Wartebereich Impfbereich
+
Der neue Wartebereich im Impfzentrum in Hausham

News-Ticker

Corona im Landkreis Miesbach: Jetzt werden die Hausarztpraxen fit gemacht fürs Impfen

Alle Autoren
    schließen
  • Sebastian Grauvogl
    Sebastian Grauvogl
  • Dieter Dorby
    Dieter Dorby
  • Christian Masengarb
    Christian Masengarb

Die Mutationen des Coronavirus sind im Landkreis Miesbach angekommen. Die neuesten Entwicklungen rund um die Corona-Krise fassen wie hier im Ticker zusammen.

  • Seit Mittwoch, 16. Dezember, gilt auch im Landkreis Miesbach der harte Lockdown.
  • Hier lesen Sie alle News und Entwicklungen rund um die Corona-Krise und die Infektionszahlen im Landkreis Miesbach.
  • Was geschlossen hat und was offen sowie was erlaubt ist und was nicht, lesen Sie in unserer großen Lockdown-Bayern-Übersicht. Die aktuelle Inzidenz-Entwicklung in ganz Bayern entnehmen Sie unserer interaktiven Corona-Karte.
  • Alle bisherigen Entwicklungen lesen Sie in unserem alten Corona-News-Ticker.
  • Eine Auswahl aller relevanten Geschichten erhalten Sie in unserem kostenlosen Newsletter. Melden Sie sich hier an für Tegernsee, hier für Miesbach und hier für Holzkirchen.

Freitag, 5. März: Erste Hausarztpraxen werden für das Impfen angelernt

Die Gesundheitsministerkonferenz hat entschieden: Schul- und Kita-Personal soll priorisiert geimpft werden. Für den Landkreis Miesbach bedeutet das, dass zur Entlastung des Impfzentrums ab diesem Wochenende Schulpersonal in zwei Arztpraxen geimpft wird. 132 Impfdosen wurden für diesen ersten Testlauf außerhalb des Impfzentrums reserviert.

In der darauffolgenden Woche sollen zwei weitere Arztpraxen gewissermaßen angelernt werden, um weiteres Schulpersonal zu impfen. Auch 70 Kita-Mitarbeiter erhalten in den kommenden Tagen die erste Spritze, dann jedoch im Impfzentrum in Hausham. Bis auf eine Dosis für eine Mitarbeiterin über 65 Jahren wird allen Astrazeneca-Impfstoff angeboten.

Die Zahlen vom Freitag, 5. März.

Testlauf für Schulpersonal

Zwei Arztpraxen starten bereits an diesem Wochenende einen Testlauf für Schulpersonal. Weil die Impfsoftware des Freistaats es aber bisher nicht erlaubt, für Außenstellen Termine zu versenden, müssen alle Daten vor und nach den Terminen manuell eingegeben werden. „Das ist ein riesengroßer Aufwand für das Impfzentrum und auch der Grund, warum noch nicht flächendeckend Impfungen in den Arztpraxen angeboten werden“, erklärt Beate Faus, die organisatorische Leiterin des Impfzentrums. Sobald die Software die automatisierte Datenverarbeitung zulässt, werden auch Impftermine in Arztpraxen angeboten.

Mobiles Team für bettlägerige und nicht mobile Personen

So sind die Städte und Gemeinden betroffen am 5. März 2021.

Das mobile Team nimmt ebenfalls am Wochenende wieder seine Arbeit auf und impft bettlägerige, nicht mobile Personen. Das Angebot gilt ausschließlich für Menschen, die aufgrund ihrer Krankheit oder Behinderung nicht zum Impfzentrum kommen können. Zusätzlich zur Registrierung auf www.impfzentren.bayern ist eine Mail mit Name, Adresse, Telefonnummer und einem Dreizeiler, warum ein Transport nicht möglich ist, an k.rutsch-impfzentrum@lra-mb.de notwendig.

Stellt das Impfteam vor Ort fest, dass es missbräuchlich gerufen wurde und der vermeintliche Patient nicht bettlägerig ist, findet keine Impfung statt. Alternative Abnehmer gibt es genug: Über 100 Personen haben sich für einen Besuch des mobilen Teams angemeldet.

Die 7-Tage-Inzidenz vom 5. März.

So viel Impfstoff kommt nächste Woche

An Impfstoff sind für die kommende Woche folgende Lieferungen an das Impfzentrum vorgesehen: 550 Dosen Astrazeneca, 1098 Dosen Biontech und 100 Dosen Moderna. Von Astrazeneca wäre eigentlich deutlich mehr zugesagt gewesen. Ob kurzfristig doch mehr geliefert wird, ist unklar.

Die Ständige Impfkommission hat bekannt gegeben, dass aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse der Astrazeneca-Impfstoff nun auch für Impfwillige über 65 Jahren verwendet werden kann. Diese Änderung ist jedoch noch nicht in der Terminvergabe-Software des Freistaats hinterlegt. Das Update erfolgt in den nächsten Tagen. Nach wie vor kann man sich den Impfstoff nicht aussuchen. Das Landratsamt betont, dass das Impfteam vor Ort keinen Einfluss auf die Impfstoffverteilung hat und Produkte nicht kurzfristig vor Ort tauschen kann.

Donnerstag, 4. März: „Hausärzte wären hilfreich, aber sie brauchen Impfstoff“

Die Ministerrunde hat auch den Einsatz von Hausärzten ins Spiel gebracht, um das Tempo beim Impfen zu erhöhen. Dr. Thomas Straßmüller, ärztlicher Leiter des Impfzentrums in Hausham, begrüßt das, warnt aber zugleich vor zu hohen Erwartungen: „Ohne genügend Impfstoff können auch die Hausärzte nicht helfen.“

Lesen sie den vollständigen Bericht dazu hier.

Corona MB Kurven
Corona MB Gemeinden 4.3.2021

Mittwoch, 3. März: Inzidenz sinkt erneut leicht, aber viele Neuinfektionen

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis ist erneut leicht gesunken. Nach 59 Fällen am Dienstag meldete das RKI Mittwoch 58 Fälle. Ein kleiner Rückgang, aber der zweite in Folge. So weit die gute Nachricht. Die schlechte: Für gestern zählte das Landratsamt 16 Neuinfektionen – so viele wie seit sechs Tagen nicht. Morgen dürfte die Inzidenz daher steigen.

Impfungen

Ein Impfengpass wie in Bad Tölz – dort reichen die Dosen zwei Wochen lang nur für Zweitimpfungen – droht dem Landkreis anscheinend nicht. Laut Landratsamt setzt das Impfzentrum Hausham weiter „sehr deutlich mehr Erst- als Zweitimpfungen“. Der Impfbetrieb laufe auf Hochtouren.

Der Impfstoff sei allerdings weiter knapp. Die Ärzte könnten mehr Menschen spritzen, wenn sie mehr Dosen hätten. Bislang seien keine Dosen weggeworfen worden und keine auf Lager.

Impfmöglichkeiten

Das Landratsamt hat unserer Zeitung auf Nachfrage Details zu den geplanten Impfungen in Arztpraxen mitgeteilt: Es solle zwei dieser Standorte im Landkreis geben. Wo genau, will die Behörde zur Entlastung der Mitarbeiter noch nicht sagen.

Die Außenstellen werden vorerst nur Schulpersonal spritzen. Alle anderen Menschen müssen ins Impfzentrum kommen. Schuld ist wieder der Computer: Die Mitarbeiter der Praxen müssen die Daten der Zuimpfenden per Hand eingeben und können sie nicht aus dem Programm auslesen. Das frisst Zeit. Das Impfen der breiten Bevölkerung würde zulange dauern. Sobald der Computer auch in Außenstellen die Daten automatisch auslesen lernt, sollen sich aber auch Nicht-Schulangestellte in den Arztpraxen spritzen lassen können.

Neues gibt es auch zum mobilen Impfteam, das ab Sonntag im Einsatz sein wird: Es wird ausschließlich priorisierte, schwerstkranke, bettlägerige Patienten spritzen. Termine gibt es bei Angabe von Adresse, Telefonnummer und einem Dreizeiler, warum ein Transport unmöglich ist, unter k.rutsch-impfzentrum@lra-mb.de. Die Online-Impfregistrierung ist zusätzlich erforderlich. Wird das mobile Team missbräuchlich angefordert, fährt es wieder ab.

Tests

Dr. Florian Meier, Leiter des Miesbacher Testzentrums, ist zuversichtlich, die vom Bund geforderten zwei kostenlosen Schnelltest pro Bürger und Woche bereitstellen zu können. Noch fehlen ihm zwar offizielle Weisungen, sagt er unserer Zeitung. Das Zentrum könne aber seine Kapazitäten erweitern, um mehr Tests anzubieten. Es sei derzeit zu 85 Prozent ausgelastet – Tendenz steigend.

Wer sich testen lassen will, wird auch künftig einen Termin brauchen. Diesen gibt es unter www.landkreis-miesbach.de/coronavirus.

Corona im Landkreis Miesbach, 3. März
Corona im Landkreis Miesbach, 3. März
Corona im Landkreis Miesbach, 3. März

Dienstag, 2. März: Impfzentrum kämpft gegen Computerprobleme - Hausärzte dürfen bald impfen

Das Impfzentrum in Hausham kämpft derzeit mit Computer-Problemen, wegen derer sich die Wartenden gerade abends oft vor dem Zentrum stauen. Alle Infos dazu finden Sie in unserem Artikel zum Thema.

Was den Stau verringern dürfte: Demnächst werden sich Menschen außerhalb des Impfzentrums gegen Corona spritzen lassen können. Das Landratsamt will ab Sonntag ein mobiles Impfteam einsetzen, das zu Pflegebedürftigen nach Hause kommt. Außerdem will es Impfstandorte in einigen Arztpraxen schaffen. Für deren Inbetriebnahme fehle nur noch der Impfstoff.

Bislang wurden 7,5 Prozent der Landkreis-Bewohner gegen Corona geimpft – 4508 Frauen, 2966 Männer und neun Diverse. Das sind anderthalb mal so viele wie bundesweit (4,9 Prozent). Das Impfteam erwartet diese Woche 1020 Dosen Biontech, 100 Dosen Moderna und 600 Dosen Astrazeneca.

Corona im Landkreis Miesbach, 2. März
Corona im Landkreis Miesbach, 2. März
Corona im Landkreis Miesbach, 2. März

Montag, 1. März: Mehr Fälle, mehr Mutationen, aber Grund zur Hoffnung

Die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis ist seit Donnerstag nach oben geschnellt: Von 40 Fällen in einer Woche sprang der Wert laut RKI innerhalb von fünf Tagen auf 66. Drei dieser fünf Tage brachten mehr als zehn Neuinfektionen, der Donnerstag sogar 17 – und das in einer Phase der Pandemie, in der der Landkreise die Inzidenz unter 35 Fälle pro Woche drücken will, in der seit gestern weitere Lockerungen gelten und in der Landkreise ab einer Inzidenz von 100 Fällen in sieben Tagen Schulen auf Distanzunterricht umstellen müssen.

Würde alles so weiterlaufen wie bisher, müsste sich der Landkreis eher vor der oberen Grenze sorgen als auf die untere zu hoffen. Nach aktuellen Zahlen des Landratsamts ist aber unsicher, ob die Inzidenz weiter steigen wird. Das Gesundheitsamt geht noch nicht von einer Trendwende aus.

Infektionsorte

Ein Grund dafür sind die Orte, an denen sich Menschen mit Corona infizieren. Das sind weiterhin vor allem die Familie, gemeinsame Haushalte und die Arbeit. „Nirgends sonst stecken sich so viele Menschen an wie im familiären oder privaten Umfeld“, schreibt das Landratsamt. Das größte Familien-Cluster umfasse derzeit acht Personen. Am Arbeitsplatz habe es in den vergangenen drei Wochen zwei größere Infektionsherde mit je neun Infizierten gegeben – einen im Tegernseer Tal, einen im Nordlandkreis.

Keine positiven Fälle gibt es hingegen an Schulen. Keine Schulklasse ist in Quarantäne – obwohl der Landkreis 300 Lehrer, Schulangestellte und Schüler getestet hat. Der Leiter des Staatlichen Schulamts, Jürgen Heiß, und der Leiter des Miesbacher Testzentrums, Dr. Florian Meier, haben zudem tägliche Testmöglichkeiten für Schüler und Lehrer aufgebaut. Alle Befunde waren bislang negativ.

Positive Test ereilten allerdings zwei Kindertageseinrichtungen. Die betroffenen Kinder und Mitarbeiter sind in Quarantäne.

Keine Infektionen an Schulen, die Schwerpunkte weiter im privaten Bereich – das Infektionsgeschehen hat sich im Vergleich zu den vergangenen Wochen kaum verändert. Das nährt die Hoffnung, dass hinter dem Anstieg der vergangenen Tage kein tieferer Grund steckt, sondern Zufall.

Grenznähe

Keinen nennenswerten Einfluss auf die gestiegene Inzidenz im Landkreis hat scheinbar auch die Nähe zur Grenze nach Österreich. Laut Landratsamt sind nur zwei Fälle durch Infektionen im Ausland entstanden. Damit scheidet wohl auch dieser Einfluss als treibender Faktor hinter den gestiegenen Zahlen aus.

Mutationen

Ein Faktor, der die Infektionen treibt, könnten allerdings die Corona-Mutationen sein. Deren Zahl ist in den vergangenen sieben Tagen deutlich gestiegen: Seit Pandemiebeginn hat das Landratsamt 25 Fälle festgestellt – zwölf davon alleine in der vergangenen Woche. Das sind fast genauso viele wie in den drei vorangegangen Wochen zusammen. Bekanntlich hat das Landratsamt am 3. Februar die erste Virus-Mutation im Landkreis gemeldet. Die Mutationen verteilen sich laut Landratsamt auf mehrere der größeren Cluster, Einzelfälle und kleine Cluster.

Welcher dieser Einflüsse das Infektionsgeschehen im Landkreis künftig bestimmen wird, ist nicht vorhersagbar. Grund zur Hoffnung auf sinkende Zahlen bietet allerdings der Montag: Mit nur drei neuen Fällen brachte er deutlich weniger Infektion als die vorangegangenen Tage. Zumindest heute dürfte die Inzidenz dadurch sinken.

Corona im Landkreis Miesbach: 1. März
Corona im Landkreis Miesbach: 1. März

Sonntag, 28. Februar: Inzidenz steigt auf 59

Die 7-Tage-Inzidenz steigt im Landkreis Miesbach langsam aber sicher wieder. Am Sonntag meldet das RKI einen Wert von 59. Deutlich mehr als zuletzt, als die Inzidenz bis auf 40 zurückgegangen war.

Leser fragen - Experten antworten: Lesen Sie auch die Zusammenfassung unserer Telefonaktion zur Corona-Schutzimpfung

Freitag, 26. Februar: Lehrer und Erzieher warten auf online-Lösung - Jetzt Stühle im Wartebereich

Lehrer und Erziehungspersonal werden bayernweit höher priorisiert. Für Betroffene stellt sich nun die Frage, wann sie nun drankommen. „Das hängt bisher vom Algorithmus der Software ab“, erklärt landratsamtssprecherin Sophie Stadler. „Dieser ist zentral vorgegeben und verteilt Termine je nach Verfügbarkeit des Impfstoffes. Es ist also auch bei uns so, dass Lehrer und Erzieher schon jetzt geimpft werden, wenn der Algorithmus ihnen einen Termin gibt – nur eben nicht gesammelt.“

Ob dies in den kommenden Wochen möglich sein wird, hänge von der Verfügbarkeit des Impfstoffs ab. Klar ist bereits: Kommende Woche wird deutlich weniger Impfstoff geliefert als diese Woche. Ein blockweises Vorziehen der Lehrer und Erzieher würde jedoch bedeuten, dass andere priorisierte Gruppen wie Schwerbehinderte länger warten müssten. Stadler: „Es ist noch keine abschließende Lösung gefunden, die allen Belangen gerecht wird.“

Bereits umgesetzt ist die Wartesituation vor dem Impfzentrum, wo die Impfwilligen bislang stehen mussten, bis sie dran sind. Nun gibt es einen begrenzten Sonnenschutz und Sitzmöglichkeiten für Senioren. Dabei betont das Impf-Team, dass man nicht viel zu früh zum Termin kommen soll, da sonst ein zu großer Stau entsteht. Aktuell kommen einige Impfwillige über eine Stunde früher zum Termin. Das führt zu Verzögerungen im Impfablauf und zu Wartezeiten für alle. Das Impf-Team bittet deshalb: unbedingt pünktlich, aber nicht deutlich zu früh kommen.

Donnerstag, 25. Februar: 6201 Menschen sind bereits geimpft

Die Zahl der erfolgten Impfungen im Landkreis Miesbach wird größer und größer. Insgesamt 6201 Menschen haben bereits mindestens eine der beiden Impfungen gegen das Coronavirus bekommen. 2145 davon sind Bürger über 80 Jahren und gehören so zur Priorisierungsgruppe 1. Das ist ein Aspekt einer aktuellen Statistik, die das Landratsamt gestern vorgelegt hat.

Rund 61 Prozent der Geimpften – 3766 Personen – sind weiblich. Vorgemerkt haben sich 15 604 Impfwillige. Dies erfolgt ausschließlich über das bayernweite Portal www.impfzentren.bayern.

Lesen Sie hier den kompletten Corona-Bericht vom 25. Februar.

In dieser Woche wurden insgesamt 2360 Impfdosen für Erst- und Zweitimpfungen geliefert: 1360 von Biontech, 600 von Astrazeneca und 400 von Moderna. Für kommende Woche sind 1800 Dosen angekündigt – 1200 Biontech, 600 Astrazeneca, kein Moderna.

Mittwoch, 24. Februar: Hoffnung für Härtefälle: Zentrale Impfkommission soll bald starten

Bei Härtefällen, die aufgrund ihres Gesundheitszustands früher als laut Impfverordnung vorgesehen geimpft werden wollen, handelt es sich meist um schwerstmehrfach behinderte oder erkrankte Menschen, die sich kaum einer der bestehenden Priorisierungsgruppen zuordnen lassen.

Für sie gibt es nun Hoffnung: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat Landrat Olaf von Löwis über Landtagspräsidentin und Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner ausrichten lassen, dass eine zentrale Impfkommission gebildet wurde. Diese wird in den nächsten Tagen ihre Arbeit aufnehmen. Kontaktdaten und Anforderungen an Anträge sind derzeit aber noch nicht bekannt.

Dienstag, 23. Februar: Per Astrazeneca zum vorzeitigen Impfschutz

„Hoppla, bin ich wirklich schon dran?“ Diese Frage stellte sich so mancher junge Landkreisbürger, als er dieser Tage in sein E-Mail-Postfach schaute. Tatsächlich erhielten zuletzt nicht mehr nur Personen mit höchster Prioritätsgruppe ein Impfangebot, sondern auch solche aus der Gruppe zwei. Grund ist der Impfstoff von Astrazeneca, der bekanntlich vorerst nur an Unter-65-Jährige vergeben wird. 400 Dosen hatte das Haushamer Impfzentrum zum vergangenen Wochenende geliefert bekommen, für Dienstag waren die nächsten 400 Stück angekündigt.

Nehmen Fahrt: Die Corona-Impfungen im Landkreis Miesbach.

Wie berichtet, ist der Impfstoff von Astrazeneca in den vergangenen Wochen wegen seiner im Vergleich zu Biontech- und Moderna-Präparaten etwas geringeren Schutzwirkung vor einer Infektion in der öffentlichen Wahrnehmung nicht gut weggekommen. Böse Zungen sprachen gar von einem Impfstoff zweiter Klasse. Auch die Menschen im Landkreis Miesbach sind „teilweise verunsichert“, teilt Landratsamtssprecherin Sophie Stadler mit. Das Impfteam erhalte einige Anfragen, jedoch seien Astrazeneca hier bisher „kein Ladenhüter“. Für die 70 Dosen, die nicht angenommen wurden, habe man kurzfristig andere Abnehmer gemäß der Priorisierung des Bundes gefunden. „Es wurde nichts weggeworfen“, betont Stadler.

Das gilt auch für die 500 Dosen von Moderna und 1100 Dosen von Biontech. Täglich führe das Personal im Impfzentrum zwischen 300 bis 420 Erst- und Zweitimpfungen durch. 5461 Landkreisbürger wurden seit dem Start mindestens einmal gegen das Virus geimpft, 1961 sind über 80 Jahre alt.

Anders als beispielsweise in Berlin können Impfwillige in Bayern nicht frei wählen, welches Präparat sie injiziert bekommen. Deshalb wird der Hersteller bei der Terminauswahl im Online-Impfportal auch nicht auf. Wie die Pressesprecherin des Landratsamtes verrät, gibt es aber einen einen „Trick“, um schon bei der Einladung herauszufinden, ob Astrazeneca zum Einsatz kommt. Dies sei dann der Fall, wenn der Zeitabstand zwischen Erst- und Zweittermin circa neun Wochen beträgt. Sind es hingegen nur zwei bis drei Wochen, handelt es sich um einen Wirkstoff von Biontech oder Moderna.

Wer den Impfstoff von Astrazeneca auf keinen Fall möchte, könne den Terminvorschlag ablehnen und auf ein neues Angebot warten. Bis auf Weiteres würden Unter-65-Jährige aber ausschließlich mit Astrazeneca geimpft. Ein kurzfristiger Tausch des Impfstoffs vor Ort sei ebenfalls nicht möglich, da jede Dosis fallgenau über eine Software verteilt wird. Wer nach dem aufklärenden Arztgespräch noch kurzfristig abspringen will, kann dies aber tun. Der Impfstoff werde dann durch einen Algorithmus schnellstmöglich an eine andere Person vergeben, möglicherweise aus einer niedrigeren Priorisierungsgruppe. Dies würde auch für Erzieher und sowie Beschäftigte an Grund- und Förderschulen gelten, wenn die Impfverordnung des Bundes entsprechend geändert wurde und diese in Gruppe zwei aufrücken. Deshalb empfiehlt das Impfteam bereits jetzt, sich unter impfzentren.
bayern zu registrieren.

Der ärztliche Leiter des Haushamer Impfzentrums, Dr. Thomas Straßmüller, tritt den Bedenken gegenüber Astrazeneca vehement entgegen: Es handle sich dabei um einen „sehr guten Impfstoff“, der in „sehr hohem Maße“ vor schweren Krankheitsverläufen schütze. Dieser Schutz sei laut Studien sogar prozentual höher als beispielsweise bei Biontech und wirke auch bei einer Infektion mit einer der Virusmutationen. Zu „unregelmäßigen Nebenwirkungen“ ist es bei den Impfungen in Hausham bislang nicht gekommen, ergänzt Stadler.

Obendrein ist eine Impfung mit AstraZeneca laut Straßmüller keine Einbahnstraße. So könne man sich zu einem späteren Zeitpunkt noch ein anderes Präparat verabreichen lassen. „Aus medizinischer Sicht spricht nichts dagegen.“

Parallel hat das Landratsamt am Dienstag sechs Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet, womit der Inzidenzwert des Landkreises auf 46 steigt. Zudem wurde ein weiterer Verstorbener mitgeteilt.

Montag, 22. Februar: „Keine Möglichkeit“ zur weiteren Inzidenzsenkung - Landratsamt sieht Mittel der Politik ausgeschöpft – Nun Bevölkerung am Zug

Landkreis – Das Landratsamt steht in seiner Corona-Politik derzeit vor einem Dilemma: Zwar hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Landkreisen weitere Öffnungen in Aussicht gestellt, wenn die Inzidenz dort unter 35 fällt (siehe Politik). Er hat dem Landratsamt also ein Ziel vorgegeben und eine Belohnung versprochen. Doch, das wurde gestern klar, der Behörde fehlen derzeit die Mittel, das Ziel zu erreichen.

Der Wille ist da. Landrat Olaf von Löwis (CSU) hatte bereits nach der Video-Schalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag angekündigt, bei der Sitzung des Corona-Krisenstabs des Landratsamts am gestrigen Montag Maßnahmen zu weiteren Senkung der Inzidenz zu besprechen. Der Landkreis müsse etwas unternehmen, um die Inzidenz weiter unter die seit Wochen anhaltenden rund 50 Fälle je sieben Tage zu drücken, hatte Löwis auch ohne Söders Anreiz gesagt.

Aktuelle Lage

Schon vor der Sitzung gestern stand laut Landratsamt aber fest, dass es keine Veränderungen der Corona-Vorgehensweise geben wird. Die Behörde habe „im Moment schlichtweg keine Möglichkeit“, das Infektionsgeschehen weiter einzudämmen, schrieb sie unserer Zeitung auf Nachfrage.

Dafür gibt es laut Landratsamt drei Gründe: Einerseits seien die meisten Einschränkungen von höheren Ebenen vorgegeben. Einige Verschärfungen wären zwar nach Absprache mit der Regierung machbar, das Landratsamt erachte diese aber „nicht für verhältnismäßig“ und wolle sie momentan nicht erlassen.

Andererseits mache auch eine Erweiterung der vorbeugenden Maßnahmen wenig Sinn: Es gebe sieben Tage die Woche frei Testkapazitäten, unter anderem im Testzelt in Miesbach. Diese weiter auszubauen würde nichts bringen. Ähnlich bei den Impfungen: Auf die gelieferte Menge Impfstoff hat der Landkreis bekanntlich keinen Einfluss. An diesem Punkt kann er auch nicht ansetzen.

Schließlich verweist das Landratsamt auf die drei illegalen Feste, die die Polizei im Landkreis am Wochenende aufgelöst hat. Wie berichtet, feierten bei Partys in Neuhaus, Otterfing und Holzkirchen je mehr als zehn Personen. Angesichts solcher Nachrichten sei es wenig verwunderlich, dass die Zahlen nicht sinken.

Das Landratsamt kann also nicht mehr testen, es kann nicht mehr impfen und es will nicht mehr einschränken. Auf Feiern hat es keinen Einfluss. Was bleibt also?

Dr. Florian Meier, Ärztlicher Koordinator für Corona im Landkreis, appelliert auf Nachfrage unserer Zeitung an die Bevölkerung: „Die einzigen, die die Zahlen nun weiter senken können, sind die Menschen im Landkreis.“ Die Politik habe ihre Optionen momentan ausgeschöpft. „Jetzt liegt es an den Leuten.“

Aufgeben will Löwis die Inzidenz unter 35 nicht. Dass vergleichbare Landkreise wie Bad Tölz/Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen das Ziel kürzlich erreicht haben, zeige, dass dies auch im Landkreis möglich sei. Wann, sei aber schwer absehbar. Schon ein Ausbruch in einer Pflegeeinrichtung könne die Zahlen wieder hochtreiben.

Mutationen

Eine weitere Bedrohung meldete das Landratsamt gestern: Inzwischen hätten sich acht Menschen im Landkreis mit der besonders ansteckenden britischen Mutation des Coronavirus infiziert. Es bleibe abzuwarten, wie sich das auf die Neuinfektionen in den kommenden Wochen auswirken wird. Noch sei das Infektionsgeschehen weiter diffus und über alle Bevölkerungsgruppen verteilt.

Das Landratsamt will daher trotz der Aussicht auf mögliche Lockerungen noch keine konkreten Pläne dazu durchspielen. Einmal, weil es die genauen Vorgaben abwarten will. Aber auch, weil der Landkreis noch zu weit von der 35er-Marke entfernt. Gestern vermeldete das RKI für den Landkreis eine Inzidenz von 40. Acht Neuinfektionen am Montag deuten aber eher nicht auf einen raschen Rückgang hin.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Montag, 22. Januar
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Montag, 22. Januar
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Montag, 22. Januar

Freitag, 19. Februar: Drei Tote in zwei Tagen -  Öffnungen bei Schulen und Kitas offiziell

Das Landratsamt hat Details zu den drei Toten bekannt gegeben, die am Mittwoch und Donnerstag im Landkreis im Zusammenhang mit Corona gemeldet wurden. Die drei Fälle hatten überrascht, da seit rund einem Monat wenige Infektionen im Landkreis auftreten. Außerdem hatten sich zuletzt im südlichen Landkreis einige Menschen am Arbeitsplatz angesteckt, was auf jüngere Erkrankte hindeutet. Die Sterblichkeit sollte also niedriger sein.

Laut Landratsamt handelt es sich bei den drei Verstorbenen – zwei Frauen und ein Mann zwischen 76 und 93 Jahren – aber um eine zufällige Häufung. Zwei von ihnen hätten bereits mehrere Wochen mit der Infektion gekämpft, bevor nun das Virus siegte. Eine Person habe sich zwar erst kürzlich infiziert, sei dem Virus aber schneller erlegen.

Impf-Postkarten

Das Landratsamt hat nochmals darauf hingewiesen, dass Menschen über 80 Jahren, die in Rathäusern Postkarten zur Vereinbarung von Impfterminen abholen oder abholen lassen wollen, dort bitte vorher anrufen sollen. Um Ansammlungen zu vermeiden, bestellen die Rathäuser die Senioren dann einzeln zum Abholen der Karten.

Wie berichtet, liegen die vorausgefüllten Karten seit gestern in allen Rathäusern des Landkreises bereit. Senioren könne diese losschicken und erhalten daraufhin einen Anruf von einem Helfer, der sie bei der Anmeldung für einen Impftermin unterstützt. Das Angebot richtet sich an Senioren ohne eigenen Internetanschluss.

Schulöffnung

Das Landratsamt hat am Freitag bestätigt, was sich ohnehin abgezeichnet hatte: Schulen und Kindertagesstätten im Landkreis dürfen ab Montag mit Einschränkungen öffnen. Damit kommt die Behörde der von der Staatsregierung geforderten Feststellung der Inzidenz am Freitag vor der Öffnung nach. Bekanntlich dürfen Schulen und Kindertagesstätten unter einer Inzidenz von 100 teils öffnen. Im Landkreis lag dieser Wert am Freitag laut RKI so niedrig wie seit drei Monaten nicht mehr: bei 42.

Ebenfalls inzidenzbedingt sind ab Montag auch beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildungen im Landkreis wieder erlaubt. Private Weiterbildungen wie Skischulen oder Hundetraining bleiben aber untersagt.

Corona im Landkreis Miesbach: Freitag, 19. Februar
Corona im Landkreis Miesbach: Freitag, 19. Februar
Corona im Landkreis Miesbach: Freitag, 19. Februar

Donnerstag, 18. Februar: Kommende Woche 2000 Impfdosen erwartet - Impfzentrum rund zwei Drittel ausgelastet

Das Impfzentrum des Landkreises in Hausham wird in der kommenden Woche wohl mehr Menschen impfen als in dieser. Laut Landratsamt haben die Impfhersteller für die nächsten sieben Tage rund 2000 Dosen Impfstoff für Erst- und Zweitimpfungen angekündigt: 500 Dosen von Moderna, 400 von AstraZeneca und 1100 von Biontech. Das sind insgesamt rund 500 mehr als diese Woche. Die Kapazität des Impfzentrums wird damit zu rund zwei Dritteln ausgelastet sein – der höchste Wert seit der Eröffnung.

Anlässlich der neuen Lieferung bekräftigt das Landratsamt sein Ziel, bis Ende März allen Senioren über 80 Jahren, die geimpft werden wollen, Termine anbieten zu wollen. Wie viele Senioren genau auf ihren Piks warten, ist nicht bekannt – das bayerische Internet-Vergabesystem kann die Zahl der Anmeldungen nicht nach Altersgruppen auslesen. Nach bisherigen Erfahrungen scheint die Nachfrage unter den insgesamt 7500 Über-80-Jährigen im Landkreis aber eher hoch zu sein. Jeder Fünfte von ihnen hat bereits mindestens eine Spritze bekommen.

Insgesamt haben sich bislang 14 700 Menschen aus dem Landkreis im Impfportal registriert. Geimpft wurden 4485 von ihnen. Das sind 465 mehr als am Dienstag, Welchen Impfstoff sie bekommen, können Geimpfte nicht wählen. Sie erfahren es aber vor der Impfung.

Senioren, die sich noch nicht für die Impfung angemeldet haben, können dies nun auf einem dritten Weg tun: Zusätzlich zum Impfportal (www.impfzentren.bayern) und der Hilfs-Hotline des Impfzentrums (0 80 25 / 7 04 77 77) liegen seit heute in allen Rathäusern des Landkreises vorgedruckte Postkarten mit Rückrufbitten bereit. Menschen über 80 Jahren können sie nach telefonischer Voranmeldung selbst abholen oder abholen lassen. Senioren, die diese Karten ausgefüllt abschicken, bekommen daraufhin einen Rückruf mit Hilfe bei der Anmeldung.

Derweil ist die Lage um das Impfzentrum laut Landratsamt ruhig geblieben. Nachdem am ersten Impftag vor zwei Wochen eine Person gewaltsam Zutritt zum Zentrum erlangen wollte, seien ähnliche Vorfälle seitdem ausgeblieben.

Corona im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 18. Februar
Corona im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 18. Februar
Corona im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 18. Februar

Mittwoch, 17. Februar: Impfgerücht um Feuerwehren aufgeklärt - Grenzgänger beschäftigen Landratsamt weiter

Landkreis – Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach ist am Mittwoch laut Robert Koch-Institut um eins auf 56 gestiegen. Damit ist die Lage im Landkreis weiter seit Wochen konstant.

Grenzgänger

In Sachen Grenzgänger bleiben die zuständigen Mitarbeiter am Landratsamt gefordert. Am Dienstag waren fünf Personen bis 20 Uhr in der Behörde, rund 500 Anfragen hinsichtlich einer Ausnahme von Einreisebeschränkungen lagen da vor. 228 Bescheinigungen stellten sie aus und meldeten 33 Betriebe mit systemrelevanten Arbeitsplätzen ans Innenministerium. „Die Liste steigt stetig an“, sagt eine Sprecherin des Landratsamts. Die Behörde ihrerseits habe rund 400 Betriebe im Landkreis angeschrieben.

Impfgerücht

Entwarnung gibt das Landratsamt bezüglich eines Gerüchts, dass ein Leser an unsere Zeitung herangetragen hat: Er habe gehört, schreibt uns der Leser, dass Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis geimpft werden sollen, obwohl ihnen dazu die nötige Priorität fehlt. Und das ganz geplant und gezielt am Freitag im Impfzentrum; also nicht kurzfristig und mit übrig gebliebenem Impfstoff. Wie könne es sein, fragt er, dass „Leute geplant geimpft werden, die noch lange nicht an der Reihe sind?“ Wir sollen bitte nachhaken.

Das haben wir getan. Auf Nachfrage unserer Zeitung hat das Landratsamt den Fall aufgeklärt: Zunächst bestätigt die Behörde die Anfrage an die Feuerwehren. Dahinter stecke aber keine Impfkampagne unter Rettern, sondern das Schließen einer Lücke im Programm des Freistaats, das die Impftermine verteilt: Dieses habe bis gestern Impfwillige nicht nach dem Alter unterscheiden können.

Das war ein Problem, denn der Impfstoff von AstraZeneca ist nur für Menschen unter 65 Jahren zugelassen. Für ihn brauchen die Ärzte Impfwillige im richtigen Alter. Um diese schnell finden zu können, wenn Impfdosen zu verfallen drohen, hat es die Regierung, erlaubt, Impfwillige aus niedrigeren Priorisierungsgruppen in Ausnahmefällen vorzuziehen.

Das Impfzentrum Hausham hat daher eine Liste mit Empfängern angelegt, die den AstraZeneca-Impfstoff im Notfall bekommen sollen. Um sie zu füllen, hat es die Feuerwehrler gefragt, wer von ihnen geimpft werden möchte. Viele hätten Interesse bekundet, schreibt das Landratsamt. Dennoch seien nur vier von ihnen geimpft worden, weil sie auch beim Rettungsdienst arbeiten und daher sowieso zur höchsten Priorisierungsgruppe gehören, die momentan geimpft werden darf. Alle anderen müssen sich weiter gedulden.

Seit gestern ist die Liste nun überflüssig: Der Computer übernimmt die altersgerechte Einteilung der Impfwilligen. Das Landratsamt will die angelegte Liste dennoch in der Hinterhand behalten: Sollte die Software einmal ausfallen, könne das Impfzentrum die Dosen so vor dem Wegwerfen retten.

Intensivstation

Das Intensivregister vermeldet für das Krankenhaus Agatharied derzeit, was es vorher monatelang nicht mehr vermeldet hatte: Auf der dortigen Intensivstation liegt derzeit kein einziger Corona-Patient. In der Zeit seit Dezember waren immer deutlich mehr gewesen, teils bis zu zehn gleichzeitig.

Corona im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 17. Februar
Corona im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 17. Februar

Dienstag: 16. Februar: Vier neue Infektionen mit Virus-Mutationen nachgewiesen - Diese Woche 1500 Impfdosen erwartet

Landkreis – Am Dienstag meldete das Landratsamt auf Nachfrage unserer Zeitung vier neue Infektionen mit der ansteckenderen britischen Corona-Mutation im Landkreis. Zwei Menschen hätten sich in anderen Landkreisen angesteckt, bei zweien sei die Infektionskette noch unklar.

Die neuen Fälle stehen laut Landratsamt teils im Zusammenhang mit dem einen bereits bekannten Fall, der vor rund drei Wochen aufgetreten war. Zwei seien Teil eines kleineren Familien-Infektionsherds, die anderen bislang Einzelfälle. Sie seien auf drei Kommunen verteilt. Die genauen Orte möchte die Behörde nicht nennen, weil durch die derzeit niedrige Zahl der Infektionen sonst Rückschlüsse auf die konkreten Personen gezogen werden könnten.

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis ist derweil laut RKI mit 55 Fälle in einer Woche weiter fast unverändert.

Impfungen

Die Corona-Impfungen im Landkreis nehmen Fahrt auf: Dank 1500 zugesicherter Dosen von Biontech und AstraZeneca für diese Woche setzt das Impfzentrum in Hausham derzeit laut Landratsamt täglich 300 bis 420 Menschen ihre erste oder zweite Spritze gegen das Virus. Voraussichtlich könne jedem registrierten Impfwilligen über 80 Jahren bis spätestens Ende März ein Termin angeboten werden, schätzt das Landratsamt. Bisher wurden 4023 Personen im Landkreis mindestens einmal geimpft, 1954 davon zweimal. Nächste Woche soll zusätzlich Impfstoff der Firma Moderna eintreffen.

Wie es weiter heißt, sollen in den kommenden Monaten zusätzliche dezentrale Lösungen die Impfkapazitäten erweitern – etwa mobile Impfteams oder Termine in ausgewählten Hausarztpraxen.

Landrat/Bürgermeister

Entgegen anderslautenden Gerüchten, haben Landrat Olaf von Löwis sowie die Bürgermeister im Landkreis noch keine Impfungen erhalten. Es habe auch noch niemand von ihnen eine Impfung angefragt, meldet das Landratsamt.

Im Gegensatz zu einigen Landkreisen, in denen diverse Würdenträger vorzeitig behandelt wurden, als Impfstoff übrig blieb, hat das Impfzentrum für diesen Fall Listen mit Ersatzpersonen aus den höchsten Prioritätsgruppen angelegt. Werden Dosen nicht benötigt, weil zum Beispiel eine Person ihren Impftermin kurzfristig absagt, telefonieren die Ärzte diese Listen ab und suchen einen neuen berechtigten Empfänger. So bleibt die Reihenfolge gemäß der festgelegten Prioritäten gewahrt.

Impfanmeldung

Vorerst läuft die Impfanmeldung weiter ausschließlich über die Internetseite www.impfzentren.bayern. Das Gesundheitsministerium hat aber angekündigt, dass impfwilligen Senioren Postkarten zur Verfügung gestellt werden sollen, die sie mit ihren Kontaktdaten versehen kostenlos ans Impfzentrum schicken können. Dessen Mitarbeiter helfen dann bei der Registrierung.

Grenzverkehr

Wer über die Grenzübergänge in Bayrischzell oder am Achenpass nach Deutschland einreisen möchte, um hier seiner Arbeit nachzugehen, benötigt seit heute – zusätzlich zum Corona-Negativtest – eine behördliche Ausnahmeerlaubnis. Das Prozedere ist, dass „der Arbeitgeber ans örtlich zuständige Landratsamt melden muss, wenn er Mitarbeiter aus Tirol in systemrelevanten Berufen beschäftigt“, wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilt. Die Behörde prüft den Antrag dann. Die entsprechende Arbeitsanweisung habe die Regierung erst am Sonntagmittag erteilt. Das hat in Miesbach einiges an Tätigkeit ausgelöst. Die Behörde hat daraufhin Handzettel erstellt, die die Grenzpolizei noch am Sonntag – und danach natürlich auch – an jeden Grenzgänger gegeben hat. Bis Dienstagmittag seien knapp 200 Anträge eingegangen, heißt es. Dies muss über den Arbeitgeber geschehen. Die behördliche Prüfung und das Versenden der Bestätigungen per E-Mail hat wohl bis in späten Abend hinein angedauert. „Zusätzlich haben wir ,klassisch‘ systemrelevante Betriebe wie beispielsweise das Krankenhaus abtelefoniert und sie auf die Änderungen hingewiesen“, teilt das Landratsamt mit. „Das war ein richtiger Kraftakt“, sagt Sprecherin Sophie Stadler. Die Teams Katastrophenschutz und Gewerberecht sowie ehrenamtliche Feuerwehrler der „Unterstützungsgruppe Örtlicher Einsatzleiter“ seien hierzu noch am Wochenende kurzfristig eingesprungen.

Corona im Landkreis Miesbach: Dienstag, 16. Februar

Montag, 15. Februar: Lockungen nur, wenn die Inzidenz unter 100 bleibt

Mit der jüngst vom Freistaat beschlossenen Änderung der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung treten auch im Landkreis Miesbach einige Lockerungen in Kraft. Diese sind daran gekoppelt, dass die 7-Tage-Inzidenz eine volle Woche permanent unter 100 liegt. Diesen Wert unterschreitet der Landkreis seit dem 20. Januar deutlich und dauerhaft. Wie das Landratsamt in seinem gestrigen Corona-Update mitteilt, treten damit folgende Lockerungen in Kraft:

- Die nächtliche Ausgangssperre entfällt ab sofort.

- An den Grundschulen findet ab 22. Februar wieder Präsenzunterricht statt, sofern der Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden kann. Ansonsten werden die Kinder im Wechselunterricht beschult. Dies gilt auch für die Jahrgangsstufen 1 bis 4 an den Förderschulen sowie alle Abschlussklassen. All dies immer vorausgesetzt, dass im Landkreis bis dahin die 100er-Marke nicht geknackt wird. Weitere Informationen des Kultusministeriums stehen noch aus.

- Betreuung in Kindertageseinrichtungen kann ab 22. Februar erfolgen, wenn Schutz- und Hygienekonzepte bestehen und feste Gruppen gebildet werden

- Die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung kann ab 22. Februar in Präsenzform erfolgen, wenn der Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden kann.

Das Landratsamt weist ferner darauf hin, dass für die Lockerungen der Inzidenz-Wert des Robert-Koch-Instituts ausschlaggebend ist. Die Landkreise veröffentlicht daher keinen eigenen Wert mehr. Das RKI meldet einen Wert von 54 für Montag.

Coronazahlen im Landkreis vom 15. Februar 2020

Sonntag: 14. Februar: Inzidenz sinkt leicht unter 50

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis ist am Sonntag laut RKI um sechs auf 48 gefallen. Das Landratsamt hat außerdem bestätigt, dass sich im südlichen Landkreis mehrere Menschen am Arbeitsplatz mit Corona infiziert haben. Das erklärt wohl die Fälle in Rottach-Egern und Kreuth: Während die meisten anderen Orte fast virusfrei sind, sind dort derzeit auf die Einwohnerzahl gerechnet mehr Menschen erkrankt. Niedrig sind die Zahlen aber auch hier: Vor einem Monat gab es in Rottach-Egern noch über 50 Fälle. Derzeit sind es elf. Mehr Infektionen pro Einwohner gibt es außerdem in Fischbachau.

Freitag, 12. Februar: Bislang deutlich mehr Frauen als Männer an Corona gestorben, kaum Tote unter 70 Jahren

Landkreis – Eine Statistik, die das Landratsamt am Freitag über die Corona-Toten des Landkreises veröffentlicht hat, verrät Interessantes über die Opfer der Pandemie. Ein Beispiel: Bislang sind deutlich mehr Frauen als Männer dem Virus zum Opfer gefallen. Mit 32 Todesfällen liegen die Damen um mehr als die Hälfte über den Herren mit 20 Toten. Insgesamt sind bislang 52 Landkreisbewohner im Zusammenhang mit Corona verstorben.

Corona im Landkreis Miesbach: Freitag, 12. Februar

Damit sind im Landkreis, wo auf die Einwohnerzahl gerechnet etwas mehr Menschen eine Corona-Infektion erlitten als im deutschlandweiten Durchschnitt, deutlich weniger der Infizierten gestorben: Im Landkreis war es rund jeder 60. Erkrankte, bundesweit fast jeder 30.

Alter

Ebenfalls interessant ist die Altersverteilung der im Landkreis am oder mit dem Virus Verstorbenen. Die Zahl der Toten über 100 Jahren (einer) ist fast identisch mit derer der Toten unter 70 Jahren (zwei). Ähnlich sind auch die Sterbezahlen in den Gruppen der 71- bis 80-Jährigen (elf) und 91- bis 100-Jährigen (14). Die deutlich meisten im Zusammenhang mit dem Virus verstorbenen waren aber zwischen 81 und 90 Jahren alt: In diesem Alter starben bislang 24 Menschen im Zuge der Pandemie.

Da mehr Menschen im Landkreis zu den jüngeren Altersgruppen gehören als zu den älteren, zeigt die Statistik: Corona trifft auch hier vor allem Senioren. Je älter sie sind, umso größer ist die Gefahr.

Pflegeeinrichtungen

Über die Hälfte der Corona-Toten stammt aus stationären Pflegeeinrichtungen. Seit Pandemiebeginn haben sechs von neun stationären Pflegeeinrichtungen im Landkreis je mindestens einen Coronatoten beklagt. Die übrigen drei Einrichtungen sind bislang vom Virus verschont geblieben.

Nach zuletzt zwei größeren Ausbrüchen in Einrichtungen im Tegernseer Tal, ist die Lage bei den insgesamt rund 850 gepflegten im Landkreis derzeit entspannt: Dem Landratsamt sind aktuell keine Neuinfektionen bekannt.

Zeitverlauf

Der tödlichste Pandemie-Monat war bislang der Januar dieses Jahres. Mit 22 Todesfällen starben im Januar fast so viele Menschen wie in allen vorangegangenen Monaten zusammen (insgesamt 24).

Im Februar scheint sich die Lage mit den sinkenden Infektionszahlen zu entspannen: Bislang sind in diesem Monat erst fünf Menschen an oder mit Corona gestorben. Im Dezember waren es 15 Menschen, im April sechs und im Mai vier. Alle anderen Monate waren frei von Todesfällen.

Als Corona-Tote zählt die Statistik alle Menschen, die am oder mit dem Virus verstorben sind. Wie berichtet, unterscheiden die Statistiken nicht, ob Corona für den Tod der Patienten hauptverantwortlich ist. Weil viele Verstorbene Vorerkrankungen hatten und bei Ihnen mehrere Ursachen gemeinsam zum Tod führten, ist diese Unterscheidung meist kaum möglich.

Corona im Landkreis Miesbach: Freitag, 12. Februar
Corona im Landkreis Miesbach: Freitag, 12. Februar
Corona im Landkreis Miesbach: Freitag, 12. Februar

Donnerstag, 11. Februar: Krankenhaus: Anspannung trotz niedriger Inzidenz

Landkreis – Auch wenn die Zahl der im Krankenhaus Agatharied behandelten Corona-Patienten zurückgegangen ist, ist die Lage dort laut Auskunft der Klinik weiter angespannt. Grund dafür sei eine neue Regel, nach der Patienten nur dann in einem gemeinsamen Zimmer behandelt werden dürfen, wenn sie nachweislich am gleichen Virus-Typ leiden – also beispielsweise beide an der britischen Mutation oder am ursprünglichen Virus. Fehlt dieser Nachweis, brauchen die Patienten Einzelzimmer.

Das Problem daran: Weil die Auswertung der Mutationstests einige Tage dauern kann, kann das Krankenhaus Corona-Patienten und Verdachtsfälle in der Zwischenzeit keinem Virus-Typ zuordnen. Daher muss es sie alle in Einzelzimmern unterbringen. „Insbesondere auf der Intensivstation“, schreibt die Klinik unserer Zeitung auf Nachfrage, „bedeutet diese neuerliche Kapazitätseinschränkung eine riesige Herausforderung für uns.“

Das Besuchsverbot im Krankenhaus soll daher vorerst bestehen bleiben. Wie lange genau, ist offen. „Wir fahren hier auf Sicht“, schreibt die Klinik. „Unser Koordinierungsstab bewertet stets die aktuelle Situation und orientiert sich derzeit auch am im Landkreis geltenden Lockdown.“

Mutationen/Tirol

Auch wenn Tirol die ansteckendere südafrikanische Variante des Coronavirus bereits hundertfach nachgewiesen wurde und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) deswegen Grenzschließungen ins Gespräch gebracht hat, hat die Nähe zum österreichischen Bundesland den Landkreis Miesbach laut Landratsamt bislang nicht belastet. Ihr lägen keine Informationen vor, dass ungewöhnlich viele Infektionen aus Tirol in den Landkreis geschwappt seien, schreibt die Behörde auf Nachfrage unserer Zeitung. Die vor rund zwei Wochen festgestellte Infektion mit einer Mutation des Coronavirus im Landkreis sei weiterhin die einzige geblieben.

Die Frage war aufgekommen, weil die südlichen Landkreisgemeinden Kreuth, Fischbachau, Bayrischzell und Rottach-Egern mit die höchsten Infektionszahlen pro 100 Einwohner aufweisen. Während in den meisten anderen Orten die aktiven Fälle in den einstelligen Bereich zurückgefallen sind – selbst im deutlich größeren Holzkirchen sind es nur zehn – wurden in Rottach-Egern alleine am Mittwoch sechs Menschen positiv auf Corona getestet. Laut Landratsamt hat dies aber nichts mit der Nähe zu Tirol zu tun. Es handele sich um „normale Fälle“.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Mutationen unbemerkt im Landkreis verbreitet haben, scheint gering: Alle im Testzentrum des Landkreises in Miesbach genommenen Abstriche werden laut Landratsamt auf Mutationen untersucht. Bei den übrigen Tests hängt dies, wie berichtet, vom Labor ab, dass der testende Arzt mit der Auswertung beauftragt. Die meisten Labore würden aber inzwischen automatisch nach Mutationen suchen.

Lehrer-Impfungen

Das Landratsamt ist zuversichtlich, Lehrer und Erzieherinnen im Landkreis gegen Corona impfen zu können. Wie im Mantelteil berichtet, sollen Grundschullehrer und Erzieher deutschlandweit von der dritten Impfpriorität in die zweite hochgestuft werden, um ihnen noch vor möglichen Schul- und Kindergartenöffnungen die Spritze zu ermöglichen.

Im Landkreis ist zwar derzeit Impfstoff knapp, das Landratsamt kann sich aber vorstellen, den Impfstoff von AstraZeneca auch für Lehrer und Erzieher zu verwenden. Dieser ist nur für Menschen bis 64 Jahren zugelassen und wird derzeit Ärzten und Mitarbeitern im Gesundheitswesen gespritzt, die im Kontakt mit Corona-Patienten arbeiten. „Von unserer Seite kein Problem“, schreibt die Behörde. „Wir könnten loslegen, falls die Verordnung geändert wird und die entsprechende Anzahl an Impfdosen zur Verfügung gestellt wird.“

Corona im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 11. Februar
Corona im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 11. Februar

Mittwoch, 10. Februar: Inzidenz steigt

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach ist am Mittwoch wegen zwölf neuer Infektionen über die 50er-Marke gesprungen: Für 14 Uhr lag der Wert laut Landratsamt bei 58. Genau die Hälfte der neuen Fälle, nämlich sechs, wurde aus Rottach-Egern gemeldet.

Corona im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 10. Februar
Corona im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 10. Februar

Dienstag, 9. Februar: Diese Woche neuer Impfstoff, aber nicht für Senioren

Obwohl der Landkreis diese Woche neuen Corona-Impfstoff erhalten wird, müssen viele Senioren weiter auf einen Termin für ihren Piks warten. Grund dafür sind die Hersteller: Biontech/Pfizer liefert laut Landratsamt weiter nur in unregelmäßigen Abständen wenige Dosen für Erstimpfungen. Moderna habe die Zusage für seinen Impfstoff ganz zurückgezogen. Lediglich AstraZeneca wird diese Woche Dosen für Erstimpfungen in den Landkreis schicken – diese sind aber nur für Personen unter 64 Jahren zugelassen.

Das Team des Impfzentrums hat daher beschlossen, den AstraZeneca-Impfstoff ausschließlich Ärzten und Mitarbeitern des medizinischen Sektors anzubieten, die wegen ihres Berufs ein erhöhtes Infektionsrisiko haben. Dieser Vorschlag wird laut Landratsamt sehr gut angenommen. Die Termine seien bereits fast ausgebucht.

Diese Vergabe ist möglich, weil der Bund seine Impfverordnung angepasst hat: Zu den bekannten Prioritätsgruppen kommt nun der Zusatz, für die Altersgruppe geeigneten Impfstoff verwenden zu müssen. Das erlaubt die Impfung von Jüngeren, wenn nur der AstraZeneca-Impfstoff zur Verfügung steht. Für das Impfzentrum, betont das Landratsamt, bedeutet die Regel aber eine weitere logistische Herausforderung.

Obwohl die Nachfrage in der besonders priorisierten Gruppe der Über-80-Jährigen laut Landratsamt besonders hoch ist, könne das Impfzentrum ihnen weiter nur wenige Termine anbieten. Sollte künftig doch Moderna-Impfstoff eintreffen, wird es auch für sie mehr Gelegenheiten geben. Welchen Impfstoff die Geimpften erhalten, werden sie sich aber nicht aussuchen können.

Telefon-Anmeldung

Gute Nachrichten liefert das Landratsamt derweil für Menschen, die bislang an der Anmeldung zur Impfung im Bayerischen Impfportal unter www.impfzentren.bayern gescheitert sind: Sie können sich ab sofort telefonisch im beim Haushamer Impfzentrum registrieren. Vor allem für Menschen, die keinen Internet-Zugang haben, hat das Impfzentrum unter 0 80 25 / 7 04 77 77 eine Telefonnummer eingerichtet, die sie bei der Anmeldung unterstützt.

Diese Nummer hilft ausschließlich bei der Anmeldung im Impfportal. Termine selbst können dort nicht vereinbart werden. Wie berichtet, läuft deren Vergabe nach der Anmeldung im Impfportal automatisch. Ein Computerprogramm berechnet, wer wann an der Reihe ist und schickt den Betreffenden ein E-Mail. Wer sich nun telefonisch für einen Termin registriert, erhält seine Bestätigung per Post und die Info zur Terminvereinbarung per Telefon aus dem Haushamer Impfzentrum.

Das Landratsamt weist darauf hin, dass die telefonische Anmeldung den Impftermin wegen des Postversands der Unterlagen eher verzögert, keinesfalls aber beschleunigt. Die Mitarbeiter am Telefon könnten auch weder Fragen zur Impfung beantworten noch Termine ändern oder bestätigen. Für Impfwillige sei es daher weiter besser, Freunde, Verwandte oder Bekannte um Unterstützung bei der Online-Anmeldung zu bitten, als die Telefonnummer zur Registrierung zu wählen.

Bisherige Impfungen

Insgesamt wurden im Landkreis laut Landratsamt bisher 3345 Personen mindestens einmal gegen Corona geimpft. 2136 davon waren weiblich, 1205 männlich und vier divers. Das sind rund 700 mehr als bei der letzten Veröffentlichung des Werts vor rund zwei Wochen.

Das Landratsamt plant, die Zweitimpfungen in den Pflegeeinrichtungen diese Woche abzuschließen. Dann seien alle impfwilligen Bewohner und Mitarbeiter in allen Pflegeeinrichtungen des Landkreises zweimal geimpft.

Alter der bisher Geimpften

unter 20 Jahren: 32
20 bis 29 Jahre: 220
30 bis 39 Jahre: 358
40 bis 49 Jahre: 490
50 bis 59 Jahre: 554
60 bis 69 Jahre: 331
70 bis 79 Jahre: 248
80 Jahre und älter: 1112

Corona im Landkreis Miesbach: Dienstag, 9. Februar
Corona im Landkreis Miesbach: Dienstag, 9. Februar

Montag, 8. Februar: Inzidenz sinkt unter 50 - drei weitere Todesfälle

Eine positive, aber auch eine negative Nachricht lassen sich aus der heutigen Corona-Statistik des Landratsamtes herauslesen. Einerseits ist die 7-Tage-Inzidenz erstmals seit Langem wieder unter die Marke von 50 gesunken. Sie lag am Montag bei 49. Andererseits meldet das Gesundheitsamt seit dem letzten Update am Donnerstag, 4. Februar, auch drei weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl steigt damit auf 49.

Freitag, 5. Februar: Weiter Wirbel um 50er-Inzidenz - Grippe heuer selten

Landkreis – Glück hatte der Landkreis Miesbach bei der 7-Tage-Inzidenz, die das Robert Koch-Institut am Freitag für ihn vermeldet hat: Mit einem Wert von 48 lag er knapp unter der Marke von 50 Fällen, die er sieben Tage in Folge unterschreiten muss, um Lockerungen der Corona-Regeln mit der Regierung von Oberbayern absprechen zu dürfen. Für diese Regelung sind die Zahlen des RKI entscheidend.

Die 50er-Marke hatte der Landkreis am Donnerstag laut Landratsamt überschritten (wir berichteten). Wegen des unterschiedlichen Stichzeitpunkts – das RKI misst die Inzidenz um 0 Uhr, das Landratsamt um 15 Uhr – liegt er in den Zahlen des Instituts nun aber den zweiten Tag in Folge darunter.

Ob der Landkreis die 50er-Marke noch die für Lockerungen nötigen fünf weiteren Tage unterschreiten wird, scheint fraglich. Auch in den Zahlen des RKIs ist er dem Schwellenwert durch die vielen Neuinfektionen des Donnerstags äußerst nahe gekommen. Damit er sie nicht überschreitet, müssten nun ausschließlich Tage mit wenig Infektionen folgen.

Corona im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 4. Februar

Bleibt der Landkreis über das Wochenende unter der 50er-Marke, wird die Corona-Koordinierungsgruppe des Landratsamts am Montag Kontakt zur Regierung von Oberbayern aufnehmen und mit ihr mögliche Lockerungen besprechen. Hohe Erwartungen dämpft das Landratsamt allerdings bereits jetzt. Es wolle die „hart erkämpften Erfolge“ nicht gefährden. Die Absprache mit der Regierung von Oberbayern solle helfen, Lockerungen an die Infektionslage der umliegenden Landkreise anzupassen, erklärte die Behörde Donnerstag. „Wir würden uns im Zweifelsfall den Lockerungsvorschlägen der Regierung anschließen.“

Das Landratsamt hat am Freitag keine Corona-Zahlen für den Landkreis veröffentlicht.

Grippe und Norovirus

Ein positiver Nebeneffekt der Corona-Pandemie: Durch die Schutzmaßnahmen sind die Grippe und das Norovirus im Landkreis fast ausgestorben. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Dr. Florian Meier, Hausarzt und Ärztlicher Koordinator für Corona im Landkreis. Normalerweise sei die Zeit von Ende Januar bis nach dem Fasching Hochsaison für Grippe und Norovirus mit zusammen hunderten Infektionen. Heuer habe es bislang erst einen einzigen Grippefall im Landkreis gegeben. Das Norovirus sei noch gar nicht aufgetreten. Auch andere Infektionskrankheiten seien viel seltener als sonst. Meier: „Ich erwarte nicht, dass da noch viel kommt.“

Zu den niedrigen Zahlen dürften die heuer häufigeren Grippe-Impfungen beigetragen haben, in erster Linie wohl aber die Corona-Regeln. Früher hätten sich viele Menschen im Bus, im Zug oder beim Einkaufen angesteckt, sagt Meier. „Das passiert heuer alles nicht.“

Trotzdem, betont Meier, sollten sich die Menschen weiter gegen Grippe impfen lassen. Es gebe noch Impfstoff; gerade Risikopatienten sollten sich schützen, statt leichtsinnig zu werden.

Donnerstag, 4. Februar: Inzidenz springt wieder auf 50 – Weg zu Lockerungen wohl lang

Landkreis – Wie lang der Weg zu Lockerungen der Corona-Regeln im Landkreis trotz der weiter niedrigen Inzidenz werden kann, hat der Donnerstag gezeigt: Zwar hat das Robert Koch-Institut Donnerstagnacht um 0 Uhr für den Landkreis erstmals die Zahl vermeldet, die den Weg zu ersten Lockerungen vorzeichnen könnte. Das Institut bescheinigte dem Landkreis eine 7-Tage-Inzidenz von 45 – der erste Wert unter 50 seit Monaten. Bliebe die Inzidenz eine Woche lang unter dieser Schwelle, dürfte der Landkreis mit der Regierung von Oberbayern Lockerungen besprechen.

Doch schon am Donnerstagnachmittag zeigte das Landratsamt, wie fragil die derzeitige Lage ist: Um 15 Uhr meldete die Behörde 18 Neuinfektionen. Damit stieg die Inzidenz wieder auf 50. Die Fortschritte der vergangenen Tage waren zerstört.

Zwar berechnet das RKI seinen nächsten Wert erst um Mitternacht. Dieser stand bei Redaktionsschluss also noch nicht fest. Doch ein Tag mit 18 Infektion bedeutet: Solange dieser in die 7-Tage-Inzidenz zählt, kann diese kaum unter 50 fallen. Dazu müssten die verbleibenden Tage viel weniger Infektionen bringen, als sie in den vergangenen Wochen im Durchschnitt aufgetreten sind.

Der Ausschlag des Donnerstags zeigt auch: Schon ein Ausbruch in einer größeren Familie oder einer Pflegeeinrichtung könnte den Landkreis wieder deutlich über die 50er-Inzidenz katapultieren. Vorerst scheinen dauerhaft sinkende Infektionszahlen unter der 50er-Marke daher unrealistisch.

Hohe Erwartungen an umfangreiche Lockerungen dämpft das Landratsamt ohnehin: „Zu schnelle, zu umfangreiche Lockerungen würden die gerade hart erkämpften Erfolge gefährden“, schreibt die Behörde am Donnerstag auf Nachfrage. Landrat Olaf von Löwis (CSU) warnt in den Sozialen Medien schon seit einiger Zeit vor den Folgen verfrühter Lockerungen.

Ebenfalls interessant: Mit den 18 Fällen des Donnerstags hat der Landkreis erstmals die Marke von 3000 Corona-Fällen seit Beginn der Pandemie überschritten. Das heißt: Drei Prozent aller Menschen – also fast jeder Dreißigste – hatte den Virus bereits. Die überwältigend Mehrheit dieser Fälle – rund 2300 – stammt aus der zweiten Welle seit Oktober.

Mittwoch, 3. Februar: Kinos trotzen der Pandemie

Der lange Lockdown macht den Kinos im Landkreis Miesbach weiter das Leben schwer. Wir haben beim Kino am Tegernsee in Weissach,beim Fools-Kino in Holzkirchen und beim Oberland-Kinocenter in Hausham nachgefragt, wie es den Betreibern geht.

Auch interessant

Kommentare