+
Der Umbau an der Mittelschule in Miesbach muss verschoben werden.

Dauerhaft eine Million Euro weniger

Weniger Gewerbesteuer für die Stadt Miesbach

  • schließen

Das laufende Jahr hat sich für die Stadt Miesbach an mehreren Stellen anders entwickelt als geplant. Dem trägt der Finanzausschuss nun mit dem Nachtragshaushalt Rechnung. Besonders hart: Miesbach bekommt wohl dauerhaft weniger Gewerbesteuer.

Auf den ersten Blick steht die Stadt Miesbach besser da als erwartet. Anders als noch im Sommer befürchtet, muss kein neuer Kredit aufgenommen werden. Der Grund sind nicht getätigte Ausgaben, denn der geplante Umbau der Mittelschule wurde mangels Firmen gestrichen. Damit fallen zwar 900 000 Euro an Zuschüssen weg, aber auch rund 2,5 Millionen Euro Kosten. Daher ist durch einige Umschichtungen der Gesamthaushalt auch ohne neue Kreditaufnahme bei gesunkener Einnahme ausgeglichen. Der Empfehlungsbeschluss des Ausschusses an den Stadtrat erfolgte einstimmig.

Mittelschule soll erst 2020 umgebaut werden

Der Nachteil ist jedoch, dass sich die Investition nicht erübrigt hat, sondern in den Folgejahren angepackt werden muss; der Umbau der Mittelschule erfolgt nun 2020. Damit verstärkt sich der Investitionsstau, zumal die Einnahmen in den kommenden Jahren nicht mehr werden – im Gegenteil.

Wie Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) am Dienstagabend im Finanzausschuss erklärte, wird die realistische Planungsgröße bei der Gewerbesteuer wohl dauerhaft von neun auf acht Millionen Euro nach unten korrigiert werden müssen. Als Grund nannte sie die abflauende Wirtschaftslage – Genaueres könne sie erst berichten, wenn sie bei den großen Firmen vorstellig geworden ist, und die könnten erst im Dezember Angaben machen. Dafür bleiben laut Kämmerer Josef Schäffler die Einnahmen aus Umsatz- und Einkommenssteuer stabil.

Lechner: „Sparkurs wird noch härter“

Für Dritten Bürgermeister Michael Lechner (FWG) ist die Konsequenz daraus klar: „Wir müssen noch härter sparen.“ Verena Assum (CSU) wollte dazu wissen, ob eine komplette Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED helfen würde, Stromkosten zu reduzieren. Pongratz winkte ab: Die komplette Umstellung koste etwa 980 000 Euro – und die seien erst in 25 Jahren amortisiert, wie Alfred Mittermaier (CSU) ergänzte.

Das Sparpotenzial von Energiekosten hatte auch Astrid Güldner (Grüne) im Blick. Sie wollte wissen, ob die Stadt die Bewerbung zum Projekt „Energiecoaching Plus“ auf den Weg gebracht habe, dessen Frist am 31. Oktober ende. Dabei hilft ein erfahrener Energieberater kommunalen Gremien und Verwaltungen unter anderem beim Ausschöpfen von Fördergeldern. „Wir müssen es uns aber auch leisten können“, warnte der Kämmerer. Pongratz hingegen fand: „Ich bin für Energie-Coaching.“

Fertl will mehr zinslose Kredite aufnehmen

Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) sprach sich zudem dafür aus, für sinnvolle Investitionen Kredite aufzunehmen, da bei den Kassenkrediten der Zinssatz mittlerweile bei 0,0 Prozent liege: „Zinsen sind keine große Geschichte mehr.“ Pongratz warnte dennoch: „Wir dürfen nicht zu viel anpacken. Wenn die Schulden zu hoch sind und die Zinsen wieder anziehen, zerreißt’s uns.“

Zumal eingeplantes Geld fehlt. Laut Schäffler wartet die Stadt immer noch auf den Ersatz von 322 000 Euro, die der Stadt für den Aufwand beim K-Fall im Winter vom Freistaat erstattet werden sollten. Und mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer gebe es bereits die nächste übergeordnete Aufgabe, bei der die Stadt in finanzielle Vorleistung gehe: Für Baumentnahme und Entsorgung seien 35 000 Euro eingeplant.

ddy

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Frische Liebe im hohen Alter: Zwei 90-Jährige, die sich mit 80 kennengelernt haben
Über eine Zeitungsannonce suchte Kurt Lorbeer eine „gleichaltrige Frau“. Ernestine Ehrl schrieb ihm zurück. Jetzt sind beide ein Paar - und haben ihren 90. Geburtstag …
Frische Liebe im hohen Alter: Zwei 90-Jährige, die sich mit 80 kennengelernt haben
Krampus schlägt Frau übertrieben hart auf Weihnachtsmarkt: „Unendlich starker Schmerz und Schock“
Tanja D. aus Miesbach wollte eigentlich nur mit einer Freundin einen Glühwein auf dem Tölzer Weihnachtsmarkt trinken gehen. Plötzlich sank sie auf die Knie mit einem …
Krampus schlägt Frau übertrieben hart auf Weihnachtsmarkt: „Unendlich starker Schmerz und Schock“
Schindlberger Alm am Sudelfeld: Neuer Eigentümer, neuer Wirt - und Hoppe-Bier
Die neue Skisaison steht vor der Tür – und das Türschild an der Schindlberger Alm wechselt. Sie hat einen neuen Eigentümer, einen neuen Wirt - und ein neues Bier.
Schindlberger Alm am Sudelfeld: Neuer Eigentümer, neuer Wirt - und Hoppe-Bier
Caritas Suchtambulanz: Steigende Fallzahlen für Hausham verunsichern Gemeinderäte
80 Haushamer Klienten hat die Caritas in ihrer Fachambulanz Suchtprävention 2018 betreut. Ein Plus von zwölf Personen im Vergleich zu 2017. Das bereitet manchem Sorgen.
Caritas Suchtambulanz: Steigende Fallzahlen für Hausham verunsichern Gemeinderäte

Kommentare