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Das Team der Volkshochschule: (v.l.) Angelika Baumann, Irina Braginez, Sandra Gensthaler und Veronika Weese. Nicht auf dem Foto: Antonie Krobisch. 

Volkshochschule

„Deutsch und Englisch immer gefragt“

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Miesbach – Was einst ganz klein begann, ist mittlerweile aus der Erwachsenenbildung nicht mehr wegzudenken: die Miesbacher Volkshochschule (vhs), die 1947 vom späteren Bürgermeister Rudolf Pikola gegründet wurde. Unsere Zeitung sprach mit Geschäftsführerin Veronika Weese über die gewaltigen Veränderungen in den vergangenen 70 Jahren.

Frau Weese, wie hat sich das Programm der vhs in den vergangenen Jahrzehnten verändert?

Wir haben herausgefunden, dass es im Jahr 1953 nur 64 Einzelveranstaltungen und 17 Kurse gab. Zum Vergleich: Heute bieten wir 410 Kurse an, die von 4337 Teilnehmern besucht werden. Das ist ein Riesen-Unterschied. Früher gab es auch noch Studienfahrten und Kunstausstellungen.

Gab es damals Kurse, über die man sich heute wundern würde?

Ja. Zum Beispiel den Kurs „Ausgleichs-Gymnastik für Hausfrauen“. So was heißt heutzutage Zumba. Es gab auch den Kurs „Neuzeitliches Kochen“. Das würde man heute auch nicht mehr so nennen.

Was sind die Dauerbrenner?

Deutsch und Englisch sind immer gefragt, hinzu kommt jetzt der Gesundheitsbereich. Und die Deutsch-Prüfungen wegen der Flüchtlinge.

Verändert sich das Kurs-Angebot aufgrund der höheren Anzahl an Flüchtlingen?

Auf alle Fälle. Wir haben schnell reagiert und sind auf diesen Bedarf eingegangen. Seit 2014 gibt es Alphabetisierungs-Kurse, die sehr gut besucht werden. Wir hatten in den drei Jahren rund 300 Teilnehmer. Weitere 400 Personen haben an den Deutsch-Kursen teilgenommen. Gefragt sind auch die Sprach-Zertifikate, die man bei uns bekommt. Beispielsweise das Zertifikat B1, das man für Einbürgerungen braucht. Bei Flüchtlingen geht es eher um die Zertifikate A1 und A2. Sie freuen sich über ihre ersten Deutsch-Erfolge – und wir freuen uns mit ihnen.

In welchen Bereichen wünschen Sie sich zusätzliche Kurse?

Mich interessiert der Kultur-Bereich besonders. Da versuchen wir jedes Semester Projekte anzubieten. Auch im Sprachbereich sind neue Dozenten willkommen – gerade in exotischen Sprachen. Im EDV-Bereich könnten wir neue Wege gehen, damit wir am Puls der Zeit bleiben.

Welche Kurs-Angebote würden Sie ablehnen?

Alles, was mit Esoterik zu tun hat.

Warum?

Weil das nichts mit unserem Auftrag zu tun hat, der Erwachsenenbildung.

Wie hat sich die Bildungsprämie auf die vhs ausgewirkt?

Das wurde super angenommen. Seit 2009 haben wir etwa 370 Beratungen durchgeführt. Seit 2009 bekommen Geringverdiener für berufliche Fortbildung 500 Euro Unterstützung vom Staat.

Wie wird man Kursleiter bei der vhs?

Man muss sich bei uns bewerben, die entsprechenden Qualifikationen mitbringen und ein kreatives Kursangebot in der Tasche haben.

Wer entscheidet, ob ein Kurs kreativ genug ist?

(lacht) Ich. Wir haben einen Kursleiter-Stamm, der seit vielen Jahren die Kurse anbietet. Jedes Semester gibt es neue Bewerbungen. Wir überlegen uns immer wieder neue Semester-Schwerpunkte, in denen wir gezielt nach neuen Dozenten und Kursen suchen.

Was macht für Sie den Reiz aus, sich in der vhs zu engagieren?

Die verschiedenen Fachbereiche. Man muss sich in alles reindenken, hat mit den verschiedensten Dozenten, Teilnehmern und Kooperationspartnern zu tun. Jeder Tag bringt etwas Neues.

Was sind die Besonderheiten zum 70-Jährigen Bestehen?

Es gibt ein kostenloses Angebot für Jugendliche und die Ausstellung „made by vhs“. Am Freitag gibt es einen Festakt mit geladenen Gästen und ein Jazzchor-Konzert. Da feiern wir mit allen.

Das Festprogramm

Freitag 12. Mai, Waitzinger Keller: Kultureller Aperitif um 19 Uhr, ab 20 Uhr singt der Jazzchor Miesbach sein neues Programm „on fire“.

bis Donnerstag, 18. Mai: Die Ausstellung „made by vhs“ zeigt die Arbeiten der vhs-Teilnehmerinnen aus den vhs-Kreativkursen.

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