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Grün-Weiß-Rote Leidenschaft: Fabio Pizzutis Fußball-Herz schlägt für Italien.

EM-Viertelfinale Deutschland-Italien: Miesbacher Italiener im Interview

In Miesbach aufgewachsen: Warum er trotzdem für Italien ist

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Miesbach - Welcher Mannschaft drückt man als Deutsch-Italiener die Daumen? Fabio Pizzuti von der Miesbacher Pizzeria La Piazzetta verrät es uns im Interview.

Halb Deutscher, halb Italiener. Rein von den Genen her müsste Fabio Pizzuti (25) heute Abend eigentlich mit zwei Flaggen in den Händen vor dem Fernseher sitzen. Welche Seite sich bei ihm durchgesetzt hat und welches Ergebnis er für den Fußball-Klassiker Deutschland-Italien tippt, verrät der studierte Hotelmanager und Betriebsleiter der Miesbacher Pizzeria La Piazzetta im Interview.

Herr Pizzuti, ein solches Spiel mit zwei Herzen in der Brust. Wie halten Sie das aus?

Pizzuti: Ganz einfach. Bei mir ist das nämlich eine klare Sache. Ich bin ein Fan des italienischen Fußballs, seit ich denken kann. Mein Herz schlägt eigentlich für Juventus Turin. Das liegt bei uns in der Familie. Etwas anderes ist für mich auch nie infrage gekommen.

Das haben Sie durchgehalten, obwohl Sie in Miesbach aufgewachsen sind?

Pizzuti: Na klar. Das war aber nie ein Problem. Ich habe von meinem fünften Lebensjahr an bis zur Bezirksoberliga beim FC Miesbach gespielt, und da waren wir eigentlich eine ziemliche Multi-Kulti-Truppe. Mit vielen Türkei- oder Kroatien-Fans dabei. Die meisten Klischees von früher gelten heute ja ohnehin nicht mehr.

Zum Beispiel?

Pizzuti: Dass sich die Italiener auf dem Platz gerne theatralisch aufführen. Selbst Thomas Müller hat ja in einem Interview gesagt, dass er gerne gegen Italien spielt. Ich finde, wir haben eine sehr erfahrene und taktisch kluge Mannschaft. Die Defensive und das Mittelfeld stehen gut und verschieben sich blockweise. Was uns vielleicht ein bisschen fehlt, ist die Spritzigkeit. Da dürfte Deutschland mit seinen vielen jungen Spielern im Vorteil sein.

Wenn wir schon vom Spiel reden: Ihr Tipp?

Pizzuti: Ich denke, dass es eine knappe Angelegenheit wird. Es könnte sogar sein, dass es in die Verlängerung geht. Am Schluss setzt sich aber Italien mit 2:1 durch.

Mal angenommen, es kommt tatsächlich so: Wo feiern Sie nach dem Spiel?

Pizzuti: Im Restaurant. Bei uns ist am Wochenende viel Betrieb, da schauen wir das Spiel neben der Arbeit an. Am Schluss stoßen wir dann gemeinsam mit unseren Gästen an – egal wer gewinnt. Letzten Endes ist es ja doch nur Sport.

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