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Ein Prunkstück des Museumsvereins: Die Gotzinger Trommel, die Alexander Langheiter zeigt, ist ein begehrtes Exponat. Bis Ende Oktober war sie bei der Landesausstellung in Ingolstadt zu sehen.

Vor Entscheidung im Stadtrat

Museumsverein hofft auf nächsten Schritt

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Miesbach - Der Stadtrat berät in seiner morgigen Sitzung über das weitere Vorgehen beim geplanten Museum – ein richtungsweisender Termin für den Museumsverein. Es geht um ein Fachgutachten.

Der Museumsverein ist bereit für den nächsten großen Schritt auf dem Weg, im Miesbacher Klostergebäude ein Museum einrichten. In seiner morgigen Sitzung – Beginn 16 Uhr im Rathaus – entscheidet der Stadtrat, wie es mit dem ehrgeizigen Projekt weitergeht. Mit dem Grundsatzbeschluss vom April 2013 hat man sich zwar zum Kloster als Museumsstandort bekannt, jedoch wurde bewusst kein konkreter Zeitplan festgelegt.

Geht es nach dem Museumsverein, müsste der Stadtrat nun beschließen, ein Fachgutachten in Auftrag zu geben. „Das ist die Voraussetzung dafür, dass wir als Museum anerkannt werden und entsprechende Zuschüsse erhalten“, erklärt Vereinsvorsitzender Carl Langheiter. Städtebauförderung, das europäische Entwicklungsprogramm Leader sowie die Landesstelle nichtstaatlicher Museen wurden bereits abgefragt – die Bereitschaft zur Unterstützung sei bei allen da.

Problematisch ist jedoch das Geld. 3,5 Millionen Euro dürfte die Renovierung des 2011 von der Stadt im Rahmen eines Sicherungskaufs erworbenen Gebäudes kosten, um die Auflagen für ein Museum zu erfüllen. Neben den Zuschüssen will auch der Museumsverein seinen Teil dazu beitragen. Mit dem Mittelalterfest im Sommer, dem Weihnachtsmarkt im Winter sowie nun am Freitag, 20. November, mit dem Mittelalterlichen Festmahl, für das es beim Waitzinger Keller und dem Buchladen am Markt noch Karten gibt, sollen weitere Einnahmen generiert werden.

Zudem hat die Arbeitsgemeinschaft Museum viel geprüft und vorgearbeitet. Die Vertreter des Museumsvereins, der Bürgerstiftung als Eigentümerin des Grundstücks, der Stadt als Eigentümerin des Gebäudes und der Pfarrei als Eigentümerin der benachbarten Portiunkulakirche sind laut Langheiter zu folgendem Grundtenor gekommen: „Dieses Ensemble ist für die Stadt gerade mit Blick auf die Entwicklung im Tourismus und die Belebung des Stadtplatzes sehr viel wert. Das Museum ist für Miesbach eine einmalige Chance.“

Die Exponate, die der Museumsverein bereitstellen könne, sind laut Langheiter qualitativ hochwertig. Andere Museen hätten den Wert bereits erkannt. So sind die Gotzinger Trommel und die Figur der heiligen Barbara oft an andere Ausstellungen verliehen. „Und bei der Städtebauförderung“, ergänzt Langheiter, „ist man vom Klosterensemble ebenfalls sehr angetan.“

Der Konsens in der Sache dürfte im Stadtrat nach wie vor vorhanden sein, problematisch ist jedoch die Finanzierung. Denn mit dem Warmfreibad, das ebenfalls dringend renoviert werden muss, gibt es einen zweiten Investitionsposten in Millionenhöhe. Geht es nach Langheiter, sollte die Stadt nicht zuletzt wegen der Rekordzinstiefs beides umsetzen. „Beim Museum stellt sich die Frage: Wann, wenn nicht jetzt? Was, wenn nicht ein Museum?“ Das Kloster stehe nun seit zehn Jahren leer, die Renovierung sei unumgänglich und werde nicht billiger. Für Langheiter ist es wichtig, dass das Projekt konkret bleibt. 2016 sollte die Planung gemacht werden, damit 2017 mit den Arbeiten begonnen werden kann. Auch als Signal für den Museumsverein sei dies wichtig, sagt der Vorsitzende: „Welchen Sinn hat der Verein, wenn das Projekt nicht mehr weitergeht?“

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