Kabine im Impfzentrum Hausham Corona
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Im Impfzentrum Hausham ist alles für einen baldigen Start vorbereitet.

Schwierige Situation

Corona: Deshalb dauert es noch mit dem Impfzentrum im Landkreis Miesbach

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Die Durchführung der Impfungen im Freistaat laufen, aber sie laufen mit unterschiedlichem Tempo. Während beispielsweise der Landkreis Erding bereits im Dezember sein Impfzentrum eröffnet hat und dort aktuell bis zu 150 Menschen täglich impft – außerhalb der prioritären Gruppen – ist man im Landkreis Miesbach davon noch ein gutes Stück entfernt.

Landkreis – Der Grund dafür ist das begrenzt erhältliche Kontingent an Impfdosen, wie Landratsamtssprecherin Sophie Stadler auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt. „Aufgrund der unglaublichen Knappheit des Impfstoffes haben wir uns dazu entschieden, zuallererst die Bewohner und Pfleger in den stationären Einrichtungen mit mobilen Teams zu impfen.“ Ziel sei es, diese „schwächste Gruppe unserer Gesellschaft“ möglichst schnell aus der Gefahrenzone zu bekommen. Dies geschehe vor Ort – das Impfzentrum brauche man dafür nicht.

Laut Stadler hat der Landkreis bislang 1440 Dosen bekommen – „jede einzelne davon wurde verwendet“. Wenn man jedoch gegenüberstellt, dass allein schon die Gruppe der Über-80-Jährigen im Landkreis etwa 7500 Personen stark ist, erklärt sich das zeitliche Problem. „Hinzu kommt noch das Pflegepersonal“, betont Stadler. „Daher sind wir noch weit davon entfernt, jedem, der den Impfstoff möchte, seine Dosen anbieten zu können.“

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Einfluss nehmen auf die Menge der Impfdosen könne der Landkreis nicht, denn jeder bayerische Landkreis ist an die Corona-Impf-Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums gebunden, die der Freistaat Bayern übernommen hat. Sie definiert die Gruppen mit der höchsten Priorität. „Verbindlich vorgegeben ist dabei nur, den zur Verfügung stehenden Impfstoff so schnell wie möglich an diese priorisierte Gruppe zu verteilen“, sagt Stadler. „Wie die Organisation vor Ort abläuft, obliegt den Verantwortlichen der Impfzentren in den Landkreisen.“

Höherer Ü-80-Anteil

Zahlenmäßig betrachtet ist der Landkreis Erding mit 138 182 Einwohnern um über ein Drittel größer als der Landkreis Miesbach und bekommt damit mehr Dosen. Wie das Landesamt für Statistik ausweist, ist der Anteil der Menschen, die älter als 75 Jahre sind, im Raum Miesbach mit 22,5 Prozent (22 625 Personen), aber größer als in Erding. Dort fiel der Anteil Ende 2019 mit 17,2 Prozent bei 23 694 Menschen deutlich geringer aus.

Eine schnelle Besserung erwartet Stadler nicht – im Gegenteil: „Die Situation wird sich in den kommenden Tagen wohl weiter zuspitzen, weil die Anschreiben an die Über-80-Jährigen – wie von der Regierung gefordert – am Montag beauftragt wurden. Die Terminvergaben können aber allerfrühestens am 20. oder 21. Januar starten, wenn die entsprechende Software des Freistaats eingeführt wurde.“ Die Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) kämpften mit Hunderten Anrufen am Tag – „und nicht jeder reagiert verständnisvoll“. Aber das Impfteam könne leider nur mit dem arbeiten, was zur Verfügung steht.

ddy

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