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Zu Unterrichtszeiten weitgehend zugeparkt: Die Frauenschulstraße in Miesbach ist außerhalb der Ferien meist nur noch einspurig befahrbar. Ein Verbot besteht in diesem Bereich momentan nicht.

Stadt und Schulzentrum zeigen Verständnis

Engstelle Frauenschulstraße: Parkende Autos ärgern Anwohner

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Lieferwagen, Wohnmobile – und jede Menge Schülerautos: Die Frauenschulstraße in Miesbach ist über weite Strecken einseitig zugeparkt. Die Anwohner ärgert das. 

Miesbach – Ob Ferien sind oder nicht, merken die Anwohner der Frauenschulstraße in Miesbach beim Blick aus dem Fenster. Zu den Unterrichtszeiten des Berufsbildungszentrums (BBZ) für Hauswirtschaft stehen die Autos Stoßstange an Stoßstange an den Gehsteigen. Darunter aber nicht nur die Kleinwagen der Schüler, sondern auch Wohnmobile und Transporter. So wird aus der eigentlich zweispurigen Straße mit zahlreichen Einmündungen zu den angrenzenden Wohngebieten ein schmaler Kanal. Wer auf der zugeparkten Seite Richtung Stadt unterwegs ist, muss sich bei Gegenverkehr von Lücke zu Lücke hangeln – nerviges Rangieren inklusive. Ganz zu schweigen von gefährlichen Sichtbeeinträchtigungen beim Abbiegen aus den Nebenstraßen.

Im Miesbacher Rathaus ist das Problem bekannt. Immer wieder landen Beschwerden von Anwohnern auf dem Schreibtisch von Verkehrssachbearbeiterin Nicki Meyer. Manche fordern eine Ausweitung der Parkverbote, andere Spiegel, um das Abbiegen in die Frauenschulstraße zu erleichtern. Meyer kann den Unmut verstehen. „Ich will da auf jeden Fall eine Entspannung schaffen“, betont sie. Mehrere Varianten würden zurzeit geprüft. Auch bei der Verkehrsschau mit Vertretern von Polizei und Landratsamt Mitte Mai werde die Frauenschulstraße besichtigt. Ziel sei es, die Situation zu entschärfen.

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Aktuell kann die Stadt nämlich nicht viel gegen die Parker tun. Die Verbotszone beginnt Richtung Süden erst ab dem kleinen Knick, an dem die Frauenschulstraße in U-Form zu den dortigen Wohnhäusern abzweigt. Aufgrund der durch die Kurve eingeschränkten Sicht ein ohnehin schwieriger Punkt. Doch genau dieser Einmündungsbereich sei kaum von parkenden Autos freizuhalten, erklärt Meyer. Das sei per Gesetz nicht möglich, da es sich hier um ein- und dieselbe Straße handle. „Im Grunde macht die Frauenschulstraße hier nur ein Rondell“, sagt Meyer. Wo hingegen Verbote bestehen, sei der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit mit stichprobenartigen Kontrollen beauftragt.

Den Schülern des BBZ drohen jedoch nicht nur Strafzettel, sondern auch böse Briefe von den Anwohnern, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Cornelia Taube auf Nachfrage unserer Zeitung. „Da gab es schon die eine oder andere unschöne Begegnung.“ Auch sie habe schon Anrufe von aufgebrachten Nachbarn erhalten. Eine einfache Lösung, betont Taube, gebe es aber nicht.

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Die Schüler- und Lehrerzahlen seien von Jahr zu Jahr gewachsen, die Parkplätze aber nicht. Im Schnitt 360 Schülern stünden 50 bis 60 Stellplätze zur Verfügung. Die übrigen Flächen seien für das 65-köpfige Kollegium und Besucher reserviert. Wie viele Schüler tatsächlich mit dem Auto kommen, will Taube mit einer Umfrage herausfinden. Ein Konzept für eine Ausweitung der Parkflächen gebe es derzeit nicht. Die Blumenwiese im Norden des bestehenden Parkplatzes beim schuleigenen „Bauernhof“ werde zur Obstbaum- und Bienenzucht genutzt.

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Das heißt aber nicht, dass die Schule die Augen vor den Problemen verschließt. Immer zum Schuljahresbeginn finde eine Begehung statt, bei der die Lehrkräfte den Neuankömmlingen alle Parkmöglichkeiten aufzeigt. Zudem habe man in Zusammenarbeit mit den Klassensprechern und der Schülermitverwaltung einen Parkplatzdienst eingerichtet, der die Schüler – gerade an schneereichen Tagen im Winter – zum platzsparenden Abstellen ihrer Autos anhält. Zudem mache sich die Schule für Fahrgemeinschaften stark. Die Lehrer würden in diesen Fällen darauf achten, dass die Mitfahrer zur selben Zeit den Unterricht verlassen könnten. „Da drücken wir dann auch mal ein Auge zu“, sagt Taube.

Ansonsten appelliert die stellvertretende Schulleiterin für Verständnis auf beiden Seiten. Mit vernünftigem Umgangston könne man viel Ärger vermeiden. Mit den Pfingstferien setze ohnehin eine gewisse Entspannung ein: „Da sind dann unsere 70 Berufsschüler weg.“

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