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Gefährlich hoch stand das Wasser am Dienstagnachmittag unter anderem am Miesbacher Schopfgraben.

Nach Dauerregen und Tauwetter

Eisstau lässt mehrere Bäche über die Ufer treten

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    Andreas Huber
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Zwei Bäche am Tegernsee sowie die Schlierach in Miesbach bescherten den Feuerwehren am Dienstagnachmittag viel Arbeit. Die Gewässer hatten einen kritischen Pegel erreicht. 

Landkreis – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte vor möglichen Überschwemmungen durch das einsetzende Tauwetter gewarnt. Gestern Vormittag stellte sich die Lage auch noch recht entspannt dar. Doch dann ging es Schlag auf Schlag. Am Nachmittag erreichten zunächst zwei Bäche am Tegernsee sowie etwas später die Schlierach in Miesbach einen kritischen Pegel. Die Feuerwehren mussten – unterstützt von den örtlichen Bauhöfen – anrücken.

Der erste Eisstau wurde gegen 15.30 Uhr vom Zeiselbach in Bad Wiessee gemeldet. Dort hatten sich Eisschollen an einer Engstelle verkeilt und stauten den ohnehin schon prall gefüllten Bachlauf, bis er überlief. Die Feuerwehr Bad Wiessee musste ausrücken und den Eisstau beseitigen. Sie hatte die Lage zügig wieder im Griff.

Das gleiche Bild bot sich auf der anderen Seite des Tegernsees: Ebenfalls gegen 15.30 Uhr erreichte der Alpbach einen gefährlichen Hochstand. Auch hier war der Grund ein Eisstau, der sich an einer Engstelle parallel zur Rosenstraße gebildet hatte. Die Feuerwehr Tegernsee konnte die Gefahr aber schnell bannen. Es entstand jedoch Sachschaden: An einem Wohnhaus wurde ein Betonpfeiler durch das Eis beschädigt und ein eisernes Geländer teilweise von den Fluten mitgerissen.

Nur knapp eine Stunde später, gegen 16.30 Uhr, wurde die Miesbacher Feuerwehr zum Einsatz an die Schlierach beordert. Am Schopfgraben hatte ebenfalls verkantetes Eis zu einer Aufstauung geführt und drohte, den Wasserstand des Flusses überdurchschnittlich anschwellen zu lassen. Wie Kreisbrandrat Anton Riblinger mitteilte, nahmen Feuerwehr und Bauhof einen Bagger zu Hilfe, um die Eisschollen zu entfernen. Gegen 18 Uhr teilte Riblinger schließlich mit, „dass das Eis jetzt auf dem Weg zum Seehamer See ist“. Die Lage sei damit für den Moment unter Kontrolle. Dennoch, sagte Riblinger weiter, „werden wir die Wetterlage genau im Blick behalten und hoffen, dass es nicht noch mehr regnet“. Dass sich die Situation so prompt verschärfen würde, damit hatte tatsächlich selbst der Kreisbrandrat nicht gerechnet. Riblinger hatte die Lage gestern Vormittag noch als relativ entspannt eingeschätzt. Bis dato seien den örtlichen Feuerwehren keinerlei Problemfälle seitens des Wasserwirtschaftsamtes gemeldet worden, hieß es.

Aktuell führen die Bäche eine große Menge an Schmelzwasser, das Stück für Stück die dicke Eisschicht in den Bachbetten mit sich reißt. Eine gefährliche Mischung, die auch dadurch noch verstärkt werden könnte, dass die Wetterlage -  Dauerregen in Verbindung mit warmer Luft - dem DWD zufolge noch mindestens bis Mittwochnachmittag anhalten wird.

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