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Hier hat alles angefangen: Primiziant Mathias Klein-Heßling vor der Miesbacher Stadtpfarrkirche.

Mathias Klein-Heßlings erster Gottesdienst

Endlich Pfarrer: Miesbacher (28) feiert Primiz

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Die Vorfreude im Pfarrverband ist groß: Am kommenden Sonntag feiert der Miesbacher Mathias Klein-Heßling seine Primiz. Das hat er auch einem ehemaligen Stadtpfarrer zu verdanken.

Miesbach – Mathias Klein-Heßling war 14 Jahre alt, als ihn Pfarrer Axel Meulemann nach dem Gottesdienst ansprach. „Kannst du dir vorstellen, einmal Pfarrer zu werden?“, fragte der damalige Miesbacher Stadtpfarrer seinen treuen Ministranten. Der war erst mal überrascht. „Ich habe mir da ja vorher nie Gedanken darüber gemacht“, erzählt Klein-Heßling. Und doch hatte Meulemanns Vorstoß etwas in ihm ausgelöst. Klein-Heßling trat in den „Berufungskreis“ des beliebten Stadtpfarrers ein. „Ich habe es einfach mal ausprobiert“, meint er. Bereut hat er das nie – im Gegenteil. Am Samstag, 2. Juli, wurde Klein-Heßling von Kardinal Reinhard Marx zum Priester geweiht, am kommenden Sonntag feiert er seine Primiz in der Kreisstadt.

Mit dem Glauben kam der heute 28-Jährige schon als Kind über seine Familie in Kontakt. Direkt nach der Erstkommunion mit neun Jahren wurde er Ministrant. In Meulemanns Berufungskreis lernte er dann nicht nur die Liturgie, sondern auch die Bibel besser kennen. „Wir haben uns einmal im Monat abends getroffen und Texte besprochen“, erzählt Klein-Heßling. Auch gemeinsame Exerzitien in einem Kloster standen auf dem Programm. Als er dann sein Abitur in der Tasche hatte, brauchte der Miesbacher nicht lange überlegen, für welches Studium er sich entschied: Theologie.

Das Motto „Komm und sieh“ habe ihm erleichtert, diesen Weg einzuschlagen, berichtet Klein-Heßling. Der Charakter des „Ausprobierens“ war ihm sehr sympathisch. Und wie schon im Berufungskreis wurde mehr daraus. Klein-Heßling fand Gefallen an seinem Studium – und an dem Gedanken, Priester zu werden. Seinen Pastoralkurs absolvierte er in Trostberg. Nach der Weihe zum Diakon vor einem Jahr hat er nun die ersehnte Primizfeier vor sich.

Nervös ist er nicht, meint der 28-Jährige. Der engagierte Helferkreis in der Pfarrei habe alles perfekt vorbereitet (siehe unten). Der Neupriester selbst holte sich ein paar Anregungen bei den Primizfeiern seiner Wegbegleiter im Studium. „Da konnte ich mir ein bisschen was abschauen“, sagt Klein-Heßling schmunzelnd. Zum Beispiel, wie man diesen besonderen Gottesdienst gestaltet. Als Primizspruch wählte er eine Passage aus dem Matthäus-Evangelium: „Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.“

Nach den Feierlichkeiten wird sich der 28-Jährige wieder aus Miesbach verabschieden. Seine erste Station als Priester führt ihn in die Rosenheimer Stadtteilkirche Am Wasen. Die Nähe zu seiner Heimat und den Bergen begrüßt er sehr. In erster Linie freut er sich aber auf seine Aufgaben als Pfarrer. Endlich kann er das tun, was ihn schon immer am meisten begeistert hat: Menschen in allen Lebenslagen begleiten. Von der Taufe über die Hochzeit bis hin zur Trauerfeier. Besonders am Herzen liegt dem 28-Jährigen die Jugendseelsorge. „Das ist mir ein großes Anliegen“, sagt er. Und das, weiß Klein-Heßling, war auch bei Axel Meulemann so.

Das Festprogramm

Ein ganzes Wochenende lang feiert der Pfarrverband Miesbach-Parsberg die Primiz von Mathias Klein-Heßling. Los geht es am Samstagabend um 17.15 Uhr am Priestergrab am Waldfriedhof mit einer Gedenkfeier für Klein-Heßlings Mentor, den vor drei Jahren verstorbenen Stadtpfarrer Axel Meulemann. Bei der Vesper um 18 Uhr in der Stadtpfarrkirche wird Pfarrer Michael Mannhardt die neuen Messgewänder sowie Primizkelch und -patene Klein-Heßlings segnen. Ein Orgelkonzert um 19 Uhr mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy und Johann Nepomuk David rundet den Vorabend zur Primiz ab. 

Eine Nummer größer fallen die Feierlichkeiten am Sonntag aus. Um 8.45 Uhr treffen sich die Ortsvereine zum Festzug auf dem Marktplatz. Ab 9 Uhr führt Klein-Heßling die Gläubigen bis in den Waitzinger Park, wo um 10 Uhr der Gottesdienst beginnt. Die Anwohner von Rathaus-, Frühlings- und Schlierseer Straße sowie von Stadt- und Habererplatz werden gebeten, ihre Häuser zu schmücken. Bei Regen entfällt der Festzug und der Gottesdienst findet in der Stadtpfarrkirche statt. Die Predigt wird Pfarrer Paul Jansen aus Trostberg halten, der früher als Kaplan in Miesbach gewirkt hat. Als Konzelebranten werden neben Mannhardt auch Pfarrer Heinrich Rosner und Primus Asega Klein-Heßling am Altar unterstützen. 

Nach der Segnung der Primizfahnenbänder geht es zum Mittagessen in den Habererstadl. Bei einer Konzertvesper mit Chormusik und gregorianischem Choral um 16 Uhr in der Stadtpfarrkirche wird Klein-Heßling den Gläubigen den Einzelprimizsegen erteilen.

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