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Das Verbindungsstück zwischen Habererplatz (hinten) und AOK-Parkplatz wird seit Einführung der Parkgebühr Anfang November tagsüber kaum genutzt.

Unmut dank Miesbachs Parkraumbewirtschaftung

Dauerparker sauer: Stadtrat will nun nachbessern

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Seit das Parken am Habererplatz in Miesbach etwas kostet, müssen viele Pendler und Dauerparker die Waitzinger Wiese nutzen, während zentrumsnah zahlreiche Stellplätze frei sind. Unmut schwelt. Im Stadtrat wurde nun über Abhilfe nachgedacht: mehr Stellplätze, eine bessere Beleuchtung oder doch ein neuer Fußgängerweg?

Einen Parkplatz finden? Kein Problem. Seit das Parken auf dem Habererplatz etwas kostet, ist gut die Hälfte der Stellplätze frei. Eine Ausnahme bildet lediglich der Donnerstag, wenn Wochenmarkt ist. Dafür reihen sich nun auf der höher gelegenen Waitzinger Wiese, der Volksfestwiese, die Autos der Pendler und Beschäftigten. Und bei denen wächst der Unmut angesichts der Vertreibung aus dem Paradies: Denn der Weg von der Waitzinger Wiese ins Zentrum ist nicht nur weiter, sondern auch steil und dunkel.

Diese Unzufriedenheit ist auch den Stadträten nicht verborgen geblieben. So stellte markus Seemüller (FW) beim Punkt Unvorhergesehenes fest: „Vieles passt da noch nicht.“ Der AOK-Parkplatz sei gerammelt voll, und daneben auf dem Zwischenstück zum Habererplatz sei fast alles frei. Zudem habe ihn eine Bürgerin wissen lassen, es sei „unzumutbar, dass sie im Dunklen von der Waitzinger Wiese zum Bahnhof gehen“ müsse. Seemüller beantragte daher, diesen Bereich von der Gebührenpflicht wieder zu entbinden und für Dauerparker nutzbar zu machen – nicht zuletzt mit Blick auf die Volksfestzeit, während der die Waitzinger Wiese als öffentlicher Parkplatz wegfällt.

Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) versprach, das Thema im zuständigen Bauausschuss zu behandeln. Auch eine Umwandlung des zwischenstücks zum zeitlich unbegrenzten Parkplatz werde geprüft. Allerdings gab sie zu bedenken, dass in der Vergangenheit die Dauerparkplätze auch missbraucht wurden – beispielsweise von fahrgemeinschaften, die problemlos die Waitzinger Wiese hätte nutzen können.

Franz Mayer lehnte die erneute Umwandlung der beiden Parkreihen kategorisch ab. Wir schrecken jetzt zurück, weil uns zehn Leute auf der Straße anreden“, stellte der CSU-Fraktionssprecher fest. Aus seiner Sicht sei es sinnvoller, die Waitzinger Wiese zu ertüchtigen. „Wir wollten doch, dass die Leute dort oben parken, aber das ist derzeit einfach nicht attraktiv.“ An erster Stelle stehe eine ordentliche Beleuchtung bis hinunter zum Habererplatz.

Während Astrid Güldner (Grüne) vorschlug, auf besagten Parkreihen am Verbindungsstück Frauenparkplätze auszuweisen, erneuerte Dirk Thelemann (CSU) seine im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss geäußerte Forderung nach einem beleuchteten Fußgängerweg vom Habererplatz zur Volksfestwiese (siehe Kasten).

Auch für die Pendler, die mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahren, forderte Seemüller eine Verbesserung: einen überdachten Radlständer. „Wo soll der hin“, fragte Pongratz. Der Stadt gehöre im Bahnhofsbereich keine Flächen. Seemüllers Antwort: „Vors Rathaus.“

ddy

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