils mit einer Lieferung Schnelltests. Zusammen mit Schulamt und Testzentrum plant er derzeit die Verteilung an die einzelnen Schulen.

Landratsamt

Am Landratsamt treffen nach eigenen Angaben täglich Anfragen zu den geplanten Schnelltests ein. Noch kann die Behörde aber nichts Konkretes antworten, sie wartet selbst auf Informationen von oben – „wie so oft in der Pandemie“, schreibt sie in einer Pressemeldung. „Trotz der schleppenden Informationspolitik der Oberbehörden möchten wir der Bevölkerung die Testerweiterung so schnell wie möglich anbieten können“, betont Landrat Olaf von Löwis.

Corona im Landkreis Miesbach: Dienstag, 9. März
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