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Drohen Liefer-Engpässe wegen Schnee? Das sagen die Ladeninhaber

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Von: Sebastian Grauvogl

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Dogan Atilgan vom gleichnamigen türkischen Spezialitätengeschäft aus Miesbach
Hat sein Lager gut bestückt: Dogan Atilgan vom gleichnamigen türkischen Spezialitätengeschäft aus Miesbach. © Thomas Plettenberg

Noch sind die Regale der Supermärkte im Landkreis gut gefüllt. Was aber, wenn die Lieferanten nicht mehr durch den Schnee kommen? Wir haben bei Ladeninhabern nachgefragt.

Landkreis – Dogan Atilgan hat vorgesorgt. Bis unters Dach packte der Inhaber des türkischen Spezialitätenladens an der Miesbacher Kirchgasse seinen Lieferwagen am frühen Mittwochmorgen mit Obst und Gemüse voll. „Ich habe meine Kühlung aufgefüllt“, erklärt Atilgan. Der Inhalt muss für zwei Tage reichen – mindestens. Am Donnerstagmorgen – nach einer laut Wetterprognosen äußerst schneereichen Nacht – wollte sich Atilgan die Fahrt zur Münchner Großmarkthalle nicht antun.

Das liegt nicht nur an den winterlichen Straßenverhältnissen. Atilgan befürchtet vielmehr, dass auch das Angebot spürbar zurückgehen könnte. Schon am Mittwoch seien einige Händler nicht an ihrem Stand gewesen. Das habe sich auch an den Preisen bemerkbar gemacht. Zuschläge habe es beispielsweise bei Blumenkohl oder Auberginen gegeben. Für die kommenden Tage könnte es – je nach Wetter – auch bei Spinat, Zucchini oder Lauch knapp werden, meint Atilgan. Die nämlich kommen per Lkw aus Italien – und müssen damit einmal über die Alpen.

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Atilgans Kunden werden von diesen Lieferproblemen nichts mitbekommen, verspricht der Ladeninhaber. Er ist gerüstet. Denn er weiß, dass wegen des ebenfalls wetterbedingt eingeschränkten Miesbacher Wochenmarkts noch mehr Leute bei ihm Obst und Gemüse einkaufen werden. Mit leerem Korb wegschicken werde er niemand, sagt Atilgan. „Meine Regale sind voll.“

Das gilt auch bei den inhabergeführten Edeka-Märkten im Landkreis, weiß Kurt Friedlmeier. In seinem Laden in Aurach könne von Knappheit keine Rede sein, berichtet Friedlmeier auf Nachfrage unserer Zeitung. „Bis jetzt läuft alles blendend.“ Wie jeden Morgen ist auch am Mittwoch der Laster aus dem Sammellager in Trostberg (Kreis Traunstein) pünktlich um 5 Uhr auf den Parkplatz des Auracher Edeka-Markts gerollt. Friedlmeier fragte beim Fahrer nach, ob mit Problemen zu rechnen sei. Der schüttelte den Kopf.

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Überhaupt kann der Marktbetreiber die Aufregung um das Schneechaos nicht so recht nachvollziehen. Selbst er als gebürtiger Niederbayer habe sich über die Jahre an die Winter im Oberland gewöhnt, meint Friedlmeier entspannt. Seine Fischbachauer Kunden würden eh entspannt damit umgehen. Selbst beim Parken hätten sie kein Problem. Friedlmeier hat einen Landwirt mit dem Räumen und Streuen beauftragt. „Das ist ein super Service.“ Und so kann sich der Chef voll auf das Geschäft konzentrieren – wie an jedem anderen Tag auch.  

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