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Bunte Truppe: (vorne v.l.) Elmo Monika Rothdauscher, Monika Kellermann, Pharao Michael Straube, Krümelmonster Andrea Straube und die Zebras (hinten v.l.) Lisi Eberl, Christine Reindel, Florian Rothemund und Claudia Reindel haben beim Fasching auf dem Markplatz Spaß.

Eindrücke vom bunten Faschingstreiben

Kreative Kostüme auf dem Marktplatz

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Miesbach - Kreative Kostüme gab es beim bunten Faschingstreiben auf dem Miesbacher Marktplatz zu bestaunen. Eine mögliche Absage wegen des Zugunglück bei Bad Aibling war nur kurz Thema.

Friedliches Aufeinandertreffen: Nein, Superman (l.) Axel Maxein und Dino-Reiter Magnus Floßmann (r.) tragen hier kein filmreifes Duell aus. Gemeinsam mit Clown Alex Martini sind die beiden mutigen Helden zum Faschingsendspurt nach Miesbach gekommen.

Wie lange Magnus Floßmanns Dino-Kostüm durchhält, entscheidet sich auf seiner rechten Po-Backe. Oder eher auf seiner Brust. Dort nämlich, versteckt unter seinem schwarzen T-Shirt, hängt das orangefarbene Plastikkästchen mit den Batterien, die den Mini-Ventilator an seinem Hinterteil mit Strom versorgen. Und der pumpt fleißig Luft in Hals und Schwanz des grünen Urzeittiers. Durch die ebenfalls aufgeblasenen blauen Mini-Beine sieht es so aus, als würde der Schlierseer auf dem Saurier reiten. „Drei Stunden sollten die Akkus schon durchhalten“, hofft Floßmann. Denn wenn seinem Kostüm die Luft ausgeht, ist es auch mit dem Faschingsspaß auf dem Miesbacher Marktplatz schnell vorbei.

Ob das bunte Treiben an diesem vom Zugunglück bei Bad Aibling überschatteten Faschingsdienstag überhaupt stattfinden sollte, mussten Jugendreferent Christian Mittermaier, Bürgermeisterin Ingrid Pongratz und Rathaus-Mitarbeiterin Karin Priller am Vormittag entscheiden. „Wir haben uns telefonisch darüber beraten“, sagt Mittermaier. Doch trotz zahlreicher Absagen – vor allem im betroffenen Nachbarlandkreis Rosenheim – wollten die Organisatoren den Narren keinen Strich durch die Rechnung machen. „Die Vereine hatten ja alles hergerichtet“, sagt der Jugendreferent. „Diesen Einsatz wollten wir würdigen.“ Keine leichte Entscheidung, aber sie sollte sich auszahlen.

Ab dem frühen Nachmittag strömen mehr und mehr Maschkera auf den Marktplatz. Während sie zuerst nur in Grüppchen leicht zur DJ-Musik aus den Lautsprechern wippen, rücken sie beim Einmarsch der Gmunder Schäffler schon deutlich enger zusammen. Frieren muss bei angenehmen Plusgraden ohnehin niemand. Und falls die angekündigte Kaltfront doch noch über den Marktplatz hereinbrechen sollte?

Elmo und das Krümelmonster sind gerüstet. In ihren kuschelig-warmen Sesamstraßen-Kostümen und der wasserfesten Schminke sehen die Schwägerinnen Monika Rothdauscher und Andrea Straube dem Wetterumschwung gelassen entgegen. Die Anzüge haben sie einen Monat vorher im Internet bestellt. Zwei Wochen hat die Lieferung aus China nach Miesbach gedauert. „Zum Glück waren wir früh dran“, sagt Rothdauscher. Die Nebenwirkungen ihrer Krümelmonster-Kekskette um den Hals hat Straube auch schon ausgemacht. „Da wird man halt oft angegrabscht“, sagt sie und lacht. Falls es ihr zuviel wird, schart sie ihre Zebraherde um sich. Auch ihr Mann und Pharao Michi hat ein Auge auf sie.

Gute Stimmung ist vorgeschrieben: Auch wenn es das Pappschild anders vermuten lässt: (V.l.) Paradiesvogel Franziska Baumann, Nikolaus Tommy Pracht und Hahn Peter Geßler brauchen keine Anleitung zum Feiern. Sie haben die Faschingsstimmung im Blut.

Ein blaues Auge hat sich hingegen Tommy Pracht eingefangen. „Keine Angst, alles nur Schminke“, beschwichtigt er schmunzelnd. „Geschlagener Nikolaus“ hat er sein Spontan-Kostüm getauft. Kann schon mal passieren, wenn man sich in der Jahreszeit verirrt. „Oder keinen Schnee dabei hat“, meint der Miesbacher. Franziska Baumann aus Fischbachau hat nicht recht viel mehr Zeit in ihre Verkleidung investiert. In nur einer Stunde war ihre farbenfrohe Paradiesvogel-Maske aus Krepp fertig. „Ich hab’ schon immer gern gebastelt“, sagt sie. Jedes Jahr lässt sie sich was Neues einfallen. Heuer war sie sogar schon als Feuerqualle unterwegs. „Mit einem Lampenschirm auf dem Kopf.“

Supermans Traumkörper kommt dagegen von der Stange. Und ja, das optisch stahlharte Six-Pack ist in Wahrheit weicher Schaumstoff, gibt Axel Maxein aus Neukirchen zu. Die stilechte schwarze Locke hat ihm übrigens sein Clown-Spezl Alex Martini auf die Stirn gemalt. „Wenn er sonst schon keine Haare hat“, scherzt der Miesbacher. Manches ist eben nur Schein im Fasching – oder heiße Luft wie im Dino-Kostüm.

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