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Experte für den Empfang: Radio- und Fernsehtechnikermeister Andreas Händl aus Wörnsmühl zeigt die für den DVB-T2-Empfang geeigneten Antennen.

Experte im Interview

Darum ist ab 19. April Schluss mit ORF-Empfang bei uns

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Formel 1, Champions League und natürlich der Alpine Skiweltcup. Das alles ohne Werbeunterbrechung, dafür aber mit teils enthusiastischen Kommentatoren. Doch damit ist bald Schluss. 

Landkreis –Die Sportübertragungen des Österreichischen Rundfunks (ORF) erfreuen sich auch nördlich der Staatsgrenze großer Beliebtheit. Auch im Landkreis Miesbach sind viele Zuschauer in den Genuss des „Österreichers“ gekommen. Mit der Umstellung des digitalen Antennenfernsehens auf den neuen Standard DVB-T2 ist damit aber Schluss. Wir haben Radio- und Fernsehtechnikermeister Andreas Händl (61) aus Wörnsmühl gefragt, ob sich der ORF auch auf anderen Wegen anzapfen lässt.

Herr Händl, warum ist bald Schluss mit ORF im Landkreis Miesbach?

Händl: Die Österreicher stellen genauso auf DVB-T2 um wie die Deutschen. Das heißt, dass auch der Salzburger Sendemast bald nur noch verschlüsselt ausstrahlt. Ohne eine entsprechende Smartcard ist ab 19. April kein Empfang mehr möglich. Und diese Karte wird nur an österreichische Staatsbürger ausgegeben. Dass die Sender bislang auch in bestimmten Regionen im südlichen Bayern empfangbar waren, war nur eine Nebenwirkung der grenznahen Position des Salzburger Masten.

Das müssen Sie erklären.

Händl: Ein Antennensignal endet nicht automatisch an der Staatsgrenze. Vielmehr erreicht es jeden Empfänger innerhalb einer bestimmten Reichweite. Die wird natürlich von äußeren Umständen beeinflusst, bei uns vor allem von den Bergen. Darum haben hier vor allem die Haushalte von Irschenberg bis nach Holzkirchen und Otterfing von den in Salzburg ausgestrahlten Programmen profitiert. Der südliche Landkreis ist dagegen von den Bergen weitgehend abgeschirmt.

Aber ist der ORF nicht auch im Kabelnetz empfangbar?

Händl: Das ist richtig. Auch die Kabelnetzbetreiber holen sich ihr Signal über Antenne und speisen es anschließend in die örtlichen Verteiler ein. Das bedeutet aber, dass der Österreicher mit der Umstellung auf DVB-T2 auch aus dem Kabelnetz verschwindet.

Bliebe noch die Satellitenschüssel.

Händl: Da ist die Verschlüsselung ohnehin schon seit Jahren an der Tagesordnung. Nur ORF2 Europa ist hier ohne Smartcard empfangbar. Da laufen aber nur Eigenproduktionen, keine internationalen Sportereignisse. Die sind ja auch der Hauptgrund für die Verschlüsselung außerhalb Österreichs.

Inwiefern?

Händl: Das hat mit dem Verkauf der Übertragungsrechte zu tun. Der ORF bezahlt nur für seine österreichischen Zuschauer, nicht für die deutschen. Ein legaler Empfang dieser Sendungen in Deutschland war daher eigentlich noch nie vorgesehen – und ist in Zukunft auch nicht mehr möglich.

Außer man hat einen guten Freund in Österreich...

Händl: (lacht) Ja, das wäre wohl die einzige Möglichkeit. Ansonsten muss man als Sportfan eben auf die deutschen Sender ausweichen. Für Antennen-Zuschauer werden die Privaten mit DVB-T2 aber auch kostenpflichtig. Dafür ist die Bildqualität dank HD-Signal deutlich besser. Einen neuen Receiver muss man sich aber ohnehin zulegen. Die alten Antennen kann man aber weiterhin nutzen.

sg

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