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Bekannter Handlungsbedarf: Die Fenster des alten Krankenhauses gehören seit Jahren ausgetauscht. Das Energiemanagement soll unter anderem helfen, eine effiziente Prioritätenliste zur Umsetzung aufzustellen.

Zu viel Struktur – zu wenig Handeln?

Einstieg ins Energiemanagement - liebsten nur als Light-Version

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Die Stadt Miesbach will ins Energiemanagement einsteigen – nur wie? Der systematische Aufbau entsprechender Strukturen ist einigen Stadträten zu teuer und nicht effizient genug. Andererseits fehlt der Stadt die Fachkompetenz, alle 27 Gebäude fundiert zu bewerten.

Der Einstieg ins Energiemanagement fällt der Stadt Miesbach nicht so leicht. Das musste in der jüngsten Sitzung Gebäudereferent Gerhard Braunmiller (CSU) feststellen. Wie berichtet, hatte der Diplom-Ingenieur bereits im Oktober 2017 seinen Stadtratskollegen vorgestellt, wie der Wechsel in ein strukturiertes System gelingen kann. Doch nun wurde beim Beraten über das weitere Vorgehen vieles wieder infrage gestellt.

Laut Braunmiller sieht der Projektverlauf so aus: Die Stadt beantragtbeim Förderprogramm des Bundesumweltministeriums Fördermittel, um ins sogenannte Energiemanagement einzusteigen. Dabei wird der energetische Ist-Zustand der Gebäude ermittelt. „Das ist Baustein eins“, sagte Braunmiller.

Ein beauftragtes Büro erfasst und analysiert dabei die energetischen Daten jedes der 27 städtischen Gebäude, wobei die Stadt dem Büro die entsprechenden Zahlen liefern müsste. Ist der Bestand erfasst und analysiert, sollen die Daten von der Stadt selbst fortgeschrieben werden. Braunmiller schätzt, dass die Stadt nach Abzug der 50-prozentigen Förderung mit maximal 10 000 Euro Eigenbelastung rechnen müsste.

Parallel dazu werde im Rathaus eine eigene Organisation aufgebaut, die das Management mit neuem Datenbanksystem fortschreiben soll. Mitarbeiter müssten entsprechend geschult werden. Ziel sei der Überblick über die energetische Situation der Gebäude.

Baustein zwei umfasst das Energiesparkonzept, also was konkret wie anzupacken ist. Dies soll ein Fachmann bei einer Begehung klären und bewerten. Die anfallenden Ingenieur-Stunden werden laut Braunmiller ebenfalls zur Hälfte vom Bund gefördert. Baustein drei beinhaltet die eigentliche energetische Sanierung, für die es wiederum eine Förderung gebe.

Während Braunmillers CSU-Fraktion den aufgezeigten Weg befürwortete, meldete Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) Zweifel an: „Brauchen wir wirklich die Bausteine eins und zwei, um gefördert zu werden? Oder können wir nicht gleich mit einer Maßnahme anfangen, von der wir wissen, dass sie gemacht gehört?“ Vom Planungsbüro EST habe man ja noch Ergebnisse aus dem Jahr 2010. In diese Arbeiten könne man sofort einsteigen.

Auch Michael Lechner (FW) fragte sich, ob es wirklich so viel Drumherum brauche. „Ich habe Sorge, dass wir mehr in die Untersuchung als in die Ausführung investieren“, erklärte der Dritte Bürgermeister und deutete vielsagend zur Decke: „Das Rathaus hat immer noch keine Isolierung.“ Und beim alten Krankenhaus und dem Feuerwehrgerätehaus wäre schon viel erreicht, wenn man die Fenster erneuern würde. „Da könnten wir sofort 100 000 Euro ausgeben.“

Dem stimmte Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) zu: „Wichtig ist, dass die Maßnahmen durchgeführt werden. Der Rest ist Beiwerk.“ Wenn man bei so vielen Gebäuden wisse, woran es krankt, sei es da nicht sinnvoll, anzufangen und besagte 10 000 Euro in die Sanierung zu stecken?

Dem widersprach Braunmiller: „Es geht um ein strukturiertes Erfassen. Ab 20 Gebäuden ist das sinnvoll.“ Zudem könne man bei Baustein zwei bereits untersuchte Gebäude ausklammern.

Lechner beharrte aber: „Mit Umsetzen erreichen wir mehr. Wir müssen verantwortungsbewusst mit dem Geld der Bürger umgehen.“ Als Alternative beantragte er, die Beschlussfassung über den Einstieg ins Förderprogramm zurückzustellen und sämtliche Förderfragen vorab genau zu klären.

Damit kam Lechner aber nicht durch. Sein Antrag, den auch Pongratz unterstützte, wurde mit 8:13 Stimmen abgelehnt. Anschließend wurde der Einstieg ins Förderverfahren des Bundesumweltministeriums gegen Lechners Stimme beschlossen. Gleichzeitig soll die Verwaltung prüfen, ob bestimmte Maßnahmen bereits vorab umgesetzt und gefördert werden können.

ddy

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