Klaus Kinshofer aus Miesbach
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Klaus Kinshofer (†) ist völlig unerwartet an einem Herzstillstand gestorben.

Nachruf auf Klaus Kinshofer

Herzstillstand im Urlaub: Bekannter Musiker und Unternehmer (61) völlig unerwartet am Gardasee gestorben

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Plötzlich und unerwartet ist Klaus Kinshofer (61) aus Miesbach im Urlaub am Gardasee an einem Herzstillstand gestorben. Ein Nachruf auf den bekannten Musiker und Unternehmer.

Miesbach - Die Farbe Schwarz war bei der Beisetzung von Klaus Kinshofer auf dem Miesbacher Waldfriedhof nur spärlich vertreten. Freizeitoutfits waren angesagt – auf ausdrücklichen Wunsch der Familie: „Kommt bitte in normaler Kleidung, so wie es Klausi gefallen würde“, hieß es in der Todesanzeige in unserer Zeitung. Und wenn die Trauergäste das dort ebenfalls platzierte Zitat von Jimi Hendrix befolgt haben, dürfte noch der ein oder andere Rock’n’Roll- und Country-Song erklungen sein. Auch das hätte zu Klaus Kinshofers Leben gepasst. Denn eins war es ganz gewiss nicht: leise.

Nachruf auf Klaus Kinshofer: Unternehmer erleidet im Urlaub am Gardasee Herzstillstand

Mit seinen Bands hat der Bassgitarrist die Bühnen im Oberland jahrzehntelang gerockt. International bekannt wurde Kinshofer durch seine Metallbaufirma, die Depotcontainer für Glas- und Abfallentsorgung in aller Herren Länder verkauft. Seine ganz persönliche Bühne musste der Miesbacher Unternehmer nun aber plötzlich und unerwartet verlassen. Im Urlaub am Gardasee erlitt er im Alter von nur 61 Jahren einen Herzstillstand. Ein Schock für seine Familie, seine vielen Freunde und Wegbegleiter.

Das Unternehmertum hatte Kinshofer quasi im Blut. Sein Vater gründete einst die heute global tätige Firma Kinshofer Greiftechnik mit Sitz in Marienstein. Doch Klaus Kinshofer wollte sich etwas eigenes aufbauen. Mitte der 1990er-Jahre hatte er eine Marktlücke entdeckt: innovative und hochwertige Depotcontainer. Gefertigt werden sie heute noch am Miesbacher Windfeld. Der größte Coup gelang Kinshofer 2008, als er eine weltweite Ausschreibung gewann und 600 Altglas- und Papiercontainer auf die Karibikinsel Guadeloupe liefern konnte. Da ließ es sich der Chef nicht nehmen, selbst vor Ort beim Aufbau anzupacken.

Klaus Kinshofer gestorben: Vollblut-Musiker war freiheitsliebender und humorvoller Mensch

Als freiheitsliebend, humorvoll und geradeheraus beschreiben ihn seine Wegbegleiter. Wenn ihn jemand um Hilfe gebeten habe, sei er sofort zur Stelle gewesen. Mit seiner praktischen Art sei ihm immer eine gute Lösung eingefallen.

Doch Kinshofer war nicht nur ein Vollblut-Unternehmer, sondern auch ein Vollblut-Musiker. 1986 kehrte er nach drei Jahren in den USA mit einem Koffer voller Country-Platten in die Heimat zurück. Hier überzeugte er seine drei Bandkollegen von Sawdust Factory, von Rock’n’Roll auf Country umzusatteln.

Und das schlug ein im Oberland. Die Barn Mountain Rangers hatten jeden Sommer bis zu 80 Auftritte. Ab 1988 starteten sie ein Country-Festival, ihre Single „Nigelnagelneue Cowboyschua“ lief sogar im Fernsehen und Radio. 2005 löste sich die Band aus beruflichen und familiären Gründen auf.

Nachruf auf Klaus Kinshofer: Familie war das Wichtigste in seinem Leben

Zuletzt konzentrierte sich Kinshofer voll auf das Wichtigste in seinem Leben: seine Frau Andrea (58), seine Kinder Annika (28) und Klausi (34) sowie seine beiden Enkel Benedikt (2) und Valentin (4 Monate). Nicht nur sie sind der Meinung, dass ihr Klaus viel zu früh gegangen ist. Doch das, was er hinterlassen hat, bleibt für immer erhalten: seine Musik, seine Firma – und seine Familie.

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