Der Kommandeur des Mittenwalder Gebirgsjägerbataillons, Oberstleutnant Jakob Klötzner (2.v.r), und Oberstleutnant Thomas Weiß vom Kreisverbindungskommando Miesbach (r.) stehen mit  Christian Pölt, Leiter des Fachbereichs „Öffentliche Sicherheit“, und Sarah Binneböse, stellvertretende Fachbereichsleitung des Gesundheitsamtes,  vor den Containern vorm Gesundheitsamt.
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Willkommen in Miesbach: Der Kommandeur des Mittenwalder Gebirgsjägerbataillons, Oberstleutnant Jakob Klötzner (2.v.r), und Oberstleutnant Thomas Weiß vom Kreisverbindungskommando Miesbach (r.) besuchten die Soldaten, die zur Kontaktpersonen-Nachverfolgung ans Gesundheitsamt abgeordnet sind. Christian Pölt, Leiter des Fachbereichs „Öffentliche Sicherheit“, und Sarah Binneböse, stellvertretende Fachbereichsleitung des Gesundheitsamtes, führten den Besuch durch die wegen der Pandemie geschaffenen Arbeitsplätze in den Containern vorm Gesundheitsamt. Foto: landratsamt

Zehn Soldaten helfen Behörde bei Nachverfolgung von Infektionsketten

Corona in Miesbach: Die Bundeswehr ist wieder da

Die Bundeswehr ist im Zuge der Corona-Bekämpfung zurück in Miesbach. Zehn Soldaten helfen der Kontaktnachverfolgung.

Landkreis – Zehn Soldatinnen und Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 233 Mittenwald unterstützen das Contact Tracing Team (CTT) am Gesundheitsamt Miesbach. Wie das Landratsamt meldet, hatte der Fachbereich Öffentliche Sicherheit über das Kreisverbindungskommando unter der Leitung von Oberstleutnant Thomas Weiß einen Amtshilfeantrag bei der Bundeswehr zur Kontaktpersonennachverfolgung gestellt, als die täglichen Neuinfektionen Ende Oktober/Anfang November im Landkreis stark stiegen.

„Ohne die Hilfe der Soldaten wäre es angesichts der vielen Fälle deutlich schlechter möglich, Infektionsketten zu unterbrechen“, schreibt das Landratsamt im gestrigen Corona-Update. So sei es wahrscheinlich auch der nach wie vor sehr aufwendigen Arbeit der Contact Tracer zu verdanken, dass Infektionsketten zwischenzeitlich wieder besser unterbrochen werden können und die Zahlen im Landkreis seit einigen Tagen sinken. „Sicher spielen aber auch die Einschränkungen eine Rolle.“ Für eine Entwarnung sei es aber noch viel zu früh, bekräftigt Landrat Olaf von Löwis: „Wir freuen uns über den kurzfristigen Rückgang der Neuinfektionen, aber das ist nur eine Momentaufnahme. Momentan sieht es so aus, als wären wir auf dem richtigen Weg, aber die Zahlen können sich jederzeit wieder ändern.“

Über die Rechtsgrundlage heißt es: „Die Bundeswehr kann nach Artikel 35 Grundgesetz in Krisenfällen im Inland Amtshilfe leisten, wenn zivile Kräfte mit eigenen Mitteln und Mitteln anderer zivilen Behörden die Lage nicht bewältigen können.“ Das ist bundesweit der Fall. So habe die Bundeswehr vergangene Woche mitgeteilt, dass über 6000 Soldaten an 297 Gesundheitsämtern in ganz Deutschland in der Corona-Hilfe gebunden seien. In Miesbach bleiben die Soldaten vorerst bis mindestens Dezember.

Die Bundeswehr unterstützt den Landkreis Miesbach während der Corona-Pandemie bereits zum zweiten Mal: Insgesamt 40 Soldaten wurden über die Aktion „Helfende Hände“ in der nach einem Corona-Ausbruch in Schieflage geratenen Seniorenresident in Schliersee eingesetzt (wir berichteten). Im Frühsommer wurden außerdem nacheinander zwei Ärztinnen zur Verstärkung der Amtsärzte im Gesundheitsamt abgeordnet. Und wer erinnert sich nicht an den Winter-Katastrophenfall im Januar 2019? Das geschah nicht unvorbereitet. So würden die Verbindungs-Soldaten im Landkreis an allen Katastrophenschutz-Übungen teilnehmen und sie hätten auch den schnellen Einsatz der Bundeswehr zu Beginn der Schneekatastrophe vermittel, schreibt die Behörde.

Die aktuelle Delegation der Bundeswehr kümmert sich um die Kontaktpersonen-Nachverfolgung: Sie informieren Index-Fälle und versuchen, mit ihnen zusammen Kontaktpersonen zu identifizieren. Auch die Kontaktpersonen werden so weit wie möglich informiert. Aktuell arbeiten bis zu 25 Contact Tracer verteilt von den frühen Morgen- bis späten Abendstunden an sieben Tagen pro Woche. Es handelt sich Abordnungen aus anderen Fachbereichen des Landratsamts, um von der Regierung von Oberbayern neu eingestellte Kräfte und Abordnungen anderer Behörden. Weitere fünf Stellen sind derzeit ausgeschrieben.

Derweil laufen im Landratsamt die Planungen für ein Impfzentrum an. Bekanntlich hat die Staatsregierung vergangene Woche die Landkreise aufgefordert, bis 15. Dezember je mindestens ein solches Zentrum aufzubauen. Im Laufe dieser Woche will das Landratsamt in einem Treffen mit allen Beteiligten klären, wie es diese Aufforderung umsetzt. Danach will die Behörde weitere Informationen bekanntgeben.

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