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Corona-Koordinator gibt Tipps zum Volksfest-Besuch - „Im Bierzelt kann man die Maske abnehmen“

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Von: Christian Masengarb

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Dr. Florian Meier Hausarzt und BRK-Landesarzt
Dr. Florian Meier Hausarzt und BRK-Landesarzt © Thomas Plettenberg

Sollte man auf Volksfesten die Corona-Maske auflassen? Nicht unbedingt, meint Corona-Koordinator Dr. Florian Meier. Auch im Bierzelt dürfe man sie ruhig absetzen.

Landkreis – Die Inzidenz im Landkreis pendelt um die 1000er-Marke und belegt damit bundesweite Spitzenplätze. Im Gespräch erklärt Hausarzt und der ärztliche Corona-Koordinator des Landkreises Dr. Florian Meier aus Miesbach, wieso Volksfestbesucher seiner Meinung nach derzeit dennoch auf Masken verzichten können.

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Dr. Meier: „Können entspannt auf den Sommer blicken“

Herr Dr. Meier, die Inzidenz im Landkreis gehört wieder einmal zu den höchsten Deutschlands. Wie kommt’s?

Woher diese Inzidenz kommt, kann ich nicht einordnen. Früher, als die Hausärzte vor dem Gesundheitsamt wie die Wahnsinnigen getestet haben, hatten wir im Landkreis eines der besten Testwesen Bayerns. Dadurch haben wir viele Erkrankte herausgefischt und hatten eine im Vergleich zu anderen hohe Inzidenz. Aktuell ist das nicht mehr so. Die Tests nehmen deutlichst ab. Momentan haben wir auch keine eindeutigen Infektionscluster.

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Welche Rolle spielen die Volksfeste? Können Feste und Veranstaltungen verhindern, dass der Sommer die Inzidenz wie in den Vorjahren senkt?

Ich kann nicht in die Glaskugel blicken, glaube es aber eher nicht. Alle grippalen Effekte werden bei warmem Wetter seltener. Ich denke daher, dass wir entspannt auf den Sommer blicken können. Spannend wird, was der Herbst bringt. Dann werden die Inzidenzen wieder steigen. Jetzt schon zu sagen, wie weit, wäre aber Spekulation.

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BRK-Landesarzt Dr. Meier: „Im Bierzelt kann man die Maske abnehmen“

Bleiben wir bei Volksfesten: Viele Menschen wollen wieder Normalität genießen und ohne Maske ins Bierzelt gehen. Sie wollen aber auch verantwortlich handeln. Wie finden sie einen Mittelweg?

Das ist eine schwierige Frage. Nach wie vor bleibt der Abstand das wichtigste Mittel gegen Corona. In Situationen, in denen ich keinen Abstand halten kann, hilft die Maske. Natürlich will sich aber niemand mit Maske ins Bierzelt setzen. Dabei muss ich bedenken, dass ich mit der Maske nicht nur mich selbst schütze, sondern auch meine Mitmenschen. Beim Volksfest heißt das: Wer auf keinen Fall Corona bekommen will, setzt sich nicht ins Bierzelt und schunkelt. Deswegen halte ich es für vertretbar, auf dem Volksfest die Maske abzunehmen. Im Supermarkt ist das anders: Dort kann ich an der Kasse hinter jemanden stehen, der gerade eine Chemotherapie durchmacht. Um ihn schützen, rate ich dort weiter zur Maske.

Sie haben es angesprochen: Der Landkreis testet viel weniger. Ist die Inzidenz noch aussagekräftig?

Die Inzidenz beschreibt die Fälle, von denen wir sicher wissen, dass wir sie haben. Da viele Leute nicht mehr zum Testen gehen, gibt es sicher eine Dunkelziffer. Wie hoch die ist, kann ich nicht sagen. Die Inzidenz bleibt aber trotzdem aussagekräftig: Andere Landkreise haben die gleichen Lockerungen und testen auch nicht weniger. Wir wissen also, dass wir im Deutschlandvergleich weit vorne liegen.

Haben die Auswirkungen der Pandemie auf Krankenstand und Intensivstationen abgenommen?

Ja. Die Verläufe sind relativ harmlos. Die Gefahr, dass viele Menschen an Corona sterben, sehe ich derzeit nicht. In den Praxen hatten wir lange enorm viel mit Tests und Erkrankungen zu tun. Das hat sich deutlich entspannt. Wir stellen auch weniger Krankschreibungen aus. Wir liegen deutlich unter dem Niveau von vor einigen Wochen.

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