Ein Ort der Erholung: Die neue Riviera wird in drei Bereiche unterteilt. Im Westen (l.) ist Fitness geplant, in der Mitte Spielplätze für Kinder und im Osten auf der vormaligen Streetball-Fläche eine Wiese für Sport und Spiel. Plan: Elisabeth Niggl
+
Ein Ort der Erholung: Die neue Riviera wird in drei Bereiche unterteilt. Im Westen (l.) ist Fitness geplant, in der Mitte Spielplätze für Kinder und im Osten auf der vormaligen Streetball-Fläche eine Wiese für Sport und Spiel.

Streit um Streetball-Platz überschattet Neugestaltung der Riviera in Miesbach

CSU-Stadtrat aus Miesbach attackiert FWG-Kollegen: „Du willst nur Streit säen!“

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
    schließen

Das Konzept zur Neugestaltung der Riviera in Miesbach hat die nächste Hürde genommen. Der Stadtrat stimmte der weiteren Planung, in die die Anregungen der Bürger eingearbeitet wurden, zu. Die Streetball-Anlage findet darin keinen Platz – was zu argen Spannungen führte.

Miesbach – Irgendwann wurde es Verena Assum (CSU) in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend zu bunt: „Wir müssen zeigen, dass wir etwas realisieren wollen!“, rief sie ihren Kollegen zu. „Zeigen, dass etwas passiert! Und das sollten wir alle gemeinsam positiv nach außen tragen!“ Was Florian Ruml (FWG) nur unterstreichen konnte: „Wir sollen gestalten und uns nicht Vorwürfe an den Kopf schmeißen.“

Auslöser dafür war die Diskussion um die Neugestaltung der Riviera, die – wie berichtet – nun um einige Beiträge aus der Bürgerbeteiligung erweitert wurde – allerdings ohne den anfangs vorgesehenen Streetball-Platz. Markus Seemüller (FWG) hatte dies bereits im Vorfeld zum Anlass genommen, um mit einem Antrag der Freien Wähler den Waitzinger Park als Alternativstandort ins Spiel zu bringen. Der Vorstoß wurde zwar gegen sechs Stimmen abgelehnt, dennoch fand er etwas Zuspruch. Paul Fertl (SPD) begrüßte die Idee mit Blick auf eine 50-Prozent-Förderung durch das EU-Programm Leader. Seine Fraktionskollegin Hedwig Schmid warnte jedoch davor, am Habererplatz mit all den parkenden Autos Ballspiele zu erlauben.

Seemüller fordert eine klare Botschaft

Unabhängig davon nahm Seemüller den Stadtrat in die Pflicht: „Die Jugendlichen brauchen keine Standortprüfung als Botschaft“, stellte er mit Blick auf die Ankündigung von Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU) fest. „Sie wollen hören: Wir tun etwas.

Lesen Sie auch den Kommentar zum Thema: „Stadtrat ist nun in der Pflicht“

Jugendreferent Christian Mittermaier (CSU) schaltete daraufhin auf Angriff: „Dir liegt nichts daran, zusammenzuarbeiten. Du suchst die Öffentlichkeit und willst nur Ärger säen. Wir dagegen arbeiten daran.“

Referenten kritisieren Seemüller

Auch Familienreferentin Malin Friese (Grüne) ging Seemüller an: „Ich bin auch im Arbeitskreis Riviera – sag doch dort etwas.“ Der erste Konzeptentwurf habe viele Ideen beinhaltet, „die nicht immer Hand in Hand gehen“. Jedoch brauche es „dringend mehr Möglichkeiten für Jugendliche“, stellte sie fest und verwies auf nötige Abgebote für Skater, Basketballer sowie einen Ort, „wo man ungestört ist“. In die Riviera passe Streetball wegen der Anwohner, der Bodenversiegelung und des benachbarten Spielplatzes nicht. Fertl regte dennoch an, das Gespräch mit den Anwohnern zu suchen, um den Streetball-Platz doch noch möglich zu machen.

Lesen Sie auch: Diese Lösungsvorschläge zauberte die CSU in der Sitzung aus dem Hut

Die überarbeitete Riviera-Planung fand indes breiten Zuspruch. Neupflanzungen, Fitness-Bereich, Geräte für den Spielplatz, Sitzgelegenheiten, eine Wasserspielanlage und eine Beleuchtung wurden ebenso berücksichtigt wie Baumspenden und die beiden via Crowdfunding finanzierten Spielgeräte von Harriet Zoller (wir berichteten). Angedacht sind laut Niggl auch ein Rundweg sowie direkte Zugänge zur Siedlung an der Carl-Fohr-Straße. Die Fläche des gestrichenen Streetball-Platzes bleibt frei als Areal für Spiel und Sport wie Volleyball und Federball.

Letztlich ist alles eine Frage der Kosten

Als nächste Schritte gilt es nun, den Immissionsschutz zu klären und sich mit den anderen Behörden abzustimmen – und nicht zuletzt die Kosten zu ermitteln. Michael Lechner (FWG) mahnte bereits deutlich zum Sparen: wenig Beleuchtung, kein Wasserspiel und eigentlich keine Sitzbänke. „Wir müssen die Kosten im Auge behalten.“

ddy

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare