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Franz Xaver Mader starb mit 92 Jahren.

Kreisstadt trauert

Er war der Blitz von Miesbach - ein Nachruf auf Franz Xaver Mader

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Der „Blitz von Miesbach“ war ein echtes Energiebündel - beruflich und privat. Jetzt ist Elektrikermeister Franz Xaver Mader mit 92 Jahren gestorben. Ein Nachruf.

Miesbach – Ob in seinem Beruf als Elektrikermeister, beim Tanzen oder Kegeln oder daheim bei Frau und Kindern: Franz Xaver Maders Batterien waren nie leer, so schien es. Erst nach seinem 90. Geburtstag zehrte seine Parkinsonerkrankung immer mehr an seinen Kräften und fesselte ihn schließlich auch ans Bett. Am vergangenen Samstag ist Mader im Alter von 92 Jahren friedlich eingeschlafen.

Schon als Heranwachsender musste er seinen Mann stehen. Durch den beginnenden Zweiten Weltkrieg konnte er die Volksschule nur bis zur siebten Klasse besuchen. 1940 fing er bei einem Betrieb in der Nähe seines damaligen Heimatortes Bachling (Kreis Deggendorf) eine Lehre zum Elektroinstallateur an. Nach einem Einsatz als Kanonier in Italien verbrachte er mehr als fünf Monate lang in amerikanischer Gefangenschaft.

Zurück in der Heimat hatte Mader nichts von seinem Lebensmut verloren. Sein Onkel in Miesbach vermittelte ihm eine Anstellung als Betriebselektriker bei den Aschaffenburger Zellstoffwerken in Müller am Baum. In Samstagskursen paukte Mader für die Meisterprüfung, die er 1951 bestand. Am 1. Juli 1952 gründete der Neu-Miesbacher sein Elektrogeschäft an der Wallenburgerstraße, ein Jahr später heiratete er die begehrte Kaufmannstochter Irmgard Schnitzenbaumer.

Als ihr älterer Sohn Franz drei Jahre alt war, musste die junge Familie einen schweren Schicksalsschlag verkraften. Irmgard Mader brachte Drillinge zur Welt, die kurz darauf starben. Doch mit der Geburt ihres zweiten Sohnes Wolfgang kehrte das Glück zurück. Und auch geschäftlich lief es gut für die Maders. Die 20 Mitarbeiter, seine insgesamt mehr als 60 Lehrlinge und die vielen Kunden schätzten Franz Xaver Mader für sein Engagement und seine Kompetenz. Trotz geringer Bildungschancen in der Jugend hielt er sich stets auf dem aktuellen technischen Stand. Mit handwerklichem Geschick und Diplomatie entschärfte der Meister so manches Problem.

Nach 50 Jahren übergab er sein Geschäft an seinen Sohn Wolfgang, der es bis heute erfolgreich weiterführt. Der Senior stand auch im Ruhestand noch unter Strom. Er ging regelmäßig kegeln und sorgte als unermüdlicher Tänzer bei zahlreichen Festen für Stimmung. Auch für seine vier Enkel sowie Ausflüge und Reisen mit seiner Frau nahm er sich Zeit, solange die Kräfte reichten. Der „Blitz von Miesbach“ hat damit seinen festen Platz im Himmel – und in den Herzen vieler Miesbacher.

sg

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