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Im Medical Park St. Hubertus in Bad Wiessee gibt es mehrere Corona-Fälle. Nun erhebt eine ehemalige Patientin schwere Vorwürfe gegen die Klinik.

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Coronavirus im Landkreis Miesbach: 268 positiv Getestete - Erstes Todesopfer im Landkreis

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Der Landkreis Miesbach steht wegen des Coronavirus weitgehend still. Alle News hier im Ticker.

  • Der Coronavirus und seine Auswirkungen betreffen uns alle im Landkreis Miesbach, im Tegernseer Tal, in Holzkirchen, im Schlierach- und Leitzachtal.
  • Unsere Redaktion hält sie auf dem Laufenden. Hier sammeln wir alle News zur Corona-Krise in der Region.
  • Der erste Fall wurde am Donnerstag, 5. März, bekannt. Den aktuellen Stand der Betroffenen finden Sie hier.
  • Weil die Labore überlastet sind, geht das Landratsamt von einer noch höheren Zahl aus.
  • Am Ende dieses Tickers finden Sie eine Chronologie der bisherigen Ereignisse.
  • Eine Übersicht mit Hilfsangeboten finden Sie hier.
  • Darüber hinaus bieten nur wir immer freitags unsere drei brandneuen lokalen Newsletter mit allen lokalen News der Woche. Hier geht es zur Anmeldung für die Region Miesbach, hier zum Tegernseer Tal und hier nach Holzkirchen und Umgebung.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Die Lage am Sonntag

18.45 Uhr: Glockenläuten zum Corona-Gebet 

Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Bad Wiessee und der Katholische Frauenbund Tegernsee schließen sich der bundesweiten Aktion „Eine Kerze im Fenster“ an. Angesichts der Corona-Krise fordern sie alle Menschen dazu auf, jeden Abend um 19.30 Uhr eine brennende Kerze in ein Fenster ihrer Wohnung oder ihres Hauses zu stellen und ein Vaterunser zu beten. Sowohl in Bad Wiessee als auch in Tegernsee werden dazu die Glocken der Pfarrkirchen läuten.

17.20 Uhr: Weitere 20 Personen positiv getestet

Das Landratsamt meldet gerade: 288 Personen sind inzwischen im Landkreis Miesbach an Covid-19 erkrankt. Die Zahl der positiv Getesteten stieg damit um 20 im Vergleich zum Vortag. 34 Personen konnten die Quarantäne wieder verlassen und gelten als gesundet.

In den Gemeinden sieht es so aus:


16.58 Uhr: TTT-Kampagne: Gemeinsam gegen Corona

Gerade in der Corona-Krise sollten Menschen regional einkaufen. Diesen Gedanken hat die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) nun mit der Kampagne #Miazam aufgegriffen.

16.23 Uhr: Müssen Strafzettel jetzt noch sein? Parküberwacherin ist trotz Corona-Krise weiterhin unterwegs

Wegen des Coronavirus bleiben Geschäft geschlossen und Arbeiter zuhause. Doch die Parküberwachung läuft weiter. Eine Tegernseerin wundert sich: Muss das sein? Wir haben nachgefragt.

15.58 Uhr: Patientin wirft Medical Park „Fahrlässigkeit“ vor

Im Medical Park St. Hubertus in Bad Wiessee gibt es mehrere Corona-Fälle. Nun erhebt eine ehemalige Patientin schwere Vorwürfe gegen die Klinik. Sie und die anderen Patienten seien angeschwindelt worden.

Im Medical Park St. Hubertus in Bad Wiessee gibt es mehrere Corona-Fälle. Nun erhebt eine ehemalige Patientin schwere Vorwürfe gegen die Klinik.

15.45 Uhr: Humor gegen Corona: Ute Liebhard (57) über virtuelle Lachsessions

Gute Laune trotz Corona-Koller: Die Holzkirchner Lachtrainerin Ute Liebhard (57) bietet ab sofort virtuelle Lachsessions an. Ein Gespräch über Krisenbewältigung und das Radio der guten Nachrichten.

15.17 Uhr: Gottesdienst in Holzkirchen jetzt via Youtube 

Die evangelische Kirchengemeinde Holzkirchen liefert den Gläubigen jetzt den Gottesdienst quasi frei Haus. Die Gemeinde hat einen Youtube-Kanal eingerichtet, der unter „Zachäus online“ auf dem Videoportal zu finden ist. Darauf werden ab diesem Sonntag eigens produzierte Online-Gottesdienste zu sehen sein, berichtet Pfarrer Peer Mickeluhn. „Damit gibt es die Möglichkeit für einen Kontakt in die eigene Kirchengemeinde“, sagt er, und das Evangelium findet gerade in der Krisenzeit trotz Ausgangsbeschränkung zu den Menschen. Die Zachäuskirche in Sauerlach und die Segenskirche in Holzkirchen bleiben weiterhin täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet, aber nur für einzelne Besucher. Während das Pfarramt wegen Corona für den Publikumsverkehr geschlossen ist, steht die Gemeinde telefonisch und per E-Mail weiter zur Verfügung, und auch das Notruftelefon der Seelsorger bleibt weiter erreichbar.

15.00 Uhr: Gemeinsam Garteln trotz Corona: Missverständnis bleibt wohl folgenlos

Ein klarer Verstoß gegen die Corona-bedingte Ausgangsbeschränkung oder ein großes Missverständnis? Nachdem am Sonntag vier Holzkirchner beim Garteln in Roggersdorf angetroffen und angezeigt wurden, 

erwartet sie möglicherweise doch keine Strafe

.

Halten sich an den Sicherheitsabstand: Georg Paulus, 3. Vorsitzender des Vereins Biogarten Holzkirchen, und Hannes Schißler, einer der Vorsitzenden der solidarischen Landwirtschaft Holzkirchen.

14.46 Uhr: Ab 1. April: Schienenersatzverkehr ersetzt abends Züge der BOB

Das Personal der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) ist derzeit zwar nicht direkt vom Coronavirus betroffen – also in Form einer bekannten Infektion – wegen diverser Schutzmaßnahmen muss der Betrieb aber eingeschränkt werden (wir berichteten). Und wegen Personalnot bei der DB Netz AG jetzt noch mehr. Wie die BOB mitteilt, werden die Züge südlich von Holzkirchen ab Mittwoch, 1. April, nur noch in der Kernzeit fahren, also zwischen 5 und 21 Uhr. Denn für mehr fehlt es der DB an Fahrdienstleitern. Diese arbeiten unter anderem in Miesbach und Schliersee. Zwischen Holzkirchen und München fahren die Züge regulär. Nach Bayrischzell beziehungsweise Tegernsee und Lenggries wird ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen eingerichtet. Die Regelung gilt zunächst bis Sonntag, 19. April. Zuvor hatte die BOB schon auf einen Ein-Stunden-Takt reduziert. Das Fahrgastaufkommen hat sich im Zuge der Corona-Krise der Pressemitteilung zufolge um 80 bis 90 Prozent reduziert.

14.25 Uhr: Waldbesitzer leiden unter Schließung der Grenze bei Bayrischzell

Den Waldbesitzern läuft die Zeit davon. Die Stürme Bianca, Yulia und Sabine haben im Februar innerhalb weniger Wochen zahlreiche Bäume in ihren Wäldern umgeknickt. Im Mai droht der Borkenkäfer über diese herzufallen. Bis dahin müssen die Waldbauern ihr Holz in die Sägewerke gebracht haben. Oder der Käfer droht, ihre Holzernte zu zerstören. Das Coronavirus schneidet den Waldbesitzern nun eine wichtige Lebensader dafür ab: Der Grenzübergang im Ursprungstal bei Bayrischzell ist geschlossen. Den brauchen die Waldbesitzer aber dringend.

Gesperrt: Über diesen Grenzübergang bei Bayrischzell schickten Waldbesitzer aus dem Landkreis vor Corona bis zu 1000 Festmeter Holz pro Tag nach Österreich. Jetzt bleiben sie größtenteils im Wald liegen.

12.55 Uhr: Pfarrverband bietet Vorlagen für Hausgottesdienste an

Weil die Gottesdienste in den Kirchen bis nach Ostern entfallen, will der Pfarrverband Miesbach und Hausham den Gläubigen kleine Hilfen zur Hand geben, damit sie Hausgottesdienste im Kreis der Familie feiern können. In der Miesbacher Stadtpfarrkirche, in St. Laurentius. Parsberg, in St. Anton. Hausham. und St. Agatha, Agatharied, werden für kommende Sonn- und Feiertage jeweils Vorlagen mit einem persönlichen Wort der Seelsorger ausgelegt. Die Vorlagen stehen auch auf den Homepages der Pfarrverbände zum Download bereit. Wer sie per Post zugeschickt haben will, meldet sich im Pfarrbüro Miesbach, 0 80 25 / 7 01 90, oder Hausham, 0 80 26 / 83 60.

10.46 Uhr: Fischbachau will an Großprojekten festhalten – Sitzungen des Gemeinderats im Klostersaal

Handlungsfähig bleiben und gleichzeitig nicht zur Ausbreitung des Coronavirus beitragen: Diesen Spagat müssen derzeit alle Gemeinden im Landkreis bewältigen. Nachdem es zuerst so aussah, als würden bis auf Weiteres generell keine Gemeinderats- oder Ausschusssitzungen mehr stattfinden, zeichnet sich nun ein anderer Weg ab. Wie berichtet, hat sich der Gemeinderat Bayrischzell kürzlich zu öffentlichen Beratungen getroffen. Auch in Fischbachau ist dies denkbar, teilt Bürgermeister Josef Lechner mit. 

„Wir werden für notwendige Entscheidungen eine Sitzung einberufen“, sagt Lechner. Nachdem dies laut Aussage des Innenministeriums nur unter persönlicher Anwesenheit und nicht etwa per Telefon oder E-Mail möglich sei, werde man dem Beispiel Bayrischzells folgen und den Gemeinderat im Klostersaal tagen lassen. Hier sei aufgrund der Größe ein ausreichender Sicherheitsabstand zwischen den Teilnehmern ohne Probleme zu gewährleisten, erklärt der Rathauschef. Als relevante Themen erachtet Lechner unter anderem dringliche Auftragsvergaben, die er als Bürgermeister nicht alleine erteilen kann. 

Projekte wie den Neubau des Bauhofs oder die Entwicklung des Wohngebiets am Wolfsee dürfe man gerade in Krisenzeiten wie dieser nicht aufschieben. „Das ist ein kommunales Konjunkturprogramm für viele einheimische Betriebe“, betont Lechner. Um auch die Bürger zu entlasten, könne man beispielsweise parallel über eine vorübergehende Aussetzung oder Senkung von Gebühren und Abgaben nachdenken. Alles Punkte, die der Gemeinderat in einer noch anzuberaumenden Sondersitzung besprechen könnte, meint der Rathauschef. Um die Beteiligung der Öffentlichkeit bei den relevanten Punkten sicherzustellen, lässt die Gemeinde eine Übertragung über das Online-Portal Youtube prüfen. An der kommunalen Handlungsfähigkeit zweifelt Lechner trotz der großen Herausforderung der Corona-Krise nicht: „Ich bin da völlig entspannt, dass wir das hinbekommen.“

9.45 Uhr: Die Zahlen vom Samstagabend

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen im Landkreis Miesbach stieg auf 268 (Stand Vortag: 240). 34 davon konnten die Quarantäne bereits wieder verlassen. 24 Personen werden stationär behandelt, acht davon intensivmedizinisch. Dies teilt das Landratsamt mit.

So verteilen sich die Betroffenen auf die Gemeinden. „Sonstige“ sind noch nicht ihren Wohnsitzen zugeordnet oder liegen im Krankenhaus oder auch im Medical Park in Bad Wiessee.

 

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Erster Toter im Krankenhaus

18.40 Uhr: Im Landkreis Miesbach ist ein erster Mensch am Coronavirus gestorben. Wie das Landratsamt München gerade mitteilte, verlor im Krankenhaus Agatharied ein über 80-jähriger Mann den Kampf gegen das Virus. Der bereits am Donnerstag Verstorbene hatte seinen Wohnsitz im Kreis München, daher ist die dortige Behörde zuständig.

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Jetzt 240 positive Corona-Tests im Landkreis

17.43 Uhr: Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen im Landkreis Miesbach ist heute auf 240 gestiegen. Das sind 25 mehr als gestern. Weil, wie das Landratsamt mitteilt, im gleichen Zeitraum neun Menschen gesundeten, leiden heute 206 Menschen im Landkreis an Corona - 16 mehr als gestern. 22 Personen werden stationär behandelt, sechs davon intensivmedizinisch. Von Todesfällen blieb der Landkreis bisher verschont.

Die Zahler der Conona-Infizierten. Stand: Freitag, 17 Uhr.

Das Landratsamt appelliert an die Bürger, wegen des Coronavirus besonders auf ihre Sicherheit zu achten und so die Ärzte zu entlasten. „Leichtsinnige Unfälle, beispielsweise durch waghalsige Sportunfälle oder überhöhte Geschwindigkeit im Straßenverkehr, belasten die Einsatzkräfte und das Gesundheitssystem zusätzlich“, schreibt die Behörde in einer Pressemitteilung. „Ärzte und Pfleger in den Krankenhäusern arbeiten am Limit. Die Notaufnahmen sollten nicht durch vermeidbare Unfälle überstrapaziert werden.“

Die Zahlen je Gemeinde.

17.10 Uhr: Diese Bußgelder gelten bei Verstößen gegen die Corona-Regeln

Die Staatsministerien des Inneren und für Gesundheit haben einen Bußgeldkatalog „Corona-Pandemie“ vorgestellt, der ab sofort die Strafen für Verstöße gegen die Begrenzungen zur Bekämpfung des Coronavirus regelt. Dieser gilt auch im Landkreis.

Hier einige Beispiele der Strafen:

  • Öffnung eines Gastronomiebetriebs (außer Speisen zur Mitnahme): 5000 Euro
  • Nichteinhalten des vorgeschriebenen Mindestabstands: 150 Euro
  • Besuch von vollstationären Einrichtungen der Pflege ohne Berechtigung: 500 Euro
  • Verlassen der eigenen Wohnung ohne Vorliegen triftiger Gründe: 150 Euro
  • Abhalten von Unterricht, Veranstaltungen, Studienbetrieb oder Betreuungsangebote: 2500 Euro

Außerdem können einige Verstöße gegen die Beschränkungen als Straftaten geahndet werden. Dazu gehören:

  • Verstöße gegen die Ausgangsbegrenzung in Gruppen
  • Abhaltung von oder Teilnahme an Versammlungen und Veranstaltungen
  • Betreiben von Gastronomiebetrieben, wenn in der geschlossenen Gaststätte eine verbotene Veranstaltung stattfindet

Den gesamten Strafenkatalog gibt es hier.

16.03 Uhr: Auflagen und Direktvermittlung bein Zuchtverband – Großmärkte abgesagt

Von der Corona-Krise betroffen ist auch der Zuchtverband Miesbach. Allerdings dient die Oberlandhalle als Marktort der Sicherstellung der Lebensmittelproduktion und gehört somit zur lebensnotwendigen Infrastruktur. Mit dem Landratsamt hat der Zuchtverband daher einen Vermarktungsplan erstellt. Bei den Kälbermärkten erfolgt die Kälberanlieferung in der üblichen Weise unter Rücksichtnahme der Hygienemaßnahmen. Die Markthalle darf aber nur von Angestellten des Zuchtverbands, des Veterinäramtes und einer begrenzten Zahl an Käufern betreten werden. Die Großviehmärkte sind bis auf Weiteres abgesagt. Derweil finden laufend Tiervermittlungen von Landwirt zu Landwirt statt. Der Zuchtverband bittet, verkaufsfähige Tiere in der Herdebuchstelle anzumelden. Käufer sollen sich ebenfalls beim Zuchtverband melden, 0 80 25 / 28 08 22. Infos gibt es auch auf www.zuchtverband-miesbach.com.

15.30 Uhr: Mesner: Kirchen im Tal bleiben geöffnet 

Trotz Corona und Gottesdienstverbot: Die Kirchen im Tegernseer Tal sind geöffnet. Darauf hinzuweisen, ist dem Gmunder Mesner Hans Latein ein besonderes Anliegen. „Die Kirche St. Ägidius und die Kapelle an der Mangfallbrücke – mit dem denkwürdigen Namen Maria Hilf oder Pestkapelle – sind täglich offen ist und für jedermann zugänglich sind. Früh morgens sperrt Latein auf und zündet auch extra Kerzen an. „In einer schwierigen Zeit wie dieser, da die Natur ihre Macht ausübt und wir trotz des hohen Wissenstands dagegen zu kämpfen haben, folgen wir den Vorschriften und benehmen wir uns rücksichtsvoll. Es ist jedem freigestellt auch im Sinne unseres Glaubens unseren Schöpfer zu bitten, dass diese Epidemie schonend an uns vorüber geht“, schreibt Latein. In diesem Sinne möge sich jeder seine Gedanken machen und im Gebet darum bitten.

14.26 Krankenhaus Agatharied: Geschäftsführer fordert mehr Unterstützung

Das Covid-10-Krankenhausentlastungsgesetz sichert den Kliniken 50 000 Euro für jedes zusätzliche Intensivbett mit Beatmungsmöglichkeit zu und eine Tagespauschale von 560 Euro für jedes freigeräumte Bett auf einer normalen Station. Auch für eingesetztes Material gibt es Zuwendungen. Das geht vielen Kliniken nicht weit genug. „Viel wichtiger wäre ein Rettungsschirm über die belegten Betten aufzuspannen“, betont Michael Kelbel, Geschäftsführer des Krankenhauses Agatharied. Denn durch die Versorgung der Patienten während einer Pandemie entstünden enorme Zusatzkosten, zum Beispiel für Einzelisolierungen, Triage-Bereiche oder Leiharbeiter, die deutlich mehr kosten würden als tarifangestellte Fachkräfte, betont Kelbel. Vor allem aber kritisiert er, dass das administrativ-lastige Abrechnungssystem nicht vorübergehend ausgesetzt wird und durch pragmatische Pauschalzahlungen ersetzt wird, die sich an den Vorjahren orientieren. „Die Krankenhäuser müssen sich nun auch in der Krise mit ausufernden Dokumentationspflichten herumschlagen“, sagt er. Gerade im Bereich der Intensivmedizin seien sie umfangreich und kompliziert. Keibel fordert: „Weg mit diesen bürokratischen Hürden in einer Zeit, in der es um nichts anderes geht, als Leben zu retten.“

13.05 Uhr: Landratsamt appelliert: Bitte THW-Nummern freihalten

Heute hat Wirtschaftsminister Aiwanger angekündigt, über das THW Vliesstoff an die Landkreise zu verteilen, aus denen vor Ort Schutzmasken selbst genäht werden können. Das Vlies liege im Landkreis Miesbach aber noch nicht vor, teilt das Landratsamt mit. „Wir wissen auch nicht, ob und wann wir welches bekommen“, schreibt die Behörde in einer Pressemitteilung. Sie bittet deswegen: „Bitte blockieren Sie nicht die Telefonnummern des THW Ortsverband Miesbach – die Führungsgruppe Katastrophenschutz braucht diese Nummern ganz dringend, um über das THW die wenigen zur Verfügung stehenden Schutzmaterialien an Krankenhaus, Pflegedienste und Ärzte im Landkreis verteilen zu können!“ Das Landratsamt werde die Menschen sofort informieren, wenn es Neuigkeiten über die Verteilung des Vlies hat.

12.45 Uhr: Tafeln trotzen Corona: Angebot möglichst beibehalten – Holzkirchen zu

Wegen des Coronavirus haben deutschlandweit über 400 Tafeln ihren Betrieb vorübergehend eingestellt. Im Landkreis Miesbach entscheiden die vier Tafeln von Woche zu Woche, wie es weiter geht. Auch sie stehen vor Herausforderungen. Holzkirchen hat deswegen bereits geschlossen. Die übrigen wollen den Betrieb so lange wie möglich beibehalten

12.20 Uhr: Gestrandet wegen Corona: Ehepaar aus Wörnsmühl schickt Hilferuf aus Neuseeland

Gut die Hälfte des Jahres sind Horst und Gretl Mahr aus Wörnsmühl im Ausland unterwegs. Jetzt sitzen sie wegen des Coronavirus in Neuseeland fest - und bitten um Hilfe.

11.50 Uhr: Münchnerin in Rottach-Egern übel beschimpft

Diese Szene lässt eine Zweitwohnungsbesitzerin aus Rottach-Egern noch immer erschaudern: Beim Einkaufen in einem Rottacher Lebensmittelmarkt wurde sie als „blöde Münchnerin“ beschimpft, die hier die Supermärkte leer kaufe. Ihr Auto – mit Münchner Kennzeichen – kam ebenfalls nicht ungeschoren davon: Wie die Frau berichtet, war der Wagen offenbar mit einem Joghurt-Becher oder Ähnlichem beworfen worden – zumindest wies er entsprechende Spuren auf. Alle Infos zum Vorfall gibt es hier.

9.35 Uhr: Die Autobahn ist leer: Raser nutzen die Gelegenheit

Am Sonntag jagte ein 51-jähriger Münchner auf seinem Motorrad mit 250 km/h vom Irschenberg nach Norden, teilweise in der 130er-Zone. Eine Streife der Autobahnpolizei nahm die Verfolgung auf. Der Biker verlor die Nerven, vollführte wahnwitzige Fluchtmanöver und hätte in Sauerlach beinahe ein Kind überfahren, ehe er doch gestellt wurde. Wir haben mit Autobahnpolizei-Chef Michael Janski über die aktuelle Lage auf der A8 gesprochen.

9.10 Uhr: Wegen Corona: LBV muss Sammlung absagen – Geld wird dringend benötigt

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) hat als erster bayerischer Verband dergestalt Konsequenzen aus der Corona-Krise gezogen: Am Mittwoch hat er die jährliche große Spendensammlung abgesagt, bei der bayernweit rund 40 000 meist junge Sammler von Haustür zu Haustür unterwegs sind. Das trifft natürlich auch die LBV-Sammlung im Landkreis Miesbach. Darüber haben wir mit Gerhard Kinshofer, dem Vorsitzenden der LBV-Kreisgruppe Miesbach, gesprochen.

Coronavirus im Landkreis Miesbach - die Lage am Donnerstag

17.25 Uhr: Jetzt über 200 positiv Getestete.

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen im Landkreis Miesbach steigt weiter, nämlich um 30 auf 215. 18 Personen werden stationär betreut, sechs davon intensivmedizinisch. 25 Personen sind bereits wieder gesundet. Dies teilt das Landratsamt mit.

Hier die Verteilung auf die Gemeinden:

16.45 Uhr: Neues vom Streit um Ausflügler: 

Üble Szene am Tegernsee: Frau wüst beschimpft - weil sie ein Münchner Kennzeichen hat

13.30 Uhr: Erste Tafel stellt ihr Angebot ein

Die Holzkirchner Tafel wird am Samstag keine Lebensmittel verteilen. Die Tafel bleibt vorerst bis 18. April, bis nach Ostern geschlossen. Auch die Lieferungen sind bis auf Weiteres eingestellt. Diese Entscheidung traf der Vorstand am Mittwochabend einstimmig. Dem Vorsitzende Hans Sepperl saßen noch die Vorwürfe eines Klienten vor einer Woche in den Knochen, der sich bitter und wenig freundlich wegen der fehlenden Distanz beschwert hatte. Dabei sieht es von den Lebensmitteln her gar nicht so schlecht aus. „Wir haben sogar extra Ware und extra Spenden erhalten und haben quasi ein volles Lager“, berichtet Sepperl. In Holzkirchen liegt das Problem eher in der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben. Das fängt schon damit ab, dass Sepperl die Helfer nicht wie sonst zum Dienst abholen kann, weil in dem zur Verfügung stehenden Auto der vorgeschrieben Sicherheitsabstand nicht gewährleistet ist. Und auch hier ist der Abgaberaum so klein, dass man die 38 Abholer einzeln durchschleusen müsste, was wiederum enorm viel Zeit kosten und mehr Helfer binden würde – zusätzlich zu den Helfern, die aktuell neun Kunden beliefern. Obendrein will man in der Holzkirchner Tafel keine Kisten packen ohne auf die Kundenwünsche einzugehen. „Wir befürchten, dass die Wegwerf-Quote dann steigt, wenn die Abholer etwas bekommen, was sie gar nicht wollen“, sagt Sepperl. Überdies sei die Zahl der Kunden zuletzt gesunken.
Die Tafeln in Gmund, Miesbach und Hausham wollen ihr Angebot aufrecht erhalten.

13 Uhr: Kulturhäuser im Landkreis: Trotz Absagen viel zu tun

Der Waitzinger Keller in Miesbach und das Kultur im Oberbräu in Holzkirchen sind geschlossen. Zu tun gibt es aber einiges. Lesen Sie hier.

11 Uhr: Tegernsee macht öffentliche Toiletten dicht

Die Stadt Tegernsee sieht sich gezwungen, die öffentliche Infrastruktur einzuschränken. „Ein Teil der öffentlichen Toiletten steht derzeit nicht zur Verfügung. Dauerhaft wird die Toilette am Friedhof geschlossen. Die Toilettenanlage beim Seehaus wird bis auf Weiteres geschlossen. Wir sind intensiv bemüht weitere Einschränkungen zu vermeiden. Vor allem die Toilette am Seehaus wollen wir schnellstmöglich wieder zur Verfügung stellen, werden dies aber in dieser Woche und vor allem auch am Wochenende nicht schaffen“, teilt Bürgermeister Johannes Hagn mit.

14 neue Fälle verzeichnet das Landratsamt Miesbach. Das Krankenhaus Agatharied befindet sich im Krisenmodus - und braucht mehr Kapazitäten. Hier die positiv getesteten Coronavirus-Fälle im Überblick:

Coronavirus-Infektionen im Landkreis Miesbach am Donnerstag:

  • Landkreis 185 , neue Fälle: 14 
  • Bad Wiessee 9, neue Fälle: 1 
  • Bayrischzell 8 
  • Fischbachau 7 
  • Gmund 21
  • Hausham 5 
  • Holzkirchen 19 
  • Irschenberg 3 
  • Kreuth 4 
  • Miesbach 9, neue Fälle: 5 
  • Otterfing 6
  • Rottach-Egern 2 
  • Schliersee 9, neue Fälle: 1
  • Tegernsee 3
  • Valley 2
  • Waakirchen 5
  • Warngau 2
  • Weyarn 10

Weitere 61 Personen sind seitens des Landratsamt noch nicht ihren Wohnorten zugeordnet. 19 Personen sind wieder gesund.

Die Infektionen in ganz Bayern verfolgen Sie auf unseerer interaktiven Corona-Karte für Bayern.

Coronavirus im Landkreis Miesbach - die Lage am Dienstag

18.40 Uhr: Corona-Fälle nach Gemeinden gelistet

Die Situation durch das Coronavirus SARS-CoV-2 und die von ihm hervorgerufene Krankheit Covid-19 ändert sich täglich. Das sind die aktuellen Zahlen des Landratsamts (Stand: 24. März, 16 Uhr) der positiv getesteten Personen (54 noch nicht zugeordnet).

Landkreis: 171
Bayrischzell: 8
Bad Wiessee: 8
Fischbachau: 7
Gmund: 21
Hausham: 5
Holzkirchen: 19
Irschenberg: 3
Kreuth: 4
Miesbach: 4
Otterfing: 6
Rottach-Egern: 2
Schliersee: 8
Tegernsee: 3
Valley: 2
Waakirchen: 5
Warngau: 2
Weyarn: 10
Noch nicht zugeordnet: 54

17.45 Uhr: 171 bestätigte Corona-Erkrankungen im Landkreis

171 Personen sind mittlerweile im Landkreis Miesbach am Coronavirus erkrankt. Gestern waren es noch 158. Wie das Landratsamt mitteilt, müssen elf davon stationär betreut werden, vier weitere intensivmedizinisch. Elf Personen konnten die häusliche Quarantäne schon wieder verlassen. Die positiv getesteten Personen sind zwischen vier und 97 Jahren alt. Alle Zahlen sind Momentaufnahmen; sie ändern sich fast täglich. 

Inzwischen hat die „Führungsgruppe Katastrophenschutz“ ihre Arbeit aufgenommen und trifft sich zweimal täglich zur Lagebesprechung. Seit Feststellung des Katastrophenfalls war die Führungsgruppe in Bereitschaft. Wegen des zunehmenden Koordinierungsbedarfs hat sie nun auch operativ die Federführung übernommen.

Die Zahler der Conona-Infizierten. Stand: Dienstag, 17 Uhr.

17.07 Uhr: Rechtsanwalt kritisiert Brief der Tal-Bürgermeister heftig

Rechtsanwalt Florian Besold erhebt als Vorsitzender der Bayerischen Einigung/Bayerischen Volksstiftung schwerste verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Vorgehensweise der Tal-Bürgermeister. Er hat einen offenen Brief an die Staatskanzlei geschickt und spricht von einer selbstsüchtig-martialischen Haltung der Bürgermeister.

15.51 Uhr: Familie spendet Äpfel und Mandarinen für Ärzte

Ein „Päckchen Kraft“ wollten die Meiers aus Hausham den „unermüdlichen Pflegern und Ärzten vom Krankenhaus Agatharied“ schenken – und haben zuhause eine ungewöhnliche Aktion gestartet. „Wir wollten ihnen in dieser Zeit einfach mal was Gutes tun“, erzählt Magdalena Meier (21). Ihre Schwester Michaela (18) liegt wegen einer Schulterbehandlung im Krankenhaus Agatharied, darf aber nicht besucht werden. Abends kam im Kreise der Familie dann der Gedanke, für das Klinikpersonal Tüten mit Energiespendern zu packen. „Auf diesem Wege hoffen wir ein kleines Dankeschön zum Ausdruck zu bringen“, erklären sie. Gesagt, getan: 50 Papiertüten haben Kerstin (45), Manfred (53) und Magdalena Meier gepackt – mit je einem Apfel oder einer Mandarine „für die Vitamine“, einem Schokoriegel „für die Power“ und einem kleinen Getränk. 

Die Türen haben die Eltern in Obstkisten zur Klinik gebracht, wo sie Mitarbeiter der Security entgegennahmen. „Sie haben sich sehr darüber gefreut“, weiß Magdalena Meier. Über die Schwester hat sie auch erfahren, dass die Packerl unter anderem in der Notaufnahme und auf der Kinderstation verteilt worden sind.

Energiespender als Dankeschön: Kerstin und Manfred Meier aus Hausham haben dem Krankenhaus-Personal 50 Tüten mit Energiespendern gebracht.

14.47 Uhr: Vorsitzender des ärztlichen Kreisverbandes ordnet hohe Infizierten-Zahlen ein

Im Landkreis Miesbach gibt es auf die Einwohnerzahl gerechnet bayernweit die zweitmeisten positiven Corona-Tests. Auch in Deutschland liegt der Landkreis in den Top 10. Was diese Zahlen bedeuten, ist aber schwer einzuordnen, erklärt Dr. Thomas Strassmüller, Vorsitzender des ärztlichen Kreisverbandes: "Es kann gut sein, dass die Menschen in unserem Landkreis tatsächlich etwas reisefreudiger sind, als in anderen. Zumindest fahren sie gerne in den Skiurlaub." Durch die Nähe zu Italien und Tirol sei es außerdem nicht unwahrscheinlich, dass mehr Menschen in den Faschingsferien dort im Urlaub waren als zum Beispiel Menschen aus Oberfranken oder gar Hamburg. 

Da zu dieser Zeit die ersten Reisenden das Virus aus Italien nach Deutschland transportierten, könne es sein, "dass wir tatsächlich mehr eingeschleppt haben als andere". Die einzig mögliche Erklärung sei dies aber nicht. "Es kann auch sein, dass wir mehr getestet haben." Wie berichtet, nehmen Ärzte im Testzelt in Miesbach täglich 80 bis 200 Proben und schicken sie in die Labore. "So ein Zelt haben andere nicht aufgestellt." Wer mehr teste, habe aber auch mehr positive Testergebnisse, sagt Strassmüller. 

Welcher der beiden Faktoren stärker ist, wird wohl erst im April feststehen. "Die Labore könnten errechnen, aus welchen Landkreisen sie wie viele Tests bekommen haben", sagt Strassmüller. Momentan gebe es diese Daten aber noch nicht. Sobald sie verfügbar werden, seien die Ergebnisse besser einordenbar. "Das wird aber noch gut zwei Wochen dauern."

13.52 Uhr: Krankenhaus ruft Freiwillige und Ehrenamtliche zur Mithilfe auf

Das Krankenhaus Agatharied wappnet sich personell für das steigende Aufkommen stationär zu versorgender Corona-Patienten. „Viele unserer Mitarbeiter arbeiten schon jetzt an ihrer Belastungsgrenze“, schreibt Geschäftsführer Michael Kelbel in einer Pressemitteilung. „Zur Verstärkung suchen wir Ehrenamtliche und Mitarbeitende jeglicher Qualifikation. Jeder wird gebraucht – wir finden den passen-den Einsatzbereich.“ Für die nicht absehbare Herausforderung werde derzeit ein Pool an Mitarbeitern aufgestockt, um im Bedarfsfall die Belegschaft auf Abruf verstärken zu können. Eine Mithilfe sei in jeder Form möglich – ob kleine Einsätze im Ehrenamt, als 450-Euro-Job oder in Festanstellung in Voll- oder Teilzeit. Die Bewerbung funktioniert über einen sehr einfachen Anmeldevorgang telefonisch über die Telefonnummer 08026/3934271 oder online auf: www.khagatharied.de/mithelfen.

12.35 Uhr: Rathaus-Gmund im Zweischichtbetrieb

Um zu verhindern, dass im Falle einer Corona-Erkrankung eines Mitarbeiters die gesamte Gemeindeverwaltung den Betrieb einstellen muss, stellt das Rathaus in Gmund ab Mittwoch, 25. März, auf Zweischichtbetrieb um. Das teilt die Gemeinde in einer Pressemitteilung mit. Die Belegschaft wird in zwei Teams aufgeteilt, die jeweils wochenweise die Gemeindeverwaltung übernehmen. „Wir bemühen uns, alle Bereiche abzudecken, bitten jedoch um Verständnis, wenn einzelne Anliegen nicht immer sofort bearbeitet werden können“, sagt Bürgermeister Alfons Besel. Der Zweischichtbetrieb läuft zunächst bis zum 19. April und gilt auch für den Bauhof, dort jedoch im vierzehntägigen Wechsel.

Auf der Website www.gemeinde.gmund.de stellt die Gemeinde unter Gmund aktuell wichtige Informationen in Zusammenhang mit der Corona-Epidemie bereit. Senioren und Personen mit Vorerkrankungen, die Unterstützung bei Einkäufen etc. benötigen, können sich unter der folgenden Rufnummer an die Nachbarschaftshilfe Tegernseer Tal wenden: 08022 706563. Bei Fragen darüber hinaus, steht die Gemeindeverwaltung zur Verfügung.

11.55 Uhr: „Werden manchmal vergessen“: Bäcker und Metzger appellieren wegen Corona an die Kunden

Viele Unternehmer schielen dieser Tage neidvoll auf die Lebensmittelbranche. Ob Supermärkte, Bäcker oder Metzger: All diese Läden dürfen trotz des Coronavirus weiter öffnen und ihre Waren verkaufen, weil diese zur Deckung des täglichen Bedarfs dienen. Ein Selbstläufer ist das Geschäft aber noch lange nicht, sagt Florian Perkmann. Der stellvertretende Obermeister der Bäckerinnung aus Miesbach erfährt gerade am eigenen Leib, wie schwierig der Spagat zwischen Produktion, Hygieneauflagen und Umsatzeinbrüchen zu bewältigen ist.

11 Uhr: Die Polizei Holzkirchen meldet  Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz 

Der Polizeibericht: Am Sonntag, 22. März, kontrollierte eine Polizeistreife in Holzkirchen eine Gruppe von vier Erwachsene und einem Kind, die zusammen mit Gartenarbeiten beschäftigt waren. Auf Grundlage der vorläufigen Ausgangsbeschränkung anlässlich der Corona-Pandemie ist die Zusammenkunft von mehreren Personen, die nicht zum engsten Familienkreis gehören, untersagt. Die vier Erwachsenen wurden wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt. 

Die Polizei weist nochmal darauf hin: Zuwiderhandlungen werden von der Polizei geahndet. Fahrlässige beziehungsweise vorsätzliche Verstöße können mit Freiheitsstrafen und Geldstrafen bestraft werden. Alle Infos gibt es hier.

10.20 Uhr: Gemessen an der Einwohnerzahl gibt es im Landkreis mit am meisten Infizierte

Die absoluten Zahlen an Corona-Infizierten sind in anderen Landkreisen höher. Legt man jedoch die Einwohnerzahl zugrunde, gehört der Kreis Miesbach zu den am härtesten betroffenen Regionen in Bayern. Auf der Übersicht von merkur.de (zu finden hier) ist zu sehen: Mit 136 Fällen pro 100 000 Einwohner liegt Miesbach in Bayern auf Rang zwei. Nur in Tirschenreuth gibt es anteilsmäßig mehr Betroffene. Der Unterschied zu den vom Landratsamt gemeldeten 156 Personen ergibt sich daraus, dass die Zahlen auf merkur.de täglich gegen 14/15 Uhr aktualisiert werden. Das Landratsamt meldet immer am frühen Abend.

Unsere aktuelle interaktive Karte (link im Text) zeigt die Coronavirus-Fallzahlen für jeden Landkreis in Bayern. Miesbach ist gemessen an den Einwohnern am stärksten betroffen.

9.14 Uhr: Ilse Aigner reagiert auf Brandbrief vom Tegernsee Update

Die Antwort aus Aigners Büro ließ nicht lange auf sich warten. Sie habe „absolut kein Verständnis für diese Art von Freizeitgestaltung“, heißt es. „Natürlich soll es den Menschen weiterhin möglich sein, vor die Tür zu gehen. Das darf aber nicht so verstanden werden, mit dem Auto Ausflüge in andere Landkreise zu unternehmen und den gleichen Bewegungsradius wie vorher zu haben. Damit würden Maßnahmen konterkariert.

9.02 Uhr: Grüße an Oma und Opa: Das haben die Kinder im Landkreis für ihre Großeltern gemalt

Bastelt, schreibt oder malt Grüße an Eure Großeltern – dazu haben wir die Kinder im Landkreis aufgerufen, die derzeit Abstand zu Oma oder Opa halten sollen. Hier die Ergebnisse.

Helena und Titus Bauer aus Miesbach.

Coronavirus im Landkreis Miesbach - die Lage am Montag

17 Uhr: Die Zahl der positiv gesteten Personen ist übers Wochenende auf 156 gestiegen.

Irgendwie war das zu erwarten: Inzwischen wurden im Landkreis Miesbach 156 Personen positiv getestet - am Freitag, 20. März waren es noch 58 gewesen.  Als Grund für den starken Anstieg ist laut Landratsamt die gebündelte Übermittlung der Testergebnisse durch verschiedene Labore. Es gebe keine „Hotspots“ im Landkreis, die den starken Anstieg rechtfertigen würden. Aktuell werden sechs Personen im Landkreis stationär betreut. Es gibt aber auch positive Zahlen zu vermelden: Vier Personen sind bereits wieder gesundet und können die häusliche Quarantäne verlassen.
Weiter meldet das Landratsamt: 

Leider sind alle Labore in Deutschland überlastet, sowohl die staatlichen, die das Gesundheitsamt nutzt, als auch die privaten, die von Hausärzten bedient werden. Die Übermittlung der Testergebnisse an die Gesundheitsämter dauert inzwischen teilweise über sieben Tage. Viele Menschen reagieren gegenüber den Mitarbeitern verständnislos und erbost, wenn sie mehrere Tage auf das Testergebnis warten müssen. Angesichts der allgemeinen Anspannung ist das natürlich verständlich. Allerdings arbeiten die Mitarbeiter im Gesundheitsamt, bei den niedergelassenen Ärzten und in den Laboren unter Hochdruck bis spät in die Nacht hinein.

Im Internet kursieren Meldungen, wonach einzelne Praxen oder ominöse Dienstleister schnellere Ergebnisse garantieren würden. Diese Informationen sind Fake News: Alle verlässlichen Labore arbeiten am Limit und brauchen mehrere Tage für Ergebnisse. Das Gesundheitsamt Miesbach steht diesbezüglich in einem sehr engen Austausch mit anderen Gesundheitsämtern, mit der Regierung von Oberbayern und mit dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Das Gesundheitsamt bittet außerdem darum, sich nicht außerhalb des Landkreises testen zu lassen. So wird den Mitarbeitern die Arbeit zusätzlich erschwert. Die außerhalb des Landkreises Getesteten können anschließend kaum oder nur unter sehr großem zusätzlichen Aufwand über das Gesundheitsamt Miesbach betreut werden. Landrat Wolfgang Rzehak appelliert an alle Bürger: „Bitte unterstützen Sie die Mitarbeiter im Gesundheitssektor und verhalten Sie sich kooperativ. Nur gemeinsam werden wir es schaffen, diese Krise zu bewältigen!“

12.40 Uhr: Die Wertstoffhöfe im Landkreis bleiben bis auf wenige Ausnahmen geschlossen. 

Hier die Pressemitteilung des Kommunalen Abfallentsorgungs-Unternehmens VIVO:

Infolge der in Bayern inzwischen verhängten Ausgangsbeschränkungen und der bundesweit geltenden Kontaktsperre wird ein Großteil der Wertstoffhöfe im Landkreis Miesbach geschlossen. Geöffnet haben nur noch 

- das Wertstoffzentrum in Warngau,
- die Grüngutkompostieranlage in Hausham am Brenten sowie
- die Wertstoffhöfe in Miesbach und Bad Wiessee. 

Es gelten die bekannten Öffnungszeiten.

Damit die sich aus den staatlichen Anordnungen ergebenden Verhaltensregeln insbesondere zum Mindestabstand zwischen Personen weitgehend eingehalten werden können, wird der Zugang zu den noch offenen Wertstoffhöfen beschränkt. Grundsätzlich werden nicht mehr als zehn Personen zur gleichen Zeit eingelassen. Größere Mengen Sperrmüll und Altholz bittet das VIVO KU nur noch in Warngau und in Hausham am Brenten anzuliefern.

11.35 Uhr: Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn hat im Namen aller Tal-Bürgermeister einen Brandbrief zu den München-Auslüglern in der Coronavirus-Krise geschickt.

10.45 Uhr: Tegernseer Bauhof stellt Arbeit großteils ein

Aufgrund eines Corona-Verdachtsfalls stellt der Bauhof Tegernsee für diese Woche den Betrieb großteils ein. Derzeit könne noch der Winterdienst, die Müllabfuhr sowie die Wasserversorgung aufrecht erhalten werden. Alle anderen Aufgaben werden nicht mehr erledigt. 

Auch im Rathaus sind derzeit Mitarbeiterin in Quarantäne, auch hier werde nur in Notbesetzung gearbeitet. „Wer nicht benötigt wird, bleibt zu Hause“, so Bürgermeister Johannes Hagn (CSU). Die Stadt bittet jeden Tegernseer Bürger, sich auf die Situation einzustellen und sich nur in besonders dringenden Fällen telefonisch oder schriftlich an das Rathaus zu wenden. Hagn: „Uns erreichen derzeit viele gut gemeinte Vorschlägen zur Bewältigung der Krise, deren Beantwortung uns wichtige Zeit kostet.“ 

Bereits abgesagt ist die Stadtratssitzung am 31. März. 

Vorgehen wollen die Tag-Bürgermeister gegen die Besucher aus dem Großraum München: „Es ist nicht hilfreich, wenn in dieser Situation zugelassen wird, dass Besucher aus dem Großraum München an den Tegernsee kommen dürfen. Wir sollten dies auf jeden Fall vermeiden.“  Laut Hagn sind die Talbürgermeister bereits an dem Thema dran und hoffen, dass eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen werden kann.

Coronavirus im Landkreis Miesbach - die Lage am Sonntag

17.25 Uhr: Gähnende Leere auf der Autobahn bei Holzkirchen

Sie gehört zu den Hauptverkehrsachsen in Deutschland und ist meist dicht befahren. Doch am Wochenende herrschte auch auf der A 8 kaum Verkehrsaufkommen. Wie hier am frühen Sonntagnachmittag auf Höhe der Raststätte Holzkirchen-Süd in Fahrtrichtung Salzburg waren nur wenige Fahrzeuge unterwegs. Die Ausgangsbeschränkungen zeigten also durchaus Wirkung – wenngleich in Holzkirchen vereinzelt immer wieder Fahrzeuge mit Münchner Kennzeichen die Autobahn in Richtung Tegernseer Tal verließen. Offenbar Spaziergänger, die die noch erlaubte Bewegungsfreiheit für sich besonders großzügig auslegten.

Die leere A8 bei Holzkirchen am Sonntag.

17.12 Uhr: Gähnende Leere in der Ortsmitte

Vor einer Woche wäre ein solcher Anblick undenkbar gewesen. Da stürmten noch unzählige Ausflügler das Tegernseer Tal und sorgten für volle Straßen rund um den See. Gestern nun war – trotz schönem Nachmittags-Wetter – das Gegenteil der Fall: So wie hier in der Ortsdurchfahrt von Rottach-Egern herrschte vielerorts am Tegernsee gähnende Leere. Autos und Spaziergänger waren am Sonntag eher vereinzelt unterwegs. Die Ausgangsbeschränkung für Bayern, die in der Nacht zum Samstag in Kraft getreten war, zeigte offenbar ihre Wirkung.

Die Ortsdurchfahrt Rottach-Egern in Höhe Rathaus am Sonntag.

16.50 Uhr: Gähnende Leere am Seeufer in Schliersee

Spielen am Seeufer – das gehört für die Kinder vieler Einheimischer und Ausflügler zur beliebten Sonntagsbeschäftigung. Gestern am frühen Nachmittag herrschte am Schliersee gespenstische Stille. Zum einen sind Spielplätze wegen der Corona-Krise seit einigen Tagen ohnehin gesperrt, zum anderen sorgten die geltenden Ausgangsbeschränkungen zusätzlich für Zurückhaltung bei den Spaziergängern. Zu groß womöglich die Sorge, sich bei einer Polizeikontrolle rechtfertigen zu müssen.

Gähnende Leere am Seeufer in Schliersee

16.09 Uhr: Warngau Corona-Hilfe für Senioren 

In der Gemeinde Warngau befindet sich derzeit der Verein „Nachbarschaftshilfe“ in Gründung. Mit dieser sollen Senioren unterstützt werden, die sich aufgrund des Coronavirus aktuell nicht selbst um ihre Grundversorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten kümmern können. Wer Hilfe benötigt, soll sich bei Andreas Kiessler melden. Er ist erreichbar unter 0 80 21 /50 69 77 oder 01 52/51 48 42 06.

15.25 Uhr: Wegen Coronavirus: Sogar für Beisetzungen gelten strenge Auflagen

Maximal 15 Personen am Grab. Kein Weihwasser zum Abschied. Keine Beileidsbekundung mit Händedruck. Das Coronavirus schränkt auch Beisetzungen im Landkreis stark ein. „Das ist schon brutal hart, wenn man Menschen in einer emotional ohnehin schwierigen Situation so etwas verwehren muss“, sagt Petra Six vom Bestattungsunternehmen Rauffer in Miesbach. Wie sie Trauerenden dennoch einen würdigen Abschied ermöglicht, lesen Sie hier.

14.57 Uhr: Polizeipräsidium meldet viele Kontrollen, aber wenige Verstöße

Seit Samstag haben die Beamten im Einzugsbereich des Polizeipräsidium Oberbayern Süd 3200 Kontrollen durchgeführt. Dabei haben sie nur 35 Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung festgestellt. Die Regeln werden „von den allermeisten Menschen vorbildlich beachtet“, sagt Polizeipräsident Robert Kopp. 

13.50 Uhr: VIVO hält Betrieb weitgehend aufrecht 

Immer weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens bringt die Ausbreitung des Coronavirus mit sich. Die Abfallentsorgung im Landkreis ist und bleibt aber sichergestellt, teilt das VIVO Kommunalunternehmen mit. Derzeit gebe es keine Änderungen bei der Leerung der Restmüll-, Biomüll- und Papiertonnen. Auch die Wertstoffhöfe bleiben zunächst geöffnet. Größere Mengen, insbesondere an Sperrmüll und Altholz, werden aber nur noch im Wertstoffzentrum Warngau und an der Kompostieranlage Am Brenten in Hausham angenommen. Grundsätzlich sollten sich nicht mehr als zehn Personen zur gleichen Zeiten in den Wertstoffhöfen aufhalten, teilt die VIVO mit. Der empfohlene Sicherheitsabstand von rund zwei Metern solle dabei möglichst eingehalten werden. Um die Beschränkung zu gewährleisten, seien die Wertstoffhofbetreuer dazu autorisiert, den Zugang zu regeln und die Anlage bei Bedarf auch kurzfristig zu schließen.

13.10 Uhr: Coronavirus trifft auch Bauern: Preise für Stierkälber sinken

Das Coronavirus macht auch vor den Viehmärkten des Miesbacher Zuchtverbands nicht halt. So wurden beim jüngsten Kälbermarkt deutliche Preiseinbußen bei den Stierkälbern verzeichnet. Wie der Zuchtverband mitteilt, gerieten die Stierkälber trotz des sehr guten Auftriebs durch das Coronavirus und den damit einhergehenden Einschränkungen massiv unter Druck. Ein deutlicher Preiseinbruch war die Folge. Die weiblichen Kälber, insbesondere die Kuhkälber zur Zucht, widersetzten sich diesem Trend und erzielten ein klares Plus.

12.35 Uhr: Heute um 18 Uhr spielen Musiker am Fenster

Damit die Zeit zuhause nicht langweilig wird, spielen Musiker heute Abend ab 18 Uhr in ganz Deutschland an ihren Fenstern eine Stunde lang die „Ode an die Freude“ („Freude Schöner Götterfunken“). Auch Joyce Mariel wird an ihrem Fenster in Holzkirchen stehen und mit ihrer Violine einstimmen. „Mir ist es wichtig, die Aktion zu unterstützen“, sagt sie. „Vor allem mit so einem Stück. Nicht umsonst ist das die Europäische Hymne.“ Das von Ludwig van Beethovens in seiner neunten Sinfonie vertonte Gedicht Friedrich Schillers beschreibt eine ideale Gesellschaft, in der Menschen durch Freude und Freundschaft verbunden sind.

11.45 Uhr: Polizei Bad Wiessee appelliert: Nicht den Notruf blockieren

Bei der Polizei Bad Wiessee klingelt derzeit ständig das Telefon. „Oft sind es Fragen, bei denen Menschen die Regeln umgehen wollen“, teilte eine Beamtin unserer Zeitung auf Nachfrage mit. „Das ist nichts für den Notruf.“ Online gebe es Seiten, die alle Detailfragen beantworten. Wer deswegen den Notruf wählt, blockiere die Leitung unter Umständen für Menschen, die tatsächlich einen Notfall haben.

Auf den Straßen ist derweil auch im Tegernseer Tal alles ruhig. Verstöße gegen die Ausgangsbegrenzungen habe die Polizei noch nicht festgestellt, sagte die Beamtin weiter. „Die Leute halten durch.“ Die Polizisten kontrollierten im Rahmen ihrer normalen Arbeit Verkehr und Menschen. Zusätzliche Kontrollen seien wegen der wenigen Menschen, die draußen unterwegs sind, aber auch hier unnötig.

11.20 Uhr: Polizei Holzkirchen zufrieden: „Läuft einwandfrei“

Die Polizei Holzkirchen hat zur Kontrolle der Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus am Samstag erstmals Autos angehalten und Menschen auf der Straße kontrolliert. Das teilte ein Sprecher auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Sein Fazit der Kontrollen: „Es läuft einwandfrei.“ Die Beamten hätten keine Verstöße geahndet. Es seien nur die Menschen draußen, die raus dürfen. Sie hielten Abstand und bildeten keine Gruppen. Zusätzliche Corona-Streifen hat die Polizei nicht eingesetzt. Nach derzeitigem Stand seien diese wegen des vorbildlichen Verhaltens der Menschen unnötig.

Derzeit klingele bei der Polizei in Holzkirchen besonders häufig das Telefon, berichtet der Sprecher weiter. „Viele Menschen rufen an und fragen: ‚Was darf ich? Wo darf ich hinfahren?‘“ Die Zahl der Anrufe sei aber unproblematisch. „Wir geben Auskunft und dann passt das.“

10.36 Uhr: Promis rufen auf: #bleibdahoam

Bei Facebook rufen Ben Blaskovic, Helmfried von Lüttichau, Markus Hoppe und viel mehr in einem Video der Alpenregion Tegernsee Schliersee auf: #bleibdahoam. „Daheim bleiben oder einfach gscheid Abstand halten“, sagt Helmfried von Lüttichau in dem Video. „Einfach nicht Teil der Infektionskette werden, an deren Ende vielleicht jemand stirbt. Kann doch nicht so schwer sein, oder?“

10.27 Uhr: Michael Strauß aus Bad Wiessee baut Helfer-Netzwerk via Facebook auf

In Zeiten von Corona braucht es oft schnelle, unbürokratische Hilfe. Um ein Netzwerk an Unterstützern aufzubauen, hat Michael Strauß aus Bad Wiessee eine eigene Facebook-Gruppe gegründet. Die Idee kommt an: Die Gruppe hat mittlerweile 1400 Mitglieder. Und es werden täglich mehr, die hier zusammenrücken.

Viele Stunden vor dem PC verbringt derzeit Michael Strauß. Der 42-jährige Wiesseer hat die Facebook-Gruppe #tegernseehältzusammen ins Leben gerufen.

10.02 Uhr: Tegernseer Tal: Letzte Gäste ziehen ab - Gastronomiebetrieb ab sofort untersagt

Das öffentliche Leben wird weiter heruntergefahren. Am Freitag hat die Staatsregierung für Bayern eine Ausgangsbeschränkung erlassen – damit muss nun auch der letzte Wirt seinen Gastronomiebetrieb einstellen. Ausgenommen ist lediglich die Abgabe und Lieferung von „mitnahmefähigen Speisen“, wie es in der Verordnung heißt. Szenen wie vom vergangenen Wochenende, als sich bei Traumwetter noch Massen von Ausflüglern in den Wirtsgärten rund um den Tegernsee tummelten, dürften damit der Vergangenheit angehören. Auch das italienische Ristorante Da Francesco an der Tegernseer Hauptstraße hat gestern die letzten Gäste verabschiedet und die Stühle hochgestellt. Wie einige andere Gaststätten am Tegernsee auch bietet Betreiber Francesco Sabbatella aber weiterhin einen Liefer- und Abholservice an. Immer zwischen 11.30 und 15 Uhr sowie von 17 bis 20.30 Uhr können Pizza, Pasta und Salate bestellt werden – ganz ohne Ruhetag.

9.32 Uhr: „Wir fühlen uns hilflos“: Dekan erklärt, wie Seelsorger unter dem Coronavirus leiden

Das Coronavirus hat viele Menschen im Landkreis in eine Art Schockstarre versetzt. Gerade die besonders gefährdeten älteren Bürger sollen nicht mehr das Haus verlassen. Selbst die Gottesdienste in den Kirchen, die ihnen in anderen schwierigen Lebenslagen Trost spenden konnten, finden nicht mehr statt. Ein Ausnahmezustand, der auch den Seelsorgern selbst viel Kraft und Gottvertrauen abverlangt, wie Dekan Michael Mannhardt im Interview mit unserer Zeitung erklärt.

Feiert in diesen Tagen alleine Gottesdienst: Dekan Michael Mannhardt zündet die Kerzen in der Miesbacher Stadtpfarrkirche an. Wegen des Coronavirus fallen derzeit alle öffentlichen Messen aus.

Coronavirus im Landkreis Miesbach - Schild sorgt für Aufheiterung - die Lage am Freitagnachmittag

19.30 Uhr: Krankenhaus schaut sich nach Notfallquartier um

Nur ein neuer Corona-Fall ist am Freitag im Landkreis bekannt geworden. Die Zahl der Infizierten liegt bei 58, die Personen sind zwischen vier und 70 Jahre alt, teilt Landratsamtssprecherin Sophie Stadler mit. Vier Erkrankte würden stationär behandelt. In 13 der 17 Landkreis-Gemeinden sei das Virus bereits nachgewiesen worden. Sehr oft hätten sich Familienmitglieder gegenseitig angesteckt. Gesundet sei im Landkreis noch niemand.

Wer aus dem geringen Anstieg schließt, das deutschlandweit so sehnlichst erwartete Abflachen der Kurve sei im Landkreis Miesbach bereits eingetreten, sitzt wohl einem trügerischen Irrtum auf. Denn noch immer stehen Hunderte Testergebnisse aus, teilt Stadler mit. Im zentralen Testzelt, das das Gesundheitsamt und die niedergelassenen Ärzte gemeinsam betreiben, würden jeden Tag zwischen 170 und 250 Personen abgestrichen. Hinzu kämen die Tests, die Hausärzte in ihren Praxen selbst durchführen. Durch die Überlastung der Labore seien Wartezeiten von sieben Tagen nun Normalität. „Vor allem für die Betroffenen ist das schon eine ziemliche Belastung“, sagt Stadler.

Auf eine zunehmende Belastung stellt sich auch das Krankenhaus Agatharied ein. Sollten die Kapazitäten zur Behandlung von Corona-Patienten in der Klinik nicht mehr ausreichen, braucht es Ausweichmöglichkeiten. Die Suche nach Räumlichkeiten ist angelaufen, so Stadler. „Wir schauen uns verschiedene Orte an.“ Entscheidend seien die notwendigen Versorgungsanschlüsse, beispielsweise für Beatmungsgeräte. Stadler betont aber, dass ein solches Notfallquartier nur bei dringendem Bedarf zum Einsatz kommen wird. Aktuell sei man davon noch weit entfernt. „Unser Krankenhaus ist extrem gut vorbereitet.“

17.49 Uhr: Ansturm auf die Baumärkte

Ab morgen müssen auch Baumärkte geschlossen bleiben. Das legen die verschärften Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus fest, die Ministerpräsident Markus Söder heute vorgestellt hat. Im Landkreis bildeten sich deswegen lange Schlangen vor den Baumärkten, in denen die Menschen trotz der Bitte, zuhause zu bleiben, noch Dinge kauften.

Ansturm im Baumarkt bei Miesbach.

17.36 Uhr: Wegen Corona: Über 2000 Polizeieinsätze und -kontrollen in vier Tagen

Wie stark das Coronavirus die Polizei belastet, zeigt eine Pressemitteilung des Polizeipräsidium Oberbayern Süd: Seit dem 16. März hätten die Beamten in dessen Einzugsgebiet 2000 Einsätze und Kontrollen wegen der Pandemie durchgeführt. Zwar beachteten viele Menschen die Einschränkungen. „Leider mussten aber auch mehrfach Verstöße gegen die Bestimmungen der Allgemeinverfügungen festgestellt werden.“ Polizeipräsident Robert Kopp und Polizeivizepräsidentin Eva Schichl appellieren an die Vernunft der Bürger zur strikten Einhaltung der festgelegten Anordnungen und Empfehlungen. „Die Kontrollen der Polizei werden noch einmal intensiviert!“

 Banner bittet Ausflügler: Dahoam bleim

Einem Leser unserer Zeitung ist schon gestern Nacht ein Banner aufgefallen, dass da relativ auffällig an der Kreuzstraße, also quasi zum Eingang ins Tegernseer Tal prangt. „Dahoam bleim“ ist darauf in großen, roten Lettern zu lesen. Und: „Munich! ...see you in 14 days!“. 

Ob die Verfasser davon überzeugt sind, dass der Durchschnittsmünchner inzwischen besser Englisch als Deutsch spricht und wie ernst nun die Macher dieses Plakats ihre Nachricht verstehen, bleibt wohl der Einschätzung des Betrachters überlassen. Stichelt sie doch ein bisschen in ein Kern-Dilemma der Tegernseer Seele. Freilich wurde die Nachricht auf dem Plakat im Laufe des Tages - wie so oft in diesr Zeit - vom Tagesgeschehen überholt. Ministerpräsident Söder verkündete heute Ausgangsbeschränkungen.

Wie gut diese Eingehalten werden, wie sehr und schnell sie sich auf die Corona-Fall-Zahlen im Landkreis Miesbach niederschlagen und alles andere, was uns im Landkreis in Sachen Corona bewegt, lesen Sie immer aktuell in diesem Ticker.

Ein Hinweis unbekannten Ursprungs, der seit der Nacht auf Freitag am Tegernseer Taleingang prangt. Alle News zur Corona-Krise im Landkreis Miesbach hier im Live-Ticker.

Coronavirus im Landkreis Miesbach - eine Chronologie

Was bisher geschah - nachzulesen in allen Einzelheiten in unserem bisherigen Ticker zur Corona-Krise im Landkreis Miesbach.

  • Donnerstag, 5. März, 11.15 Uhr: Das Coronavirus erreicht den Landkreis Miesbach. Zwei erste Coronavirus-Fälle im Landkreis Miesbach - Krankenhaus schränkt Besucherverkehr ein - Gesundheitsamt rät zu Absage von Veranstaltungen
  • Donnerstag, 5. März, 14 Uhr: Privatgymnasium Holzkirchen meldet zwei Verdachtsfälle - Klinik schließt Engpässe nicht aus
  • 8. März, 17 Uhr: Gesundheitsministerium erlässt Allgemeinverfügung: Kinder und Jugendliche, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, dürfen nicht mehr in Sonntag, 15. März, 18.30 Uhr: Infiziertenzahl steigt auf 36die Schule und Kita kommen.
  • Dienstag, 10. März: Fünfter Corona-Fall bestätigt - Absage-Empfehlung erneuert
  • Donnerstag, 12. März: Zahl der Corona-Fälle auf 13 gestiegen
  • Freitag, 13. März: Bad Wiessee macht den Badepark dicht. 6 Infizierte im Landkreis, alle Schulen und Kitas dicht. Öffentliches Leben kommt immer mehr zum Erliegen: Kirchen, Kitas, erste Gastro-Einrichtungen, Seniorenheime schließen.
  • Sonntag, 15. März: Inzwischen sind im Kreis Miesbach 23 Infizierte bekannt - Über 100 Kontaktpersonen. Landratsamt schränkt Besucherverkehr ein, auch Batusa sperrt jetzt zu. Die Kommunalwahl wurde trotz Corona durchgeführt - mit ansehnlicher Wahlbeteiligung und spannenden Ergebnissen. Trotz Corona: Ausflügler stürmen Cafés und Restaurants. Infiziertenzahl steigt auf 36.
  • Montag, 16. März: Skigebiete stellen Betrieb ein: Skigebiete stellen Betrieb ein. Zahl der Corona-Infizierten steigt auf 40, jede Menge neue Tests. Tegernseer Hotelier Korbinian Kohler schließt seine Häuser. Viele Rathäuser schließen
  • Dienstag, 17. März: Tegernseer Bräustüberl schließt.
  • Mittwoch, 18, März: Nicht nur das Bräustüberl, viele weitere Lokale schließen oder müssen schließen. Das Coronavirus trifft die Tegernseer Gastro-Szene hart. Auch die Einzelhändler im Landkreis Miesbach berichten von einer „prekären Situation“. Gmund am Termin für sein Volksfest festhalten. Dieses soll vom 7. bis 11. Mai stattfinden. RVO lässt weiter Busse fahren - verzichtet aber auf Ticket-Verkauf. Die Zahl der Corona-Infizierten im Landkreis Miesbach steigt auf 44.
  • Donnerstag, 19. März: Gemeinde Fischbachau startet Heimlieferdienst - Freiwillige gesucht.
  • Freitag, 20. März: Das Landratsamt Miesbach bestätigt unserer Redaktion, dass es aktuell von rund 300 Infizierten ausgeht. Markus Söder verhängt Ausgangsbeschränkungen für ganz Bayern.

Aktuelle News aus ganz Bayern zum Coronavirus lesen Sie in unserem Corona-Bayern-Ticker. News aus der Landeshauptstadt in unserem Corona-München-Ticker.

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