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Für den Einsatz der Bundeswehr in der Seniorenresidenz Schliersee hat bislang der Landkreis bezahlt. Das Geld will er zurückfordern.

Kreisausschuss gibt weitere Finanzmittel zur Corona-Bewältigung frei

Corona-Krise: Landkreis will sich Geld von Heimbetreibern zurückholen

  • Stephen Hank
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Der Kreisausschuss hat weitere 500.000 Euro an Corona-Geldern freigegeben. Die Ausgaben, die in den Heimen in Schliersee angefallen sind, will sich der Landkreis zurückholen.

Landkreis – Knapp 2,8 Millionen Euro hat der Landkreis bislang für den Corona-Krisenfall ausgegeben. Und es sind erneut Mittel erforderlich. Am Freitag hat der Kreisausschuss in einer extra dafür anberaumten Sitzung einstimmig weitere 500.000 Euro aus dem Kreishaushalt freigegeben. Man rechne jedoch damit, betonte Landrat Olaf von Löwis (CSU), dass „ein wesentlicher Anteil“ vom Freistaat zurückerstattet wird. Genaue Zahlen liegen allerdings noch nicht vor.

Christian Pölt, Fachbereichsleiter Öffentliche Sicherheit am Landratsamt, gab in der Sitzung – „am 82. Tag des K-Falls“ – einen kurzen Überblick über die Lage. So habe sich die Situation im Zentrallager des Landkreises mittlerweile entspannt. Dort lagern aktuell rund 640.000 Artikel wie Schutzmasken, Einmalhandschuhe oder Desinfektionsmittel für rund 200 im Gesundheits- und Pflegebereich arbeitende Institutionen und Personen im Landkreis.

Wöchentlicher Verbrauch auf 20.000 Artikel gesunken

Der wöchentliche Verbrauch ist mittlerweile auf rund 20.000 Artikel gesunken. Das freilich war nicht immer so. „Anfangs hatten wir Probleme, überhaupt an Schutzausrüstung zu kommen“, erinnerte Pölt. „Gleichzeitig gab es eine enorme Nachfrage.“ Trotzdem habe das Landratsamt keine überteuerten Preise bezahlt. Die Ausgaben – beispielsweise für Schutzmasken oder Flächendesinfektionsmittel – lagen zwar über dem, was außerhalb von Krisenzeiten fällig gewesen wäre, aber doch auch deutlich unter den teils horrenden „Corona-Preisen“, wie Pölt es nannte.

Ziel sei es jetzt, mit den Erfahrungen der vergangenen Wochen das Zentrallager so zu organisieren, dass unter Beachtung des Mindesthaltbarkeitsdatums stets der Vorrat für drei Monate gesichert ist. Dazu stehe man auch in Kontakt mit Krankenhaus und Rotem Kreuz.

143.000 Euro allein für Seniorenresidenz Schliersee

Das am Freitag freigegebene Budget wird insbesondere wegen der erhöhten Ausgaben an den Corona-Hotspots benötigt. So muss das Landratsamt allein für den Einsatz in der Seniorenresidenz Schliersee 143.000 Euro aufbringen. „Hier wurde zuletzt pro Tag Schutzmaterial für 5000 bis 8000 Euro benötigt“, berichtete Pölt. Weitere erhebliche Kosten entstanden durch die Bezahlung von Pflegepersonal, die Unterbringung der Bundeswehr und die damit verbundene Verpflegung. Für die ebenfalls stark von Corona betroffene Behinderteneinrichtung in Schliersee weist die Bilanz Gesamtkosten von 22.000 Euro aus.

In beiden Fällen will sich der Landkreis das Geld vom Betreiber zurückholen. Das bestätigte Abteilungsleiterin Teresa Nitzsch auf eine entsprechende Anfrage von CSU-Fraktionssprecher Christian Köck. „Wir rechnen das ordnungsgemäß ab und bemühen uns, die Kosten zurückzufordern“, sagte sie. Bislang ist der Landkreis in Sachen Corona vollständig in Vorleistung gegangen. Eine Abschlagszahlung vom Freistaat ist bisher noch nicht eingegangen. Bereits im April hatte der Kreisausschuss 2,5 Millionen Euro freigegeben. Die Kostenerstattung solle nun aber „zeitnah“ erfolgen, berichtete Löwis vom Treffen der bayerischen Landräte vor wenigen Tagen in Erding. Eine entsprechende Aussage habe dort Innenminister Joachim Herrmann (CSU) „vor 200 Zeugen“ getroffen.

520 Verstöße gegen Corona-Auflagen

Erste Einnahmen gab es zumindest an anderer Stelle. So wurden seit Beginn der Pandemie 520 Verstöße gegen Corona-Auflagen angezeigt, davon bislang 270 bearbeitet. Die Betroffenen zahlten laut Fachbereichsleiter Pölt unterm Strich 10 000 Euro an Bußgeldern.

Die neuesten Entwicklungen zur Corona-Krise im Landkreis lesen Sie in unserem Ticker.

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