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Lebenswichtiger Beutel: Blutkonserven wie diese werden in Kliniken dringend benötigt. 

Landesgeschäftsführer im Interview

Datenpanne beim BRK? Darum sollte man jetzt trotzdem Blut spenden

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Hat das Rote Kreuz versehentlich Daten an Facebook übermittelt? Diese Frage bewegt aktuell viele Blutspender. Im Interview erklärt der BRK-Chef, warum man trotzdem spenden sollte.

LandkreisIm Gesetz gelten gesundheitsbezogene Daten als besonders schutzbedürftig. Und auch in der Wahrnehmung der Menschen sind sie sehr sensibel. Wer beispielsweise Angaben zu Krankheiten macht, bringt dem Empfänger der Daten großes Vertrauen entgegen. Wird es enttäuscht, ist der Aufschrei groß.

Für entsprechend viel Wirbel hat ein Bericht der Süddeutschen Zeitung über eine angebliche Datenpanne beim BRK-Blutspendedienst gesorgt. Bei einer anonymen Online-Umfrage zur Eignung als Blutspender seien über einen Link Antworten der Teilnehmer ohne deren Wissen zum sozialen Netzwerk Facebook übertragen worden, so der Vorwurf. Das Rote Kreuz weist zurück, dass dadurch Rückschlüsse auf Erkrankungen einzelner Personen möglich seien. Dennoch fürchtet man eine Abkehr von der Blutspende.

Im Interview mit unserer Zeitung warnt BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk (60) aus Miesbach vor übereilten Reaktionen – und erklärt, warum die Blutspende weiterhin vertrauenswürdig ist.

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Herr Stärk, wie sehr schadet die Verwirrung über den Umgang mit sensiblen Daten dem Blutspendedienst?

Leonhard Stärk, Landesgeschäftsführer des BRK aus Miesbach.

Leonhard Stärk: Der Vorfall hat uns auf jeden Fall zur Unzeit ereilt. Im Hochsommer ist die Spendenbereitschaft ohnehin gering. Das liegt an der Hitze, aber auch an der urlaubsbedingten Abwesenheit. Wenn sich jetzt auch noch Leute mangels Vertrauen von uns abwenden, ist der Schaden wirklich groß. Für uns, aber noch viel mehr für Menschen, die damit gar nichts zu tun haben.

Nämlich?

Leonhard Stärk: Die vielen Patienten in den Krankenhäusern, die auf die Blutkonserven angewiesen sind. Sie sind die Leidtragenden, wenn die Leute aus Verärgerung nicht mehr zu unseren Terminen kommen. Ich appelliere also dringend, die Dinge voneinander zu trennen, um dadurch im Zweifel nicht die Rettung von Menschenleben zu gefährden.

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Die Blutspender sollen die Vorwürfe also einfach ausblenden?

Leonhard Stärk: Das habe ich nicht gesagt. Wir selbst beschäftigen uns sehr intensiv mit der Aufklärung. Deshalb haben wir den Vorfall auch selbst beim Landesamt für Datenschutzaufsicht angezeigt, um Überprüfung gebeten und umgehend den umstrittenen Link zu Facebook von unserer Internetseite entfernt. Ich bedauere es wirklich sehr, dass wir Anlass zu dieser Diskussion gegeben haben. Sollten die Prüfungen der Behörde ergeben, dass wirklich Fehler passiert sind, werden wir dafür einstehen. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass kein Unbefugter, auch nicht Facebook, Zugriff auf die Gesundheitsdaten unserer Spender hatte. So oder so können die Menschen aber sicher sein, dass wir ihre Daten nicht absichtlich weitergegeben haben.

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Warum?

Leonhard Stärk: Weil wir von einem solchen Verstoß nichts hätten. Wir verkaufen keine Daten, sondern setzen uns einzig und allein für die Hilfe am Nächsten und um die Versorgung Bayerns mit Spenderblut ein. Darum ist es uns auch so wichtig, das Vertrauen unserer Blutspender nicht zu verlieren.

Die nächsten Termine

des BRK-Blutspendedienstes im Landkreis: Freitag, 30. August, ab 16 Uhr in der Vitalwelt Schliersee; Montag, 2. September, ab 16 Uhr in der Grund- und Mittelschule Hausham sowie Freitag, 6. September, ab 16 Uhr in der Mittelschule Holzkirchen. Der Termin am Dienstag, 3. September, in Tegernsee muss leider ausfallen.

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