1. Startseite
  2. Lokales
  3. Miesbach
  4. Miesbach

Corona-Notbetreuung im Landkreis Miesbach: Zahl der Kinder überschaubar

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Gabi Werner

Kommentare

Corona-Notbetreuung im Landkreis Miesbach:Zahl der Kinder überschaubar
Jürgen Heiß, Leiter des Schulamts Miesbach

Ab nächster Woche wird die Corona-Notbetreuung für Kinder in den Kitas ausgeweitet. Im Landkreis sind Kapazitäten vorhanden. Aber Anträge von Eltern fehlen.

Landkreis – Mehr schlecht als recht manövrieren sich manche Familien durch die Corona-Krise. Wohin mit dem Nachwuchs, wenn beide Elternteile arbeiten müssen? Die Staatsregierung hat angekündigt, zum 27. April die Notbetreuung „behutsam auszuweiten“. Derweil zeigt sich im Landkreis Miesbach: Der Kreis jener Familien, die das Betreuungsangebot wahrnehmen, ist sowohl an Schulen als auch an Kindergärten bisher überschaubar.

Alle News zum Coronavirus im Landkreis Miesbach gibt es in unserem Live-Ticker

Corona-Notbetreuung im Landkreis Miesbach: Zahl der Kinder überschaubar

Fünf Kinder pro Gruppe – mehr dürfen es bei der Corona-Notfallbetreuung in den Kitas nicht sein. Für die katholischen Kindergärten in Tegernsee, Rottach-Egern und Bad Wiessee ist das momentan gut zu handhaben. Insgesamt 13 Mädchen und Buben werden aktuell in den Einrichtungen betreut, wie Franz Hafner, Leiter des katholischen Kindertagesstättenverbunds Tegernseer Tal, auf Nachfrage mitteilt. „Damit sind die Kapazitäten bei Weitem nicht ausgeschöpft.“

Ab nächster Woche nun soll der Kreis der Familien erweitert werden, die die Notbetreuung in Anspruch nehmen dürfen. Im Kern heißt das: Künftig können alle erwerbstätigen Alleinerziehenden – unabhängig vom Beruf – ihre Kinder zur Betreuung bringen. Bei zwei Elternteilen genügt es, wenn nur einer im Bereich der so genannten kritischen Infrastruktur tätig ist. Bisher mussten es beide sein.

Lesen Sie auch: Haus Bambi im Pandemie-Modus: So schützt sich die Lebenshilfe vor Corona

Hafner glaubt nicht, dass die Nachfrage wegen dieser Aufweichung sprunghaft ansteigen wird. Über seinen Tisch laufen die Anträge, die die Eltern an ihre jeweiligen Einrichtungen stellen müssen. „Bis jetzt ist noch kein weiterer Antrag gekommen“, teilte der Vorsitzende gestern mit. Grundsätzlich sei man darum bemüht, den Eltern soweit wie möglich entgegen zu kommen, betont Hafner. „Ich nehme lieber ein Kind mehr als eines weniger.“ Lediglich einen Wunsch auf Notbetreuung habe er bislang abgelehnt, berichtet er. In diesem Fall sei nur ein Elternteil in die Arbeit gegangen, der Partner sei aber zuhause. Für solche Ansinnen hat Hafner wenig Verständnis. „Das hat auch etwas mit Solidarität zu tun“, sagt er.

Ob auch an den Grund- und Mittelschulen die Notbetreuung entsprechend ausgebaut wird, war gestern noch unklar. Die Staatsregierung hat dies zwar bereits verlauten lassen, eine offizielle Anordnung „von oben“ liege ihm dazu aber noch nicht vor, teilte Jürgen Heiß, Leiter des Staatlichen Schulamts Miesbach, mit. Möglicherweise werde man aber auch für die Schulen „in diese Richtung nachziehen“. Seit 16. März gibt es an den Schulen die Corona-Betreuung in der bisherigen Form – im Landkreis wird sie bisher eher vereinzelt in Anspruch genommen. An allen Grund- und Mittelschulen im Landkreis Miesbach waren – Stand gestern – insgesamt 63 Kinder zur Notbetreuung angemeldet, wie Heiß berichtet. „Es sind mal drei, mal vier Schüler, aber maximal sechs“, sagt er über die Situation in den einzelnen Lehrstätten.

Grundsätzlich gilt während der Corona-Krise: In einem Klassenzimmer dürfen höchstens 15 Kinder betreut werden, der Mindestabstand von eineinhalb Metern muss gewahrt bleiben. Bekanntlich kehren ab Montag die Abschluss-Jahrgänge in die weiterführenden Schulen zurück, so auch an die Mittelschulen. Heiß ist überzeugt, dass auch bei einer gleichzeitigen Ausweitung der Notfallbetreuung genügend Kapazitäten vorhanden wären. „Wir haben derzeit viele leer stehenden Räume.“ 

Ebenfalls interessant: Corona: Landkreis gibt 2,5 Millionen Euro für Schutzausrüstung frei

Auch interessant

Kommentare