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Ein Mobilitätskonzept für den Landkreis

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Insbesondere an Ausflugstagen staut sich, wie hier am Schlierseer Ortseingang, der Verkehr. Ein Mobilitätskonzept soll helfen, den sogenannten motorisierten Individualverkehr (MIV) zu verringern.
Insbesondere an Ausflugstagen staut sich, wie hier am Schlierseer Ortseingang, der Verkehr. Ein Mobilitätskonzept soll helfen, den sogenannten motorisierten Individualverkehr (MIV) zu verringern. © archiv tp

Weniger Autos auf den Straßen, bequemer unterwegs mit den Öffentlichen: Der von Pendlern und Tagestouristen geprägte Verkehr im Kreis Miesbach soll ruhiger und nachhaltiger werden – mithilfe eines Mobilitätskonzeptes.

Landkreis – An Winter- wie an Sommerwochenenden rollen Blechlawinen aus München Richtung Berge. Täglich pendeln zahlreiche Oberlandler zur Arbeit nach München und zurück. Hinzu kommen die Autofahrten innerhalb des Landkreises, weil der Öffentliche Personennahverkehr unzureichend ist und unzufriedene Radler mehr Radwege und Abstellplätze fordern. Die Probleme sind nicht neu, und auch Maßnahmen zur Verbesserung gibt es schon. Allerdings handelt es sich dabei um „isolierte Inseln“, die zusammengeführt werden müssten, wie Alfons Besel (FWG) im Kreisentwicklungsausschuss zustimmend sagte, nachdem Birgit Eibl (FW) den Antrag ihrer Fraktion erläutert hatte.

Dieser sieht vor, ein integriertes und nachhaltiges Mobilitätskonzept für den Landkreis erstellen zu lassen. Ziel ist unter anderem, den sogenannten motorisierten Individualverkehr (MIV) zu verringern, insbesondere vor dem Hintergrund der Möglichkeiten, die sich durch den geplanten Beitritt zum Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) eröffnen könnten.

Vorbild ist das Mobilitätskonzept der Gemeinde Holzkirchen, wo Eibl Gemeinderätin ist. „Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagte sie. Auch andere Landkreise, etwa Fürstenfeldbruck, hätten bereits ein Mobilitätskonzept. „Es ist klar, dass wir nicht ganz auf den motorisierten Individualverkehr verzichten können“, so Eibl. Aber durch sinnvolle und verträgliche Maßnahmen könne die enorme Belastung durch den MIV verringert werden. Dafür brauche es jedoch die Expertise eines externen Sachverständigen, der unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse im Landkreis ein Mobilitätskonzept erstellt.

Mit der Fortführung und Aktualisierung des Nahverkehrsplans habe der Landkreis bereits eine gute Grundlage für die Verbesserung der Mobilität geschaffen. Nun gelte es, die weiteren, einzelnen Maßnahmen zu koordinieren. Ziel sei, eine Gesamtstrategie zu entwickeln, die unter anderem Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlegung und E-Mobilität berücksichtige. „Der Fokus liegt auf dem öffentlichen Personennahverkehr, aber wir müssen die anderen Verkehrsteilnehmer auch berücksichtigen“, sagte Eibl. Es gehe um eine Vernetzung verschiedener Wege, damit die Menschen auf Bus und Bahn umsteigen. Die Kosten für die Erstellung eines Mobilitätskonzeptes seien in den Haushaltsplanungen zu berücksichtigen.

Eibl musste keine Überzeugungsarbeit leisten – die Kreisräte waren sofort dafür. Lediglich an der genauen Formulierung feilten sie. Unter anderem soll das Mobilitätskonzept nun nicht, wie von Eibl vorgeschlagen, bis zum MVV-Beitritt im Dezember 2023 stehen, sondern „zeitnah“. Darauf hatte Landrat Olaf von Löwis (CSU) gedrängt. „Die Erfahrung aus Holzkirchen zeigt, dass das bis zum MVV-Beitritt nicht zu schaffen ist“, sagte er. „Ich will aber nichts versprechen, was ich dann nicht halten kann.“ Es gehe zunächst darum, zu sagen: „Wir wollen ein Mobilitätskonzept.“ Der Zeitplan könne später folgen.

Olaf Fries (ÖDP) dagegen machte Dampf. Er wollte die Verringerung des MIV konkretisieren. „Wir sollten um 50 Prozent reduzieren“, sagt er. Das entspreche der CO2-Reduktion, die sich aus dem Ziel des Landkreises ergebe, bis 2035 klimaneutral zu sein. Die Reduktion solle erfolgen, „ohne den Handwerkerverkehr einzuschränken“.

Letztlich blieb es bei der allgemeinen Formulierung, ein Mobilitätskonzept erstellen zu lassen. Laut Löwis können nicht nur die daraus resultierenden Maßnahmen staatlich gefördert werden, sondern auch die Erstellung selbst.

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