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Gegenläufige Entwicklung: In den Jahren 2014 und 2015 haben die Landkreis-Bürger noch deutlich mehr Dieselfahrzeuge als Benziner neu zugelassen. Seit dem Jahr 2016 haben die Benziner die Nase vorn.

Nach Abgas-Skandal 

Autokäufer im Landkreis Miesbach mögen keinen Diesel mehr

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Abgas-Skandal und drohende Fahrverbote – Diesel-Pkw geraten zunehmend in Verruf. Inzwischen sind die Neuzulassungen bayernweit rückläufig. Auch im Landkreis Miesbach.

Landkreis – Spätestens seit dem Abgas-Skandal haben Dieselautos ein Imageproblem. Europaweit wird die Abkehr vom Diesel prophezeit. In München fordert Oberbürgermeister Dieter Reiter dies sogar und droht zudem mit einem Diesel-Fahrverbot. Die Diskussion lässt die Fahrzeughalter nicht kalt. Auch nicht im Landkreis Miesbach – das belegen die Zahlen der Zulassungsstelle.

Im Jahr 2016 sank die Zahl der Diesel-Neuzulassungen in Bayern um 4,5 Prozent

Der Trend weg vom Dieselauto zeichnet sich in den Erhebungen des Bayerischen Landesamts für Statistik bayernweit ab. Während die Neuzulassungen im vergangenen Jahr noch um etwa 2,5 Prozent zugenommen haben, ist diese Zahl im ersten Quartal 2017 rückläufig. 4,5 Prozent weniger Dieselautos als 2016 haben die Bayern von Anfang Januar bis Ende März neu angemeldet. Zum Vergleich: Bei den Benzinern steht ein Plus von 16,5 Prozent zu Buche.

Auch im Landkreis: Weniger Diesel, mehr Benziner

Diese Entwicklung macht auch vor dem Landkreis nicht Halt. Verzeichneten Diesel-Fahrzeuge vom Jahr 2014 auf 2015 noch ein Plus von rund 1,4 Prozent, kippte diese Entwicklung ein Jahr später ins Gegenteil: Die Neuanmeldungen sanken um knapp 7,4 Prozent. Hauptursache dürfte der VW-Skandal sein. Zur Erinnerung: Die Abgas-Affäre kam im September 2015 ans Licht. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Ottomotor um 6,2 beziehungsweise von 2015 auf 2016 um ganze 10,4 Prozent.

„Bei denen, die bei ihrer Kaufentscheidung zwischen den Stühlen stehen, geht die Tendenz schon eher zum Benziner“

Steigen jetzt also viele Dieselfahrer auf Benziner um? „Nein“, sagt Martin Weingärtner vom gleichnamigen Autohaus mit Niederlassungen in Waakirchen und Miesbach. „Aber bei denen, die bei ihrer Kaufentscheidung zwischen den Stühlen stehen, geht die Tendenz schon eher zum Benziner.“ Die überzeugten Dieselfahrer, bestätigt Christian Schmid, bleiben ihrer Art treu: „Weil sie die Vorzüge kennen“, meint der Fiat-, Jeep-, Lancia- und Abarth-Händler aus Miesbach. Das deckt sich auch mit dem, was Markus Weiß vom gleichnamigen Peugeot-Autohaus in Kleinpienzenau feststellt.

„Die Verkaufszahlen stehen jetzt nicht ganz bei Null. Aber ungefähr zehn Prozent weniger sind es schon.“

Auseinander gehen die Erfahrungswerte der Händler bei den Verkaufszahlen von Dieselfahrzeugen. Während Weingärtner insgesamt keinen Rückgang verzeichnet, rollen bei Weiß seit der Diskussion um Fahrverbote in Stuttgart und München weniger Dieselautos aus der Verkaufshalle. „Die Verkaufszahlen stehen jetzt nicht ganz bei Null“, sagt der Peugeot-Händler. „Aber ungefähr zehn Prozent weniger sind es schon.“

„Die Leute sind verunsichert“

Schmid verspürt bei den Diesel-Verkäufen keine Minderung. Die Diskussion sei aber da. „Die Leute sind verunsichert.“ In dem Punkt sind sich alle drei einig. Die Lösung: Aufklärungsarbeit leisten. Bedenken, so Weingärtner, rufe vor allem der Wiederverkaufswert der Fahrzeuge hervor. Dieser würde – sollten die Fahrverbote tatsächlich in Kraft treten – nämlich auf ein Minimum sinken. „Wir schlagen dann eine Finanzierung mit Rückgaberecht oder Leasing vor. So liegt das Restwertrisiko nicht beim Kunden, sondern bei uns.“

„Bis zum September 2015 hätte ich meine Hand für VW ins Feuer gelegt“

Weingärtner hat der Skandal damals genauso überrascht wie seine Kunden. „Bis zum September 2015 hätte ich meine Hand für VW ins Feuer gelegt.“ Der Abgas-Skandal bereitet ihm bis heute Kopfzerbrechen. Zwar seien rund 80 Prozent der Umrüstungen inzwischen abgeschlossen. Einige strittige Kunden-Forderungen befänden sich aber noch immer in der Schwebe. Die Konsequenz: jede Menge Schriftverkehr und immer wieder Gerichtstermine.

Der lokale Händler muss das ausbaden. Er bekommt aber Unterstützung. „VW hat uns ausreichend mit Informationen versorgt.“ Die gibt Weingärtner seitdem an seine Kunden weiter. Und die bekunden immer öfter ihr Mitleid. „Ihr könnt ja gar nichts dafür“, heiße es immer wieder.

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