Fröhliche Gemütlichkeit: Ob die Menschen auch heuer so entspannt im Bierzelt sitzen werden wie hier im Jahr 2019, ist eher unwahrscheinlich. Zumindest dürfte es mehr Abstand brauchen, um in Betrieb zu gehen.
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Fröhliche Gemütlichkeit: Ob die Menschen auch heuer so entspannt im Bierzelt sitzen werden wie hier im Jahr 2019, ist eher unwahrscheinlich. Zumindest dürfte es mehr Abstand brauchen, um in Betrieb zu gehen.

Wettlauf mit den Corona-Zahlen

Droht das nächste Aus? Für die Volksfest-Macher von Miesbach wird es langsam kritisch

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Gibt es im Sommer Lockdown-Lockerungen? Oder verschärft die dritte Welle die Gesamtsituation? Für Bernhard Kollmann hängt davon ab, ob er dieses Jahr wieder in Miesbach ein Volksfest auf die Beine stellen kann. Noch ist Zeit, um die Entwicklungen abzuwarten. Die Hoffnung bleibt, auch wenn es schwerfällt.

Miesbach – Normalerweise würden sich Sabine und Bernhard Kollmann derzeit auf das Osterfest im Münchner Olympiapark vorbereiten. Es wäre das erste Fest im Freien nach der Winterpause für das Schaustellerpaar aus Kirchheim, das auch das Volksfest in Miesbach organisiert. Die nächste Station für ihren Autoscooter wäre das Frühlingsfest auf der Münchner Theresienwiese. Wäre – denn auch 2021 bedeutet für die gesamte Branche ein weiteres Jahr voller Ungewissheit.

„Aktuell können wir nichts dazu sagen, ob es heuer ein Volksfest in Miesbach geben wird“, sagt Bernhard Kollmann. „Wir müssen schauen, wie sich die Corona-Zahlen entwickeln, und abwarten.“ Zudem müsse er erst noch Gespräche mit der Stadt sowie den Festwirten Yvonne und Anian Kurz führen. „Es ist ja noch ein bisserl früh.“

Mit Blick auf den vergangenen Sommer kann sich Kollmann durchaus vorstellen, etwas zu machen. Es wäre auch wichtig. Immerhin fehlen ihm seit 2020 die Einnahmen. Auch das Wintergeschäft mit Weihnachtsmärkten habe diesmal nicht stattgefunden, ebenso wenig Firmenfeiern. „Langsam wird es kritisch.“

Noch ist Kollmann optimistisch: „Alle sind guter Dinge. Das Impfen und dazu die warme Jahreszeit sollten etwas möglich machen.“ 2020 seien die Infektionszahlen bei steigenden Temperaturen gesunken. „Wenn es so wird wie im vergangenen Sommer, dann machen wir etwas.“

Dazu müsse es aber im Juni losgehen. Eine belastende Situation. „Man kann nicht planen. Alles steht in den Sternen.“ Gleichzeitig lebe man von den Rücklagen, die bald aufgebraucht sind. „Das zermürbt.“

Und sollte es ein Volksfest heuer geben, warten die nächsten Probleme. Die Mitarbeiter seien in ihre Heimatländer zurückgegangen, hätten andere Jobs gesucht. „Ob sie nun wieder zurückkommen wollen, ist fraglich“, erklärt Kollmann. Immerhin: Das Frühlingsfest in München wurde bislang nicht abgesagt. „Es liegt aber nicht in unserer Hand. Aber damit wir halbwegs planen können, bräuchten wir einen belastbaren Trend, wie sich die Zahlen entwickeln.“ An den Besuchern werde es nicht scheitern. „Jeder will wieder raus und sucht ein Stück Normalität.“

ddy

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