Zum Glück nicht positiv: Laura besucht die neunte Klasse an der Mittelschule in Hausham. Sie hält ihren negativen Corona-Schnelltest vom ersten Testtag an Bayerns Schulen in der Hand.
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Zum Glück nicht positiv: Laura besucht die neunte Klasse an der Mittelschule in Hausham. Sie hält ihren negativen Corona-Schnelltest vom ersten Testtag an Bayerns Schulen in der Hand.

Manche Eltern stellen sich quer

Corona-Test an Schulen im Landkreis Miesbach: Die erste Stunde gehört dem Schnelltest

  • Luisa Billmayer
    vonLuisa Billmayer
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Corona-Schnelltests sind seit 12. April Teil des Schulalltags. Markus Rewitzer, der Rektor der Grund- und Mittelschule in Hausham, sieht im Verfahren einen großen Nachteil.

Hausham/Miesbach – Rund 160 Kinder und Jugendliche haben sich am Montagmorgen in der Haushamer Grund- und Mittelschule selbst auf Corona getestet. Auf der einen Seiten sei der erste Tag relativ entspannt verlaufen, berichtet Rektor Markus Rewitzer: „Das Testen lief ruhig in den Klassen ab, und wir hatten zum Glück auch keinen Positivfall.“ Andererseits habe die Schule aber mit der Problematik zu kämpfen, dass einige Eltern strikt gegen das Testen sind. Vor dem Miesbacher Rathaus haben unzufriedene Eltern gegen das Verfahren demonstriert.

Pro Klasse haben am gestrigen Montag ein bis zwei Kinder und Jugendliche gefehlt. Die Möglichkeit, einen Negativ-Nachweis von einer anderen offiziellen Stelle vorzulegen, haben an der Haushamer Schule nur vereinzelt Eltern genutzt. In der Diskussion will Redwitzer aber niemanden verurteilen: „Wir müssen diese Ansichten akzeptieren. In Zukunft ist es wichtig, dass wir wieder zueinander finden.“ Die Schulfamilie leide stark unter den Differenzen.

Corona-Test an Schulen im Landkreis Miesbach: Die erste Stunde gehört dem Schnelltest

Seit gestern dürfen Schüler in Bayern nur am Präsenz- oder Wechselunterricht teilnehmen, wenn sie einen aktuellen negativen Test vorweisen können. Dieser kann über eine Testung in der Schule oder einen PCR- oder Schnelltest von einer Arztpraxis, einer Teststelle oder einer Apotheke erfolgen.

Um die 400 Schüler haben sich im Miesbacher Gymnasium auf das Virus getestet – ein Positivfall wurde dabei festgestellt. Auch wenn der erste Testtag der Schulleitung einiges an Vorbereitung abverlangt hat, sei die Premiere „gut bis sehr gut“ verlaufen, erklärte Direktor Rainer Dlugosch, der mit mehr positiven Testergebnissen gerechnet hatte. Wegen des Wechselunterrichts, der bei einer Sieben-Tages-Inzidenz zwischen 50 und 100 in den Schulen stattfindet, muss in dieser Woche täglich getestet werden. Die Schüler sind in zwei Gruppen unterteilt und kommen im Wechsel montags, mittwochs und freitags oder dienstags und donnerstags. Das hat zur Folge, dass die eine Gruppe montags und mittwochs, die andere Gruppe dienstags und donnerstags getestet wird.

Das Miesbacher Gymnasium verzeichnete gestern 85 Abwesenheitsmeldungen. Das seien aber nicht nur „Testquerulanten“, sondern auch normale Krankmeldungen und Schüler, die aufgrund bestimmter Risikofaktoren zuhause bleiben müssen, stellt Dlugosch klar. Der Schulleiter hat am Montagmorgen selbst in einer Klasse die Corona-Testung betreut. Dort hat Dlugosch keinerlei Verweigerung der Schüler wahrgenommen. Im Grunde sei das „völlig harmlos“.

Corona-Test an Schulen: Wertvolle Zeit muss geopfert werden

Bei den Tests, die nicht in der Schule durchgeführt werden, ist es wichtig zu prüfen, dass sie immer aktuell sind, erklärt der Haushamer Rektor Rewitzer. Bei einer Inzidenz von unter 100 dürfen die Tests 48 Stunden alt sein – sobald die Inzidenz über 100 springt, sind die Ergebnisse nur noch halb so lang gültig.

Das Testen findet in den Schulen in Hausham und Miesbach immer morgens in der ersten Stunde statt. „Je nach Anzahl der Schüler dauert der Prozess etwa eine halbe Stunde – mindestens“, sagt Rewitzer. Auch wenn das Testen mehr Präsenzlehre ermöglicht, bedauert der Schulleiter, dass dadurch Zeit verloren geht: „Wir müssen uns nichts vormachen. Wir haben in den letzten Monaten viel versäumt. Die wertvolle Zeit, die wir jetzt haben, für das Testen opfern zu müssen, ist nicht schön.“ Die Unterrichtszeit zu verlängern, sei jedoch keine Option. Dadurch käme auch das Schulbussystem durcheinander.

Bis auf Weiteres sollen alle Schüler und Lehrkräfte zweimal wöchentlich getestet werden. Weil die Inzidenz im Landkreis seit Tagen steigt, gehen beide Schulleiter davon aus, dass ab nächster Woche ohnehin wieder auf Distanz unterrichtet wird.

von Luisa Billmayer

Seit einem Jahr stehen die Pflegekräfte im Fokus der Öffentlichkeit - auch im Landkreis Miesbach. Doch sie sind etwa ein Jahr nach den großen Solidaritätsbekundungen frustriert, denn zum Positiven geändert hat sich eigentlich nichts.

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