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Viel zu entdecken gab es beim Kindernachmittag im Fritz-Freund-Park. Dabei nutzten die Besucher die Gelegenheit, um gemeinsam die Grünanlage zu erkunden.

Tolle Leistung!

Erfolgskonzept: Fritz-Freund-Park von Anwohnern hergerichtet

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Miesbach - Es war ein verwildertes Stück grün mitten in der Stadt - das zum Bauland hätte erden sollen. Doch heute strahlt der Fritz-Freund-Park im neuen Glanz. 

Ruhig ist es geworden um den Fritz-Freund-Park in Miesbach, seit sich Anfang 2014 die Pläne der Stadt, die Grünanlage neben dem Harzberg-Schlössl zu Bauland zu machen, zerschlagen haben. Die Interessengemeinschaft (IG), die sich damals für den Erhalt der Fläche eingesetzt hatte, gibt es immer noch. Nur ihr Ziel hat sich etwas gewandelt: Sie pflegt den Park als Erholungsraum für die Stadt und baut ihn in kleinen Etappen aus.

So gesehen diente der vor Kurzem ausgerichtete Kindernachmittag zwei Zwecken: Zum einen wurde das neue Natur-Spielgelände eingeweiht, zum anderen brachte man den Park mit einem kleinen Fest mal wieder in Erinnerung. Aus Sicht der IG war es eine gelungene Veranstaltung, wie Annika Bier berichtet. Etwa 50 Besucher, davon rund 20 Kinder, seien gekommen und hätten in netter Atmosphäre eine schöne Zeit im Park verbracht. Gemeinsam wurden unter Anleitung des Landesbunds für Vogelschutz Fledermauskästen gebastelt und aufgehängt. zudem wurden die Futterplätze für Vögel hergerichtet und die Nistkästen sauber gemacht.

„Wir wollen mit solch kleinen Aktionen dazu beitragen, dass dieser Park von den Bürgern wahrgenommen wird“, erklärt Bier, die sich zusammen mit den Familien Bracher und Seifert um den Park und die IG kümmert. Vor allem über Besucher aus der weiteren Nachbarschaft freuen sich die Initiatoren. So habe man im Juli Bewohner des Vitanas-Seniorenheims eingeladen. „Viele waren dann auch erstaunt, dass es in direkter Nähe ein so schönes und ruhiges Ziel zum Spazierengehen und Entspannen gibt.“

Um die kleine Grün-Oase zu einer feinen Perle zu machen, war allerdings einiges an Arbeit nötig. Denn bevor die Stadt sich aktiv daran gemacht hatte, ihr Areal für einen Bauträger verkaufsreif zu machen, fristete der Park im wahrsten Sinn ein Schattendasein. Verwildert und verbuscht war die Fläche, und die Wege, die sich heute wieder durchs Grün schlängeln, waren komplett zugewachsen.

Deshalb war Zusammenarbeit in der Nachbarschaft gefragt, als die Zukunft des Parks gesichert war. Gemeinsam wurden Büsche entfernt und die Wege freigelegt und instandgesetzt. Mithilfe der Stadt wurden Bänke aufgestellt, und aus dem eigenen Spendenfonds schaffte die IG zwei Garnituren einer Sitzgruppe aus Holz an. Brotzeit im Grünen.

Dass der Fritz-Freund-Park, den Miesbachs Bürgermeister Rudolf Pikola 1965 hatte anlegen lassen, ein hervorragender Treffpunkt ist, haben bereits verschiedene Feste gezeigt, die die IG initiiert hat. Zuletzt habe sich der Jazz-Frühschoppen großer Beliebtheit erfreut, sagt Michaela Seifert. Auch die Vogelbeobachtung sei gut angekommen. Dass diese Feste helfen, den Park ins Bewusstsein der Bürger zu bringen, sei bereits festzustellen. Berufstätige nutzten die Grünanlage für die Mittagspause, Wanderer steuerten den Park gezielt an, und auch Kindergeburtstage seien dort schon gefeiert worden.

Mit der Stadt habe man sich gut arrangiert, sagt Bier. „Wir kümmern uns um die Wiese und die Pflege, und die Stadt leert die Mülleimer, hilft uns mit Material und entsorgt das Grüngut.“

Die IG setzt auf einfache Strukturen und direkte Kommunikation. Deshalb habe man sich auch nicht zu einem Verein formiert, Vornehmlich kümmern sich die drei Familien Bier, Bracher und Seifert – „und wenn wir Hilfe brauchen, geben wir einfach in der Nachbarschaft Bescheid“, sagt Bier. Die Hilfsbereitschaft sei groß. Und der Versicherungsschutz bei Veranstaltungen sei auch als IG gewährleistet.

Das Engagement rund um den Park mache Spaß, bestätigen Seifert und Bier – das gilt für die Feste ebenso wie für die Arbeit. Im November steht das Herbst-Ramadama an mit Laubrechen und dem Auslichten von Bäumen.

Trotz der zunehmenden Bekanntheit und Beliebtheit soll eine Besonderheit jedoch bleiben: Den Park steuert man am besten zu Fuß an. Denn Parkplätze für Besucher sind am Harzberg weiterhin Mangelware.

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