Coronavirus im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 7. Januar
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Coronavirus im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 7. Januar

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Corona-Krise und Lockdown im Landkreis Miesbach: Inzidenz steigt - Weniger als 100 Impfdosen zum Wochenende

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Der harte Lockdown gilt weiter im Landkreis Miesbach. Die neuesten Entwicklungen rund um die Corona-Krise in der Region fassen wie hier im Ticker zusammen.

  • Seit Mittwoch, 16. Dezember, gilt auch im Landkreis Miesbach der harte Lockdown.
  • Hier lesen Sie alle News und Entwicklungen rund um die Corona-Krise und die Infektionszahlen im Landkreis Miesbach.
  • Was geschlossen hat und was offen sowie was erlaubt ist und was nicht, lesen Sie in unserer großen Lockdown-Bayern-Übersicht. Die aktuelle Inzidenz-Entwicklung in ganz Bayern entnehmen Sie unserer interaktiven Corona-Karte.
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Donnerstag, 7. Januar: Inzidenz steigt deutlich - Weniger als 100 Impfdosen zum Wochenende

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach ist am Donnerstag auf 146 gestiegen. Schuld daran sind drei Tage mit deutlich mehr Infektionen als seit Anfang des Jahres: Während von 1. bis 4. Januar nur insgesamt 35 neue Fälle bekannt wurden, waren es in den drei Tagen danach insgesamt 111 – mehr als dreimal so viele. Zum Vergleich: Setzt sich die hohe Zahl neuer Infektionen ähnlich fort, würde der Landkreis am Montag oder Dienstag die Schwelle von 200 Infektionen in sieben Tagen überschreiten, ab der der Bewegungsradius für Freizeitausflüge auf 15 Kilometer beschränkt wird.

Damit ist der schnelle Anstieg der Infektionszahlen eingetreten, den das Gesundheitsamt vorhergesagt hatte. Dieser könnte durch die Zusammenkünfte an Weihnachten ausgelöst und durch die nun mehr und mehr wieder öffnenden Arztpraxen festgestellt worden sein.

Infektionsgeschehen

Für diese Annahmen spricht, dass sich laut Landratsamt mehrere größere Infektionsschwerpunkte in Familien gebildet haben. Kleinere Cluster bestehen außerdem in zwei Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen im Schlierach-Leitzachtal und im Nordlandkreis.

Neue Fälle gab es auch in der Senioreneinrichtung im Tegernseer Tal: Derzeit haben Schnelltests elf von etwa 70 Bewohnern eine Infektion bescheinigt. Die Ergebnisse der genaueren PCR-Tests stehen noch aus. In der Asyl-Gemeinschaftsunterkunft in Warngau gibt es ebenfalls einen weiteren positiven Fall. Hier wuren nun 28 von 47 Bewohnern positiv auf Covid getestet.

Impfungen

Am Wochenende soll der Landkreis eine neue Impfstoff-Lieferung erhalten – allerdings in überschaubarer Größe. Voraussichtlich werden es weniger als 100 Dosen sein, die Bewohnern und Pflegern in Pflegeeinrichtungen sowie priorisiertem Personal im Krankenhaus gespritzt werden sollen.

Keine Neuigkeiten gibt es daher für das Impfzentrum in Hausham: Da weiter kein Impfstoff zur Verfügung steht, können noch keine Termine vereinbart werden. Die Terminvergabe soll laut Landratsamt beginnen, sobald ausreichend Impfstoff geliefert wurde. Das Impf-Team sei allerdings „sehr zuversichtlich, bald alle Bewohner des Landkreises, die eine Impfung wünschen, mit einer solchen versorgen zu können“.

Pfleger

Während einige Landkreise im Freistaat von geringer Impfbereitschaft unter Pflegepersonal berichten (siehe Bayern), scheint die Nachfrage im Landkreis Miesbach deutlich höher zu sein: Laut Dr. Thomas Straßmüller, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Miesbach, wünschen hier knapp zwei Drittel aller Pfleger in Altenpfleger eine Impfung.

Ähnlich ist die Lage im Krankenhaus Agatharied: Ein Sprecher berichtet von rund 30 Mitarbeitern pro Tag, die sich für Impfungen vormerken lassen. „Ich habe den Eindruck, dass sich in unserem Landkreis sehr viele Menschen impfen lassen wollen“, sagt Straßmüller. „Die Erfahrungen aus anderen Landkreisen können wir nicht bestätigen.“

Intensivstationen

Auf der Intensivstation des Krankenhauses Agatharied belegen Patienten mit Covid derzeit sechs von 26 Betten. Das entspricht rund einem Viertel. Damit liegt der Landkreis im bayernweiten Schnitt: In ganz Bayern liegt in 27 Prozent aller Betten ein Covid-Patient.

Ähnlich ist die Lage im gesamten Zweckverband für Rettungsdienst Rosenheim, zu dem neben dem Landkreis Miesbach auch die Stadt und der Landkreis Rosenheim gehören: Corona-Patienten belegen hier 28 von insgesamt 113 Intensivbetten – ebenfalls fast exakt ein Viertel der verfügbaren Plätze. Da Patienten im Zweckverband problemlos zwischen Krankenhäusern verlegt werden können, zeigt die Zahl des gesamten Zweckverbands die Belastung der Intensivstationen.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 7. Januar
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 7. Januar

Mittwoch, 6. Januar: Inzidenz sinkt weiter, zwei neue Todesfälle

Auch wenn das Landratsamt am Feiertag keine neuen Zahlen vermeldete: Aus dem Dashboard des Robert-Koch-Instituts (RKI) geht hervor, dass die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach weiter gesunken ist. Der Wert liegt jetzt bei 111. Am Montag waren es noch 124 Neuinfektionen in sieben Tagen. Die Zahl der an oder mit Corona verstorbenen Personen ist hingegen weiter gestiegen. Von 22 auf 24.

Montag, 4. Januar: Kein Start-Termin für Impfzentrum - Steigende Zahlen erwartet

Das Impfzentrum in Hausham bleibt laut Landratsamt vorerst weiter geschlossen. Einen verbindlichen Öffnungstermin können die Behörde mangels Impfstoff derzeit nicht nennen. Landkreis-Bewohner über 80 Jahren werden vom Zentrum benachrichtigt, sobald Impfstoff eintrifft und sie Termine vereinbaren können.

Das Team des Impfzentrums plant weiter, bis Ende Januar alle Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen, die eine Impfung wünschen, mit Impfstoff zu versorgen. Die zweite Dosis für die bisher Geimpften ist laut der Regierung von Oberbayern gesichert. Mobile Teams haben bisher 900 Impfdosen im Landkreis verabreicht. Die nächste Impfstoff-Lieferung ist für 9. Januar angekündigt.

Todesfall

Das neue Jahr hat den ersten Todesfall im Zusammenhang mit Corona gebracht. Ein positiv getesteter Mann im hohen Alter sei verstorben, meldet das Landratsamt. Ob er am oder nur mit Virus gestorben ist, ist nicht bekannt. Damit sind dem Gesundheitsamt 22 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona bekannt; zwölf davon seit 8. Dezember.

Inzidenz

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis ist am Montag auf 124 gefallen. Damit liegt sie weit unter der 200er-Marke, die sie am 24. Dezember überschritten hatte. Seitdem waren wenige Neuinfektionen gemessen worden.

Auch wenn der vom Landratsamt befürchtete Anstieg der Corona-Zahlen nach den Feiertagen damit bisher ausgeblieben ist, rechnet die Behörde für die nächsten Tage weiter mit mehr Fällen. Sobald alle Praxen geöffnet haben und die Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen vorbei ist, dürften die positiven Tests zunehmen, schreibt die Behörde in einer Meldung.

Infektionsgeschehen

Corona verbreitet sich im Landkreis weiter diffus mit kleineren Clustern. In der Asylbewerberunterkunft in Warngau sind nach einem weiteren positiven Fall nun 27 der 47 anwesenden Bewohner positiv getestet worden. Das Landratsamt hat die Quarantäne in der Einrichtung verlängert. Außerdem bestehen kleinere Cluster in einer Senioreneinrichtung und einer Rehaklinik im Tegernseer Tal, sowie in zwei Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen im Schlierach-Leitzachtal und im Nordlandkreis. Die Ausbrüche in den Einrichtungen sind laut Landratsamt gut eingrenzbar.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Montag, 4. Januar
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Montag, 4. Januar

Mittwoch, 30. Dezember: Mobile Impfteams verabreichen 260. Spritze - Zeitplan für Über-80-Jährige unklar

Landkreis – Der Impfstart ist geglückt – und viele warten bereits ungeduldig auf die erste eigene Spritze. Wie es in der kommenden Zeit weitergeht, wie sich Bürger auf die Impfung vorbereiten können und welche Unsicherheiten noch bestehen, beantworten Organisatoren aus dem Landkreis.

Wer wird als erstes geimpft? Mobile Impfteams fahren seit vergangenem Sonntag Pflege- und Altenheime des Landkreises an. Deren Bewohner und Mitarbeiter gehören zu den ersten Menschen, die geimpft werden. Dr. Thomas Straßmüller, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Miesbach, setzte die erste Spritze (wir berichteten). „Wir hoffen, mit diesen Einrichtungen bis Ende Januar durch zu sein“, sagt der Arzt. Ebenfalls in der ersten Gruppe seien alle Über-80-Jährigen, die Krankenhausmitarbeiter der Intensiv- und Covid-Stationen sowie Notärzte. Sobald genug Impfstoff vorhanden ist, öffnet das Impfzentrum für diese Gruppe – je nach Anzahl der verfügbaren Dosen – auch parallel zum Einsatz der mobilen Teams.

Was gilt es als Bürger jetzt zu tun? Die 7500 Über-80-Jährigen im Landkreis Miesbach werden laut der Organisatorin des Impfzentrums Beate Faus postalisch benachrichtigt. Termine vergebe das Impfzentrum ab dem Tag seiner Öffnung mit einem Altersnachweis (Zeitpunkt offen) – die Briefe sind dafür keine Voraussetzung, werden aber rechtzeitig verschickt. Vorab können Personen der ersten Gruppe online unter www.landkreis-miesbach.de/impfzentrum Anamnese-Bögen herunterladen und ausfüllen. Straßmüller bittet, derzeit von Aufklärungs-Besuchen bei Hausärzten abzusehen. „Die Ärzte werden in der kommenden Zeit mit Fachinformationen versorgt und können Patienten erst danach beraten“, sagt der Kreisverbands-Vorsitzende.

Kann man die Impfung verpassen? Laut Straßmüller ist diese Gefahr gering. „Der Landkreis informiert rechtzeitig, Terminanmeldungen sind dann telefonisch und elektronisch möglich.“ Faus betont: „Bis wir die rund 900 Altenheim-Bewohner geimpft haben, bitten wir andere Menschen der ersten Gruppe um Geduld.“ Anrufe beim Impfzentrum mit teils aggressivem Tenor seien bis dahin wenig hilfreich.

Was machen bettlägerige Personen? Die Frage, wie Menschen geimpft werden, die nicht im Heim wohnen, aber auch nicht ins Impfzentrum kommen können, treibt Straßmüller um, ist aber noch offen. „Die Impfstoffe werden bei minus 80 Grad geliefert“, erklärt er. Nach dem Auftauen werden die Dosen mit Kochsalzlösung verdünnt und sind dann für je fünf Personen portioniert. „In diesem Zustand ist der Impfstoff eigentlich zu sensibel, um ihn zu fünf verschiedenen Haushalten zu transportieren“, sagt Straßmüller. Deshalb müssten die Menschen voraussichtlich entweder doch ins Impfzentrum gebracht werden oder man müsse einen anderen, haltbareren Impfstoff verwenden. Auch über dieses Vorgehen werde aber rechtzeitig aufgeklärt.

Gab es im Landkreis Nebenwirkungen? Laut Sophie Stadler, Pressesprecherin des Landratsamts, wurden bisher rund 260 Menschen geimpft. Klagen über leichte Nebenwirkungen haben sich Straßmüller zufolge bisher auf Kopfschmerzen, Schmerzen an der Einstichstelle und eine vorübergehend erhöhte Körpertemperatur beschränkt. Die Impfbereitschaft war in den Heimen mit 60 bis 75 Prozent Teilnahmequote bisher hoch, Zwang und Druck gebe es aber auch dort nicht.

Wie geht es jetzt weiter? Am heutigen Donnerstag rechnet das Landratsamt mit einer dritten Impfstoff-Lieferung – 325 weitere Menschen sollen damit geimpft werden können. Insgesamt hat Miesbach dann 750 Dosen bis zum Jahresende erhalten, rund 260 davon wurden bis Mittwochabend bereits gespritzt. Die verbleibenden 490 Dosen verwenden die mobilen Impfteams in den kommenden Tagen für Heimbewohner. „Für das neue Jahr ist noch nicht bekannt, wie viele Dosen wann zugeteilt werden“, sagt Stadler. Straßmüller begründet das mit der Geheimhaltung der Lieferwege – auch er wisse nicht, welche Routen geplant sind.

Ab Mitte Januar startet voraussichtlich die zweite Impfreihe in den Pflege- und Altenheimen. Parallel dazu, oder danach – abhängig vom Umfang der Lieferungen – öffnet das Impfzentrum, Briefe werden an die Über-80-Jährigen verschickt und Terminvereinbarungen laufen an. Die Aufklärungsarbeit der Patienten durch ihre Hausärzte könnte Straßmüller zufolge in einigen Wochen starten. Bis dahin bittet er um Geduld. nap

Einen Blumenstrauß in Coronavirus-Form überreichte der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Thomas Straßmüller (2.v.l.), an dessen Verwaltungsleiterin Beate Faus. Für Vize-Kreisgeschäftsführer Simon Horst (l.) vom BRK gab es eine symbolische Spritze. Mit dabei bei der Vorstellung des Gebäudes waren außerdem (v.r.) Landrat Olaf von Löwis, Landratsamts-Verwaltungschef Martin Pemler und Christian Pölt, Leiter des Katastrophenschutzes.

Montag, 28. Dezember: Diffuses Infektionsgeschehen wegen mehrerer Cluster

Dem Gesundheitsamt Miesbach wurden am 23.12. 48 Neuinfektionen und am Heiligabend sogar 68 Neuinfektionen gemeldet – die zweit- und dritthöchste Anzahl an Neuinfektionen pro Tag seit Beginn der Pandemie. Mehr Fälle (98) wurden nur am 23.03. gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz ist mit über 200 so hoch wie nie im Landkreis.

Seit dem Heiligabend wurden mit insgesamt 51 Fällen in vier Tagen zwar wieder deutlich weniger Fälle gemeldet, aber Entwarnung gibt das Gesundheitsamt nicht – im Gegenteil. Weil viele Arztpraxen über die Feiertage geschlossen gehabt hätten, geht das Gesundheitsamt davon aus, dass viele erst jetzt zum Testen gehen und die Zahlen in den kommenden Tagen erneut steigen. Das Infektionsgeschehen im Landkreis ist nach wie vor diffus, d.h. durch alle Gemeinden und Bevölkerungsgruppen verteilt. Jedoch sind kurz vor bzw. an den Feiertagen einige größere Cluster aufgedeckt worden:

Ein Autofahrer lässt sich im Corona-Testzentrum des Landratsamtes Miesbach einen Abstrich nehmen.

Wie berichtet wurde ein Bewohner einer Asyl-Gemeinschaftsunterkunft in Warngau positiv auf das Virus getestet. Er und sein direkter Mitbewohner wurden daraufhin für die Quarantäne-Zeit in eine andere, leerstehende Wohnung im Landkreis verlegt. Die anschließende Reihentestung in der Einrichtung zeigte allerdings, dass das Virus schon weit verbreitet ist: 25 der 45 Getesteten sind positiv. Es macht infektiologisch keinen Sinn mehr, so viele positive Bewohner für die Quarantänezeit in andere Unterkünfte zu verlegen, abgesehen davon, dass die freien Kapazitäten in der Unterbringung von Geflüchteten sehr begrenzt sind. Die Bewohner bleiben also in der Unterkunft. Ihnen wird dort der Aufenthalt im Freien durch die Abgrenzung des Grundstücks mit einem Bauzaun ermöglicht.

Weiter verantwortlich für den starken Anstieg der Zahlen sind vier Familien-Infektionscluster. In vier einzelnen Familienverbänden sind jeweils bis zu zehn Personen positiv getestet worden.

Bei den übrigen Fällen handelt es sich um Einzelfälle oder kleinere Haushalte.

Dem Gesundheitsamt wurden außerdem vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet: Drei Männer und eine Frau, alle im sehr hohen Alter, verstarben an oder mit dem Virus. Insgesamt sind bisher 21 Personen an oder mit dem Virus verstorben; elf davon seit 08.12.2020.

Sonntag, 27. Dezember: Inzidenz bei 203

Die Entwicklung, die sich bereits abgezeichnet hat, ist eingetreten: Über die Weihnachtstage ist die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis nach Angaben des Robert-Koch-Instituts auf 203 gestiegen und hat damit den Schwellenwert von 200 überschritten. In der Praxis hat dies keine Auswirkungen, da mittlerweile bereits landesweit ein harter Lockdown und zwischen 21 und 5 Uhr eine erweiterte Ausgangssperre gelten. Mit aktualisierten Zahlen aus den einzelnen Gemeinden ist Anfang der Woche zu rechnen.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Die Zahlen von Mittwoch, 23. Dezember. Inzwischen liegt die Inzidenz bei 203.

Mittwoch, 23. Dezember: Inzidenz schnellt hoch - Ausbruch im Krankenhaus

Im Krankenhaus Agatharied ist das Coronavirus ausgebrochen. Am Dienstagabend sind dort fünf Patienten positiv getestet worden, die bei der Aufnahme noch negativ waren. Das Krankenhaus hat daraufhin mit sofortiger Wirkung ein Besuchsverbot für die gesamte Einrichtung sowie einen teilweisen Aufnahmestopp für einzelne Stationen verhängt erlassen. In dringenden Notfällen sind Ausnahmen vom Besuchsverbot möglich, wenn diese mit der zuständigen Station abgestimmt wurden.

Die Corona-Neuinfektionen im Landkreis haben derweil am Dienstag und Mittwoch deutlich zugenommen. Nach 43 neuen Fällen am Dienstag wurden am Mittwoch 48 Menschen positiv getestet. Die 7-Tage-Inzidenz stieg dadurch nach einer Wochen um die 130er-Marke innerhalb von 48 Stunden auf 186 – der höchste Wert seit über einem Monat. Werden heute erneut ähnlich viele Fälle gemeldet, könnte der Landkreis bereits um Mitternacht den Schwellenwert von 200 überschreiten, ab dem neue Einschränkungen nötig werden.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 23. Dezember
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 23. Dezember

Dienstag, 22. Dezember: Besuchsverbot in kbo-Klinik Agatharied - Asyunterkunft unter Quarantäne

Landkreis – Das Landratsamt hat die Totes-Zahlen der zweiten Corona-Welle klargestellt. Seit rund einer Woche hatten Behörden unterschiedliche Zahlen zu den Verstorben gemeldet – das schien auch dem Gesundheitsamt unerklärlich. Nun hat es die richtigen Werte in einer Meldung dargelegt.

Die Toten

Demnach sind während der zweiten Welle bisher sieben Landkreis-Bürger an oder mit dem Coronavirus verstorben: zwei am 8. Dezember, eine am 15. Dezember, zwei am 16. Dezember, eine am 17. Dezember und eine am 21. Dezember, dem Montag dieser Woche. Bei den Verstorbenen handelt sich um sechs Frauen und einen Mann im Alter von 70 bis 92 Jahren. Fünf von ihnen wohnten in Pflegeeinrichtungen im und außerhalb des Landkreises. Die Gesamtzahl der toten seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 17.

Ob die Toten an Corona oder in Zusammenhang damit gestorben sind, ist nicht bekannt. Gemäß den Richtlinien von LGL und RKI unterscheiden die Statistiken nicht zwischen beiden Ursachen. Laut Landratsamt haben die Bewohner von Pflegeeinrichtungen aber meist längere Krankheitsgeschichten. Zum Tod führten daher meist mehrere Gründe: die Vorerkrankungen, die zusätzliche Belastung durch das Virus, der fehlende Lebenswille, weiter gegen die Krankheiten zu kämpfen.

Außerdem sind im Sommer zwei Frauen und ein Mann im sehr hohen Alter verstorben, die sich im Frühjahr mit dem Virus infiziert hatten. Da zwischen Infektion und Tod mehrere Monate lagen, zählen sie nicht als Corona-Tote in die Statistik.

Die Verwirrung

Das Gesundheitsamt hat auch die Ursache der Abweichungen ermittelt: Bei mehreren Personen sei die Meldeadresse und damit die Zuständigkeit des Gesundheitsamtes unklar gewesen. Normalerweise werden alle Daten von dem Gesundheitsamt gemeldet, in dessen Zuständigkeit der Verstorbene seinen ersten Wohnsitz hat. Unter der Last der derzeit vielen Fälle, haben Gesundheitsämter versehentlich einigee Tote im Zuständigkeitsbereich anderer Gesundheitsämter gemeldet. Daher die Probleme.

Diese trete beispielsweise auf, wenn Senioren nicht in ihrer Pflegeeinrichtung, sondern an ihrer Heimatadresse gemeldet sind. Dann müssten sie als Coronafälle des Heimatlandkreises zählen, seien aber in einigen Fällen in die Statistik des Landkreises, in dem die Pflegeeinrichtung steht, gerutscht. Das Problem sei nun behoben.

Asylunterkunft

In Warngau ist am Dienstag eine Asylunterkunft für 52 Personen unter Quarantäne gestellt werden, nachdem ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Der positiv Getestete und sein direkter Zimmernachbar verbringen die Quarantäne in einer anderen, aktuell leer stehenden Unterkunft im Landkreis. Die übrigen 50 Bewohner, darunter 17 Kinder, stehen vorerst 14 Tage unter Quarantäne. Um den Bewohnern den Aufenthalt an der frischen Luft zu ermöglichen, hat das Landratsamt rund um die Einrichtung einen Bauzaun errichten lassen.

Isoliert: 52 Bewohner dieser Asylunterkunft in Warngau stehen unter Quarantäne. Einer war positiv auf Corona getestet worden. Er und sein direkter Zimmernachbar wurden in eine leere Einrichtung verlegt.

kbo-Klinik

Die kbo-Lech-Mangfall-Klinik Agatharied hat am Dienstag mit sofortiger Wirkung ein Besuchsverbot für die gesamte Klinik erlassen. Hintergrund sind laut einer Sprecherin die allgemeine Infektionslage und vier weitere Corona-Fälle auf Station 16. Wie berichtet, hatte die Klinik für diese Station wegen zweier positiver Tests bereits am Dienstag vergangener Woche ein vollständiges Besuchsverbot erlassen. Um Patienten, Besucher und Mitarbeiter bestmöglich zu schützen, solle das auf die gesamte Klinik ausgeweitete Verbot nun vorerst bis 10. Januar gelten. Bei begründeten Ausnahmen sollen Besucher vor der Anreise den zuständigen Arzt kontaktieren.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Dienstag, 22. Dezember
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Dienstag, 22. Dezember
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Dienstag, 22. Dezember

Montag, 21. Dezember: Erste Impfungen schon Sonntag - Sieben Tote in zehn Tagen

Landkreis – Das Impfkonzept des Landratsamts für den Landkreis nimmt Gestalt an: Voraussichtlich am Sonntag sollen die ersten Impfungen erfolgen, meldet die Behörde – wenn bis dahin der Impfstoff eingetroffen ist. Die Anzahl der Personen, die geimpft werden, werde aber zunächst „voraussichtlich sehr überschaubar“ sein. Das Landratsamt spricht von einigen Hundert Impfdosen. Mehr sei wohl unmöglich, weil der Landkreis Dosen für die zweite Impfung nach 21 Tagen vorhalten muss.

Klar ist auch: Zuerst werden Bewohner der insgesamt neun Pflegeeinrichtungen geimpft. Diese wurden bereits gefragt, ob sie eine Dosis haben wollen – auch sei werden nur freiwillig geimpft. In den kommenden Tagen werden Ärzte die Einrichtungen besuchen und die Bewohner über die Impfung aufklären.

Klar ist auch, dass die ersten Chargen nur von mobilen Impfteams verabreicht werden, die Pflegeeinrichtungen besuchen. Das Impfzentrum in Hausham öffnet erst, wenn alle Einrichtungen versorgt sind. Noch ist laut Landratsamt unklar, wann der Impfstoff ausreicht, um das das Zentrum in Betrieb zu nehmen. „Es wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit aber nicht mehr in diesem Jahr sein.“ Die Öffentlichkeit werde unverzüglich informiert, sobald Termine vereinbart werden können.

Derweil ist die Inzidenz im Landkreis über das Wochenende auf 131 gefallen (Freitag: 133). Was nach einer Entwarnung klingt, könnte laut Gesundheitsamt ein Problem anzeigen: Das Amt vermutet, dass sich einige Menschen nicht auf Corona testen lassen, weil sie eine Quarantäne über Weihnachten vermeiden wollen. Reihentestungen hätten viele positive Fälle aufgedeckt. Außerdem seien in den vergangen zehn Tagen sieben Menschen an oder mit Corona verstorben. Weil nicht alle im Landkreis gemeldet sind, werden aber nur fünf von Ihnen in der Landkreis-Statistik geführt. Trotzdem zeige beides, wie weit verbreitet das Virus weiter im Landkreis sei. Die Zahlen könnten nach den Feiertagen deutlich steigen.

Landrat Olaf von Löwis appelliert daher an die Bürger, auch an den Feiertagen Kontakte so weit wie möglich zu vermeiden. „Ich weiß, dass es schwer ist. Ich weiß, dass niemand mehr Lust darauf hat. Ich auch nicht, das können Sie mir glauben“, zitiert ihn das Landratsamt in einer Pressemeldung. „Aber es hilft nichts. Wenn uns die Situation einmal entglitten ist, ist es fast unmöglich, sie wieder zu beherrschen.“

Als Beispiel für die Notwendigkeit der Maßnahmen nennt Löwis 70-Jährige, die vergangene Woche an Corona gestorben ist: „Das ist kein Alter zum Sterben.“ Ihm fehle jedes Verständnis für Menschen, die sich absichtlich Regeln widersetzen.

Freitag, 18. Dezember: Inzidenz weiter fast unverändert

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach ist am Freitag auf 133 leicht gefallen (Donnerstag: 134). Damit verläuft die Pandemie im Dezember noch konstanter als im Vormonat. Im November hatte die Inzidenz hier im Vergleich zu anderen Landkreisen bereits in einem engen Bereich geschwankt: zwischen 140 und 180, mit einem kurzzeitigen Ausreiser bis 200. Der Dezember entwickelt sich nun noch gleichmäßiger: Höchstwert (152) und Tiefstwert (133) liegen dicht bei einander. Ausreiser fehlen völlig.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Freitag, 18. Dezember
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Freitag, 18. Dezember
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Freitag, 18. Dezember

Donnerstag, 17. Dezember: Zweiter Toter der Zweiten Welle

Das Infektionsgeschehen im Landkreis ist am Donnerstag weiter konstant geblieben. Die 7-Tage-Inzidenz ist leicht auf 133 gefallen (Mittwoch: 136), die Gesamtzahl aktiver Fälle steht wegen 26 Neuinfektionen ebenfalls fast unverändert bei 263 (Mittwoch: 265).

Außerdem hat den Landkreis der zweite Corona-Todesfall der zweiten Welle erreicht: Eine Rentnerin starb im Krankenhaus Agatharied an den Folgen ihrer Infektion. Damit sind seit Beginn der Pandemie 15 Menschen im Landkreis an oder mit dem Virus verstorben. Drei werden wegen ihrer Meldeadresse in den Statistiken anderer Landkreise geführt. Für den Landkreis Miesbach steht die offizielle Todeszahl bei zwölf.

Landratsamt

Seit der Freistaat am 9. Dezember wegen der Corona-Krise in ganz Bayern den Katastrophenfall ausgerufen hat, tagt am Landratsamt wieder die Führungsgruppe Katastrophenschutz. Die Behörde hat nun Einblick in deren Organisation und den Aufbau der Corona-Hilfe im Landkreis gegeben.

Zur Führungsgruppe gehören, wie schon im Frühjahr, die Katastrophenschutzbehörde sowie alle Blaulicht- und Hilfsorganisationen: Feuerwehr, THW, BRK, Kreisverbindungskommando der Bundeswehr, Polizei und Integrierte Leitstelle. Parallel zum Krisenstab tagt weiter die seit Ende des K-Falls im Frühjahr bestehende Koordinierungsgruppe Corona. Die Koordinierungsgruppe plant weiter die Umsetzung der von der Staatsregierung beschlossenen Maßnahmen und kommuniziert mit dem Gesundheitsamt zum Infektionsgeschehen. Die Führungsgruppe arbeitet technischer. Sie betreut beispielsweise derzeit den Aufbau des Impfzentrums. Zum Infektionsschutz finden die Besprechungen meist per Videokonferenz statt. Landrat Olaf von Löwis leitet die Sitzungen beider Gremien.

Kostenerstattung

Weiter offen ist indes die Kostenerstattung für den Krisenfall. Grundsätzlich können im Zusammenhang mit dem Katastrophenfall entstandene Kosten über die Regierung von Oberbayern aus dem Katastrophenschutz-Fonds des Innenministeriums erstattet werden. Laut Landratsamt erscheine es aber unrealistisch, alle Kosten ganz Bayerns über den Fond abzurechnen. Bisher sei daher unklar, wie die Kostenerstattung erfolgen soll.

Im Frühjahr hatte der Landkreis bereits 3 Millionen Euro zur Bewältigung des damaligen K-Falls bereitgestellt. Davon kaufte er meist Schutzausrüstung. Auch die Erstattung dieser Kosten sei „noch nicht abschließend geregelt“.

Krankenhaus

Das Krankenhaus Agatharied hat derweil den seit Mittwoch geltenden harten Lockdown in einer Pressemeldung ausdrücklich begrüßt. Bund und Länder hätten sich „endlich“ auf die strikteren Maßnahmen geeinigt, heißt es. Niedrige Infektionszahlen sein wichtig, um die dauerhafte Handlungsfähigkeit des Krankenhauses zu sichern. Sonst könne trotzt strikter Regeln ein Ausbruch in der Klinik nicht dauerhaft verhindert werden, weil Infizierte ohne Symptome das Virus in die Klinik bringen würden. Diese habe mit dem Gesundheitsamt ein Ausbruchmanagement erarbeitet, um auf den Notfall vorbereitet zu sein. Auf diese Weise könne sie weiter größtmögliche Sicherheit gewährleisten.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 17. Dezember
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 17. Dezember
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 17. Dezember

Mittwoch, 16. Dezember: Niedrigste Inzidenz seit einem Monat, aber weiter viele aktive Fälle

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach ist am Mittwoch laut Landratsamt auf 133 gefallen (Dienstag: 149). Das ist der niedrigste Wert seit genau einem Monat. Die Inzidenz liegt auch deutlich unter dem Spitzenwert von 200, den sie im November kurz erreicht hatte.

Ein Grund zur Entwarnung ist das indes nicht. Schwankungen der Inzidenz sind normal und alleine nicht aussagekräftig. Deswegen lohnt sich der Blick auf die Gesamtzahl der aktiven Corona-Fälle im Landkreis. Diese liegt mit 265 weiter im oberen Bereich der vergangenen Monate. Das Infektionsgeschehen im Landkreis ist also konstant, trotz bundesweit zunehmender Fälle.

Wenig von Corona beeinflusst ist derzeit die Intensivstation im Krankenhaus Agatharied: Hier liegen drei Patienten mit Covid-Infektionen – auch eher ein Wert im unteren Bereich der zurückliegenden Wochen.

Corona im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 16. Dezember
Corona im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 16. Dezember
Corona im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 16. Dezember

Dienstag, 15. Dezember: Zwei positive Tests in kbo-Lech-Mangfall-Klinik Agatharied - Pflege- und Behinderteneinrichtungen wieder virusfrei

Landkreis – Wegen positiver Corona-Tests bei zwei Patienten hat die kbo-Lech-Mangfall-Klinik Agatharied ihre Besuchsregeln verschärft. Jeder Patient darf pro Woche höchstens zwei Besuche für je eine Stunde erhalten; für Station 16 gilt vollständiges Besuchsverbot. Besucher müssen sich am Haupteingang des Krankenhauses Agatharied screenen lassen und dürfen die Klinik nur mit einer FFP2-Maske betreten. Diese sind am Haupteingang oder auf Station vom Klinikpersonal erhältlich. Besuchszeiten sind von Montag bis Sonntag je von 10 bis 15 Uhr.

Derweil sind die drei Pflege- und Behinderteneinrichtungen im Landkreis, die im November gegen einen Corona-Ausbruch kämpften, wieder virusfrei. Wie berichtet, liegen zwei Einrichtungen im Nordlandkreis und eine im Schlierach-Leitzachtal.

Laut Landratsamt sei die vergangene Woche verstorbene infizierten Person (wir berichteten) der einzige Todesfall der Ausbrüche geblieben. Ob die Person am Virus oder an anderen Ursachen verstorben ist, ist indes nicht öffentlich bekannt.

Bei den übrigen 15 Infizierten sei die Krankheit mild verlaufen. Zwar seien einige von ihnen während der Infektion ins Krankenhaus gebracht worden, dies aber eher wegen ihres schlechten Gesamtzustands als wegen Corona. Inzwischen seien alle Bewohner aus dem Krankenhaus entlassen.

Einige Bewohner stehen noch unter Quarantäne. Das Gesundheitsamt sei aber zuversichtlich, dass die Quarantänen in den nächsten Tagen aufgehoben werden. Die Bewohner seien relativ lange positiv gewesen und die Quarantäne daher deutlich länger ausgefallen als die bei jüngeren Infizierten üblichen zehn Tage. Das sei aber typisch für Menschen mit Vorerkrankungen.

Verglichen mit vielen anderen Landkreisen ist der Landkreis Miesbach von Corona-Ausbrüchen in Pflegeeinrichtungen damit weiterhin relativ verschont geblieben. Auch in den Nachbar-Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Rosenheim waren und sind deutlich mehr Bewohner betroffen. Warum dass so ist, kann das Landratsamt nicht erklären. Die Behörde betont aber, dass die derzeit ruhige Lage eine Momentaufnahme sei, die sich schnell ändern könne. „Es ist davon auszugehen, dass es auch in unserem Landkreis wieder Ausbrüche in Pflegeeinrichtungen geben wird.“

Die Koordinierungsgruppe am Landratsamt schaue weiter genau auf die Pflegeeinrichtungen, denn der Corona-Ausbruch in der Seniorenresidenz Schliersee im Frühjahr hänge allen Mitgliedern noch nach. Wie berichtet, waren dort in Folge mehrerer Infektionen bei Angestellten und Patienten Missstände aufgefallen, wegen derer unter anderem die Bundeswehr im Heim aushalf und die Staatsanwaltschaft ermittelt.

„Das war keine angenehme Zeit, und der Druck auf jedem Einzelnen in seinem Fachgebiet war enorm“, schreibt Pressesprecherin Sophie Stadler in einer Stellungnahme. Die Behörde habe in Kauf nehmen müssen, dass die 80 schwerstbehinderten Bewohner nicht optimal versorgt werden oder sie zu evakuieren – das wäre aber eine Veränderung des gewohnten Umfelds gewesen, an der ein Großteil wohl gestorben wäre. „So eine Situation möchte niemand mehr von uns erleben.“

Daher seien die Mitarbeiter nun besonders sensibilisiert. Landrat Olaf von Löwis habe angeordnet, sofort Bescheid zu erhalten, wenn es einen Corona-Ausbruch in einer Einrichtung gibt. Dafür dürfe er in jeder Sitzung gestört werden. CHRISTIAN MASENGARB

Montag, 14. Dezember: 7-Tage-Inzidenz weiter konstant

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis ist am Montag leicht auf 144 gesunken (Montag: 149). Damit ist das Infektionsgeschehen im Dezember konstant: Während die Fallzahlen deutschlandweit Rekordwerte erreicht haben, verharrt die Inzidenz im Landkreis zwischen 130 und 150.

Freitag, 11. Dezember: Krankenhaus hält Besuchsverbot aufrecht

Die Coronazahlen des Landratsamts erstrahlen ab sofort in neuem Glanz: Das FabLab Oberland hat im Auftrag des Landratsamtes ein Programm geschrieben, das die Rohdaten des Gesundheitsamts zu übersichtlichen Grafiken zusammenfügt – selbstverständlich anonymisiert. Bisher erfolgte die Auswertung zeitaufwendig manuell über Excel. Das Programm senkt nun den Aufwand für das Landratsamt und verschönert das Ergebnis. Gleichzeitig garantiert die Computer-Verarbeitung, dass bei der Auszählung keine Fehler passieren.

Derweil hat das Krankenhaus Agatharied beschlossen, vorerst sein Besuchsverbot aufrechtzuerhalten.

Das Landratsamt hat konkrete Details für sein Impfzentrum vorgestellt.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Freitag, 11. Dezember

Mittwoch, 9. Dezember: Gesundheitsamt meldet 31 Neuinfektionen

31 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnete das Landratsamt am gestrigen Mittwoch. So hoch war die Zahl seit Wochen nicht mehr (maximal 29). Stabil bleibt derweil die Zahl der aktiven Fälle, also die der aktuell infektiösen Personen. Sie liegt demnach bei 225.

Derweil haben sich am Dienstagabend rund 30 Personen vor dem Miesbacher Rathaus getroffen - ohne Maske und Abstand.

Dienstag, 8. Dezember: Erster Todesfall seit Ende Mai

Am Dienstag ist erstmals seit Ende Mai ein Landkreis-Bewohner im Zusammenhang mit Covid gestorben. Eine positiv getestete Bewohnerin einer Pflegeeinrichtung ist der elfte Todesfall dieser Art. Während der ersten Welle im Frühling waren fünf Frauen und fünf Männer im Alter zwischen 68 und 96 Jahren in Zusammenhang mit Covid gerstorben. Drei weitere Menschen verstarben im Landkreis, waren aber außerhalb gemeldet und zählen daher in die Statistik ihrer Heimatkreise.

Florian Post (3.v.r.), Bundestagsabgeordneter mit Stimmkreis in München, hat sich vor Ort über die Arbeit der Soldaten im Contact Tracing Team am Gesundheitsamt Miesbach informiert.

Florian Post (3.v.r.), Bundestagsabgeordneter mit Stimmkreis in München, hat sich vor Ort über die Arbeit der Soldaten im Contact Tracing Team am Gesundheitsamt Miesbach informiert. Dort unterstützen laut Landratsamt seit Mitte November zehn Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 233 Mittenwald bei der Kontaktpersonennachverfolgung. Es ist nach der Aktion „Helfende Hände“ in einer nach einem Corona-Ausbruch in Schieflage geratenen Senioreneinrichtung in Schliersee sowie dem Einsatz von zwei Bundeswehr-Ärztinnen zur Verstärkung der Amtsärztinnen im Gesundheitsamt der dritte Einsatz der Bundeswehr im Landkreis Miesbach.

Post, der seit 2013 für die SPD im Bundestag sitzt, wurde von (v.l.) Christian Pölt, Fachbereichsleiter Öffentliche Sicherheit, Stabsunteroffizier Florian Spieth, Oberstleutnant Thomas Weiß vom Kreisverbindungskommando Miesbach, stellvertretenden Landrat Jens Zangenfeind sowie Sarah Binneböse, stellvertretende Fachbereichsleitung Gesundheitsamt, herumgeführt.

Montag, 7. Dezember: Neue Regeln für Schulen, Entspannung in Pflegeheimen, Inzidenz bei 150

Hier die aktuelle Pressemitteilung des Landratsamtes Miesbach im O-Ton:

Die Entscheidung fiel am Freitagnachmittag: Die Oberland Realschule muss vom heutigen Montag, 07.12.2020, bis zu den Weihnachtsferien auf Distanzunterricht in allen Jahrgangsstufen umstellen, weil zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Klassen, drei halbe Klassen sowie mindestens fünf Lehrkräfte in Quarantäne waren. Um die unübersichtlichen Infektionsketten zu unterbrechen, muss der Präsenzunterricht ausgesetzt werden, entschied das Gesundheitsamt.

Offenbar kursieren Gerüchte, wonach sich die Lehrer im Lehrerzimmer angesteckt haben. Dies ist zwar theoretisch möglich, jedoch keinesfalls bewiesen. Das Landratsamt hat keinerlei Anhaltspunkte, dass ein Verschulden der Schule vorliegt. Es ist theoretisch genauso möglich, dass sich die Lehrer alle außerhalb der Schule angesteckt haben.

Die Oberland Realschule schreibt hierzu in einem Elternbrief: „Da die Hygienemaßnahmen im Lehrerzimmer genauso gelten wie im gesamten Schulhaus ist die Ansteckungsgefahr dort nicht größer gewesen als irgendwo anders auch. Außerdem haben die Lehrer, die positiv getestet wurde, nur ganz wenig miteinander zu tun und sitzen auch nicht im Lehrerzimmer nebeneinander. Ausschließen kann ich natürlich nichts, aber es könnte genauso sein, dass sich die Lehrer auch außerhalb der Schule angesteckt haben. Alle weiteren Tests der Lehrer waren bisher negativ, auch die von Lehrern, die mit den betroffenen Lehrern im Alltag näher zusammenarbeiten, da sie in der gleichen Klasse unterrichten oder das gleiche Fach haben.“ Eben weil die Infektionsketten ungeklärt sind, müssen die schulischen Kontakte unterbrochen werden.

Inzwischen wurde die angekündigte Quarantäne-Verkürzung für Schüler vom Gesundheitsministerium auch formal bestätigt. Statt bisher 14 Tage müssen Schüler, die einen positiven Fall in der Klasse haben, nur fünf Tage in Quarantäne, wenn sie am fünften Tag ein negatives Testergebnis vorlegen können. Schüler, die sich nicht testen lassen wollen, müssen weiterhin 14 Tage in Quarantäne. Vom Ministerium wird ein Schnelltest empfohlen, aber auch ein PCR-Test ist möglich. Ein PCR-Test kann beispielsweise im Testzentrum des Landkreises gemacht werden. Das Ergebnis dort dauert etwa 14 Stunden. Schnelltests und PCR-Tests werden außerdem von vielen Hausarzt-Praxen angeboten.

Die Regelung des Ministeriums sieht außerdem vor, dass Lehrer, die Kontaktperson sind, zehn Tage in Quarantäne müssen. Die unterschiedlichen Quarantäne-Zeiten stellen die Schulleitungen vor sehr große organisatorische Herausforderungen. Obendrein wurden für Mittwoch weitere Änderungen angekündigt, die jedoch noch nicht schriftlich vorliegen. Es ist davon auszugehen, dass diese erst am Dienstagabend nach der Landtags-Debatte an die Gesundheits- und Schulämter ausgegeben werden. Es wurde angekündigt, dass diese neuen Regeln unter anderem vorsehen, dass ab Jahrgangsstufe 8 alle Klassen in den Wechselunterricht gehen müssen. Ob diese Regel auch gilt, wenn der Mindestabstand von 1,5 Meter im Klassenzimmer eingehalten werden kann, oder welche Ausnahmen es für Abschlussklassen gibt, ist bisher nicht bekannt.

Vorsichtig positive Nachrichten gibt es hingegen von den drei betroffenen Pflege- und Behinderteneinrichtungen: Über das Wochenende kamen keine neuen Infektionen hinzu. Es scheint, dass die Einrichtungen langsam zur Ruhe kommen. Glücklicherweise gab es in allen drei Einrichtungen keine schweren Verläufe und dementsprechend keine am oder mit dem Virus verstorbenen Bewohner. Im Laufe der Woche finden – hoffentlich – abschließende Reihentestungen in allen drei Einrichtungen statt.

Sonntag, 6. Dezember: Oberland Realschule: sieben Lehrer positiv

Während die deutschlandweiten Corona-Fallzahlen neue Rekorde erreichen, ist die Lage im Landkreis Miesbach weiter konstant. Die 7-Tage-Inzidenz lag am Sonntag laut RKI bei 138. Damit bewegt sie sich weiter in dem Bereich, in dem sie seit Beginn der zweiten Welle größtenteils liegt. 

Derweil wurden dem Vernehmen nach an der Oberland Realschule in Holzkirchen sieben Lehrer positiv auf das Coronavirus getestet. Die Schule bleibt deswegen ab heute geschlossen. Ob und in welchem Umfang die Schüler fernunterrichtet werden und ob es Betreuungsangebote im Schulhaus gibt, war am Sonntag nicht in Erfahrung zu bringen. Scheinbar könnten auch weitere Lehrer erkrankt sein. Die Schüler wurden bereits am Freitag informiert.

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach ist derweil wieder gestiegen, auf 150. Die Zahl der aktiven Fälle beträgt 226.

Freitag, 3. Dezember: Inzidenz sinkt erneut leicht

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach ist am Freitag erneut leicht gesunken. Laut RKI lag der Wert bei 139 Fällen und damit um sieben niedriger als am Donnerstag (146). Damit hat sich der Landkreis nach dem rasanten Anstieg der Inzidenz in der dritten Novemberwoche bis auf 200 am Sonntag, 22. November, wieder in dem Bereich ab 140 bis 180 Fällen pro Woche eingependelt, in dem er seit Beginn der dritten Welle meist liegt.

Mittwoch, 2. Dezember: Standort für Impfzentrum bekannt

Das Impfzentrum des Landkreises wird im ehemaligen Autohaus Hanke/Kober in Hausham eingerichtet werden. Das gab Landrat Olf von Löwis am Mittwoch auf der Sitzung des Kreistags im Seeforum Rottach-Egern bekannt. Wie berichtet, muss das Impfzentrum bis spätestens 15. Dezember einsatzbereit sein.

Corona im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 2. Dezember
Corona im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 2. Dezember
Corona im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 2. Dezember

Dienstag, 1. Dezember: So geht es jetzt in den Schulen weiter

Landkreis – Das Landratsamt hat konkrete Pläne vorgestellt, wie es die vergangene Woche von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten beschlossenen bundesweit einheitlichen Corona-Vorgaben für Schulen umsetzen will. Zwar ist der Landkreis mit einer 7-Tage-Inzidenz von 141 weit von den vorgegebenen Schwellenwerten 200 und 300 entfernt. Dennoch planen Schulen und Behörde, wie sie im Ernstfall reagieren.

Wie berichtet, sieht das Rahmenkonzept von Bund und Ländern eine Hotspot-Strategie für Landkreise und kreisfreie Städte mit einer 7-Tage-Inzidenz über 200 und 300 vor. Ab 200 müssen Schulen die Mindestabstände garantieren, ausgenommen sind Abschlussklassen und Förderschulen. Ab 300 können sie weitergehende Einschränkungen erlassen. Grundsätzlich gilt außerdem: Die Schulen sollen so lange wie möglich offen bleiben; die Maskenpflicht gilt weiter für alle Jahrgänge.

Für die Schulen im Landkreis heißt das laut Landratsamt: Klettert die Inzidenz über 200, müssen sie zwischen Schülern einen Abstand von 1,50 Metern sicherstellen. Geht das nicht, müssen sie die Klassen teilen und im Wechsel vor Ort und zuhause unterrichten.

Am einfachsten umzusetzen sei diese Regelung an Mittelschulen: Weil hier die 9. und 10. Klassen als Abschlussklasse gelten, treffe die Regel vorerst nur Klassenstufe acht. Nicht in allen, aber in vielen Fällen, könne diese in größere Räume wie die Aula umziehen und dort die Abstände einhalten. Dadurch sei für viele Schüler weiter Präsenzunterricht möglich.

An den übrigen elf weiterführenden Schulen ist die Lage schwieriger. Dort gibt es mehr Klassenstufen, der Anteil der Abschlussklassen ist geringer. Es werde unmöglich sein, „alle Klassen im Bedarfsfall in größere Zimmer umziehen zu lassen, sodass davon auszugehen ist, dass Klassen ab Jahrgangsstufe 8 an weiterführenden Schulen geteilt werden müssen, wenn die Inzidenz von 200 überschritten wird“, schreibt das Landratsamt. Entscheiden müsse das im Ernstfall der Schulleiter.

Noch, betont die Behörde, sind diese Überlegungen aber Gedankenspiele. Die Inzidenz liegt deutlich unter dem Schwellenwert von 200. Solange dieser nicht erreicht wird, bleibt in Schulen alles beim alten.

Corona im Landkreis Miesbach, 1. Dezember 2020
Corona im Landkreis Miesbach, 1. Dezember 2020
Corona im Landkreis Miesbach, 1. Dezember 2020

Montag, 30. November: Neue Fälle in Pflege- und Behinderteneinrichtungen

Noch keine Entwarnung geben kann das Gesundheitsamt für die drei vom Coronavirus betroffenen Pflege- und Behinderteneinrichtungen im Landkreis Miesbach. In allen drei Einrichtungen sind über das Wochenende weitere positive Testergebnisse hinzugekommen, teilt das Landratsamt am Montag mit. In der Einrichtung im Schlierach-Leitzachtal hat sich eine weitere Person mit dem Virus angesteckt, womit nun zwölf der insgesamt 80 Bewohner betroffen sind. In den beiden Einrichtungen im Nordlandkreis sind es inzwischen 15 von 80 sowie neun von 120.

Selbstverständlich hätten alle Beteiligten gehofft, dass keine weiteren Fälle auftreten, berichtet Landratsamtspressesprecherin Sophie Stadler. Man müsse jedoch realistisch bleiben: „In Behinderten- und Pflegeeinrichtungen wohnen ausschließlich Personen mit schweren Vorerkrankungen, sodass es wenig überraschend ist, dass sich ein Virus dort verbreitet“, sagt Stadler. Im Landkreis Miesbach gibt es zehn Pflege- und Behinderteneinrichtungen, in denen knapp 950 Personen stationär betreut werden.

Das Gesundheitsamt stehe weiter in einem engen Austausch mit den Heimleitungen der akut betroffenen Einrichtungen. Gemeinsam würden alle ihr Möglichstes versuchen, eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Beispielhaft für viele weitere Maßnahmen nennt Stadler die Einrichtung von Pandemiezonen. Trotz aller Bemühungen könnten jedoch Folgeinfektionen nicht ausgeschlossen werden.

Doch es gibt auch gute Nachrichten. In der zweiten Welle ist bisher keine positiv auf das Coronavirus getestete Person in einer Pflege- oder Behinderteneinrichtung gestorben, teilt Stadler mit. Während der ersten Welle sei es hingegen zu fünf Todesfällen in diesem Kontext gekommen.

Als 7-Tage-Inzidenzwert meldet das Landratsamt am Montag 138, vier weniger als im Vergleich zum Freitag.

Freitag, 27. November: Inzidenz sinkt weiter, viele Fälle, keine Toten seit Mai

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach ist am Freitag laut Landratsamt auf 142 gefallen. Damit ist der Wert nach dem rasanten Anstieg der Vorwoche, der den Landkreis erstmals auf die Marke von 200 Infektionen in sieben Tagen gehoben hatte, seit Monat stetig in den Bereich zwischen 140 und 180 Fällen zurückgefallen, indem er seit rund einem Monat verharrt. Der Landkreis hat wieder Sicherheitsabstand zur 200er-Marke, ab der der Freistaat seit dieser Woche unter anderem schärfere Maßnahmen an Schulen anregt.

Die vielen Infektionen der Vorwoche wirken aber nach. Mit 285 aktiven Fällen hat der Landkreis erneut einen Höchstwert seit Pandemiebeginn aufgestellt. Weder im Frühjahr noch im Herbst litten jemals so viele Menschen im Landkreis gleichzeitig an Corona. Bereits mehrere Tage dieser Woche hatten Höchstwerte gebracht. Der Trend könnte sich einige Tage fortsetzen, bis die vielen Fälle der Vorwoche genesen sind und aus der Statistik fallen.

Corona im Landkreis Miesbach: Freitag, 27. November

Trotz der Rekordfallzahlen ist seit Mai niemand im Landkreis an Corona gestorben. Während die zweite Corona-Welle seit Oktober mehr als die Hälfte aller bekannten Corona-Infektionen im Landkreis brachte und Deutschland in dieser Woche neue Rekorde an Virus-Toten pro Tag aufstellte, ist die Sterblichkeit im Landkreis weiter gering. Auch im Krankenhaus Agatharied belegen Covid-Patienten nur vier von 26 Intensivbetten.

Wie berichtet, kann selbst der Ärztliche Leiter Krankenhauskoordination im Rettungsdienstbereich, Dr. Michael Städtler, die geringe Sterblichkeit nicht restlos erklären. Ein Ansatz sei, dass durch mehr Tests nun mehr asymptomatische Fälle erkannt werden als im April. Diese treiben zwar die Fallzahlen, belegen aber keine Krankenhausbetten.

Die niedrige Sterblichkeit erstreckt sich auch auf Pflegeheime. Derzeit kämpfen drei Einrichtungen im Landkreis mit Virus-Ausbrüchen, zwei im Landkreisnorden und eine im Schlierach-Leitzachtal, mit insgesamt 16 Fällen. Von schweren Verläufen blieben sie bisher verschont.

Corona im Landkreis Miesbach: Freitag, 27. November
Corona im Landkreis Miesbach: Freitag, 27. November

Donnerstag, 26. November: Impfzentrum kommt nach Hausham - Zwei Impfstoffe geplant

Das Landratsamt hat ein leer stehendes Geschäftsgebäude in Hausham angemietet, um dort das neue Impfzentrum des Landkreises einzurichten. Laut der Behörde sei das Gebäude bis vor Kurzem genutzt worden und deswegen sofort einsatzbereit. Im Inneren müssten bei kleinere Umbauten etwa die Behandlungszimmer abgegrenzt werden. Diese Maßnahmen sollen Anfang Dezember starten.

Auch zur Kühlung des Impfstoffes gibt es Konkretes: Voraussichtlich werden Impfstoffe zweier Hersteller geliefert. Einer muss bei zwei bis acht Grad aufbewahrt werden, der andere bei minus 70 Grad. Das Landratsamt überlegt, hierfür einen speziellen Kühlschrank anzuschaffen. Nächste Woche soll eine Entscheidung getroffen werden. Wie berichtet, muss das Impfzentrum gemäß Bayerischer Impfstrategie bis 15. Dezember einsatzbereit sein.

Offen ist, wer das Zentrum betreiben wird. Das Landratsamt führt hierzu Gespräche und will nächste Woche Genaueres bekannt geben.

Corona im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 26. November
Corona im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 26. November
Corona im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 26. November

Mittwoch, 25. November: Drittes Pflegeheim betroffen - Impfzentrum: Bald konkrete Ergebnisse

Die Planung für ein Impfzentrum im Landkreis schreitet laut Landratsamt voran. Die Vertragsverhandlungen für ein Mietobjekt seien „schon sehr weit fortgeschritten“. Bis spätestens Ende der Woche werde die Behörde konkrete Ergebnisse vorstellen.

Außerdem meldet das Landratsamt: Es gibt weiterhin hauptsächlich viele Einzelinfektionen oder kleinere Cluster von Menschen, die sich beispielsweise innerhalb der Familie infizieren. Auch bei den größeren Clustern in den Pflegeeinrichtungen gibt es keine Neuigkeiten – der Gesundheitszustand aller Infizierten ist weiterhin stabil und es gibt aktuell keine weiteren Neuinfektionen. Jedoch wurden zwei von 120 Bewohnern einer weiteren Pflegeeinrichtung im Nordlandkreis positiv getestet, sodass derzeit drei der zehn Pflege- und Behinderteneinrichtungen im Landkreis von einem Corona-Ausbruch betroffen sind.

Dienstag, 24. November: So viele aktive Fälle wie noch nie zuvor

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach ist am Dienstag laut Landratsamt leicht auf 185 gesunken (Montag: 190). Nachdem die Inzidenz am Wochenende die 200er-Marke erreicht hatte, brachte der Wochenbeginn also eine leichte Entlastung. Dennoch gab es seit Beginn der Pandemie im Landkreis noch nie so viele aktive Fälle gleichzeitig wie derzeit (271). Trotzdem ist die Lage im Krankenhaus Agatharied weiter entspannt: Hier belegen Patienten mit Corona nur vier von 26 Betten der Intensivstation.

Corona im Landkreis Miesbach: Dienstag, 24. November

Montag, 23. November: Inzidenz kratzt an 200er-Marke - Zwei Pflegeeinrichtungen kämpfen gegen Corona

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis ist am Montag leicht gefallen, nachdem sie am Wochenende erstmals die Marke von 200 erreicht hatte. Bereits Donnerstag (46 Neuinfektionen) und Freitag (43) hatten die beiden infektionsreichsten Tage des Herbsts gebracht. Weil auch das Wochenende (31 Fälle) deutlich das vorangegangene (elf) überstieg, erreichte der Landkreis am Sonntag erstmals exakt die 200er-Marke ein. Der Montag, laut Landratsamt mit 16 Fällen infektionsärmer als der Montag der Vorwoche (26), ließ ihn wieder auf eine Inzidenz von 190 zurückfallen.

Warum die Zahlen scheinbar plötzlich wieder stark steigen, kann das Landratsamt nicht abschließend erklären. Bei den meisten Infektionen handele es sich um Privatpersonen, die sich im häuslichen Umfeld angesteckt haben, meldet die Behörde. Meist sei der gesamte Haushalt betroffen, was die Zahlen treibe. Größeren Partys oder ähnliches, die in anderen Regionen zu steigenden Infektionszahlen geführt haben, seien dem Landratsamt aber nicht bekannt.

Was die Erklärung erschwert: Gesundheitsamt und Contact Tracing Team können Infektionsketten aufgrund der stark steigenden Zahlen wieder kaum noch nachvollziehen. Klar ist derweil: Aktuell stehen neun Schulklassen und zwei Kita-Gruppen unter Quarantäne. Die Infektionen erfolgten, soweit nachvollziehbar, meist außerhalb der Einrichtungen.

Ebenfalls eine untergeordnete Rolle spielen Infektionen in Pflegeheimen. Zwar kämpfen derzeit zwei der neun Pflege- und Behinderteneinrichtungen im Landkreis mit Infektionen. Nur 14 der 138 Fälle seit vergangenem Donnerstag gehen aber auf die beiden Einrichtungen zurück. Wie berichtet, sind in einem Pflegeheim im Schlierach-Leitzachtal elf von 80 Bewohnern und vier von 60 Mitarbeitern erkrankt. In der zweiten Einrichtung, laut Landratsamt im Nordlandkreis, wurden über das Wochenende 13 von über 80 Bewohnern positiv getestet. Obwohl die Einrichtung über ein hervorragendes Hygienekonzept verfüge, ist es laut Landratsamt aufgrund der Beeinträchtigungen der Bewohner unmöglich, dort Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.

Corona im Landkreis Miesbach: Montag, 23. November
Corona im Landkreis Miesbach: Montag, 23. November
Corona im Landkreis Miesbach: Montag, 23. November

Freitag, 20. November: Inzidenz nähert sich Höchstwert - Pläne für Impfzentrum vorgestellt

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach ist am Freitag auf den zweithöchsten Wert des Herbsts gestiegen. Mit 178 lag sie nahe dem bisherigen Spitzenwert von 180. Schuld daran sind zwei Tage mit vielen Neuinfektionen. Donnerstag (46 Fälle) und Freitag (43) lagen weit über dem Schnitt der vergangenen Woche (23).

Setzt sich die Entwicklung fort, wird der Landkreis über das Wochenende neue Höchstwerte erreichen: Die vergangenen Samstag und Sonntag brachten zusammen nur elf Infektionen. Da dieses ab Montag aus der Berechnung der 7-Tage-Inzidenz herausfallen, könnten selbst ein durchschnittliches Wochenende mit rund 40 Fällen den Landkreis erstmals über die Marke von 200 Infektionen in einer Woche heben.

Corona im Landkreis Miesbach: 20. November

Dass die Zahlen zuletzt besonders in Holzkirchen und Kreuth in die Höhe geschnallt sind, ist laut Landratsamt Zufall. In beiden Orten gebe es Cluster und Einzelinfektionen. Deren positive Tests hätten sich aber „genauso gut über mehrere Tage verteilen können“.

Impfzentrum

Das Landratsamt hat erste Ergebnisse seiner Planungen für ein Impfzentrum vorgestellt. Wie berichtet, verlangt das Bayerische Corona-Impfkonzept von allen Landkreisen, bis 15. Dezember mindestens ein Zentrum aufzubauen. Eine Projektgruppe hat Grundlagen entschieden, die die Weichen stellen.

Die wichtigste: Es wird nur ein Impfzentrum geben. Das soll zentral gelegen sein, und eher in einem Mietobjekt als in einem Zelt oder Container entstehen. Letztere Lösungen hatte das Landratsamt beim Testzentrum eingesetzt. „Da die Impfung einen erheblich größeren Aufwand darstellt als die Testung, bevorzugen wir die Lösung mit dem Mietobjekt“, sagt Severin Eichenseher, Abteilungsleiter des Gesundheitsamts und daher einer der Haupt-Organisatoren des Impfzentrums. Verhandlungen liefen bereits.

Offen ist, welches und wie viel Personal das Impfzentrum betreiben soll. Eichenseher und die Projektgruppe brauchen dafür Ärzte, medizinische Assistenten und Verwaltungskräfte. Deren Anzahl hängt von der Zahl der Impfwilligen. Der Freistaat schreibt eine Kapazität von 250 Impfungen täglich vor. Ob das Landratsamt diese im Alltag ausschöpfen muss, ist aber offen. Zum Vergleich: Beim Testzentrum fordert der Freistaat eine Kapazität von 200 bis 300 Tests täglich. Tatsächlich lassen sich aber nur etwa 60 Personen täglich abstreichen. Ist das Verhältnis beim Impfzentrum ähnlich, braucht der Landkreis weniger Personal.

Ob das so sein wird, ist aber ebenfalls offen. Corona-Tests nehmen auch viele Hausärzte. Impfungen werden voraussichtlich nur vom Impfzentrun verteilt. Das könnte die Nachfrage dort steigern.

Das bedeutet nicht, dass Menschen, die nicht ins Impfzentrum kommen können, ohne Corona-Schutz bleiben müssen. Das Zentrum wird Impfteams koordinieren, die beispielsweise wenig mobile Personen in Pflegeeinrichtungen impfen werden.

Pflegeeinrichtung

In der von Corona betroffenen Pflegeeinrichtung im Schlierach-Leitzachtal (wir berichteten) sind laut Landratsamt wohl keine Folgeinfektionen aufgetreten. „Wir gehen davon aus, dass die Maßnahmen greifen“, meldet die Behörde. Sechs von 80 Bewohnern und drei von 60 Mitarbeitern sind an Corona erkrankt. Ein Bewohner liegt im Krankenhaus.

Corona im Landkreis Miesbach: 20. November
Corona im Landkreis Miesbach: 20. November

Donnerstag, 19. November: Planung für Impfzentrum angelaufen - Inzidenz steigt

Wie das Landratsamt meldet, hat es bei der Planung für ein Impfzentrum erste Ergebnisse erzielt. Hier die Meldung im Wortlaut:

Auch im Landkreis Miesbach muss ein Impfzentrum organisiert werden – so verlangt es das Bayerische Corona-Impfkonzept. Bis 15. Dezember sollen diese Impfzentren einsatzbereit sein. Die Planungen im Landkreis nehmen deshalb Fahrt auf: Die konkrete Ausgestaltung ist noch in Arbeit, aber eine Projektgruppe hat bereits die ersten Schritte eingeleitet.

Corona im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 19. November

„Die erste Entscheidung ist bereits gefallen, nämlich, dass es nur ein Impfzentrum an einem festen Standort im Landkreis geben wird. Die Verhandlungen für ein konkretes, zentral im Landkreis gelegenes Mietobjekt laufen bereits. Es wäre auch möglich, analog zum Testzentrum eine Zelt- oder Containerlösung aufzustellen. Da die Impfung jedoch einen erheblich größeren Aufwand darstellt als die Testung, bevorzugen wir die Lösung mit dem Mietobjekt“, sagt Abteilungsleiter Severin Eichenseher. Zu seiner Abteilung gehört unter anderem das Gesundheitsamt, daher ist er einer der Haupt-Organisatoren des Impfzentrums.

Zusätzlich zum Impfzentrum wird es Impf-Teams geben, die beispielsweise wenig mobile Personen vor Ort in Pflegeeinrichtungen impfen könnten. Die Koordination der Impfteams wird über das Impfzentrum erfolgen. Die mobilen Teams werden aus je einem Arzt, einer medizinischen Assistenzkraft und einer Verwaltungskraft bestehen.

Für den Betrieb des Impfzentrums sind mehrere Ärzte, medizinische Assistenzkräfte und Verwaltungskräfte notwendig. Mit welchem Personal das Impfzentrum betrieben wird, wird gerade ausgearbeitet. Die genaue Anzahl der Mitarbeiter hängt von der Anzahl an Patienten ab, die sich impfen lassen wollen. Das Bayerische Corona-Impfkonzept sieht vor, eine Kapazität von 250 Impfungen pro Tag vorzuhalten. Ob diese Kapazität tatsächlich ausgeschöpft werden muss, wird sich zeigen. Zum Vergleich: Beim Testzentrum soll eine Kapazität von 200-300 täglichen Testungen für den Landkreis Miesbach vorgehalten werden. Tatsächlich nehmen täglich etwa 60 Personen das Angebot wahr. Der Unterschied ist jedoch, dass den Corona-Test auch viele Hausärzte durchführen können, wohingegen die Impf-Dosen voraussichtlich nur über die Impfzentren verteilt werden.

Über das Gesundheitsministerium werden zwei Impfstoffe geliefert. Wie die logistische Abwicklung des teilweise nur bei Unterkühlung haltbaren Impfstoffes ablaufen soll, wurde den Landratsämtern noch nicht im Detail mitgeteilt.

In welcher Reihenfolge die Impf-Dosen zur Verfügung gestellt werden, steht auch noch nicht fest. Es muss jedoch wohl eine Priorisierung vorgenommen werden, da der Impfstoff nicht sofort flächendeckend für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen wird. Die Staatsregierung benennt hierzu folgende Personengruppen für eine priorisierte Impfung:

„Besonders vulnerable Gruppen wie Menschen hohen Alters, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Betreute und Bewohner in stationären und teilstationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung;

  • Auch im Landkreis Miesbach muss ein Impfzentrum organisiert werden – so verlangt es das Bayerische Corona-Impfkonzept. Bis 15. Dezember sollen diese Impfzentren einsatzbereit sein. Die Planungen im Landkreis nehmen deshalb Fahrt auf: Die konkrete Ausgestaltung ist noch in Arbeit, aber eine Projektgruppe hat bereits die ersten Schritte eingeleitet.
  • „Die erste Entscheidung ist bereits gefallen, nämlich, dass es nur ein Impfzentrum an einem festen Standort im Landkreis geben wird. Die Verhandlungen für ein konkretes, zentral im Landkreis gelegenes Mietobjekt laufen bereits. Es wäre auch möglich, analog zum Testzentrum eine Zelt- oder Containerlösung aufzustellen. Da die Impfung jedoch einen erheblich größeren Aufwand darstellt als die Testung, bevorzugen wir die Lösung mit dem Mietobjekt“, sagt Abteilungsleiter Severin Eichenseher. Zu seiner Abteilung gehört unter anderem das Gesundheitsamt, daher ist er einer der Haupt-Organisatoren des Impfzentrums.
  • Zusätzlich zum Impfzentrum wird es Impf-Teams geben, die beispielsweise wenig mobile Personen vor Ort in Pflegeeinrichtungen impfen könnten. Die Koordination der Impfteams wird über das Impfzentrum erfolgen. Die mobilen Teams werden aus je einem Arzt, einer medizinischen Assistenzkraft und einer Verwaltungskraft bestehen.
  • Für den Betrieb des Impfzentrums sind mehrere Ärzte, medizinische Assistenzkräfte und Verwaltungskräfte notwendig. Mit welchem Personal das Impfzentrum betrieben wird, wird gerade ausgearbeitet. Die genaue Anzahl der Mitarbeiter hängt von der Anzahl an Patienten ab, die sich impfen lassen wollen. Das Bayerische Corona-Impfkonzept sieht vor, eine Kapazität von 250 Impfungen pro Tag vorzuhalten. Ob diese Kapazität tatsächlich ausgeschöpft werden muss, wird sich zeigen. Zum Vergleich: Beim Testzentrum soll eine Kapazität von 200-300 täglichen Testungen für den Landkreis Miesbach vorgehalten werden. Tatsächlich nehmen täglich etwa 60 Personen das Angebot wahr. Der Unterschied ist jedoch, dass den Corona-Test auch viele Hausärzte durchführen können, wohingegen die Impf-Dosen voraussichtlich nur über die Impfzentren verteilt werden.
  • Über das Gesundheitsministerium werden zwei Impfstoffe geliefert. Wie die logistische Abwicklung des teilweise nur bei Unterkühlung haltbaren Impfstoffes ablaufen soll, wurde den Landratsämtern noch nicht im Detail mitgeteilt.
  • In welcher Reihenfolge die Impf-Dosen zur Verfügung gestellt werden, steht auch noch nicht fest. Es muss jedoch wohl eine Priorisierung vorgenommen werden, da der Impfstoff nicht sofort flächendeckend für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen wird. Die Staatsregierung benennt hierzu folgende Personengruppen für eine priorisierte Impfung:
  • „Besonders vulnerable Gruppen wie Menschen hohen Alters, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Betreute und Bewohner in stationären und teilstationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung; Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko etwa aufgrund ihres Berufs (insbesondere medizinisches und pflegerisches Personal); Berufsgruppen aus sensiblen Bereichen der kritischen Infrastruktur wie Polizei und Gesundheitswesen; Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko aufgrund äußerer Umstände wie zum Beispiel beengte Wohnverhältnisse.“

Die Staatsregierung betont außerdem, dass Impfungen nur auf freiwilliger Basis vorgenommen werden sollen.

Die Kosten für die Impfzentren sollen erstattet werden. Das Bayerische Corona-Impfkonzept muss von allen Landkreisen und kreisfreien Städten zwingend umgesetzt werden.

Corona im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 19. November
Corona im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 19. November

Mittwoch, 18. November: Inzidenz fast unverändert

Ganz Südbayern ist dunkelrot auf der Karte, die die 7-Tages-Inzidenz zeigt. Fast wäre der Kreis Miesbach am Sonntag auf Hellrot gesprungen. Mit 109 lag da die Inzidenz nur knapp über der 100er-Schwelle, doch die registrierte Zahl der Infizierten binnen einer Woche stieg wieder an und lag gestern bei 141 (Dienstag: 142), wie das Landratsamt Miesbach in seinem Corona-Update mitteilt.

Im Zuge der Epidemie wurden im Landkreis seit März 1459 Personen positiv auf das Virus getestet, davon 575 in den zurückliegenden fünf Wochen. Zehn Landkreisbürger sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Derzeit gibt es im Landkreis 197 aktive Fälle.

Dienstag, 17. November: Soldaten in Miesbach im Einsatz

Landkreis – Zehn Soldatinnen und Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 233 Mittenwald unterstützen das Contact Tracing Team (CTT) am Gesundheitsamt Miesbach. Wie das Landratsamt meldet, hatte der Fachbereich Öffentliche Sicherheit über das Kreisverbindungskommando unter der Leitung von Oberstleutnant Thomas Weiß einen Amtshilfeantrag bei der Bundeswehr zur Kontaktpersonennachverfolgung gestellt, als die täglichen Neuinfektionen Ende Oktober/Anfang November im Landkreis stark stiegen.

Willkommen in Miesbach: Der Kommandeur des Mittenwalder Gebirgsjägerbataillons, Oberstleutnant Jakob Klötzner (2.v.r), und Oberstleutnant Thomas Weiß vom Kreisverbindungskommando Miesbach (r.) besuchten die Soldaten, die zur Kontaktpersonen-Nachverfolgung ans Gesundheitsamt abgeordnet sind. Christian Pölt, Leiter des Fachbereichs „Öffentliche Sicherheit“, und Sarah Binneböse, stellvertretende Fachbereichsleitung des Gesundheitsamtes, führten den Besuch durch die wegen der Pandemie geschaffenen Arbeitsplätze in den Containern vorm Gesundheitsamt. Foto: landratsamt

„Ohne die Hilfe der Soldaten wäre es angesichts der vielen Fälle deutlich schlechter möglich, Infektionsketten zu unterbrechen“, schreibt das Landratsamt im gestrigen Corona-Update. So sei es wahrscheinlich auch der nach wie vor sehr aufwendigen Arbeit der Contact Tracer zu verdanken, dass Infektionsketten zwischenzeitlich wieder besser unterbrochen werden können und die Zahlen im Landkreis seit einigen Tagen sinken. „Sicher spielen aber auch die Einschränkungen eine Rolle.“ Für eine Entwarnung sei es aber noch viel zu früh, bekräftigt Landrat Olaf von Löwis: „Wir freuen uns über den kurzfristigen Rückgang der Neuinfektionen, aber das ist nur eine Momentaufnahme. Momentan sieht es so aus, als wären wir auf dem richtigen Weg, aber die Zahlen können sich jederzeit wieder ändern.“

Corona-Infizierte Miesbach 17. November

Über die Rechtsgrundlage heißt es: „Die Bundeswehr kann nach Artikel 35 Grundgesetz in Krisenfällen im Inland Amtshilfe leisten, wenn zivile Kräfte mit eigenen Mitteln und Mitteln anderer zivilen Behörden die Lage nicht bewältigen können.“ Das ist bundesweit der Fall. So habe die Bundeswehr vergangene Woche mitgeteilt, dass über 6000 Soldaten an 297 Gesundheitsämtern in ganz Deutschland in der Corona-Hilfe gebunden seien. In Miesbach bleiben die Soldaten vorerst bis mindestens Dezember.

Die Bundeswehr unterstützt den Landkreis Miesbach während der Corona-Pandemie bereits zum zweiten Mal: Insgesamt 40 Soldaten wurden über die Aktion „Helfende Hände“ in der nach einem Corona-Ausbruch in Schieflage geratenen Seniorenresident in Schliersee eingesetzt (wir berichteten). Im Frühsommer wurden außerdem nacheinander zwei Ärztinnen zur Verstärkung der Amtsärzte im Gesundheitsamt abgeordnet. Und wer erinnert sich nicht an den Winter-Katastrophenfall im Januar 2019? Das geschah nicht unvorbereitet. So würden die Verbindungs-Soldaten im Landkreis an allen Katastrophenschutz-Übungen teilnehmen und sie hätten auch den schnellen Einsatz der Bundeswehr zu Beginn der Schneekatastrophe vermittel, schreibt die Behörde.

Die aktuelle Delegation der Bundeswehr kümmert sich um die Kontaktpersonen-Nachverfolgung: Sie informieren Index-Fälle und versuchen, mit ihnen zusammen Kontaktpersonen zu identifizieren. Auch die Kontaktpersonen werden so weit wie möglich informiert. Aktuell arbeiten bis zu 25 Contact Tracer verteilt von den frühen Morgen- bis späten Abendstunden an sieben Tagen pro Woche. Es handelt sich Abordnungen aus anderen Fachbereichen des Landratsamts, um von der Regierung von Oberbayern neu eingestellte Kräfte und Abordnungen anderer Behörden. Weitere fünf Stellen sind derzeit ausgeschrieben.

Derweil laufen im Landratsamt die Planungen für ein Impfzentrum an. Bekanntlich hat die Staatsregierung vergangene Woche die Landkreise aufgefordert, bis 15. Dezember je mindestens ein solches Zentrum aufzubauen. Im Laufe dieser Woche will das Landratsamt in einem Treffen mit allen Beteiligten klären, wie es diese Aufforderung umsetzt. Danach will die Behörde weitere Informationen bekanntgeben.

Montag, 16. November: Inzidenz sinkt leicht - Pflegeeinrichtung betroffen

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis ist über das Wochenende auf 124 gesunken (Freitag: 148). Trotz der weitestgehend konstanten Zahlen hat sich das Infektionsgeschehen verändert: Wie das Landratsamt berichtet, sind in den vergangenen Tagen kaum einzelne Neuinfektionen aufgetreten, dafür aber größere Cluster. In den infizierten Holzkirchner Wohngruppen für Menschen mit Behinderungen (wir berichteten) sind nun zwölf der 19 Bewohner erkrankt. In einer Pflegeeinrichtung im Schlierach-Leitzachtal mit 80 Bewohnern und 60 Mitarbeitern wurden acht Personen (sechs Bewohner, zwei Mitarbeiter) positiv getestet.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Montag, 16. November
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Montag, 16. November
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Montag, 16. November

Freitag, 13. November: Inzidenz stabil, Schulen im Landkreis keine Infektionstreiber

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach bleibt relativ stabil. Am Freitag meldet das Landratsamt einen leichten Rückgang von 158 auf 148. Die Schulen im Landkreis seien keine Infektionstreiber, dafür gab es aber einen Corona-Ausbruch in zwei zusammengehörigen Wohngruppen für Menschen mit Behinderung.

Hier die Mitteilung im O-Ton:

Das Robert-Koch-Institut meldete gestern, dass Schulen Infektionstreiber sind. Das trifft glücklicherweise bisher nicht auf den Landkreis Miesbach zu. Zwar gab es auch hier zahlreiche Infektionen bei Schülern und Lehrern, jedoch nicht übermäßig viele. Seit Beginn des Schuljahres mussten knapp 35 Schulklassen wegen eines positiven Covid-Falles eines Mitschülers oder eines Lehrers in Quarantäne. Die Fälle, bei denen wahrscheinlich eine Übertragung innerhalb der Klasse stattgefunden hat, bewegen sich im einstelligen Bereich. Es ist nicht mehr möglich, eine konkrete Zahl zu nennen, da wie bereits bekannt in den meisten Fällen die Infektionsketten kaum mehr nachvollzogen werden können. Aktuell sind nur drei Klassen und drei Kita-Gruppen unter Quarantäne. Die Herbstferien haben also definitiv eine Entspannung gebracht. Vor den Ferien waren 35 Klassen und Kita-Gruppen unter Quarantäne. Insgesamt gibt es im Landkreis 47 Schulen mit ca. 12.000 Schulen, sowie 65 Kitas mit ca. 6.600 Betreuungsplätzen. Der Landkreis hält daher weiter am Präsenzunterricht fest. Die Schulschließung im gesamten Landkreis Traunstein hat keinen Einfluss auf die Entscheidung der Koordinierungsgruppe. Traunstein hat laut RKI eine Inzidenz von über 420 und möchte daher mit einem verschärften Kurs Kontakte noch stärker einschränken. Diese Situation ist nicht mit der aktuellen Lage im Landkreis Miesbach vergleichbar. Die Inzidenz im Landkreis Miesbach bleibt mit 148 (Stand Gesundheitsamt Miesbach, 13.11.2020 12 Uhr) weiter ungefähr gleich. In zwei zueinander gehörenden Wohngruppen für erwachsene Menschen mit Behinderungen gab es einen größeren Corona-Ausbruch. Die Hälfte der Bewohner, insgesamt zehn Personen, und mehrere Mitarbeiter wurden positiv auf das Virus getestet. Eine Infektion mit dem Virus ist besonders schwierig für Menschen mit Behinderungen, weil sie aufgrund ihrer Behinderungen oft zur besonders gefährdeten Personengruppe zählen. Außerdem können sie oft nur schwer mit den Schutzmaßnahmen umgehen. Wir bitten um Verständnis, dass wir zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Bewohner keine weiteren Fragen zum Ausbruchsgeschehen in den beiden Wohngruppen beantworten. Da die Bewohner in Wohngruppen und nicht in einer separaten Einrichtung wohnen, ist das weitere Vorgehen analog zu Privathaushalten.

Donnerstag, 12. November: Inzidenz weiter konstant

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis ist am Donnerstag leicht auf 158 gestiegen (Mittwoch: 154). Das Infektionsgeschehen ist also weiter konstant.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 12. November
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 12. November
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Donnerstag, 12. November

Mittwoch, 11. November: Inzidenz weiter konstant - Vergangene drei Wochen brachten ein Drittel aller Fälle seit Pandemie-Beginn 

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach ist am Mittwoch geringfügig auf 154 Fälle in einer Woche gestiegen. Am Montag lag der Wert laut Landratsamt bei 152. Damit ist das Infektionsgeschehen seit rund drei Wochen weitgehend konstant. In diesen drei Wochen sind 430 Landkreisbürger am Virus erkrankt. Das entspricht fast exakt einem Drittel der bestätigten Fälle seit Beginn der Pandemie (1319 Fälle). Im Zusammenhang mit Corona gestorben ist seit Ende Mai aber niemand mehr.

Derweil hat das Landratsamt die Koordinierungsgruppe Corona um drei ärztliche Berater erweitert. Seit dem ersten Treffen der Gruppe im Februar gehören zu ihr die niedergelassenen Ärzte Dr. Thomas Straßmüller (Gmund, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes) und Dr. Florian Meier (Irschenberg, während des Katastrophenfalls Versorgungsarzt, seit August Ärztlicher Koordinator für Corona im Landkreis).

Seit Beginn der zweiten Welle sind nun Dr. Steffen Herdtle (Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Krankenhaus Agatharied), Prof. Dr. Michael Landgrebe (Chefarzt der kbo Lech-Mangfall-Klinik Agatharied), sowie Dr. Michael Städtler (Ärztlicher Leiter Krankenhauskoordination), zur Gruppe gestoßen. „Wir decken sämtliche gerade jetzt besonders wichtigen ärztlichen Bereiche ab“, erklärt Landrat Olaf von Löwis die Entscheidung zur Erweiterung.

Städtler, der bereits im Frühjahr die Krankenhaus Koordination leitete, ist erst vergangene Woche vom Rosenheimer Landrat Otto Lederer in Absprache mit Löwis und Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März erneut in das Amt berufen worden. In diesem verteilt Städtler, gleichzeitig Ärztlicher Leiter des Rettungsdiensts, Patienten im Rettungsdienstbereich, den der Landkreis Miesbach zusammen mit dem Landkreis Rosenheim und der Stadt Rosenheim bildet. Er darf Patienten verlegen lassen und Corona-Schwerpunktkrankenhäuser bestimmen. So soll er die Last der Pandemie aufteilen, damit kein einzelnes Krankenhaus unter vielen Fällen zusammenbricht.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 11. November
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Mittwoch, 11. November

Dienstag, 10. November: Inzidenz gesunken, aber Blick zum Kreis Rosenheim

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach ist am Dienstag auf 152 gesunken. Nachdem Sonntag und Montag Höchstwerte brachten (Sonntag: 180 Fälle, Montag: 173), ist das Infektionsgeschehen im Landkreis damit schnell wieder in den Bereich von 140 bis 160 Infektionen in sieben Tage zurückgefallen, in dem es sich seit etwas mehr als zwei Wochen größtenteils bewegt. Da Corona-Infizierte die Krankheit im Durchschnitt fünf bis sechs Tag nach der Infektion bemerken, könnte dies die durch die Ferien der vergangenen Woche erhoffte Verschnaufpause ankündigen.

Die gesunkenen Zahlen verstärken indes den Kontrast zum Nachbarlandkreis Rosenheim. Dort sind in der vergangenen Woche rund doppelt so viele Menschen an Corona erkrankt wie hier (siehe Bayern). Ein Überschwappen der Infektionen, etwa durch Berufspendler, könne nicht ausgeschlossen werden, schreibt das Landratsamt auf Nachfrage unserer Zeitung. Sicher ist das aber auch nicht.

Die Prognose wird durch die unklare Ausgangslage erschwert. Denn wie stark sich die Lage in Rosenheim bisher auf die Infektionen im Landkreis ausgewirkt hat, kann das Landratsamt nur grob abschätzen. Dafür, dass sie nicht zwangsläufig auch hier die Zahlen treibt, spricht, dass das Tracing Team seit Beginn der Pandemie keinen auffällig hohen Eintrag aus dem Nachbarlandkreis festgestellt hat. Nur im Herbst sei durch private Feiern ein gemeinsames größeres Infektionscluster entstanden.

Andererseits kann das Tracing Team in letzter Zeit Infektionsketten kaum nachvollziehen. Bleibt die Quelle einer Erkrankung unauffindbar, könnte diese überall liegen – auch im Kreis Rosenheim. Das verhindert eine klare Aussage.

Klar ist: Die Entwicklung im Kreis Rosenheim beeinflusst die Lage in Miesbach selbst, wenn die Infektionen dort bleiben. Weil die Landkreise Miesbach und Rosenheim sowie die Stadt Rosenheim einen Rettungszweckverband bilden, können Patienten problemlos innerhalb des Verbands verlegt und versorgt werden. Steigen die Infektionszahlen im Kreis Rosenheim weiter, wird dort wahrscheinlich auch die Zahl der Patienten auf Normal- und Intensivstationen weiter steigen. Werden die Stationen zu voll, müsste der Landkreis Miesbach mehr Patienten aufnehmen – im Krankenhaus oder in ergänzenden Einrichtungen wie Reha-Kliniken. Viele schwere Fälle in Teilen des Rettungszweckverbands beeinflussen immer auch den Rest.

Derzeit ist dieser Fall aber weit weg. Noch werden weder im Krankenhaus Agatharied (aktuell zehn Covid-Patienten auf Normalstation und einer auf der Intensivstation) noch in den Rosenheimer Kliniken die Betten knapp. Im gesamten Rettungsdienstbereich lagen vorgestern fünf Personen wegen Corona auf Intensivstationen.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Dienstag, 10. November
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Dienstag, 10. November
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Dienstag, 10. November

Montag, 9. November: 7-Tage-Inzidenz nahe Höchstwert

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach ist am Montag nach vier Tagen mit Anstiegen erstmals wieder gefallen. Mit 173 Infektionen in einer Woche erreichte sie dennoch den zweithöchsten Wert seit Beginn der regelmäßigen und schnellen Test. Am Sonntag lag der Wert bei 180. Das bedeutet: Nur im Frühjahr, als viele Testergebnisse gebündelt eintrafen, sind in einer Woche mehr Menschen positiv auf Corona getestet worden als in der vergangenen.

Interessant daran: Der Landkreis pendelte bis Freitag knapp zwei Wochen lang zwischen einer Inzidenz von 140 und 160, das Infektionsgeschehen schien konstant. Ausgerechnet am Wochenende, nach einer Woche, in der wegen Ferien und Lockdown besonders wenige Kontakte zwischen Menschen herrschten, ist die Inzidenz auf einen neuen Höchstwert geklettert. Bei einer mittleren Corona-Inkubationszeit von fünf bis sechs Tagen hätte genau an diesen Tagen aber die erhoffte Verschnaufpause durch die Ferien erkennbar sein müssen. Zumindest bisher ist sie das nicht.

Am Freitag wurde eine weitere Klasse in Quarantäne geschickt. Dabei handelt es sich um die einzige Klasse, für die während der Herbstferien Quarantäne angeordnet werden musste.

Nichts geändert hat sich an den Kindertageseinrichtungen: Hier gilt weiterhin die gelbe, mittlere Stufe des Rahmenhygieneplans. Da bereits die Corona-Ampel und der Rahmenhygieneplan für Schulen von der Staatsregierung überarbeitet wurden, ist davon auszugehen, dass auch bei Kitas eine Anpassung erfolgt. Bis auf weiteres ändert sich nichts.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Montag, 9. November
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Montag, 9. November
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Montag, 9. November

Freitag, 6. November: Inzidenz steigt erneut leicht - Infos zu Infektionen in Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Asylunterkünften

Die 7-Tage-Inzidenz ist im Landkreis Miesbach am Freitag laut Landratsamt erneut gestiegen. Mit 153 Infektionen in den vergangenen sieben Tagen lag der Wert etwas über denen von Donnerstag (147) und Mittwoch (140), aber weiter im seit rund zwei Wochen konstanten Bereich zwischen 140 und 160 Fällen. Abgesehen von kleineren Schwankungen ist das Infektionsgeschehen im Landkreis also derzeit weitestgehend konstant.

Ein Autofahrer lässt sich im Corona-Testzentrum des Landratsamtes Miesbach einen Abstrich nehmen.

Das Landratsamt hat außerdem Informationen zu bisherigen Infektionen in Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Asylunterkünften veröffentlicht. Demnach liegen Hinweise vor, dass in jeder der Einrichtungsgruppen Übertragungen stattgefunden haben. Das Gesundheitsamt Miesbach lege ein großes Augenmerk auf diese Einrichtungen.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Freitag, 6. November
  • Asylunterkünfte: Die Bewohner einer Wohnung sowie einer Gemeinschaftsunterkunft stehen unter Quarantäne, nachdem in beiden Wohneinheiten je ein positiver Fall aufgetreten ist. Bei den Bewohnern der Wohnung kann analog zu einer Privatunterkunft vorgegangen werden, weil das Infektionsgeschehen dort gut eingrenzbar ist. In der Gemeinschaftsunterkunft mussten alle 21 Bewohner unter Quarantäne gestellt werden, weil in Gemeinschaftsunterkünften enge Kontaktpersonen nicht abgegrenzt werden können. Es handelt sich um eine Gemeinschaftsunterkunft, die von der Regierung von Oberbayern und nicht vom Landratsamt Miesbach betrieben wird. Im Landkreis Miesbach gibt es 56 Wohneinheiten in 36 Objekten zur Unterbringung von 470 geflüchtete Personen.
  • Kindertageseinrichtungen: Derzeit müssen Gruppen an fünf Einrichtungen wegen positiver Fälle zu Hause bleiben. Im Landkreis gibt es insgesamt 65 Kindertageseinrichtungen mit etwa 4.600 Betreuungsplätzen.
  • Schulen: Fünf Klassen stehen unter Quarantäne. Im Landkreis gibt es insgesamt 47 Schulen und etwa 12.000 Schüler.
  • Pflegeeinrichtungen: Aktuell gibt es kein Ausbruchsgeschehen in einer der neun Pflegeeinrichtungen im Landkreis. Dort werden etwa 850 Personen stationär gepflegt. Im Frühjahr sind fünf mit dem Coronavirus infizierte Personen in zwei Pflegeeinrichtungen im Landkreis verstorben.

Bei allen Einrichtungen sind diese Angaben laut Landratsamt Momentaufnahmen, die sich schnell ändern können. „So ist davon auszugehen, dass – wie in vielen anderen Landkreisen bereits geschehen – bald auch wieder Pflegeeinrichtungen von der Ausbreitung des Virus betroffen sein könnten. Insbesondere bei den Schulen und Kitas bleibt der Schulstart nach den Herbstferien abzuwarten.“

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Freitag, 6. November
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Freitag, 6. November
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Freitag, 6. November

Donnerstag, 5. November: Inzidenz steigt leicht - Schulen bleiben offen

Die Schulen im Landkreis werden am Montag nach den Herbstferien im gewohnten Modus von vor den Ferien wieder eröffnen. Das Landratsamt hält nach dem Schulgipfel der Staatsregierung weiter am Präsenzunterricht fest. Die Ergebnisse des Schulgipfels bestätigen die bisherige Strategie des Landkreises, schreibt die Behörde in einer Meldung. Wie berichtet, war Landrat Olaf von Löwis (CSU) vom vorgegebenen Drei-Stufen-Plan der Regierung abgewichen, indem er auch mit einer 7-Tage-Inzidenz über 50 am Präsenzunterricht festhielt. Dass die Drei-Stufen-Regelung nach dem Schulgipfel zugunsten individueller Entscheidungen der Landkreis-Gesundheitsämter entfällt, zeige die Richtigkeit dieser Vorgehensweise.

Das Landratsamt will weiterhin bei positiven Test eines Schülers nur Klassen unter Quarantäne stellen, nicht ganze Schulen. Schulschließungen solle es im Landkreis nur geben, wenn das Infektionsgeschehen an einer gesamten Schule das erfordere, schreibt die Behörde in einer Meldung. Voraussetzung für die Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts sei jedoch die Maskenpflicht für alle Schüler auch am Platz.

Neu ist: Lehrer müssen bei positiven Tests eines von ihnen unterrichteten Schülers nicht mehr in Quarantäne. Das entschied das Gesundheitsamt Miesbach aufgrund der Maskenpflicht für Lehrer und Schüler. Ob es zur Quarantäne von Lehrern und Schülern im Nachgang des Schulgipfels neue Regeln gibt, ist noch nicht bekannt.

Zu den Kindertagesstätten liegen dem Landratsamt noch keine Informationen des Sozialministeriums vor. Der Landkreis hält aber auch hier weiter an Präsenzbetreuung fest. Derzeit gilt weiter der Drei-Stufen-Plan. Das Landratsamt geht aber davon aus, dass dieser entsprechend der Regelungen für die Schulen angepasst wird.

Coronazahlen für Donnerstag, 5. November
Coronazahlen für Donnerstag, 5. November

Mittwoch, 4. November: Inzidenz bei 140

Zu vierten Mal in Folge sinkt die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach, diesmal von 148 auf 140. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle bleibt konstant bei 248. Das hat das Landratsamt am Mittwochnachmittag mitgeteilt.

Dienstag, 3. November: Inzidenz sinkt erneut leicht

Um einen Abwärtstrend zu erkennen, ist es wohl noch zu früh. Und doch ist die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach am Dienstag erneut gesunken, von 154 auf 148. Als aktiv werden derzeit 248 Corona-Fälle gezählt.

Wie das Landratsamt heute mitteilt, wurde eine Holzkirchner Asyl-Gemeinschaftsunterkunft unter Quarantäne gestellt, nachdem einer der 21 Bewohner positiv auf das Virus getestet wurde.

Eine Alternative zur Maskenpflicht in Schulen gebe es derzeit nicht, informiert die Behörde. Vielmehr gebe es Hinweise darauf, dass sich das Virus auch innerhalb von Schulklassen weiterverbreitet habe.

Hier die Pressemitteilung im Wortlaut:

„Alle konstruktiven Beiträge finden Eingang in die Überlegungen unserer Koordinierungsgruppe – Beleidigungen, Verschwörungstheorien o.ä. nicht“, stellt Landrat Olaf von Löwis klar. Die Rückmeldungen, die der Landrat und die Koordinierungsgruppe aus der Bevölkerung erhalten, sind komplett verschieden. Während viele froh und dankbar sind, dass im Landkreis Miesbach am Präsenzunterricht und der Präsenzbetreuung in Kindertageseinrichtungen festgehalten wird, gibt es nach wie vor Beschwerden über die Maskenpflicht an Grundschulen.

Ein kreativer und vor allem konstruktiver Vorschlag erreichte die Koordinierungsgruppe am Wochenende: Eine Initiative aus Fischbachau fragte an, ob es möglich wäre, Plexiglaswände an den Schulbänken zwischen den Schülern zu installieren, um die Maskenpflicht zu umgehen. „Ich halte das für einen sehr spannenden Vorschlag und habe ihn sofort am Montag mit in die Koordinierungsgruppe genommen“, erzählt Landrat von Löwis. Dort wurde der Vorschlag intensiv diskutiert.

Was sich in der Theorie sehr überzeugend anhört, ist in der Praxis leider nicht möglich: Die Wissenschaft geht davon aus, dass das Virus hauptsächlich durch Aerosole übertragen wird. Das Plexiglas bremst die Aerosole aber leider nicht, sondern erschwert sogar den gewünschten Luftaustausch durch Stoß- und Querlüften. Ohne Masken verteilen sich die Aerosole also ungehindert in der Luft, auch in Richtung der anderen Mitschüler und Gänge zwischen den Reihen.

Auch rechtlich gibt die Achte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die nochmal eine Verschärfung der Siebten darstellt, keinen Ersatz der Maskenpflicht in Schulen durch Plexiglaswände her. Die einzige Möglichkeit, derzeit am Präsenzunterricht festzuhalten, bleibt die Maskenpflicht.

„Wir behalten den Vorschlag aber auf jeden Fall im Auge“, verspricht Landrat von Löwis. „Ich danke allen, die sich konstruktiv an der Diskussion beteiligen. Wir alle verfolgen doch das gleiche Ziel, nämlich die Ausbreitung des Virus einzudämmen und ein Stück Normalität zu etablieren.“

Inzwischen gibt es auch im Landkreis Miesbach Hinweise darauf, dass sich das Virus nicht nur bei privaten Kontakten von Kindern, sondern auch innerhalb von Klassen verbreitet hat. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Infektionsgeschehen nach den Herbstferien in der kommenden Woche weiterentwickelt.

In Holzkirchen musste eine Gemeinschaftsunterkunft mit 21 Asylbewerbern unter Quarantäne gestellt werden, nachdem ein Bewohner positiv auf das Virus getestet wurde. Der Bewohner wurde in eine andere Unterkunft gebracht. Die restlichen Bewohner verbringen die Quarantäne in der Unterkunft. Um das Objekt wurde ein Bauzaun errichtet, der den Bewohnern den Aufenthalt im Freien ermöglicht.

17.30 Uhr: 7-Tage-Inzidenz seit sechs Tagen fast unverändert

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach betrug am Montag 154. Damit liegt der Wert nach seinem schnellen Anstieg von Mitte bis Ende Oktober seit Mittwoch vergangener Woche zum sechsten Mal in Folge im Bereich zwischen 150 und 160 Fällen. Zumindest derzeit ist der Aufwärtstrend also einer Seitwärtsbewegung gewichen. 

Coronavirus im Landkreis: Montag, 2. November
Coronavirus im Landkreis: Montag, 2. November

11.17 Uhr: Am Nachmittag werden vom Gesundheitsamt Miesbach die neuen Infektionszahlen veröffentlicht. Hier im Ticker lesen Sie diese als Erstes.

Miesbach, 2. November, 10.55 Uhr: Seit heute 0.00 Uhr gelten bayernweit die Regeln für den sogenannten „Lockdown light“. Kurz: Sämtliche Freizeiteinrichtungen, inklusive Sauna, Bäder und Amateursport-Anlagen sowie Restaurants, Bars und alle anderen Gastro-Betrieben müssen seit heute geschlossen bleiben. Gefühlt stellen allerdings mehr Restaurants und Wirtschaften als noch beim ersten Lockdown auf Essen zum Mitnehmen um.

Dafür hat alles andere - unter strengen Auflagen - noch geöffnet. Die Schulen diese Woche freilich ausgenommen, das liegt aber nicht an Corona, sondern an den Herbstferien.

Die Schulen haben diese Woche zu - allerdings wegen der Herbstferien, nicht wegen Corona, hier: das Gymnasium Miesbach.

Corona in Bayern: Die Karte zeigt die aktuelle 7-Tage-Inzidenz für alle Landkreise und kreisfreie Städte

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