Abdon Boni, Giulio Bersellini, Brescello, Don Camillo, Peppone
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Kultiger Zweikampf: Abdon Boni (l.) und Giulio Bersellini schlüpfen in ihrem Heimatort Brescello in Italien regelmäßig in die Rollen von Don Camillo und Peppone. Fotograf Thomas Schwob hat sie dabei fotografiert.

Fotograf Thomas Schwob war am Drehort unterwegs

Don Camillo und Peppone kommen nach Miesbach

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Miesbach – Wer kennt sie nicht, die kultigen Schwarz-Weiß-Filme mit Don Camillo und Peppone? Am Samstag, 22. Oktober, eröffnet dazu eine Ausstellung in Miesbach. Sogar zwei Darsteller sind dabei.

Bis heute ist das Dorf Brescello untrennbar mit zwei unsterblichen Charakteren verbunden: Don Camillo und Peppone. Am Samstag, 22. Oktober, zieht der Flair des Italien der 1950er-Jahre mit einer Ausstellung in die Stadtbücherei Miesbach ein. 25 Motive hat der Miesbacher Realschullehrer und Fotograf Thomas Schwob (52) aus Gmund mit seiner Leica M 2 am Drehort der Kultfilme in der Po-Ebene festgehalten – natürlich in Schwarz-Weiß. Wie es dazu kam, erzählt Schwob im Interview.

Herr Schwob, was war zuerst da: Ihre Liebe zum Fotografieren oder zu Don Camillo und Peppone?

Thomas Schwob, Fotograf und Realschullehrer in Miesbach

Schwob: Zeitlich gesehen natürlich die Filme. Schon als Kind haben mir die Geschichten über Don Camillo und Peppone gefallen. Sie streiten sich, aber sie brauchen sich auch. Ein absolut zeitloser Kampf, der mich bis heute begeistert. Genau wie die Optik in Schwarz-Weiß.

Der Grund, warum Sie ohne Farbe fotografieren?

Schwob: Nein. Dazu bin ich erst über meine Kamera gekommen, eine Leica M 2 aus den 1950er-Jahren. Als ich die von meinem Onkel bekommen habe, habe ich mir überlegt, was man damit heute noch fotografieren kann. Da sind mir eben Don Camillo und Peppone eingefallen. Also bin ich in den Osterferien 2015 mit meinem Campingbus in den Drehort Brescello gefahren.

Was haben Sie dort vorgefunden? Bestimmt eine Menge Touristen...

Schwob: Natürlich war mir klar, dass Brescello bei Touristen sehr beliebt ist. Der Ort lebt gut von den Filmen. Es gibt Statuen von Don Camillo und Peppone und sogar zwei Cafés mit ihren Namen. Im ,Don Camillo‘ habe ich dann versucht, mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen. Ich hatte Glück: Eine junge Dame erzählte mir, dass ihr Vater heutzutage den Peppone spielt. Ich sollte am nächsten Tag um 10 Uhr auf die Piazza kommen, da würde ich ihn und Don Camillo treffen.

Und?

Schwob: Sie hatte nicht zu viel versprochen. Abdon Boni und Giulio Bersellini kamen in Originalkostümen auf mich zu und erklärten mir, dass sie für den örtlichen Tourismusverein regelmäßig in die Filmrollen schlüpfen. Als ich ihnen von meinem Fotoprojekt erzählte, waren sie sofort begeistert. So kam es, dass ich sie in den unterschiedlichsten Filmszenen ablichtete. Peppone auf der alten Motoguzzi, Don Camillo vor dem Jesuskreuz in der Kirche, und natürlich vor Peppone im Panzer. So sind nicht nur 25 Schwarz-Weiß-Fotos, sondern auch ein freundschaftliches Verhältnis entstanden. Dass die beiden Herren sogar zur Ausstellungseröffnung nach Miesbach kommen, ist eine große Ehre für mich.

Die Eröffnung

der Fotoausstellung findet am Samstag, 22. Oktober, um 11 Uhr mit Musik von Elisabeth Zirngibl in der Stadtbücherei Miesbach statt. Die Ausstellung ist dort bis 12. November zu sehen.

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