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Fühlt sich geschmeichelt: Tamara Lang aus Miesbach.

Wettbewerb „Eisenbahner mit Herz 2020“

Engel in der Not: Miesbacherin holt Bronze

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Die BOB-Mitarbeiterin Tamara Lang aus Miesbach holt beim Wettbewerb „Eisenbahner mit Herz 2020“ den Bundespreis in Bronze. Ihr Arbeitgeber ist richtig stolz. 

Miesbach – Als es brenzlich wird, eilt der Engel herbei: Tamara Lang aus Miesbach steht am Starnberger Flügelbahnhof am Münchner Hauptbahnhof. Im Augenwinkel sieht sie, dass am Bahnsteig ein Fahrgast zu Boden sinkt. Ein Kreislaufkollaps. Ein jüngerer Mann fängt den Senior auf. Lang leistet sofort Erste Hilfe und begleitet den 87-Jährigen sogar ein Stück mit nach Hause nach Miesbach. Doch damit nicht genug: „Ich habe ihn abends angerufen, um sicher zu gehen, dass es ihm auch wirklich gut geht“, sagt sie.

Für ihren Einsatz wurde die Mitarbeiterin der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) GmbH mit Sitz in Holzkirchen nun beim Wettbewerb „Eisenbahner mit Herz 2020“ ausgezeichnet, den die Allianz pro Schiene in Berlin jährlich veranstaltet. Lang holte den Bundespreis in Bronze. Das geht aus Presseberichten von BOB und Allianz pro Schiene hervor.

Der 87-jährige Roman Mayr war begeistert von seiner Helferin. Er nominierte die BOB-Kundenbetreuerin kurzerhand für den Wettbewerb. „Sie war ein Engel in der Not“, schrieb er in seiner Nominierung. Lang fühlt sich geschmeichelt. „Das ist toll, so ein Kompliment von einem Kunden zu bekommen.“

Kein Wunder. Lang hatte sich wirklich rührend um Mayr gekümmert, weit über die Erste Hilfe hinaus. Die Miesbacherin erinnert sich, dass Mayr der kalte Schweiß auf der Stirn stand. „Also habe ich mich erst einmal mit Roman auf die Bank gesetzt und mit ihm geredet“, erzählt sie gegenüber der Allianz pro Schiene. Als sie ihn fragte, ob er denn genug gegessen habe, nickte er: einen Zwetschgendatschi. „Ein paar Kekse hatte ich noch im Rucksack“, sagt Lang. Ein anderer Mann brachte ihm Wasser. „So konnten wir ihn versorgen, damit er in die Pötte kommt.“ Eine Geste, die rührt. „Auch diese Rettung aus einer Notlage hat die Jury beeindruckt“, schreibt die Allianz Pro Schiene weiter.

Den Bundespreis in Gold holte übrigens ebenfalls ein BOB-Angestellter. Christoph Angstl aus Augsburg hatte in Rosenheim am Bahnhof eine gestürzte 51-Jährige in letzter Sekunde vor einem einfahrenden Zug vom Gleis gezogen. Des Weiteren wählte die Jury elf Landessieger aus, die aus anderen Bundesländer stammen.

Fabian Amini, Vorsitzender der BOB-Geschäftsführung, ist stolz auf seine Angestellten: „Wir wissen, dass wir die besten Mitarbeitenden haben und freuen uns, dass unsere Fahrgäste gleich zwei nominiert hatten“, heißt es im Pressebericht.

Die feierliche Preisverleihung des zehnten bundesweiten Wettbewerbs „Eisenbahner mit Herz“ im Bundesverkehrsministerium in Berlin musste heuer coronabedingt entfallen. Nichtsdestotrotz wurden die Gewinner jetzt verkündet. „Auch, um gerade in diesen Zeiten das Bewusstsein dafür zu schärfen, welchen großartigen Einsatz die Mitarbeitenden der Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland jeden Tag erbringen“, schreibt die BOB. 

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