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Die Spuren sind gezogen: Landwirt Johann Waldschütz hat die Miesbacher Langlaufloipe von Schweinthal bis Wachlehen und in die Wies mit dem Spurfahrzeug des Förderkreises hergerichtet. Weil es Unklarheiten bei der Finanzierung der Spritkosten gab, mussten sich die Langläufer ein paar Tage gedulden.

Landwirt wusste nicht, wer ihm die Spritkosten erstattet

Darum wurde die Miesbacher Loipe so spät gespurt

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Miesbach - Genug Schnee liegt schon länger, aber erst seit Dienstag ist die Miesbacher Langlaufloipe in Betrieb. Grund für die Verzögerung: Die Abrechnung der Spritkosten für das Spurgerät.

Seit die Wiesen rund um Miesbach weiß sind, scharren die Langläufer mit den Füßen. Seit gestern können sie sich endlich ihre Ski anschnallen. Johann Waldschütz hat die 9,7 Kilometer lange Loipe von Schweinthal bis nach Wachlehen und in die Wies gespurt. Dass der Landwirt vom Birkner-Hof heuer nicht gleich nach dem ersten kräftigen Schneefall ausgerückt ist, liegt an den Kosten für den Sprit des Spurgeräts.

Die nämlich übernimmt seit 1988 der Miesbacher Förderkreis. Die rührige und spendenfreudige Gruppe kaufte damals das Raupenfahrzeug, um die Loipe im Westen der Kreisstadt zu präparieren. Mehr als 40 Jahre lang saß Willi Zaich am Steuer, seit fünf Jahren kümmert sich nun Landwirt Waldschütz im Auftrag des Fördervereins um die Loipe. Weil er nach dem jüngsten Wintereinbruch aber zuerst niemand aus dem Vorstand erreicht hatte und damit die Spritkosten nicht abrechnen konnte, ließ Waldschütz die Maschine vorerst in der Garage stehen. Er habe zwar kein Problem, diese Aufgabe ehrenamtlich zu übernehmen, meint er. „Aber zumindest die Unkosten sollten abgedeckt sein.“

Die Langläufer hatten von diesen Problemen natürlich nichts mitbekommen und fragten deshalb im Rathaus nach, warum denn die Miesbacher Loipe noch nicht gespurt sei. Bürgermeisterin Ingrid Pongratz hakte bei Waldschütz nach. Als der ihr von der ungeklärten Kostenübernahme berichtete, zögerte Pongratz nicht. Sie bat den Landwirt, das Fahrzeug aufzutanken und die Rechnung ins Rathaus zu schicken. „Ich wollte, dass die Leute bei dem schönen Wetter vor ihrer Haustür Langlaufen können und nicht zuerst ins Auto steigen müssen“, erklärt Pongratz. Waldschütz nahm das Angebot an und zog am Dienstagmorgen drei Stunden lang mehrere Spuren: eine für Skater und zwei für den klassischen Stil.

Wenige Stunden später stand fest, dass sich die Stadt das Geld für die Tankfüllung sparen kann. Selbstverständlich werde der Förderkreis auch heuer den Sprit und eine Aufwandsentschädigung an Waldschütz zahlen, versichert Zweiter Vorsitzender Sigi Faltlhauser auf Nachfrage unserer Zeitung. Dass es zu den Verzögerungen gekommen sei, nehme der Verein auf seine Kappe. „Bei uns sind in der letzten Zeit leider einige Dinge liegengeblieben“, räumt Faltlhauser ein.

Das liege aber nicht zuletzt auch an der Altersstruktur des Förderkreises. Viele der ehemals sehr aktiven Mitglieder seien heute über 80 Jahre alt. Der „harte Kern“ beschränke sich mittlerweile auf nur mehr vier bis fünf Personen. „Die ganze Arbeit verteilt sich auf wenige Schultern“, sagt Faltlhauser. Auch finanziell sehe es nicht mehr ganz so rosig aus. So habe der Verein kürzlich fast 18 000 Euro in die Sanierung der Spielplatzgeräte am Meisbacher Nordgraben gesteckt. Die Langlaufloipe werde darunter aber nicht leiden, schließlich habe der Förderkreis immerhin noch zwischen 150 und 180 zahlende Mitglieder.

Verstärkung wünscht sich Faltlhauser dafür bei den Aktiven. Also Leute, die auch mal an einem Samstag bei Projekten mit anpacken können. Wie es mit der Loipe weitergeht, wird der Förderkreis gemeinsam mit Waldschütz besprechen. So viel steht laut Faltlhauser bereits fest: „Der Stein aus den Zahnrädern ist entfernt.“

sg

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