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So wie es früher mal war soll der Grüne Markt in Miesbach wieder werden. Dies hat die CSU beantragt. Jedoch erfolgte die Umstellung im Jahr 2018 aus verschiedenen, vor allem aber sicherheitstechnischen Gründen.

Diskussion um Grünen Markt in Miesbach

Wahlkampf-Scharmützel um Standl-Frage

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Knapp zwei Monate vor der Kommunalwahl befinden sich in Miesbach alle Stadtratsfraktionen auf Betriebstemperatur. Das Schaulaufen ist in vollem Gang, und so manches Thema gewinnt an Relevanz, weil es politische Pluspunkte verspricht.

So scheiden sich nicht nur an der Gestaltung des Marktplatzes die Geister – auch der Grüne Markt, der dort jeden Donnerstag stattfindet, vermag zu polarisieren. Vor allem seit seiner Umgestaltung im September 2018 gibt es immer wieder Kritik an der Aufstellung der Stände. Dabei wird vor allem zu wenig Marktatmosphäre moniert.

Die CSU hat das Thema Grüner Markt nun für sich entdeckt und einen entsprechenden Antrag im Stadtrat gestellt. Sie forderte darin eine Neuordnung: Die Stände sollen wieder so ausgerichtet werden, dass die Publikumsgänge von beiden Seiten mit Verkaufsflächen gesäumt werden. So wie früher. Doch dazu kommt es vorerst nicht.

Rettungsweg machte Umstellung nötig

Denn für die Umstellung gab es damals ernsthafte Gründe, wie die Verwaltung in ihrer Sitzungsvorlage zusammenfasste. Wie berichtet, war es die Forderung der Miesbacher Feuerwehr nach einem Rettungsweg während des Marktbetriebs, der in der Folge die Umstellung zwingend erforderlich machte. Diese wurde in Zusammenarbeit mit Planern und Fieranten entwickelt. Den Rettungsweg vom Grünen Markt, der auf der Ostseite von Nord nach Süd verläuft, integrierte der Arbeitskreis (AK) Marktplatz dann in sein Umgestaltungskonzept und machte ihn mit hellgrüner Farbe kenntlich.

Erst absprechen, dann beantragen

In die neue Stellordnung der Stände flossen laut Verwaltung viele Aspekte ein wie Lebensmittelrecht, Anfahrtszeiten, die Größe der Stände, der Zugang zu den Geschäften und nicht zuletzt die Sonneneinstrahlung. Angesichts dieser Komplexität sei eine erneute Umstellung problematisch. Der Gegenbeschlussvorschlag der Verwaltung betonte deshalb, dass eine Umstellung nur in Absprache mit Fieranten, Gewerbetreibenden, dem AK und dem Gewerbeverband Gemeinschaftswerbung Miesbach (GWM) erfolgen sollte, bevor sie dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt werde. Zudem sei es nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass 90 Prozent der Fieranten keine erneute Veränderung wünschten, wichtig, etwaige Überlegungen „unbedingt behutsam, wohlüberlegt und rücksichtsvoll“ anzugehen.

Stadträte bestehen auf Entscheidung über den Antrag

Für Gerhard Braunmiller, der als Bürgermeisterkandidat der CSU den Antrag gestellt und bei der Präsentation seiner Umgestaltungspläne für den Marktplatz ausdrücklich angekündigt hatte (wir berichteten), waren diese Ausführungen aus dem Rathaus Grund genug, den Antrag in der Sitzung zurückzuziehen – um ihn in der Februarsitzung mit konkreten Vorschlägen anzureichern. Doch er stieß auf Widerstand. „Ich bin bei der Verwaltung“, stellte Markus Seemüller (FWG) fest, „und so sollten wir auch abstimmen.“

Auch Bürgermeisterin will Entscheidung

Zustimmung bekam er von Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU). „Der Konsens war da, das Thema erst im neuen Stadtrat zu behandeln“, bestätigte sie. Nun habe man „diesen Antrag mal schnell dahingeschmissen“ – deshalb solle man ihn nun auch entscheiden. CSU-Fraktionssprecher Franz Mayer widersprach: Wenn es ein „Gentlemen’s Agreement“ überhaupt gegeben habe, so habe es Seemüller selbst bei der Brotzeit am Marktplatz im September aufgekündigt mit dem Hinweis, dass SPD-/FWG-Kandidat Walter Fraunhofer den autofreien Marktplatz bringe. Und Alfred Mittermaier (CSU) murrte: „Wenn nur noch der neue Stadtrat entscheiden soll, brauchen wir bis Mai keine Sitzungen mehr.“

Die Abstimmung über Braunmillers Rücknahme endete 11:11 und wurde somit abgelehnt. Beim zweiten Beschluss erhielt der Vorschlag der Verwaltung – auf Vorschlag Seemüllers ohne die Einbeziehung des AK – alle Stimmen. Auch die der CSU.

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