Krankenhaus Agatharied, Desinfektion
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Wichtig: Hände desinfizieren, hier eine Station im Krankenhaus Agatharied.

Behörde ist vorbereitet

Corona-Virus: Gesundheitsamt veröffentlicht Empfehlungen für Urlaubsrückkehrer

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Das Corona-Virus verunsichert auch die Bürger im Landkreis Miesbach. Jetzt hat das Gesundheitsamt eine Checkliste für Urlaubsrückkehrer veröffentlicht.

Landkreis – Mit einem mulmigen Gefühl fahren an diesem Wochenende viele Landkreisbürger aus dem Skiurlaub in Norditalien heim. Schuld ist – klar: das Corona-Virus. Die Verunsicherung ist groß: Wer zählt als Risikoperson? Wann sollte man zuhause bleiben und einen Arzt kontaktieren? Und wie wahrscheinlich sind im Landkreis Maßnahmen wie Quarantäne?

Fragen, die auch das Gesundheitsamt Miesbach zuhauf erreichen. „Momentan rufen uns etwa 30 Personen pro Tag zum Thema Corona an“, teilt Landratsamts-Pressesprecher Birger Nemitz auf Anfrage unserer Zeitung mit. Man beantworte diese gern, bitte die Bürger aber, sich zunächst auf den Internetseiten des Robert Koch Instituts (RKI, www.rki.de), der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.infektionsschutz.de) sowie der WHO zu informieren. Deren Auskünfte würden in den meisten Fällen bereits zur Beruhigung beitragen.

Gesundheitsamt hat Ablaufplan für Corona-Virus erarbeitet

Dennoch hat die Behörde einen Ablaufplan erarbeitet, um für den Fall einer Ausbreitung des Virus gerüstet zu sein. Aktuell liegt der Fokus laut einer Pressemitteilung auf dem Umgang mit Rückkehrern aus Italien. Hier hat das Gesundheitsamt in Anlehnung an das Merkblatt des Gesundheitsministeriums folgende Handlungsempfehlungen ausgesprochen:

Wer in den vergangenen 14 Tagen in einem der Risikogebiete in Italien, Südkorea, China oder dem Iran war, sollte – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte meiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

Wer innerhalb von 14 Tagen nach Rückkehr Fieber, Muskelschmerzen, Husten, Schnupfen oder Durchfall entwickle, sollte zuhause bleiben, die Hust- und Niesetikette beachten und umgehend seinen Hausarzt oder den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) telefonisch kontaktieren.

Lesen Sie auch: Coronavirus: Ärzte und Behörden im Landkreis warnen vor Panik

Wer bei seiner Reise innerhalb der vergangenen 14 Tage Kontakt zu einem bestätigt an COVID-19-Erkrankten hatte, muss sich – unabhängig von Symptomen – umgehend mit dem Gesundheitsamt (0 80 25 / 704 43 00) in Verbindung setzen.

Keine prophylaktischen Corona-Tests

Von einem prophylaktischen Corona-Test, den sich laut Nemitz viele besorgte Bürger wünschen, rate man ab. Die Labore würden bereits jetzt unter Hochdruck arbeiten. Da die Zahl an Verdachtsfällen und Kontaktpersonen wahrscheinlich ansteigen werde, sollen alle Ressourcen auf die Personen konzentriert werden, die tatsächlich ein Risiko aufweisen.

Lesen Sie auch: Krankenhaus Agatharied warnt vor „Notfalldschungel“

Um auf einen größeren Ausbruch des Virus auch im Landkreis vorbereitet zu sein, hat das Landratsamt eine Führungsgruppe gebildet, in der neben Nemitz Verwaltungsleiter Martin Pemler, Gesundheitsamtsleiterin Margarita Mühlenfeld sowie die Abteilungsleiterinnen Maria Rode (Verwaltungsmanagement) und Teresa Nitsch (Öffentliche Sicherheit) vertreten sind. Zudem tausche sich die Behörde eng mit dem Gesundheitsministerium, dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelüberwachung sowie mit Krankenhäusern, Katastrophenschutz und dem leitenden Notarzt aus. Es gebe Richtlinien des RKI, wie Corona-Patienten getestet, in Krankenhäuser transportiert und isoliert werden müssen, so Nemitz.

Schulschließungen und Sperrgebiete kein Thema

Über weitreichendere Maßnahmen wie Schließungen von Schulen oder Kindergärten würde entschieden, sobald es die Situation erfordere. Eine Abriegelung von Gebieten sei aber nicht notwendig, betont der Sprecher. „Es gibt eine Vielzahl anderer Möglichkeiten der Infektionseingrenzung.“

sg

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