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Stolz auf Buch und Ausstellung: (v.l.) Bürgermeisterin Ingrid Pongratz, Autorin Verena Zemme, Fotograf und Grafiker Mathias Leidgschwendner sowie die Kuratorinnen Sabine Köhl und Sibylle Kobus.

Entstehung, Formen, Lebensgefühl

Do schaug her: Miesbach veröffentlicht Buch über seine Tracht

Anlässlich der Stadterhebung vor 100 Jahren feiert sich Miesbach selbst – unter anderem mit einem neuen Buch über die weltberühmte Miesbacher Tracht. Jetzt wurde es vorgestellt.

Die Stadt Miesbach und ihre Tracht zeichnet ein ganz besonderes Verhältnis aus. Ingrid Pongratz beschreibt es so: „Wir inszenieren hier Tracht nicht, so dass sie etwas Aufgesetztes oder Schickimicki-mäßiges hat, sondern wir tragen sie selbstverständlich. Mir san’s einfach.“ Mit diesen Worten fasste die Bürgermeisterin das zusammen, was Verena Zemme und Mathias Leidgschwender in Buchform gepresst haben. Die Neuerscheinung „Tracht in Miesbach – Entstehung, Formen, Lebensgefühl“ wurde nun im Waitzinger Keller präsentiert. Der Abend bildete den Auftakt zum Trachten-Kapitel innerhalb der Feierlichkeiten zum Jubiläum 100 Jahre Stadterhebung.

„Die Miesbacher Tracht ist weltberühmt. Gäste kommen hierher und wollen sehen, wie wir mit Tracht leben. Mehr noch, sie wollen sie hier kaufen und auch wissen, wie man damit umgeht“, sagte Pongratz zu den 160 Gästen. Diese hatten schon im Treppenhaus sehen können, wie feinfühlig der Haushamer Fotograf und Grafiker Leidgschwendner die hiesige Tracht in Szene gesetzt hat. Gemeinsam mit der Miesbacher Autorin Verena Zemme hat er in den vergangenen acht Monaten das Thema buchstäblich von allen Seiten beleuchtet. Entstanden ist ein 170-seitiges, optisch ansprechendes Bookazin – eine Mischform aus Buch und Magazin –, das Miesbach unter anderem als Einkaufsstadt zeigt, die Bedeutung des Trachtenvereins sowie der Heimatbühnen und die Besonderheiten der Miesbacher Joppe erklärt. Lebendig wird dies in Interviews mit Trachten-Experten, -herstellern, -trägern und –botschaftern. Pongratz lobte sowohl das Herzblut derer, die sich haben interviewen und ablichten lassen, als auch die Sensibilität, mit der die „liebenswerte Zuagroaste“ Zemme und das „Haushamer Gwax“ Leidgschwendner Tracht inszeniert und gleichzeitig für die Jugend spannend gemacht hätten. Die Autoren hatten es geschafft, die Authentizität und Natürlichkeit, mit der man in Miesbach Tracht trägt, einzufangen. Dank ging auch an die Leiterin des Miesbacher Kulturamts, Isabella Krobisch, die ihre Hand über das Buchprojekt gehalten hatte.

Für Zemme liegt die Faszination der Tracht in ihren Farben, die die Nuancen der umgebenden Natur umspannen, und in den historisch bedingten Motiven, die auf die Jagd oder die einstigen Klöster Bezug nehmen. Darüber hinaus würdigte sie die handwerkliche Leistung, die in einer Lederhose aus über 50 Teilen, einer Miesbacher Joppe aus 140 Teilen sowie einem Schalk, dessen Anfertigung mehrere Wochen dauere, steckten.

Bevor es an Bücherverkauf und Gespräche ging, mussten Zemme und Leidgschwendner noch eine Pflicht erfüllen. Wie die beiden Macherinnen der begleitenden Ausstellung (siehe Kasten), Sibylle Kobus und Sabine Köhl, trugen sie sich ins goldene Buch der Stadt ein.

Alexandra Korimorth

Das Buch

„Tracht in Miesbach“ ISBN-Nr. 978-3-96233-021-7, 18 Euro, ist im lokalen Buchhandel und bei der Tourist-Info im Waitzinger Keller erhältlich.

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