Olaf von Löwis Landrat
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Olaf von Löwis, Landrat von Miesbach

Verfügung nun aufgehoben

Wegen Ausflugsverbot in Tegernsee-Region: Landrat mehrfach heftig bedroht - „Grenzen überschritten“

  • Christian Masengarb
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Dem Miesbacher Landrat Olaf von Löwis (CSU) ist wegen des Tagesausflugsverbots offenbar mehrfach Gewalt angedroht worden. Der 66-Jährige hat die Polizei eingeschaltet. 

  • Landrat Olaf von Löwis (CSU) ist laut Landratsamt wegen des Tagesausflugsverbots mehrfach körperliche Gewalt angedroht worden.
  • Die Behörde spricht von Hunderten „sehr kritischen“ Zuschriften bis hin zu Drohungen mit Schlägen und Vergleichen zum Dritten Reich.
  • Unabhängig davon hat der Landkreis das Ausflugsverbot wegen der weiterhin niedrigen Inzidenz aufgehoben. 

Landkreis – Landrat Olaf von Löwis (CSU) ist nach Angaben des Landratsamts wegen des Tagesausflugsverbots in den Landkreis mehrfach körperliche Gewalt wie Schläge angedroht worden. Außerdem hätten Schreiber Vergleiche zum Dritten Reich gezogen und Löwis wegen seines Nachnamens vorgeworfen, dass es einem Ausländer nicht zustehe, in Deutschland Verbot zu erlassen.

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Corona-Lockdown in Bayern: Miesbacher Landrat wegen Ausflugsverbot mit Gewalt bedroht

Die Behörde spricht von Hunderten Zuschriften mit „sehr kritischem“ Inhalt per E-Mail und in den Sozialen Medien. Äußerst aggressiv seien zwar nur die wenigstens gewesen, in der Summe aber genügend, dass der Landrat am Montag deswegen die Polizei eingeschaltet hat. „Er hat einige Schreiben an die Polizei übergeben, aber es sind tatsächlich zu viele Schreiben, Postings und Online-Kommentare, als dass man noch wirklich einen Überblick behalten könnte“, schreibt Landratsamt-Pressesprecherin Sophie Stadler. „Bei allem Verständnis, dass man raus in die Natur möchte, wurden zuletzt teilweise Grenzen überschritten.“

Wegen sinkender Corona-Inzidenz: Ausflugsverbot im Landkreis Miesbach aufgehoben

Das Landratsamt hat derweil die Ursache für die Anfeindungen, die „Allgemeinverfügung zur Untersagung touristischer Ausflüge in den Landkreis Miesbach“, gestern aufgehoben. Ab heute dürfen Bewohner anderer Landkreise damit wieder touristische Ausflüge in den Landkreis unternehmen. Der Streit darum, ob vor allem Münchner zu Corona-Zeiten in die Tegernsee-Region fahren sollten, zieht sich nun schon über Monate.

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Diese Entscheidung hat allerdings nichts mit den Anfeindungen zu tun: Bekanntermaßen hatte das Landratsamt die Verfügung ursprünglich bis zum 31. Januar erlassen, nachdem die Inzidenz im Landkreis über 200 gestiegen war. Weil die Inzidenz aber seit Wochen gesunken ist – für Montag vermeldete das Landratsamt einen Wert von 69 – hatte die Behörde bereits vergangene Woche angekündigt, die Verfügung am Montag überdenken zu wollen. Als das Gesundheitsministerium am Freitag außerdem darauf hinwies, dass Landkreise, in denen die Inzidenz deutlich und dauerhaft gefallen ist, Ausflugsverbote aufheben müssen, war das Ende der Verfügung vorgezeichnet.

Anfeindungen von beiden Seiten: Anwohner in Miesbach wollen Verbot für Ausflügler zurück

Dieses Ende hat auch gezeigt: Landkreis-Bewohner brauchen wegen der Anfeindungen gegen Löwis scheinbar nicht mit dem Finger auf Ausflügler zu zeigen. Laut Stadler bekam der Landrat am Montag Dutzende Nachrichten von Einheimischen, „die in markigen Worten kritisieren, dass das Verbot jetzt aufgehoben wurde“.

Die 15-Kilometer-Regel, nach der Landkreis-Bewohner die Grenzen ihrer Heimatorte um höchstens 15 Kilometer überschreiten durften, war bereits am Samstag aufgehoben worden.

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