Zu Gast beim Landrat: Polizeipräsident Robert Kopp stellte Olaf von Löwis den Sicherheitsbericht Landkreis Miesbach für das Jahr 2020 vor.
+
Zu Gast beim Landrat: Polizeipräsident Robert Kopp stellte Olaf von Löwis den Sicherheitsbericht Landkreis Miesbach für das Jahr 2020 vor.

Bericht zu Sicherheitslage

Die Pandemie verändert die Polizeiarbeit

Miesbach – Die Corona-Pandemie hat auch die Arbeit der Polizei im Kreis Miesbach verändert. Das fängt bei der internen Organisation an und hört bei den Einsätzen längst nicht auf. Nun hat Polizeipräsident Robert Kopp im Landratsamt Miesbach die Sicherheitslage für den Landkreis vorgestellt. Sein Resümee fällt positiv aus: Die Menschen können sich sicher fühlen.

Wichtigster Indikator: Gemessen an der Einwohnerzahl liegt die Zahl der Straftaten mit 3856 deutlich unter dem Durchschnitt des Präsidiums Oberbayern Süd (4206) und Bayerns (4528). Die Pandemie hat sich im Kreis Miesbach in ähnlicher Weise ausgewirkt, wie im gesamten Zuständigkeitsbericht des Polizeipräsidiums (wir berichteten): Mangels Gelegenheit etwa auf Festen und im Nachtleben sind die registrierten Gewaltdelikte von 132 auf 84 zurückgegangen, ebenso deutlich sank die Zahl der Wohnungseinbrüche, von 44 im Jahr 2019 auf 24. Auch die Diebstähle gingen zurück, um 112 auf 568.

Entgegen dem überregionalen Trend stieg im Kreis Miesbach aber die Zahl der aktenkundig gewordenen Sexualdelikte, und zwar um zwölf auf 79. Als einen Grund nannte Kopp hier den Besitz und das Verbreiten von kinderpornografischem Material (34 statt zuvor 25 Fälle). Dank immer leistungsstärkerer Smartphones lasse sich dies immer einfacher verbreiten. „Die ist aber nicht spezifisch für den Landkreis Miesbach“, so der Polizeipräsident. Rückläufig waren die Zahlen im Bereich Vergewaltigung/sexuelle Nötigung: Sechs statt 13 im Vorjahr. Weil bei Sexualdelikten in vielen Fällen eine Täter-Opfer-Beziehung vorliegt, sei die Aufklärungsquote mit gut 90 Prozent besonders hoch. Allerdings gilt dies auch für die Dunkelziffer. Die Aufklärungsquote über alle Deliktbereiche lag im Kreis Miesbach im vergangenen Jahr übrigens bei 69,8 Prozent, bei leicht gestiegener Zahl von Straftaten insgesamt (3856, zuvor: 3713)

Für die von sechs auf elf gestiegene Zahl der Verkehrstoten (wir berichteten) hatte auch Kopp keine Erklärung. „Wir haben uns die Fälle nochmal angesehen und keine Auffälligkeiten entdeckt.“ Sprich: keine gemeinsamen Ursachen wie Alter der Unfallfahrer oder Art des Verkehrsmittels.

Noch zwei Dinge, die zu Corona-Zeiten anders sind bei der Polizeiarbeit: Die Schichten sind fest zugeteilt, damit sich Beamte nicht kreuz und quer anstecken und am Ende eine ganz Inspektion ausfällt, und die Zahl der Versammlungen hat zugenommen. Es habe schon Jahre mit nur zwei gegeben, sagte Kopp. 2020 waren es zehn und heuer schon 18 – neben Corona-Demos auch von „Fridays for Future“ oder auch den Protest gegen die Brandrodung im Amazonas-Gebiet (wir berichteten).

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare