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Lob von den Experten: Die Planer werteten die Umgestaltung des Marktplatzes als gute Maßnahme.

„Ein Schritt in die richtige Richtung“

So lief die Evaluation zum Marktplatz in Miesbach

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Es ist ein Ergebnis, das so deutlich nicht zu erwarten war: Die Umgestaltung des Miesbacher Marktplatzes ist „ein Schritt in die richtige Richtung“. Zu diesem Schluss kamen Verkehrsplaner Reiner Neumann aus Ulm und Stadtplaner Otto Kurz im Rahmen der Evaluation. Als Fernziel sehen beide einen autofreien Marktplatz.

Die Umgestaltung des Miesbacher Marktplatzes hat in den vergangenen Monaten für viel Diskussionen und Aufregung gesorgt. Egal, ob Verkehrsführung, Bücherschrank, Kuh und Kälbchen oder der grüne Gehweg auf der Bräuwirt-Seite – immer wieder wurde die Kompromisslösung, die der Arbeitskreis (AK) Marktplatz – bestehend aus Zweitem Bürgermeister Paul Fertl (SPD), Astrid Güldner (Grüne), Initiator Markus Seemüller (FWG) und Dirk Thelemann (CSU) – entwickelt hatte, kritisiert und auch abgekanzelt. Kritiker, die Veränderungen oder gar den Rückbau forderten, wurden jedoch stets vertröstet mit dem Hinweis, die für Mitte Oktober vorgesehene Evaluation abzuwarten. Nun liegt die Bestandsaufnahme von Verkehrsplaner Reiner Neumann vom Büro Modus Consult in Ulm und Stadtplaner Otto Kurz vor – und sie fiel anders aus als von manchem erwartet.

„Schritt in die richtige Richtung“

„Beide sehen die Umgestaltung als Schritt in die richtige Richtung“, berichtet Bürgermeisterin Ingrid Pongratz, selbst Kritikerin, auf Nachfrage unserer Zeitung von dem Termin, an dem neben dem AK der Gewerbeverband Gemeinschaftswerbung Miesbach (GWM) und die Initiative Marktplatz teilgenommen hatten. Es sei ein „lockeres erstes Fachgespräch“ gewesen. Beide Planer sähen als Ziel den autofreien Marktplatz. Die Details sollen in Kürze in einem Protokoll zusammengefasst werden.

Fortsetzung folgt ... erst nach der Kommunalwahl

Wie das weitere Vorgehen aussieht, ist offen. Laut der Bürgermeisterin soll die nächsten Monate nichts passieren, bis ein neuer Stadtrat nebst Rathauschef oder -chefin im Amt ist – das hätten die Experten geraten. „Dann werden die Karten neu gemischt.“ Dass über ein halbes Jahr nichts geändert werde, liegt für Pongratz mit Blick auf die Weihnachtszeit und den Winter eh auf der Hand. „Das alles wird einen längeren Zeitraum benötigen.“

Klar ist aus ihrer Sicht jedoch, dass die Stadt eine professionelle Begleitung bei weiteren Schritten brauche – vor allem wenn man Bürger, Anwohner, Hauseigentümer und Geschäftsleute mitnehmen wolle. „Neutralität ist dafür sehr wichtig“, stellt sie fest. Außerdem könne die Verwaltung eine solche Begleitung nicht leisten.

AK Marktplatz sieht sich bestätigt

Im Zuge eines autofreien Marktplatzes hätten die Planer aber auch ortsnahe Parkplätze gefordert. Zudem ist aus Sicht der Bürgermeisterin der barrierefreie Umbau der Westseite unerlässlich, der aber wohl an die vier Millionen Euro kosten dürfte.

Für die Mitglieder des AK Marktplatz ist die Bewertung durch die Fachleute eine Bestätigung des eingeschlagenen Wegs. „Die Kritiker haben immer die Meinung von Fachplanern gefordert“, erinnert Fertl. Diese liege nun vor und sei zu respektieren – „auch wenn sie vielleicht nicht so ausgefallen ist, wie es mancher erwartet hat“. Er werte die Bewertung der Experten als eine Schulnote eins bis zwei. „Beide haben festgestellt, dass wir um Jahre zu spät dran sind. Deshalb sollen wir jetzt mutige Schritte machen.“

Dass ein autofreier Unterer Markt Kunden und Existenzen kosten könnte, habe Planer Neumann verneint, betont Seemüller: „Die Angst der Geschäftsleute, dass weniger Kundenfrequenz bei Autofreiheit vorhanden ist, sei unbegründet, hat er aus langen Erfahrung versichert. Das Mehr an Fußgängern gleiche das aus.“ Laut Güldner wurde auch die „entschleunigende Verkehrsführung“ gelobt. „Die Fachleute raten uns, den Prozess unbedingt fortzusetzen“, sagt sie. Sinnvoll ist für Güldner nun ein „Masterplan, der auch Bahnhof und Habererplatz einbezieht“. Damit man schrittweise weiter in die richtige Richtung gehen könne.

ddy

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