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Volles Haus beim Ersatztermin: Eigentlich sollte der Neujahrsempfang der Stadt vor zwei Wochen stattfinden, doch angesichts der Schneekatastrophe wurde die Veranstaltung verschoben. Dennoch fanden gestern viele die Zeit zu kommen.

Eine Watschn für den Landrat beim Neujahrsempfang

Pongratz rügt Rzehak für „Schmierenkomödie“

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Mit deutlichen Worten hat Ingrid Pongratz gestern Landrat Wolfgang Rzehak kritisiert. Beim Neujahrsempfang der Stadt reagierte Miesbachs Bürgermeisterin auf dessen jüngste Äußerungen zur Wasserschutzzone und die erfolgreiche Petition im Landtag. Ihre Botschaft an die Miesbacher: „Ich werde die Bürger nicht im Regen stehen lassen.“

Der Neujahrsempfang der Stadt Miesbach steht in der Tradition, die Höhepunkte des zurückliegenden Jahres zu skizzieren und die Herausforderungen des neuen Jahres für die Stadt aufzuzeigen. So gesehen durfte auch das Thema Wasserschutzzone nicht fehlen. Doch Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) bot dazu nicht nur eine Zusammenfassung, sondern gleich noch handfeste Kritik an Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne), der – anders als die Jahre zuvor – diesmal nicht anwesend war.

Pongratz bekräftigte dabei, dass beim Erörterungstermin im September 2018 „mir als Einwenderin für die Stadt und den weiteren Einwendern das Gefühl vermittelt wurde, unerwünscht zu sein“. Die Folgen seien zahlreiche Befangenheitsanträge unter anderem gegen Rzehak gewesen sowie nun eine Petition vor dem Umweltausschuss, die in vollem Umfang angenommen worden war. Rzehaks Äußerungen dazu in der Wochenendausgabe unserer Zeitung, es handle sich dabei um eine „Schmierenkomödie“, rügte die Vize-Landrätin scharf: „Es ist bedauerlich, dass der Landrat dieses Verfahren als Staatsbeamter erst mangelhaft führt und nun das rechtsstaatliche Vorgehen der benachteiligten Einwender als Schmierenkomödie bezeichnet.“ Dies weise auf ein fragwürdiges Rechtsverständnis hin. Rzehak habe beim Termin alles laufen gelassen. „Vom Landrat erwarte ich mir, dass er sich der Sorgen und Nöte der Bürger annimmt.“ Sie selbst wolle sich beim Ausweisungsverfahren zur Wasserschutzzone Reisach-Thalham-Gotzing weiterhin für ein faires rechtsstaatliches Vorgehen einsetzen: „Ich lasse die Bürger nicht im Regen stehen.“

Abgesehen davon fiel der Rückblick, der musikalisch von Pianistin Margarita Oganesjan aufgelockert wurde, positiv aus. Das Jubiläum 100 Jahre Stadterhebung habe das Jahr geprägt und einige schöne Momente geschaffen. Zudem habe die Umgestaltung des Marktplatzes für viel Diskussionsstoff gesorgt. Pongratz sprach sich deshalb dafür aus, dem Projekt Zeit zu geben. Im Sommer solle die Evaluation folgen, „an der sich hoffentlich viele Bürger beteiligen“. 2019 steht im Zeichen des Bauens. Straßenbau, Spielplatzsanierung, die Planungen für Warmfreibad und Kinderhaus seien die zentralen Projekte. Und ein Maibaum werde auch wieder aufgestellt.

kulturpreisträgerin wurde Andrea Wehrmann (r.), deren ehrenamtliches Engagement über zwei Jahrzehnte hinweg Bürgermeisterin Ingrid Pongratz lobte.

Mit Spannung wurde die Verleihung des Kulturpreises erwartet, der diesmal an die Musikerin Andrea Wehrmann geht. Die 51-Jährige, so Pongratz in ihrer Laudatio, „bereichert die Stadt als Zuagroaste in ganz besonderer Weise“. Die Klavierlehrerin und A-Musikerin aus Ratzeburg, die bei der evangelischen Kirche als Kirchenmusikerin arbeitet, gründete 1997 mit ihrem katholischen Kollegen Michael Hamberger den Ökumenischen Chor. Es folgten unter anderem das Bach-Weihnachtsoratorium 1998, Händels „Messias“ 1999 und die „Johannes-Passion“ von Bach 2001. Weitere Chorprojekte wie die Rainbow Gospel Voices und Singspiele kamen hinzu.

Für die Geehrte kam die Auszeichnung überraschend. „Damit habe ich nicht gerechnet, zumal ich nicht regelmäßig in den Medien zu finden bin“, erklärt sie. „Auch arbeite ich in der Kirche im Hintergrund. Umso mehr habe ich mich aber gefreut. Es fühlt sich toll an.“ 1996 sei sie nach Miesbach gekommen. Richtig angekommen habe sie sich erst 2014 gefühlt. „Das war auch der Zeitpunkt, an dem ich mir ein Dirndl gekauft habe.“ Ihr Dankeschön sang sie dem Publikum – zusammen mit ihren Freundinnen Bärbel Pischetsrieder aus Fischbachau und Uschi Bommer aus Schliersee als Dreigsang.

ddy

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