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Daumen hoch für alle Radler: Ein Bild der „Critical Mass“-Aktion im September 2017 in Holzkirchen.

Tour startet am Stadtplatz

“Critical Mass“: Radler-Bewegung steuert Miesbach an

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Die „Critical Mass“-Bewegung kommt nach Miesbach. Vom Stadtplatz aus will eine Gruppe Radler die Straßen im Landkreis erobern. Doch nicht alle stehen dahinter.

Miesbach – Im Alltagsverkehr gehen sie oft in der motorisierten Blechlawine unter. Wenn sie sich aber zusammentun, um gemeinschaftlich in die Pedale zu treten, erobern die Radler die Straßen schnell für sich. Eine Bewegung, die an diesem Sonntag auch von Miesbach ausgehen soll. „Critical Mass im Oberland heißt das Treffen, das derzeit auf Facebook beworben wird. Um 10 Uhr wollen die Radler vom Stadtplatz aus an den Tegernsee fahren und diesen auch umrunden. Nicht alle brav am Straßenrand hintereinander, sondern gern brettlbreit mitten auf der Fahrbahn. Mit einer klaren Botschaft an die Autolenker: „Heute haben wir Vorfahrt.“

“Critical Mass“: Radler-Bewegung steuert Miesbach an

Die Holzkirchner haben bereits Erfahrung mit der „Critical Mass“. Im September 2017 machten sich hier rund 40 Radler auf den Weg durch den Ort. Auch der ADFC-Kreisvorsitzende Hartmut Romanski saß im Sattel. In Miesbach wird er aber nicht am Start sein, teilt er auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Aus strategischen Gründen.

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Anders als in Holzkirchen sei der Radverkehr in Miesbach noch ein zartes Pflänzchen, das man sanft pflegen müsse. Die „Critical Mass“ (zu Deutsch „kritische Masse“) berge hingegen die Gefahr, den Sprössling zu überdüngen. „Das ist schon eine konfrontative Aktion“, sagt Romanski. Für Miesbach komme diese schlicht zu früh. „Ich finde, man sollte das Thema Radeln hier eher überlegt angehen und nicht gleich auf die Pauke hauen“, sagt der ADFC-Kreisvorsitzende. Dies habe er den Initiatoren auch so mitgeteilt.

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Ein Kontaktversuch unserer Zeitung mit dem bei Facebook genannten „Gastgeber“ ist am Freitag im Sande verlaufen. Dafür findet sich dort eine schriftliche Erklärung der „Critical Mass“. Man berufe sich auf §27 der Straßenverkehrsordnung, wonach es einer Gruppe von mindestens 16 Radlern gestattet ist, in einem geschlossenen Verband zu zweit nebeneinander zu fahren. Es gehe dabei nicht um eine „Fahrrad-Demonstration“, so die Initiatoren, sondern um ein Symbol, dass ein anderer Individualverkehr möglich ist. Teilnehmen können alle, „die für wenige Stunden gemeinsam eine autofreie Utopie erleben wollen“, heißt es.

Ob die kritische Masse von 16 Radlern erreicht wird, ist noch offen. Am Freitagnachmittag hatten acht Radler bei Facebook zugesagt und 47 ihr Interesse bekundet.

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