Demonstrativer Protest: Auf dem Miesbacher Rathausplatz kamen am heutigen Montagmorgen an die 200 Menschen zusammen, um die Testpflicht an Schulen anzuprangern.
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Demonstrativer Protest: Auf dem Miesbacher Rathausplatz kamen am heutigen Montagmorgen an die 200 Menschen zusammen, um die Testpflicht an Schulen anzuprangern.

CORONA - Polizei sperrt Rathausstraße, um genug Abstand zu ermöglichen

Demo in Miesbach: 200 Teilnehmer protestieren gegen Corona-Zwangstests an Schulen

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Miesbach – In Miesbach sind am heutigen Montagmorgen Eltern für ihre Kinder auf die Straße gegangen. Auslöser für die Demonstration, die von 8.30 bis 9.30 Uhr auf dem Rathausplatz stattgefunden hat, ist die neue Regelung, wonach Schüler zwingend einen Corona-Schnelltest in der Schule machen müssen.

Das ist Voraussetzung dafür, um am Präsenzunterricht teilnehmen zu dürfen. Eine Vorschrift, die vielen Erziehungsberechtigten überhaupt nicht passt. Gut 200 nutzten nun die Gelegenheit, in Miesbach ihrem Unmut Luft zu machen.

Aus Sicht der Polizeiinspektion Miesbach, die die Veranstaltung begleitete, lief alles ordentlich. Der Mund-Nasen-Schutz wurde zum allergrößten Teil aufgesetzt. Lediglich sechs Personen folgten nicht der entsprechenden Aufforderung der Veranstaltungsleiterin und wurden von der Demonstration ausgeschlossen.

Die Resonanz war letztlich groß. Wie der stellvertretende Inspektionsleiter Christian Redl auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt, war die Demo für 50 Personen angemeldet und für 70 letztlich genehmigt worden. Die gut 200 Teilnehmer, die letztlich kamen, waren dafür viel zu viel.

Die Polizei befand sich damit im Spannungsfeld: Einerseits mit Blick auf die Corona-Schutzmaßnahmen auf die Obergrenze von 70 zu bestehen oder das Recht auf Versammlungsfreiheit nach Möglichkeit zu unterstützen. Die Miesbacher Beamten entschieden sich pro Versammlungsfreiheit. „Wir haben dafür die Rathausstraße gesperrt“, erklärt Redl, „um den Platz zu schaffen, damit die Leute den nötigen Abstand zueinander halten konnten.“

Acht Redner traten während der Demo ans Mikrofon – einer war vorab geplant, der Rest nutzte die Gelegenheit spontan, über die eigene Gefühlslage im Lockdown zu sprechen. Dabei geht es vielen um die Angst und die Ungewissheit, wie es in dieser Pandemie weitergehen soll. Mit der Testpflicht an Schulen hat der Lockdown jedenfalls eine neue Eingriffsqualität erreicht, die viele nicht hinnehmen wollen.

ddy

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