Lolli- statt „Popel“-Test: Grundsätzlich kommt auch diese Methode für Kita-Kinder infrage.
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Lolli- statt „Popel“-Test: Grundsätzlich kommt auch diese Methode für Kita-Kinder infrage.

Durchführung erfolgt zuhause

Freiwillige Corona-Tests an Kitas: Träger im Landkreis Miesbach begrüßen Einführung

  • Bettina Stuhlweißenburg
    vonBettina Stuhlweißenburg
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Corona-Tests an Kitas im Landkreis Miesbach werden Eltern nach den Pfingstferien zweimal wöchentlich angeboten. Doch Details sind unklar.

Landkreis – Die Staatsregierung führt nach den Pfingstferien freiwillige Corona-Tests für Kita-Kinder ein – und verpflichtet die Träger der Einrichtungen, den Eltern zweimal wöchentlich Tests anzubieten. Eltern können diese dann zuhause mit ihren Kindern durchführen.

Noch ist unklar, auf welche Weise die Kitas den Eltern die Tests zur Verfügung stellen. Voraussichtlich händigen sie Gutscheine aus, die Eltern in der Apotheke einlösen können. Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales teilte auf Nachfrage mit, dass die Details hierfür noch in der Abstimmung seien.

Corona-Tests an Kitas im Landkreis Miesbach: Personal nicht mit Durchführung beauftragt - „Genug belastet“

Die Träger der Betreuungseinrichtungen sind erleichtert, dass das pädagogische Personal nicht mit der Durchführung der Tests beauftragt ist. „Unsere Mitarbeiter sind genug belastet“, sagt Franz Hafner, Leiter des Katholischen Kita-Verbunds Tegernseer Tal, zu dem drei Kindergärten gehören. Wie groß die Bereitschaft der Eltern sei, ihr Kind zu testen, hänge auch von der Testmethode ab. „Wenn ich dafür sorgen müsste, dass möglichst viele mitmachen, würde ich die Lolli-Tests bevorzugen“, sagt Hafner. Ihm sei der Fall eines Kindes bekannt, das nach einem Nasenabstrich heftiges Nasenbluten entwickelt habe. Bei sogenannten Lolli-Tests lutschen die Kinder an einem saugfähigen Testgerät. Ein Abstrich, den Kleinkinder als unangenehm empfinden können, erübrigt sich.

Johann Grasser, Leiter des Katholischen Kita-Verbunds im Schlierach-Leitzachtal mit fünf Einrichtungen, findet: „Wenn die freiwilligen Tests den Eltern Sicherheit vermitteln, sind sie eine gute Sache.“ Grasser vermutet außerdem, dass die Tests die ab 7. Juni geltende Lockerung flankieren sollen, die bei einer 7-Tage-Inzidenz von 165 allen Kindern erlaubt, ihre Einrichtung wieder zu besuchen. „Für die Kinder ist es unwahrscheinlich wichtig, ihre Spielkameraden wiederzusehen.“ Auch für das pädagogische Personal sei der Notbetrieb hart gewesen. „Unsere Mitarbeiter machen das ja aus Berufung.“

Barbara Scheckenbach, Leiterin des Katholischen Kita-Verbunds Holzkirchen mit vier Einrichtungen, sagt: „Da Kinder bei einer Corona-Infektion oft keine Symptome zeigen, kann durch regelmäßiges Testen eine Ansteckung früh erkannt und entsprechende Maßnahmen getroffen werden.“

Akzeptanz der Eltern für Corona-Tests an Kitas unklar - mit leichtem Schnupfen Test Voraussetzung für Besuch

Noch unklar ist, wie hoch die Akzeptanz der Eltern gegenüber den Tests ist. Der Holzkirchner Kindergarten Frühlingsdorf teilte mit: „Wir haben die Eltern während der Pandemie als sehr verantwortungsbewusst erlebt.“ Schon jetzt dürften laut Rahmenhygieneplan Kinder mit leichtem Schnupfen die Kita nur nach Vorlage eines negativen Tests besuchen. „Bei uns werden pro Woche mehrere negative Tests vorgelegt.“

Laut Franz Simbeck, Vorsitzender des Elternbeirates des Pfarrkindergartens Miesbach, gibt es kein klares Stimmungsbild in der Elternschaft: „Ein Teil ist für eine Testung, um mehr Freiheiten zu bekommen.“ Unter anderem wünschten sich Eltern, dass Gruppen wieder gemischt werden dürfen – und damit eine Rückkehr zu den ursprünglichen Öffnungszeiten möglich sei. Der andere Teil halte Tests für unnötig. Klar ist für Simbeck, dass die Akzeptanz der Eltern von einer kindgerechten Testmethode abhängt: „Ich persönlich denke, dass nur Lolli- oder Spucktests weitestgehend angenommen werden.“

Das Familienministerium teilte auf Nachfrage mit, dass grundsätzlich auch Lolli-, Spuck- oder Gurgeltests infrage kommen – vorausgesetzt, sie verfügen über eine CE-Zertifizierung oder eine Sonderzulassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte. Die Entscheidung liege bei den Apotheken, die die Eltern einzelfallbezogen beraten. (bst)

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