Freitesten für den Feiertagsbesuch: 43 Menschen unterzogen sich hier beim BRK-Kreisverband in Miesbach an der Wendelsteinstraße einem Antigen-Test. Die meisten kamen an Heiligabend und am zweiten Feiertag.
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Freitesten für den Feiertagsbesuch: 43 Menschen unterzogen sich hier beim BRK-Kreisverband in Miesbach an der Wendelsteinstraße einem Antigen-Test. Die meisten kamen an Heiligabend und am zweiten Feiertag.

Corona-Schnelltests

83 Bürger nutzen BRK-Service: Kostenlose Eintrittskarten für den Weihnachtsbesuch im Heim

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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83 Bürger ließen sich den Wattestab in die Nase stecken: An den Weihnachtsfeiertagen bot das BRK Corona-Schnelltests in Miesbach, Bad Wiessee und Holzkirchen an. Die vom Freistaat gespendeten Tests ermöglichten Angehörigen einen Weihnachtsbesuch in Alten- oder Pflegeheimen.

Miesbach – Der Stab ist lang, und er geht dahin, wo es unangenehm wird. Fünf bis sechs Zentimeter tief muss der Stil mit dem Wattebausch an der Spitze in die Nase hinein, um an der Rachenrückwand einen Abstrich aufzunehmen. Eine lästige Prozedur, doch 83 Bürger scheuten sie nicht und unterzogen sich während der Feiertage den Corona-Schnelltests an den drei BRK-Teststationen in Miesbach, Holzkirchen und Bad Wiessee. „Soweit ich weiß, wurde dabei keine Infektion entdeckt“, berichtet Simon Horst, stellvertretender BRK-Kreisgeschäftsführer.

Getestet wurden nur Personen, die nachweislich während der Feiertage Angehörige in Alten- und Pflegeheimen besuchen wollten. Nur mit einer aktuellen Negativ-Bescheinigung ist der Besuch in diesen Einrichtungen gestattet. Was sich die Angehörigen teuer hätten erkaufen und organisieren müssen, bekamen sie an Heiligabend und an den zwei Feiertagen vom BRK und Freistaat geschenkt. Das Land Bayern spendierte die Tests, das BRK übernahm die Organisation.

64 BRK-Helfer waren im Einsatz und wurden selbst täglich getestet

Die meisten Abstriche (43) wurden in der BRK-Zentrale in Miesbach genommen, in Holzkirchen (Mittelschule) waren es 22 und in Bad Wiessee (Katastrophen- und Hilfeleistungszentrum) insgesamt 18. An Heiligabend und am zweiten Feiertag kamen je 37 Personen, am ersten Feiertag nur neun. Im Einsatz waren 64 Helfer, die vorher geschult worden waren und sich jeden Tag gegenseitig durchtesteten. Die nicht gebrauchten SARS-CoV-2-Schnelltests werden zurückgeschickt.

„Mit dem Ablauf sind wir zufrieden“, bilanzierte Horst. Man habe 83 Menschen einen Weihnachtsbesuch bei alten und pflegebedürftigen Angehörigen oder Freunden ermöglicht. „Die meisten fanden das eine Super-Aktion“, berichtet Horst. So sei auch schon einmal eine Packung Schokolade über den Tisch gewandert.

Rentnerin ist dankbar, den teuren Test einmal bezahlt zu bekommen

Sehr dankbar sei eine ältere Dame in Bad Wiessee gewesen, die dank des frischen Tests ihren Mann im Heim besuchen konnte; sie hatte deswegen in den Vorwochen schon etliche Tests absolviert und jedes Mal 30 bis 40 Euro bezahlt. „Für ihre Rente wurde das langsam zur Belastung“, hat Horst erfahren. Umso dankbarer sei die Dame für die kostenlose Weihnachtsaktion gewesen.

Um den Test medizinisch aussagekräftig durchführen zu können, sei es wichtig, geschultes Fachpersonal einzusetzen. „Der Stab in der Nase verursacht keine Schmerzen“, berichtet Horst, „aber der Körper erkennt einen Fremdkörper, und es kann zu Reizreaktionen kommen.“ Manchmal fließen deswegen kurz sogar Tränen, „aber das tut nicht wirklich weh“, versichert der stellvertretende BRK-Kreisgeschäftsführer.

Ob es weitere solcher Gratis-Testtermine gibt, kann Simon Horst nicht sagen: „Das war ja schon speziell für Weihnachten gedacht.“ Die Hilfsorganisation nutzte jedenfalls die Gelegenheit, um ihr organisatorisches Know-how nachzuschärfen. Sollten im weiteren Verlauf der Corona-Pandemie größere Reihentestungen im Landkreis nötig werden, „haben wir jetzt zusätzliche Erfahrungen gesammelt“.

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