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Über das Verleihsystem MVG Rad informierten sich einige Miesbacher Kreisräte in Oberhaching.

Entscheidung im Herbst

Mietradsystem soll im Landkreis kommen

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Das Mietradsystem der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) kommt im Landkreis Miesbach ins Rollen. Zumindest hat das Konzept eine kleine Kreistagsdelegation überzeugt. Im Herbst soll der Grundsatzbeschluss fallen.

Eigentlich war es nur als kurze Information des Landrats im Rahmen der Sitzung des Wirtschaftsausschusses gedacht. Wolfgang Rzehak (Grüne) berichtete von einem Besuch bei Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) in Oberhaching, der einer kleinen Gruppe von Kreisräten seine Erfahrungen mit dem Projekt MVG Rad geschildert hatte.

Entscheidung im Herbst

Wie berichtet, erwägt der Landkreis den Einstieg in das Mietradsystem. „Es war die einhellige Meinung, dass wir mitmachen“, sagte Rzehak. Ende Juli ist dazu eine Bürgermeister-Dienstbesprechung zusammen mit den Fraktionsführern im Kreistag geplant, der Grundsatzbeschluss soll im Herbst fallen.

Gespräche mit dem MVV laufen

Weil nicht alle Mitglieder des Wirtschaftsausschusses mit dabei waren, kamen die Teilnehmer aus der Runde ins Erzählen. Ihr Fazit fiel durch die Bank positiv aus, wenngleich es noch einige Hürden zu überwinden gilt. „Der Charme des Projekts ist, dass es in die Infrastruktur des MVV eingebettet ist“, sagte beispielsweise Weyarns Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU). Auch diesbezüglich laufen bekanntermaßen Gespräche. Festes Ziel des Landkreises ist es, dem Münchner Tarif- und Verkehrsverbund beizutreten. Wöhr ließ allerdings keinen Zweifel daran, dass das Leihradsystem nur Erfolg hat, wenn möglichst viele Kommunen teilnehmen: „Eine Gemeinde allein macht wenig Sinn.“

Ausnahme sei bestenfalls Holzkirchen. Dort, so berichtete Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU), werde er von den großen Firmen aufgefordert, das Thema schnell voranzubringen. „Die wollen das Konzept unbedingt“, sagte er. Mit dem Leihrad bequem vom Bahnhof in die Gewerbegebiete und zurück zu kommen, sei für Arbeitgeber und -nehmer eine interessante Option.

Touristische Aspekte zählen auch

Im Wirtschaftsausschuss kam freilich auch der touristische Aspekt zur Sprache. Es sei doch vor allem interessant, sagte Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG), wenn Tagesausflügler mit öffentlichen Verkehrsmitteln in den Region kommen, sich hier mit dem Fahrrad weiterbewegen und dann an einer anderen Stelle wieder in den Zug steigen können. „Diese Flexibilität ist ganz wesentlich, und darum müssen natürlich möglichst viele Gemeinden mitmachen.“ Er rief seine Kollegen dazu auf, den Mut zu haben, „einfach auch mal was zu probieren“.

ATS bremst Euphorie

Harald Gmeiner, Vorstand des kommunalen Tourismus-Unternehmens Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS), bremste die Euphorie ein wenig. Der Freizeitradler tue sich mit den von der MVG angebotenen Leihrädern schwer. Bei einer touristisch ausgerichteten Nutzung müssten auch örtliche Fahrradverleihe eingebunden werden. Der Reiz für den Nutzer wäre es, über ein System buchen zu können. Anastasia Stadler (CSU) warnte in diesem Zusammenhang: „Der Fahrradverleih ist ein wichtiges Geschäftsmodell im Tegernseer Tal. Man darf die Händler nicht vor den Kopf stoßen.“ Ein Mietradsystem im Landkreis müsse aus zwei Komponenten bestehen: einer Variante für den Berufspendler und einer für den Freizeitnutzer.

Holzkirchen mit seiner Nähe zu München und der gewerblichen Ausrichtung könnte tatsächlich ein guter Ausgangspunkt sein. „Das Mietradsystem muss sich von Nord nach Süd entwickeln“, sagte Landrat Rzehak. Zwingen wolle man dabei niemand. „Aber das Angebot steht.“

sh

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