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Österreich: Corona-Alarm an deutscher Grenze - nirgends sind die Covid-19-Zahlen höher als in einer Stadt

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Ein Auto steht im Corona-Testzentrum des Landratsamtes Miesbach.
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Ein Autofahrer lässt sich im Corona-Testzentrum des Landratsamtes Miesbach einen Abstrich nehmen.

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Coronavirus im Landkreis Miesbach: 7-Tage-Inzidenz steigt auf 67

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  • Sebastian Grauvogl
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  • Gerti Reichl
    Gerti Reichl
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  • Christian Masengarb
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  • Andreas Höger
    Andreas Höger

Nach einer Atempause im Sommer gibt es wieder mehr Corona-Fälle im Landkreis Miesbach. Die aktuelle Entwicklung erfahren Sie in unserem Live-Ticker.

Donnerstag, 22. Oktober: 7-Tage-Inzidenz steigt auf 67

Die Corona-Lage im Landkreis Miesbach spitzt sich zu. Am Donnerstagnachmittag hat das Gesundheitsamt eine neue 7-Tage-Inzidenz gemeldet. Die ist auf 67 gestiegen und liegt damit nun deutlich über der Hotspot-Schwelle von 50.

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen liegt laut Landratsamt bei 883, 795 Personen gelten als genesen. 75 aktive Corona-Fälle gibt es derzeit im Landkreis Miesbach. Sie verteilen sich über fast alle Städte und Gemeinden. Nur Tegernsee, Bayrischzell, Warngau und Valley sind aktuell außen vor. Spitzenreiter ist Holzkirchen mit 19 aktiven Fällen, gefolgt von Rottach-Egern (12), Gmund (10) und Miesbach (8).

Mittwoch, 21. Oktober: Landrat will Schulen und Kitas offen halten

Der vom Gesundheitsamt gemeldete Inzidenzwert von 59 hat eine weitere Verschärfung der Schutzmaßnahmen zur Folge. Statt zehn dürfen sich ab sofort nur noch maximal fünf Personen oder zwei Hausstände treffen, die Sperrstunde und das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen greift bereits ab 22 Uhr, die Maskenpflicht am Platz gilt für Schüler aller Jahrgangsstufen – und damit auch für Grundschüler. Aktuell stehen insgesamt fünf Schulklassen (seit gestern eine weitere am Gymnasium Tegernsee) und drei Kitas unter Quarantäne.

Schulen und Kitas

Ausnahmen von den Vorgaben sind laut Landratsamt nur bei einem „abgrenzbaren Infektionsgeschehen“ möglich. Da im Landkreis aber alle Gemeinden und Bevölkerungsgruppen betroffen seien, gebe es hier keinen Spielraum. Landrat Olaf von Löwis schließt hat ein klares Ziel ausgegeben: „Kinder sollen so lange es irgendwie möglich ist, vor Ort in den Schulen und Kindertageseinrichtungen betreut werden.“

Das Gesundheitsamt nutzt deshalb seinen am jeweiligen Infektionsgeschehen orientierten Ermessensspielraum und weicht in zwei Punkten von den Vorgaben der Staatsregierung ab: Obwohl der ab einer Inzidenz von 50 vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 Meter zwischen den Schülern aufgrund der Raumsituation in den meisten Schulen nicht einzuhalten ist, hat Löwis entschieden, den Präsenzunterricht weiterhin stattfinden zu lassen. In Kitas gilt mit der Entscheidung des Landrats weiterhin die zweite des dreistufigen Rahmenplans. Heißt: Die Gruppengrößen müssen nicht reduziert werden, Kinder mit leichten Krankheitssymptomen dürfen weiter die Einrichtung besuchen. Ab Stufe drei, die normalerweise bei einer roten Corona-Ampel greift, bräuchte es dafür eigentlich einen negativen Corona-Test.

Um so wichtiger sei aber die strikte Einhaltung der Maskenpflicht, am besten auch auf engen Gehsteigen auf dem Schulweg, betont der Landrat. „Ich verstehe es persönlich sehr gut, dass sich viele Eltern Sorgen machen, wenn ihre Kinder nun Maske tragen müssen“, sagt Löwis. „Es bleibt uns aber nichts anderes übrig.“ Ohne Masken könne man an vielen Schulen keinen Präsenzunterricht mehr durchführen. „Das wäre fatal für die Eltern“, sagt Löwis und verweist auf die Aussage der niedergelassenen Ärzte, dass Masken nicht gesundheitsschädlich seien.

Sporthallen

Strenger als eigentlich vorgesehen geht der Landkreis hingegen bei den Sportlern vor. So hat die Koordinierungsgruppe am Landratsamt ein eigenes Ampel-System für die kreiseigenen Sporthallen eingeführt. Steht sie auf Gelb (ab Inzidenzwert von 35), dürfen sich maximal zehn Sportler in einem Hallendrittel aufhalten. Jeder, der gerade nicht sportlich aktiv ist oder nur zuschaut, muss eine Maske tragen. Springt die Ampel auf Rot (ab Inzidenzwert von 50 wie aktuell), ist die Zahl der Sportler pro Hallendrittel auf fünf begrenzt.

Immerhin einen kleinen Hoffnungsschimmer gab es gestern: Mit einer Inzidenz von 59 im Landkreis Miesbach liegt die von Ministerpräsident Markus Söder neu eingeführte Ampel-Stufe Dunkelrot ab einem Wert von 100 noch ein gutes Stück weit entfernt.

Mittwoch, 21. Oktober: Landkreis Miesbach ist Corona-Hotspot

Was zu erwarten war, ist nun tatsächlich eingetreten. Laut Robert Koch-Institut hat der Landkreis Miesbach bei der 7-Tage-Inzidenz die kritische Marke von 50 überschritten und gilt damit nun als Corona-Hotspot. Dies hat gemäß des Ampel-Systems der bayerischen Staatsregierung eine weitere Verschärfung der Regeln und Maßnahmen zur Folge. Unter anderem ändern sich diese Punkte:

Rot eingefärbt ist nun auch der Landkreis Miesbach auf der 7-Tage-Inzidenz-Karte des Robert Koch-Institut.

- Maximal fünf Personen oder 2 Hausstände bei Kontakten, privaten Feiern und im öffentlichen Raum - Maskenpflicht, wo Menschen dicht und länger zusammen sind, unter anderem auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen, in öffentlichen Gebäuden, Arbeitsstätten, Freizeiteinrichtungen, Kulturstätten, auch am Platz in Schulen aller Jahrgangsstufen und Hochschulen - Sperrstunde ab 22 Uhr, Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen ab 22 Uhr, Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen ab 22 Uhr

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Dienstag, 20. Oktober: Mehrere Kitas und Schulen betroffen

Das Landratsamt Miesbach teilt mit:

Die 7-Tage-Inzidenz liegt mit 39 im Landkreis Miesbach weiter über dem Signalwert von 35. Damit gelten die aus der Corona-Ampel abgeleiteten Einschränkungen unverändert weiter.

Einige Schulklassen und Gruppen in Kindertageseinrichtungen mussten nach positiven Befunden von Mitschülern oder Mitarbeitern unter Quarantäne gestellt werden: Gymnasium Tegernsee (bereits bekannt), Realschule Gmund und Realschule Holzkirchen, Berufliches Schulzentrum sowie Kindergarten Kleine Strolche Holzkirchen, Betriebskindergarten Lou der Papierfabrik Louisenthal und Evangelische Kinderkrippe Rottach-Egern.

Für alle engen Kontaktpersonen, beispielsweise Mitschüler, Klassenlehrer oder Gruppenmitglieder, wurde Quarantäne angeordnet. Alle Eltern der betroffenen Kinder wurden bereits informiert und das weitere Vorgehen wurde besprochen. Eltern, die bisher nicht kontaktiert wurden, können also davon ausgehen, dass sie nicht betroffen sind. Zur Entlastung von Gesundheitsamt und Schulleitungen möge bitte von Rückfragen abgesehen werden.

Dienstag, 20. Oktober: Holzkirchner Kita „Kleine Strolche“ muss schließen

Die gemeindliche Kindertagesstätte „Die kleinen Strolche“ in Holzkirchen muss vorübergehend geschlossen werden. Das teilte die Gemeindeverwaltung am 20. Oktober mit. Grund ist ein bestätigter Corona-Fall unter den Kindern.

Wie Rathaus-Sprecherin Annika Walther betont, ist dies ist zum aktuellen Zeitpunkt eine reine Vorsichtsmaßnahme zur Sicherheit der Erzieherinnen, der Kinder und deren Eltern. Die Marktgemeinde warte auf weitere Anweisungen des Gesundheitsamtes, ob die Kinder und Erzieherinnen getestet werden müssen. In Absprache mit dem Gesundheitsamt werde dann festgelegt, wie lange die Einrichtung geschlossen bleiben muss. 

Montag, 19. Oktober: Diese Regeln gelten ab jetzt im Landkreis Miesbach

Die Verunsicherung ist groß, nachdem im Landkreis Miesbach die Corona-Ampel auf Gelb gesprungen ist. Welche Regeln ab sofort gelten, haben wir in einer großen Übersicht zusammengefasst.

Montag, 19. Oktober: Rottach-Egern sagt Bürgerversammlung ab

Aufgrund der aktuellen Lage mit den gestiegenen Covid-19-Zahlen reagiert auch die Gemeinde Rottach-Egern. Sie hat die für 29. Oktober geplante Bürgerversammlung abgesagt. Die Bürgerinnen und Bürger hätten aber natürlich jederzeit die Möglichkeit, Anträge schriftlich bei der Verwaltung einzureichen oder sich dort zu informieren, heißt es in einer Pressemitteilung. Zudem sei in nächster Zeit eine Online-Information auf der gemeindlichen Internetseite vorgesehen.

Sonntag, 18. Oktober: Landkreis überschreitet Signalwert - 40 Fälle in einer Woche

Am Wochenende ist eingetreten, was sich abgezeichnet hatte: Der Landkreis Miesbach hat den Signalwert von 35 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in 7 Tagen überschritten. Die 7-Tage-Inzidenz liegt von Samstag auf Sonntag bei 40. Das Robert-Koch-Institut meldet auf seiner Homepage wegen des früheren Stichzeitpunktes zwar nur 39. Einen Unterschied macht das aber nicht: Ab Montag greifen schärfere Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung, wie sie die Corona-Ampel der Bayerischen Staatsregierung vorgibt. Die neuen, zusätzlich zur Siebten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung geltenden Maßnahmen sind:

Landkreis überschreitet Signalwert - 40 Fälle in einer Woche
  • Für sämtliche private Kontakte und Feiern (z.B. Geburtstagsfeier, Hochzeitsfeier, Trauerfeier) gilt: höchstens 10 Personen oder zwei Haushalte.
  • Maskenpflicht am Platz für Schüler ab der 5. Klasse, sowie am Platz bei Theatern, Kinos usw.
  • Maskenpflicht an stark frequentierten Plätzen wie Bahnhöfen, Bushaltestellen, Märkten.
  • Sperrstunde ab 23 Uhr.
  • Alkoholverbot an Tankstellen und öffentlichen Plätzen ab 23 Uhr.

Lesen Sie auch: „Null Anzeichen, dass Masken schädlich sind“: Arzt kritisiert Verschwörungs-Flugblätter für Kinder

Die neuen Regeln gelten, bis der Inzidenz-Wert im Landkreis mindestens sieben Tage unter dem Signalwert liegt.

Um die Verwirrung durch die neuen Regeln möglichst gering zu halten, weist das Landratsamt auf das Bürgertelefon hin sowie auf die komplett überarbeitete Homepage des Landkreis mit vielen Grafiken, die die Lage für Landkreisbürger so übersichtlich wie möglich gestalten sollen.

Bürger, die möglicherweise von Einschränkungen betroffen sein könnten, können auch auf der Homepage des Gesundheitsministeriums in der Siebten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung nachlesen. Diese listet beispielsweise „Gottesdienste“ und „Veranstaltungen“ als eigene Punkte. Für die Maßnahmen, die jetzt darüber hinaus gelten, ist jedoch zu beachten, dass durch die Überschreitung des Signalwertes auch die in der Ampel genannten Verschärfungen zusätzlich zu beachten sind. Viele Fragen zu den Maßnahmen sind auf www.corona-katastrophenschutz.bayern.de bereits beantwortet.

Neu ist ebenfalls: Es gibt keine Infektionsherde mehr im Landkreis. Das Infektionsgeschehen verteilt sich auf kleinere Cluster über den gesamten Landkreis. Ursache für die Cluster sind laut Landratsamt fast immer kleinere private Feiern. Zwar könne das Gesundheitsamt die Infektionsketten noch gut nachvollziehen. Inzwischen sei es aber fast unmöglich, den Ursprung der Infektion des Indexpatienten herauszufinden.

„Das Gebot der Stunde lautet: Vorsicht, Rücksicht, Umsicht“, sagt Landrat Olaf von Löwis nach der heutigen Sondersitzung der Koordinierungsgruppe. „Ich bitte erneut alle Bürgerinnen und Bürger, sich an die Regeln zu halten, auch wenn ich sehr gut verstehe, dass jeder sich nach Normalität sehnt. Aber bitte achten Sie auf diejenigen Mitglieder unserer Gesellschaft, die eine Infektion möglichweise nicht überleben würden. Nur gemeinsam sind wir stark!“

Landkreis überschreitet Signalwert - 40 Fälle in einer Woche
Landkreis überschreitet Signalwert - 40 Fälle in einer Woche
Landkreis überschreitet Signalwert - 40 Fälle in einer Woche

Donnerstag, 15. Oktober: Positiver Coronatest am Gymnasium Tegernsee

Das Landratsamt teilt mit. Leider musste eine weitere Klasse, dieses Mal am Gymnasium Tegernsee, nach dem positiven Befund eines Mitschülers für 14 Tage unter Quarantäne gestellt werden. Betroffen sind auch die Schüler des klassenübergreifenden Religions- und Sportunterrichts, an dem der Schüler teilgenommen hat. Alle 37 unter Quarantäne gestellten Schüler sind auf Distanzunterricht umgestiegen. Bei den Lehrern wird im Einzelfall entschieden, je nach Kontakt mit den Schülern. Insgesamt wurden bisher 13 Klassen seit Schuljahresbeginn unter Quarantäne gestellt.

Eine weitere Hiobsbotschaft im Zusammenhang mit Corona und Schulen: Die kreiseigene Halle bei der Realschule Miesbach musste gesperrt werden, weil die Steuerungstechnik der Lüftungsanlage nicht mehr funktioniert. Betroffen ist der Schul- und der Vereinssport. Die Halle ist bis zum Austausch der Steuerung durch die Fachfirma voraussichtlich zu Beginn der kommenden Woche gesperrt. Der Luftaustausch muss gemäß „Rahmenhygienekonzept Sport“ des Innen- und des Gesundheitsministeriums gewährleistet werden, um das mögliche Ansteckungsrisiko zu verringern.

Ferner heißt es: Die 7-Tages-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner pro 7 Tage) sinkt wieder leicht: Schrammte der Landkreis Miesbach am Montag mit einer Inzidenz von 34 noch knapp am Signalwert (35) vorbei, sank der Wert seither wieder leicht auf 29. Der Inzidenz-Wert bleibt eine Momentaufnahme, da er schon morgen wieder deutlich steigen kann, wenn mehr Fälle an das Gesundheitsamt gemeldet werden.

Von der 7-Tage-Inzidenz ist abhängig, welche Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung ergriffen werden. Das Landratsamt Miesbach wird nicht müde, zu betonen, dass im Kreis Miesbach bisher keine verschärfenden Maßnahmen über die Siebte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung hinaus gelten. Leider kann auch nicht abgesehen werden, ob und wann in den kommenden Monaten verschärfende Maßnahmen ergriffen werden müssen. Wir müssen, genauso wie alle anderen Landkreise und Städte, auf Sicht fahren.

Von den Ergebnissen des Treffens zwischen Kanzlerin und Ministerpräsidenten ist bisher noch keine Information an die Landratsämter ergangen; insofern können wir auch noch nicht verbindlich beurteilen, welche Neuerungen für die Bürger gelten.

Mittwoch, 14. Oktober: Neues Drive-Through-Testzentrum erst Ende November

Das Drive-Through-Testzentrum des Landkreises verzögert sich. Ursprünglich sollte die Anlage Mitte Oktober das derzeitige Testzentrum auf dem Gelände des Zuchtverbands ersetzen (wir berichteten). Wegen der großen Nachfrage könne der Hersteller die Anlage aber erst Ende November liefern, schreibt die Behörde auf Nachfrage unserer Zeitung. Für die Menschen ändere sich deswegen aber kaum etwas.

Der Grund: Mit der Zwischenlösung, die das THW Miesbach für den Landkreis gebaut hat, – einer Drive-Through-Station der Marke Eigenbau – können Menschen schon jetzt im Auto durch die Teststrecke fahren. Nach der Lieferung der neuen Anlage werden die beiden Container rechts und links ausgetauscht, das Dach durch ein Zeltdach ersetzt. Der Testablauf bleibt gleich.

Mit der Auslastung des Testzentrums sei das Landratsamt zufrieden, schreibt die Behörde weiter. Dort streichen niedergelassene Ärzten derzeit rund 40 bis 60 Personen täglich ab – deutlich weniger als die maximale Kapazität von 300 Tests pro Tag. Eine Handvoll Ärzte teilt die Termine untereinander auf. Mitarbeiter des BRK Kreisverbands unterstützen sie bei der Arbeit.

Um das Personal nicht den ganzen Tag vorhalten zu müssen, vergibt das Landratsamt Termine derzeit nur gebündelt am frühen Nachmittag. Sollten mehr Anfragen eintreffen, könne der Betrieb aber sofort hochgefahren werden.

Die Ergebnisse der Tests werden derzeit meist innerhalb von ein bis zwei Tagen zugestellt. Weil Bürger beim Landratsamt immer wieder nach Testergebnissen fragen, weißt die Behörde noch einmal darauf hin, dass deren Auswertung sowie die Benachrichtigung der Getesteten an den Dienstleister „Eurofins“ vergeben wurde. Die Firma hat einen Rahmenvertrag für ganz Bayern abgeschlossen, dem auch der Landkreis Miesbach beigetreten ist. Das Gesundheitsamt bekommt nur die positiven Befunde übermittelt. Nachfragen lohnen sich dort daher nicht.

Weiterhin gilt außerdem: Das Testzentrum testet nur Menschen ohne Symptome. Wer Krankheitsanzeichen aufweist, muss zum Hausarzt. Nur der kann Kranke medizinisch beraten und bei Bedarf eine Krankschreibung ausstellen. Im Testzentrum geht dies nicht.

Dienstag, 13. Oktober: 7-Tage-Inzidenz kratzt Signalwert

Corona-Zahlen Landkreis Miesbach 13.10.2020

Am Montag ist der Landkreis Miesbach knapp an dem Schicksal vorbei geschrammt, das ihn laut Landratsamt wohl dennoch irgendwann einholen wird: Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 34 lag die Gegend nur eine Infektion unter dem Signalwert von 35, ab dem das Landratsamt neue Maßnahmen zur Virus-Eindämmung vorbereiten muss. Umsetzen muss es diese erst ab einer 7-Tage-Inzidenz von 50. Realistischerweise schreibt die Behörde auf Anfrage unserer Zeitung, werde der Landkreis aber auch diese Marke irgendwann reißen.

Der Trend ist eindeutig. Vor zwei Monaten war Corona praktisch kein Thema im Landkreis. Vor einem Monat lag die 7-Tage-Inzidenz bei 13. Gestern lag der Wert laut RKI bei 27. Damit sank er im Vergleich zum Montag zwar wieder. Auf dem Rückzug ist Corona wohl dennoch nicht: Kurzfristige Zahlen schwanken, je nachdem wann neue Cluster entdeckt werden. Die langfristige Entwicklung zeigt aber seit zwei Monaten klar nach oben, bestätigt das Gesundheitsamt.

Entspannt bleibt die Behörde dennoch. Einerseits, weil die Menschen scheinbar gelernt haben, mit dem Virus umzugehen. Bei Veranstaltungen in Schulen und Vereinen, zu denen auch Gäste mit Corona anwesend waren, haben saubere Hygienekonzepte eine Ausbreitung des Virus verhindert, schreibt das Landratsamt. Auch an den Schulen habe sich die Lage gelockert. Die zwölf seit Schuljahresbeginn unter Quarantäne gestellten Klassen seien alle wieder im Unterricht. Nur eine Momentaufnahme, weil jederzeit neue Fälle auftreten können, aber eine positive.

Andererseits, schreibt das Landratsamt, sei die Behörde auf steigende Zahlen vorbereitet. Da die Inzidenz mehrmals in Richtung des Signalwerts 35 geklettert war, ihn aber nie erreicht hatte, habe die Koordinierungsgruppe mehrere Szenarien durchgespielt. „Wir haben alle Pläne in der Schublade und sind zuversichtlich, dass wir schnell reagieren können.“ Maßnahmen, die ab 50 Neuinfektionen ergriffen werden können, seien eingeschränkte Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen, Maskenpflicht in weiterführenden Schulen und Alkoholverbote.

Welche Maßnahmen im Ernstfall umgesetzt werden, will die Behörde aber nach Infektionsgeschehen entscheiden. Ein Beispiel: Ist eine Senioreneinrichtung betroffen, bringe es wenig, in Schulen Maskenpflicht anzuordnen. Eine Blaupause für den Ernstfall könne es daher nicht geben. Die Behörde müsse im Einzelfall entscheiden, welches Werkzeug zur Corona-Eindämmung gerade passt.

Problematisch könne es werden, wenn die Zahlen zu schnell zu stark steigen. „Dann bekommen wir das Infektionsgeschehen nicht oder nur sehr schwer in den Griff.“ Die dann angeordneten Einschränkungen seien schmerzhaft – beispielsweise für Hotellerie- und Gastronomiebetriebe. „Wir appellieren deshalb weiter an alle Landkreis-Bürger, sich gut an die Regeln zu halten – dann kommen wir alle zusammen gut durch den Winter.“

Noch liegt der Landkreis aber weiter unter allen Grenzwerten. Das Landratsamt betont daher ausdrücklich: Aktuell gelten im Landkreis keine Einschränkungen über die für ganz Bayern geltende Siebte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung hinaus.

Corona-Zahlen Landkreis Miesbach 13.10.2020
Corona-Zahlen Landkreis Miesbach 13.10.2020

Montag, 12. Oktober: Landkreis prüft Klassenzimmer - Belüftung in meisten Fällen gut möglich

Landkreis – Mit dem flächendeckenden Einsatz von CO2- Messgeräten in den weiterführenden Schulen im Landkreis ist „allerfrühestens im Dezember“ zu rechnen. Das sagte Kreiskämmerer Gerhard de Biasio jetzt im Kreistag. Die Frage war im Zusammenhang mit der aktuellen Corona-Lage aufgekommen. Wie berichtet, sollen Bayerns Schulen bei Bedarf mit Luftfilteranlagen und Messgeräten ausgestattet werden.

„Die Rahmenbedingungen für dieses Förderprogramm sind noch gar nicht bekannt“, berichtete de Biasio. So stehe man zwar in Kontakt mit entsprechenden Herstellern. Für eine größere Bestellung sei allerdings eine Ausschreibung erforderlich. „Wir verlieren sonst die Förderung“, so der Kämmerer.

Wie das Landratsamt auf Nachfragemitteilt, haben die Liegenschaftsbetreuer der einzelnen Schulen in den vergangenen Monaten bereits jedes Klassenzimmer begutachtet. In den allermeisten Fällen sei eine ausreichende Belüftung möglich. Für diejenigen Räume, in denen die Lüftung problematisch ist, rüstet das Landratsamt aktuell nach.

Fürs Erste konnte die Behörde 14 CO2-Messgeräte beschaffen, die inzwischen im Einsatz sind. Mehr waren aktuell nicht zu bekommen. Sollte auch der Einbau von Lüftungsanlagen erforderlich werden, müssten entsprechende Fachplaner hinzugezogen werden. Drei der zehn weiterführenden Schulen verfügen bereits über Lüftungsanlagen: die Realschule Gmund sowie Gymnasium und FOS Holzkirchen.

Donnerstag, 8. Oktober: Ein Corona-Patient im Krankenhaus Agatharied beatmet, viele Betten frei

Trotz der zuletzt leicht zunehmenden Corona-Infektionen im Landkreis hat das Krankenhaus Agatharied viele Betten für Virus-Patienten frei. Laut Krankenhaus ist dort derzeit eine Person wegen Corona in Behandlung – sie muss auf der Intensivstation beatmet werden. Im Vergleich zum März hat die Klinik ihre Kapazität um zwölf Intensivbetten ausgebaut. Engpässe scheint sie vorerst nicht befürchten zu müssen.

Die Corona-Statistik des RKI offenbart derweil: Der Landkreis liegt mit einer 7-Tage-Inzidenz von 29 zum Teil deutlich vor seinen Nachbarn. In Bad Tölz-Wolfratshausen (sieben), München (19) und Rosenheim (21) hat das Virus in den vergangenen sieben Tagen je 100 000 Einwohner weniger Menschen infiziert.

Laut Landratsamt zeugen diese Zahlen aber nicht von einem Trend. Bei den derzeit wenigen Corona-Fällen könne schon ein einzelmenes neues Infektionscluster die Zahlen eines Landkreises über die seiner Nachbarn schnellen lassen. Derzeit lägen die Cluster eben im Landkreis Miesbach, in größeren Familien in Fischbachau und Irschenberg. Weil das Gesundheitsamt die Infektionsketten aber unterbrochen habe und größtenteils der Zufall entscheiden, wo neue Cluster auftreten, könnten die Corona-Zahlen hier bald unter die der Nachbarn rutschen.

Ein Beispiel, das die Dynamik verdeutlicht: Im Sommer, als der Landkreis Miesbach wochenlang von Neuinfektionen verschont blieb, lag Bad Tölz-Wolfratshausen mitunter deutschlandweit an der Spitze. Derzeit rangiert der Landkreis am anderen Ende.

Mittwoch, 7. Oktober: 7-Tage-Inzidenz weiter leicht gestiegen - Lage konstant

Landkreis – Die Zahl der Corona-Infektionen im Landkreis ist in der vergangen Woche in etwa konstant geblieben. Gestern waren laut Landratsamt 39 aktive Fälle bekannt, eine Woche vorher waren es 43. Die 7-Tage-Inzidenz liegt mit 28 weiter deutlich unter dem Grenzwert von 50, ab dem der Landkreis neue Maßnahmen zur Eindämmung des Virus beschließen müsste. Seit Ende Mai ist niemand im Landkreis im Zusammenhang mit Corona gestorben. Ein Grund für die konstante Entwicklung ist laut Landratsamt, dass Infektionscluster gut unterbrochen werden können.

Entspannt ist die Lage auch im Testzentrum des Landkreises in Miesbach. Hier nehmen Ärzte derzeit rund 60 Abstriche pro Tag. Damit wird die Anlage nach Einschätzung des Landratsamts gut angenommen, ist aber noch lange nicht ausgelastet: Sie könnte etwa 300 Tests pro Tag liefern, rund fünf Mal so viele wie derzeit nachgefragt.

Theoretisch könnten sich an einem Tag drei von 1000 Landkreis-Einwohnern im Testzentrum abstreichen lassen, derzeit tun es weniger als einer von 1000. Bei Bedarf könnten die Kapazitäten des Testzentrums laut Landratsamt kurzfristig weiter ausgebaut werden.

Die Analyse der Abstriche aus dem Testzentrum und die Benachrichtigung der Personen hat der Landkreis an einen externen Dienstleister vergeben. Neben dem Testzentrum führen auch niedergelassene Ärzte Corona-Tests durch. Menschen mit Krankheitssymptomen müssen sich trotz Testzentrum allerdings weiter beim Hausarzt testen lassen, da diese ohnehin eine medizinische Betreuung und eine Krankschreibung brauchen.

Corona im Landkreis Miesbach: Die Fälle nach Gemeinden am 7. Oktober

Freitag, 2. Oktober: 7-Tage-Inzidenz angestiegen

Das Landratsamt Miesbach teilt die aktuellen Corona-Zahlen mit Stand vom 2. Oktober mit: Die Zahl der Neuinfektionen im Landkreis in den vergangenen sieben Tagen liegt demnach bei 27.

Insgesamt wurden damit bislang 760 Menschen im Landkreis positiv auf Corona getestet, bei 38 Fällen handelt es sich um aktive Fälle. 709 Menschen sind wieder gesundet. Insgesamt sind zehn Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben, plus drei Todesfälle außerhalb des Landkreises.

Corona-Zahlen Landkreis Miesbach vom 2. Oktober.
Corona-Zahlen nach Gemeinden vom 2. Oktober 2020.

Freitag, 25. September: Derzeit keine Verschärfung der Maßnahmen

Die Verschärfung der Maßnahmen in einigen bayerischen Städten und Regionen angesichts der lokal stark steigenden Infektionszahlen führte diese Woche auch am Corona-Bürgertelefon des Landratsamts Miesbach zu einer Vielzahl verunsicherter Anrufe. Stand 25. September gelten laut Landratsamt im Landkreis jedoch keine weitergehenden Maßnahmen hinaus.

Das Bürgertelefon, das das Landratsamt nach wie vor für Anfragen von Landkreisbürgern werktäglich unterhält, quoll diese Woche kurzzeitig über. Dutzende Bürger fragten verunsichert nach, ob die beispielsweise für München und Würzburg geltenden Verschärfungen der Corona-Maßnahmen auch im Landkreis Miesbach Anwendung finden. Dies ist aktuell nicht der Fall.

Das Gesundheitsamt Miesbach hat zwischen Freitag, 18. September, und Donnerstag, 24. September, 17 Neuinfektionen an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gemeldet. Das LGL gibt für den Landkreis Miesbach eine 7-Tage-Inzidenz von 18,05 an. Das Robert-Koch-Institut meldet 16,0. Die Differenzen ergeben sich durch unterschiedliche Stichzeiten.

Der Landkreis ist also momentan deutlich vom Signalwert (35 Neuinfektionen) entfernt, ab welchem Maßnahmen geplant werden müssen. Ab dem Schwellenwert (50 Neuinfektionen) sind Maßnahmen verpflichtend. Diese müssen mit den Oberbehörden, Regierung von Oberbayern und Gesundheitsministerium abgestimmt werden. Sollten Maßnahmen im Landkreis notwendig werden, orientieren sich diese an den umliegenden Regionen.

Sollten die Zahlen im Landkreis wieder steigen, ist das Landratsamt verpflichtet, sofort einschränkende Maßnahmen zu ergreifen und diese – bei Bedarf mit Unterstützung der Polizei – zu kontrollieren.

Die Zahl der aktiven Corona-Fälle in den Gemeinden des Landkreises Miesbach.

Freitag, 11. September: Mehr Neuinfektionen, kürzere Quarantäne

Heute wurden die ersten drei Schulklassen im Landkreis wegen eines positiv getesteten Schülers in Corona-Quarantäne geschickt. Auch außerhalb der Schulen ist die Zahl der Neuinfektionen im Landkreis in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vorwoche deutlich gestiegen: von zwei auf 22. In allen Fällen handele es sich um einzelne Personen und deren Familien, teilt das Landratsamt mit. Oft stecke ein Infizierter Mitglieder seines Haushalts an, bevor die Infektion entdeckt wird.

Scheinbar paradox: Trotz mehr Infektionen bleiben die aktiven Corona-Fälle im Landkreis konstant niedrig. Am Freitag waren dem Landratsamt 20 derzeit Kranke bekannt. Damit liegt der Landkreis am unteren Ende der Bandbreite von 17 bis 34 Fällen, in der er seit einem Monat pendelt.

Der Unterschied zwischen steigenden Neuinfektionen und niedrigen aktiven Fällen liegt an einer Änderung der Quarantäneregeln. Positiv Getestete müssen laut Landratsamt nur noch zehn statt wie früher 14 Tage in Quarantäne. Bescheinigt ihnen ein Abstrich eine abklingende Infektion, endet die Quarantäne entsprechend früher. Sind die zehn Tage um, sei kein Abstrich zum Ende der Quarantäne nötig.

Schüler sind von der Änderung ausgenommen: Für sie fordert der Rahmenplan des Kultusministeriums 14 Tage Quarantäne. Nach derzeitiger Regelung könne es also sein, dass ein Schüler 14 Tage in Quarantäne muss, während seine Eltern nach zehn Tagen wieder auf die Arbeit dürfen, heißt es aus dem Landratsamt. Die Behörde habe diese Regelung nicht getroffen, sie setze nur die Weisungen übergeordneter Ebenen um. Es könne gut sein, dass diese ihre Regeln bald vereinheitlichen.

Die Corona-Zahlen vom Freitag, 11. September
Die Corona-Zahlen vom Freitag, 11. September

Termine für Corona-Tests verfügbar

Landkreis-Bewohner können an diesem Wochenende Samstag und Sonntag von 9 bis 11 Uhr telefonisch Termine für Corona-Tests im zentralen Testzelt des Landkreises vor dem Gesundheitsamt in der Wendelsteinstraße 1 in Miesbach vereinbaren. Das Angebot gilt ausnahmsweise und nur an diesem Wochenende. Ab Montag erfolgt die Terminvergabe regulär wochentags zwischen 9 und 11 Uhr. Abstriche erfolgen nur nach vorheriger Terminvereinbarung und werden von niedergelassenen Ärzten durchgeführt.

Das Landratsamt empfiehlt weiter, beim Verdacht auf eine Corona-Infektion zunächst den Hausarzt zu kontaktieren. Dieser kenne die individuelle Krankengeschichte und könne den Patienten im Fall einer Infektion optimal betreuen.

Neues gibt es auch zum geplanten Drive-Through-Testzentrum des Landkreises. Dieses verzögert sich scheinbar geringfügig weiter. Wie berichtet, hatte das Landratsamt die Eröffnung der Einrichtung, die als das vom Freistaat in jedem Landkreis geforderte Testzentrum fungieren soll, zuletzt Mitte Oktober geplant. Dann, hieß es, könnten die nötigen Container geliefert werden. Nun spricht die Behörde in einer Meldung von einer Eröffnung in der zweiten Oktoberhälfte.

Das Testzelt wird also ein wenig länger als Testzentrum einspringen müssen. Die dafür nötige Kapazität von täglich 200 bis 300 zu testenden Personen könne das Zelt liefern, hatte das Landrats bereits vergangener Woche erklärt. Nur der Abstrich im Auto wird noch ein wenig warten müssen.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Der Stand vom Dienstag, 8. September

Dem Gesundheitsamt sind sechs neue Corona-Fälle gemeldet worden. Wie das Landratsamt mitteilt, wurden je zwei Personen in Holzkirchen, Miesbach und Weyarn positiv auf das Virus getestet. Es handelt sich jeweils um einzelne Personen, die sich wohl im häuslichen Umfeld angesteckt haben. In den vergangenen Tagen konnten einige Personen aus der Quarantäne entlassen werden, sodass im Landkreis derzeit nurmehr 16 aktive Fälle (zuletzt 23) zu verzeichnen sind. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 13. Abweichungen zur Zahl des Robert-Koch-Instituts, das gestern Nachmittag eine Inzidenz von 9 meldete, ergeben sich durch unterschiedliche Stichzeiten.

Die Corona-Zahlen vom Dienstag, 8. September
Die Zahlen je Gemeinde
Die Zahlen je Tag

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Der Stand vom Freitag, 4. September

Seit Montag sind im Landkreis vier Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Laut Landratsamt liegt die sogenannte 7-Tages-Inzidenz damit bei 6,02 – also weit unter dem Frühwarnwert von 35. Seit Beginn der Pandemie wurde das Coronavirus im Landkreis bei 674 Personen bestätigt. 23 Fälle sind derzeit aktiv. Am Dienstagabend konnten auch die bis dahin noch isolierten Personen in der Unterkunft Münchner Straße 18 in Holzkirchen aus der Quarantäne entlassen werden. Die Reihentestung fiel erneut bei allen Personen negativ aus.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Der Stand vom Freitag, 4. September - Fälle gesamt
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Der Stand vom Freitag, 4. September - Fälle je Gemeinde
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Der Stand vom Freitag, 4. September - Fälle je Tag

Corona im Landkreis Miesbach: Der Stand am Montag, 31. August

Landkreis - Die Bewohner zweier wegen Corona unter Quarantäne gestellten Unterkünfte im Landkreis Miesbach können aufatmen: Die in der Gemeinschaftsunterkunft in der Münchner Straße 20 in Holzkirchen und der Asylbewerberunterkunft in Otterfing lebenden Menschen wurde laut Landratsamt alle wiederholt negativ getestet. Entsprechend wurde die Quarantäne für beide Einrichtungen aufgehoben. Die um die Unterkünfte errichteten Zäune müssen allerdings noch abgebaut werden.

Auch die Testergebnisse der Kontaktpersonen in der weiteren Unterkunft in Holzkirchen waren negativ. Die beiden ursprünglich positiv getesteten Personen gelten gemäß RKI-Kriterien als nicht mehr infektiös. Somit ist auch für alle dort lebenden Personen die Quarantäne ab diesem Wochenende aufgehoben.

Corona im Landkreis Miesbach nach Tagen 31.08.2020

Für die Bewohner der Münchner Straße 18 in Holzkirchen hingegen bleibt die Quarantäne mit Ausnahme der beiden bislang nachweislich positiv getesteten, jedoch nicht mehr infektiösen, Personen bestehen. Eine Reihentestung der übrigen Bewohner, die als Kontaktpersonen der Kategorie 1 gelten, soll am Montag erneut durchgeführt werden.

Neues gibt es auch zum geplanten Testzentrum des Landkreises (wir berichteten): Dieses soll auf dem Gelände des Krankenhauses Agatharied errichtet werden.

Neuinfektionen gibt es indes über das Wochenende nur wenige zu vermelden: Drei Personen wurden seit Freitag positiv auf Corona getestet. Nach zehn positiven Tests vom Mittwoch sind es die ersten Positivtests im Landkreis.

Corona im Landkreis Miesbach nach Gemeinden 31.08.2020
Corona im Landkreis Miesbach nach Infektionen pro tag 31.08.2020

Corona im Landkreis Miesbach: Der Stand am Donnerstag, 27. August:

Landkreis – Um die Corona-Tests zum Ferienende und Schulbeginn in der Fläche zu intensivieren, wird auch im Landkreis Miesbach ein größeres Testzentrum eingerichtet. Wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilt, wird dafür zunächst das ohnehin bestehende Testzelt vor dem Gesundheitsamt in Miesbach reaktiviert und vergrößert. Parallel dazu laufen Vorbereitungen, um ein größeres Testzentrum als „Drive-Through-Station“ aufzubauen, das die Bürger vom Auto aus nutzen können.

Wo diese „Durchfahrt“-Teststation entstehen soll, ist noch unklar. „Die Stationierung der Drive-Through-Lösung ist noch in Klärung“, sagt Beate Faus, Sprecherin des Landratsamts. Verschiedene Standorte würden derzeit geprüft. „Das gestaltet sich schwierig, weil nicht abzusehen ist, mit wie vielen wartenden Autos zu rechnen sein wird“, sagte die Sprecherin gestern.

Geplant sind Reihentestungen von Lehrern und Schulpersonal

Die Staatsregierung hatte bereits am 10. August beschlossen, das Testangebot für eine Untersuchung auf Sars-CoV-2 nochmals erheblich auszubauen. Die Landkreise waren aufgefordert, bis zum heutigen Donnerstag den „Vollzug“ dieser Vorgabe bei der Regierung von Oberbayern zu melden. Speziell Reiserückkehrer sollen Gelegenheit haben, sich auf eine Infektion prüfen zu lassen. Zudem soll auch die nötige Infrastruktur geschaffen werden, um rechtzeitig zum Schulbeginn Reihentestungen von Lehrkräften und Schulpersonal sowie von Erzieherinnen bewältigen zu können.

Das Miesbacher Testzentrum soll so groß sein, dass täglich 200 bis 300 Personen (zwei bis drei Prozent der Landkreis-Bevölkerung) abgestrichen werden können. Mindestens bis Jahresende soll es zu nutzen sein. „Die geforderten Kapazitäten sind im bestehenden Testzelt zu bewältigen“, sagt Faus; auf Dauer werde die Station vor dem Gesundheitsamt jedoch zu klein. „Außerdem sind Testungen bei Drive-Through-Lösungen materialschonender durchführbar“, sagt Faus.

Den Betrieb organisiert das Landratsamt, die Kosten trägt der Freistaat. Durchgeführt werden die Abstriche laut Faus von den niedergelassenen Ärzten des Landkreises.

Anders als die vom Freistaat eingerichteten großen Testzentren an Autobahnen und Flughäfen ist die Teststation im Landkreis nicht als ambulante Einrichtung konzipiert, wo sich jeder ohne Anmeldung testen lassen kann. „Deswegen bitte nicht auf gut Glück zum Zelt kommen“, betont die Landkreis-Sprecherin. Bisher nutzt das Gesundheitsamt sein Testzelt auf dem Parkplatz, um dort angeordnete Reihentestungen und Tests von Kontakpersonen Infizierter vorzunehmen. Wollen sich Privatpersonen testen lassen, wenden sie sich wie bisher an ihren Hausarzt.

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